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© Dieter Wuschanski

Hänsel und Gretel

Märchenoper von Engelbert Humperdinck

Steffen Pionteks Inszenierung der Märchenoper Hänsel und Gretel gehört nun schon seit 1991 zum festen Weihnachtsprogramm vieler Chemnitzer Familien. Immer wieder zittert man mit Hänsel und Gretel, wenn die Mutter bei ihrer Rückkehr vom schweren Tagwerk statt eines Abendbrotes nur einen leeren Topf und statt der erledigten Arbeiten zwei tanzende Kinder vorfindet. Man hofft mit ihnen, dass sie sich aus dem gruseligen Wald mit Irrlichtern und Funkel-Augen-Eule wieder herausfinden und freut sich über die Engelpyramide, die den Schlaf der Kinder bewacht, über das duftende Lebkuchenhaus und über den verbrannten Hexenpopo.

Der Komponist Engelbert Humperdinck lebte von 1854 bis 1921. Er studierte in Köln und München und arbeitete danach unter anderem als Assistent Richard Wagners in Bayreuth. Er hat Instrumentalmusik, Stücke für Gesang und natürlich Opern komponiert. Die bekannteste ist heute Hänsel und Gretel.

Der Text dazu stammt von Humperdincks Schwester Adelheid Wette. Sie schrieb regelmäßig kleine Märchenspiele nach Motiven berühmter Märchenerzähler für Aufführungen im Familienkreis. Ihre Fassung von Hänsel und Gretel nach dem Märchen der Brüder Grimm regte Engelbert Humperdinck dazu an, eine richtige Oper daraus zu machen. Er benutzte teilweise bekannte Volkslieder wie Suse, liebe Suse und Ein Männlein steht im Walde, schrieb aber auch selbst Musik, die inzwischen in jedem Kinderliederbuch steht, wie Brüderchen, komm, tanz mit mir. Hänsel und Gretel wurde 1893 in Weimar zum ersten Mal aufgeführt. Die musikalische Leitung hatte kein Geringerer als Richard Strauss.

Sa
29.
Januar
Oper
16:00 Uhr

Die Entführung aus dem Serail

Singspiel in drei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Johann Gottlieb Stephanie d. J.
nach einem Libretto von Christoph Friedrich Bretzner

Auf dem Anwesen des osmanischen Statthalters Bassa Selim: Drei Europäer, Konstanze, Blonde und Pedrillo, wurden hierhin als Sklaven verkauft. In der Hoffnung auf Befreiung durch ihren Verlobten Belmonte widersteht Konstanze dem Werben des Bassa, der entschlossen ist, sie notfalls auch mit Gewalt zur Frau zu nehmen. Sein Palastaufseher Osmin würde Blonde gern dem Pedrillo abspenstig machen, doch weiß sich die selbstbewusste Engländerin zu wehren. Als Belmonte tatsächlich eintrifft und sein Schiff bereitliegt, ist die Stunde der Rettung nah. Doch die Entführung misslingt und so haben die Europäer den Tod zu erwarten. Während Osmin schon in Gewaltfantasien über die verhassten Gefangenen triumphiert, schenkt Selim ihnen überraschend das Leben und die Freiheit.

„Türkische Musik“ und Arien von empfindsamer Liebe – „barbarischer“ Orient und „aufgeklärter“ Okzident – zugleich Charaktere von menschlicher Tiefe und eine Schlusswendung, die alle klischeehaften Zuschreibungen zu widerlegen scheint: Die Entführung aus dem Serail vereint geradezu einander widersprechende Haltungen Europas zum Orient. Genau dieses unabgeschlossene Verhältnis macht sie auch 240 Jahre nach der Uraufführung so spannend.

Während das Werk heute als Inbegriff des Deutschen Singspiels gilt, sprengte es in den Augen der Zeitgenossen die Grenzen dieser Gattung. Mozart ließ sich von seinem Verständnis der Musik als Stoff dramatischer Entwicklung und psychologischer Menschendarstellung leiten. So vertonte er weit mehr, als die literarische Vorlage vorsah. In einer Lebensphase entschiedener Emanzipation vom Vater und des endgültigen Abschieds aus dem Salzburger Dienst gelang ihm ein überwältigender Erfolg und seine zu Lebzeiten populärste Oper. Schauspieltruppen im gesamten deutschsprachigen Raum nahmen das neue Stück schnell in ihr Repertoire auf, so dass selbst der Weimarer Theaterdirektor Goethe konstatieren musste, dass seine eigenen Bemühungen um das Deutsche Singspiel nun keine Chance mehr hatten, denn „die Entführung schlug alles nieder“.

Regisseur Johannes Pölzgutter, der gemeinsam mit Bühnenbildner Nikolaus Webern und Kostümbildnerin Janina Ammon bereits 2018 Die Fledermaus mit viel Verve auf die Bühne der Oper Chemnitz brachte, greift die Klischees der Vorlage ironisch und spielerisch auf. Er stellt Mozarts Charaktere in eine Märchenwelt aus 1001 Nacht, die er aber zusehends ins Wanken geraten lässt.

Fr
04.
Februar
Oper
19:00 Uhr
© Dieter Wuschanski

Adams Äpfel

Rabenschwarze Komödie von Anders Thomas Jensen
Deutsch von Beate Klöckner
Bühnenfassung von K. D. Schmidt nach dem gleichnamigen Film

Obwohl ihm das Leben einiges abverlangt, hält Ivan bis zur totalen Selbstverleugnung am Guten im Menschen fest. In seiner winzigen Pfarrei versucht er, Strafgefangene zu resozialisieren. Da sind zunächst der arabische Tankstellenräuber Khalid und der fette Alkoholiker Gunnar, der sich für Frauen in besonderer Weise interessiert. Der Neonazi Adam wird der dritte Zögling. Ivan fordert ihn in einem ersten Gespräch auf, sich eine Aufgabe zu suchen. Adams Antwort: „Apfelkuchen. Mein Ziel ist ein riesiger Apfelkuchen.“ Wider Erwarten wird dies für ihn zur alles entscheidenden Herausforderung im Ringen mit Ivan. Denn neben kleineren und größeren Katastrophen, wie Gunnars Liebe zur Kleptomanie und Khalids schießfreudigem Verhalten gegenüber multinationalen Konzernen, erschweren Krähen und Maden, Katzen und Nazis das Reifen der Früchte des alten Apfelbaumes im Kirchgarten. Als schließlich ein Gewitter über die Gemeinde hereinbricht, droht nicht nur der Apfelbaum in Rauch aufzugehen, sondern auch Ivan – erschöpft von den ständigen Provokationen Adams – seinem Glauben zu entsagen. Langsam erkennt Adam die Bedeutung des Apfelkuchens.

Der Film Adams Äpfel des dänischen Regisseurs und Drehbuchautors Anders Thomas Jensen gewann nach seinem Erscheinen 2005 eine Reihe von Preisen. Film wie Theaterstück bewegen sich mit widersprüchlichen Figuren an den dunklen Rändern des Humors. Fulminant prallen zwei Ideologien aufeinander, arbeiten sich aneinander ab, ohne aber am Ende ins Leer zu laufen. Was wäre die Welt ohne den immerwährenden Versuch, um Mitmenschlichkeit zu ringen? – Carsten Knödler nutzt die  schnellen Schnitte der Theaterfassung mit leichter Hand, um die abrupten Wechsel zwischen Bestürzung und befreiendem Lachen, Sarkasmus und Mitgefühl herauszuarbeiten.

Di
15.
Februar
Oper
19:30 Uhr
© Nasser Hashemi

My Fair Lady

Musical nach Bernard Shaws "Pygmalion"
und dem Film von Gabriel Pascal
Buch von Alan Jay Lerner
Musik von Frederick Loewe
Deutsch von Robert Gilbert

Eliza Doolittle, ein Blumenmädchen mit Herz und Verstand, fällt dem Sprachforscher Henry Higgins durch ihren ordinären Dialekt auf. Er schließt mit seinem Freund Oberst Pickering eine Wette ab, in der es darum geht, binnen weniger Wochen aus der, wie Higgins sagt, „Rinnsteinpflanze“ Eliza eine Grande Dame werden zu lassen. Womit Higgins allerdings nicht gerechnet hat, ist, dass neben dem „dienstlichen“ Verhältnis zu Eliza plötzlich auch die Liebe eine große Rolle spielt.

Kein Stück im Repertoire des Opernhauses hat jemals so viele Vorstellungen erlebt wie das Musical My Fair Lady von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe. Die Geschichte des sympathischen Blumenmädchens Eliza Doolittle, die von Professor Higgins Sprachunterricht erhält und ihm dafür eine Lektion in Sachen Lebensweisheit erteilt, erheitert und berührt immer wieder aufs Neue. Die beiden Autoren schrieben für ihren Welterfolg hinreißende Dialoge und Evergreens wie Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen, Ich hätt‘ getanzt heut‘ Nacht und Hei, heute Morgen mach’ ich Hochzeit, die jeder sofort mitsingen kann. In Chemnitz stand das Werk erstmalig 1967 auf dem Spielplan. Als Eliza debütierte Dorit Gäbler, die damals als Elevin zum Schauspielensemble gehörte und nun als Mrs. Higgins dabei ist. Ab 1991 war My Fair Lady fast ununterbrochen in zwei Inszenierungen von Michael Heinicke zu erleben. Viele Jahre davon spielte Sylvia Schramm-Heilfort die Berliner Göre, bevor sie jetzt als Mrs. Pearce ihre Eliza-Erfahrungen in eine neue Rolle einbringt. So stehen in der charmanten Inszenierung dieses amüsant-nachdenklichen Musicals von Erik Petersen am Ende mit der aktuellen Eliza drei Generationen dieser Rolle auf der Bühne.

Fr
25.
Februar
Oper
19:00 Uhr

Tristan und Isolde

Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner

Sie gelten als das große Paar der Oper schlechthin – Tristan und Isolde. Ihr grenzenloses Sehnen, in „höchster Liebeslust“ eins zu werden, sprengt jegliche Ordnung. Ihre alles überstrahlende Liebe lässt Macht und Gesetz, Freundschaft, ja selbst die eigene Person verblassen. Ihr unbedingtes Verlangen nach Erfüllung treibt die beiden an, sich von allen Bindungen an die Welt und die Menschen zu lösen. Ihrem Ideal folgend, wählen sie den Liebestod, den Übergang in ein „Wunderreich der Nacht“. Doch ist damit das Geheimnis dieses Paares schon ausgeschöpft? Was steckt noch in dem unscheinbaren Wörtchen „und“, das beider Namen verknüpft? Woher rührt ihre Lust an Untergang und Selbstauflösung wirklich? Es scheint, dass es nicht zuletzt seelische Verwundungen sind, die die tiefgehende Verbindung zwischen Tristan und Isolde ausmachen. Der Gedanke des Liebestodes tritt auf in einer mit Konflikten beladenen, paradoxen Beziehung, in der Täter- und Opferrollen einander überlagern. Was bedeutet hier Erlösung? Etwa dass die Titelfiguren sich durch ihren Tod vom Leiden an der Welt befreien? Oder dass ihre radikale Abkehr vom Leben die herrschende Realität prinzipiell infrage stellt?

Tristan und Isolde spiegelt Wagners revolutionäres, keineswegs widerspruchsfreies Denken, das Politik, Kunst und Individualität miteinander vereint, wider wie kein zweites Werk. An der Uraufführung 1865 schieden sich die Geister. Clara Schumann empfand das Musikdrama als obszön und widerwärtig. Der Dichter Charles Baudelaire liebte dessen berauschende Wirkung. Dank Tristan-Akkord, unendlicher Melodie und harmonische Grenzen ausweitender Chromatik avancierte das Werk zu einem Meilenstein der Musikgeschichte. Vor allem aber erreichte Wagner eine bis dahin nie dagewesene Intensität musikalischen Gefühlsausdrucks. Bis heute ist dessen faszinierende und zugleich irritierende Kraft spürbar.

Regisseurin Elisabeth Stöppler, deren Chemnitzer Inszenierung der Götterdämmerung 2019 mit dem Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet wurde, setzt Wagners Traum vom Wunderreich der Nacht ganz bewusst eine Ästhetik des Realismus entgegen und erzeugt so ein Spannungsfeld. Ihre zeitgenössische Interpretation sucht die Motive für Isoldes und Tristans Handeln in konkreten Beziehungskonstellationen und in einer Vorgeschichte, die beide prägt.

So
27.
Februar
Oper
16:00 Uhr

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