Startseite
Suche
Mehr Informationen zum vorherigen Bild zum nächsten Bild
Heute
Schließen Nächstes Stück Vorheriges Stück

Der Schuhu und die fliegende Prinzessin

Oper in drei Abteilungen von Udo Zimmermann
Text von Peter Hacks
Einrichtung zum Libretto von Udo Zimmermann und Eberhard Schmidt

Die geplante szenische Aufführung in der Inszenierung von Lorenzo Fioroni (Bühne: Ralf Käselau, Kostüme: Sabine Blickenstorfer) wurde pandemiebedingt auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das Ensemble der Oper Chemnitz und die Robert-Schumann-Philharmonie nahmen unter Leitung des Dirigenten Diego Martin-Etxebarria dieses außergewöhnliche Musiktheaterwerk vom 19. bis 21. Mai 2021 in der Stadthalle Chemnitz in Zusammenarbeit mit Rondeau Production für eine CD-Produktion auf, die im Herbst 2021 veröffentlicht werden soll. Die Aufnahme wird am 31. Juli um 19.05 Uhr live auf Deutschlandfunk Kultur zu hören sein.

Ein armes Schneiderehepaar erwartet ein Kind. Es ist das zehnte, doch statt eines Menschenkindes bringt die Schneidersfrau ein Ei zur Welt. Nach einem Jahr schlüpft aus dem Ei ein merkwürdiges Geschöpf, halb Mensch, halb Vogel – ein Schuhu. Er ist hochintelligent und verfügt über besondere Fähigkeiten, aber der Schneider hält dem Gerede der Nachbarn über seinen ungewöhnlichen Sohn nicht stand und jagt ihn aus dem Haus. Der Schuhu bietet seine Dienste zunächst dem Herzog von Coburg-Gotha an, dann dessen Bruder, dem Kaiser von Mesopotamien, bei dem er eine Stelle als Nachtwächter im 17. Kaiserlichen Garten erhält. Die Klänge seines Nachtwächterhorns locken die fliegende Prinzessin von Tripolis an, die den Schuhu wiederum mit ihrem Gesang bezaubert. Beide verlieben sich ineinander, aber noch ist ein glückliches Ende in weiter Ferne …

Nach dem gleichnamigen Kunstmärchen von Peter Hacks schrieb der Dresdner Komponist Udo Zimmermann (*1943) seine Oper Der Schuhu und die fliegende Prinzessin, die am 30. Dezember 1976 in seiner Heimatstadt uraufgeführt wurde. Sie ist eines der erfolgreichsten Musiktheaterwerke des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Zimmermanns Kunst besteht darin, traditionelle Kompositions- und Theaterformen auf unterhaltsame Weise mit den Trends seiner Zeit zu verbinden. Dadurch ist eine ganz und gar szenische Musik entstanden, die, wie Wulf Konold schreibt, „sich dem Text anschmiegt, ihn bisweilen parodierend oder collagierend kommentiert“. Da gibt es zum Beispiel einen Leierkasten, dessen Klänge von einem Blockflötenquartett erzeugt werden, die fantasievolle Hornmelodie des Schuhu, die via elektronischer Klangtransformation als liebliches Echo nicht nur die Ohren der Prinzessin verzaubert, rhythmische Zisch-Chöre der missgünstigen Nachbarn sowie zwei singende Sägen. Beinahe spielerisch vermittelt Zimmermann seine Sicht auf eine Welt, die sich manchmal so schwertut mit dem gegenseitigen respektvollen Umgang, die vieles Neue suspekt und bekämpfenswert findet und die doch eine große Sehnsucht nach Glück und Liebe hat.

In Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur

Sa
31.
Juli
Oper
19:05 Uhr
© Nasser Hashemi

Heute Abend: Lola Blau

Musical für eine Schauspielerin von Georg Kreisler

Lola Blau, eine junge jüdische Bühnenkünstlerin, lebt im Österreich des Jahres 1938. Aufgeregt und voller Vorfreude sieht sie ihrem ersten Theaterengagement in Linz entgegen. Doch es kommt anders als geplant: Der Einmarsch Hitlers zwingt sie, in die Schweiz zu fliehen, wo sie sich als Sängerin in einem Cabaret durchschlägt, bevor sie von der Fremdenpolizei zur unerwünschten Person erklärt wird. Zum Glück gelingt es ihr, binnen kürzester Zeit eine Einreisegenehmigung in die USA zu erhalten. Sie wird zum gefeierten Star, aber die Einsamkeit ergreift zunehmend Besitz von ihr. Nach dem Ende des Krieges kehrt sie in das Land zurück, das einst ihre Heimat war, und muss feststellen, dass das Leben dort von einem toleranten Miteinander weiter entfernt ist als je zuvor.

Seit der Uraufführung 1971 in Wien hat das Ein-Personen-Stück Heute Abend: Lola Blau nichts von seiner Aktualität verloren. Dem großen Komponisten, Chansonnier, Kabarettisten und Dichter Georg Kreisler (1922–2011) ist es gelungen, in einem auf den ersten Blick unterhaltsamen Musical bitterböse Kritik an den politischen Zuständen zu üben und einen ungeschminkten Blick auf die Situation der Künstler in der Zeit des Dritten Reichs zu ermöglichen. Kreisler, Sohn eines jüdischen Rechtsanwalts, der 1938 selbst aus Wien emigrieren musste, schrieb zu seinem Werk: „Lola Blau ist die Geschichte einer Ohnmacht. Lola steht dem Antisemitismus ebenso ratlos ohnmächtig gegenüber wie dem eigenen Judentum. Sie ist ohnmächtig gegen die sturen Schweizer, wütet ohnmächtig gegen die Sex-Karriere in Amerika, und zum Schluss ist sie wieder ohnmächtig gegen die österreichischen Ewig-Gestrigen. Sie will eigentlich nichts als ein bisschen tanzen und singen und ihrem Publikum Freude machen. Aber sie muss einsehen, dass es nichts nützt, nur einen kleinen bescheidenen Platz an der Sonne erhaschen zu wollen. Jeder Mensch muss vor allem versuchen, die Hindernisse, die die Sonne verstellen, für sich und seine Mitmenschen aus dem Weg zu räumen.“

In Szene gesetzt von Matthias Winter und begleitet von Jeffrey Goldberg am Klavier, wird die gebürtige Chemnitzerin Claudia Müller-Kretschmer, die als Musicalstar bereits auf vielen Bühnen des Landes zu erleben war, die ebenso lebenslustige wie zerbrechliche Figur der Lola Blau spielen.

Do
02.
September
Oper
20:30 Uhr

Bastien und Bastienne

Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Friedrich Wilhelm Weiskern, Johann H. F. Müller und Johann Andreas Schachtner

Wolfgang Amadeus Mozarts charmanter Einakter Bastien und Bastienne ist ein Kleinod der Opernliteratur. Kaum zu glauben, dass es aus der Feder eines Zwölfjährigen stammt, der mit diesem Jugendwerk 1768 bereits seine große Affinität zum Theater offenbarte. Die Geschichte ist schnell erzählt: Die junge Bastienne hat Kummer, weil ihr Liebster Bastien sie zugunsten einer anderen, wohlhabenden Frau verlassen hat. Der lebenserfahrene Magier Colas rät ihr, sich zu verstellen und selbst so zu tun, als liebe sie ihn nicht mehr. Gesagt, getan. Als Bastien, der inzwischen erkannt hat, dass alles Gut und Geld nicht so viel wert ist wie die zärtliche, aufrichtige Liebe, reumütig zu seiner Bastienne zurückkehrt, weist sie ihn zurück. Wiederum ist Colas‘ Rat gefragt. Er arrangiert die längst überfällige Aussprache der beiden, an die sich eine leidenschaftliche Versöhnung anschließt, bei der sie die Zauberkünste von Colas preisen, ohne zu merken, dass sie selbst das glückliche Ende herbeigeführt haben.

In der Entstehungszeit dieses kleinen Werkes vollzogen sich große Veränderungen innerhalb der Gattung Oper. Es gab einen Trend, sich von den ausschließlich dem höfischen Publikum vorbehaltenen Formen zu lösen und Musiktheater mit einfachen, schnörkellosen Werken in einer allgemein verständlichen Sprache anzubieten. Damit sollte einem breiteren Zuschauerkreis der Zugang zu dieser Kunstform ermöglicht werden. Inwieweit Mozart mit seinen zwölf Jahren die Tragweite dieser Entwicklung schon überblicken konnte, lässt sich aus heutiger Sicht nicht genau sagen. In jedem Fall aber hat er mit viel Spaß und Witz eine heitere musikalische Komödie komponiert, die bis heute nichts von ihrer Lebendigkeit und Frische verloren hat. 

Die Inszenierung der Chemnitzer Neuproduktion übernimmt Jasna Žarić, die hier in der vergangenen Spielzeit mit dem Musical I do! I do! (Das musikalische Himmelbett) ihr Chemnitzer Regiedebüt gab. Geboren in Zagreb (Kroatien), führten sie frühere Regiearbeiten bereits u. a. an die Nationalopern in Zagreb und in Sofia. Seit 2017 ist sie Regieassistentin und Abendspielleiterin an der Oper Chemnitz.

Mi
08.
September
Oper
19:30 Uhr
© Olaf Heine

Die Prinzen - Live 2021

Das Leben ist grausam und schrecklich gemein?

Als die Prinzen im Jahr 1991 die Single „Gabi und Klaus“ und ihr Debütalbum „Das Leben ist grausam“ veröffentlichen, meint es das Schicksal keineswegs gemein, sondern sogar ziemlich gut mit ihnen: Über 1,3 Millionen Mal verkauft sich die Platte der Band aus Leipzig und hat mit „Millionär“, „Mann im Mond“ und „Mein Fahrrad“ noch ein paar andere erfolgreiche Singles zu bieten, die im Laufe der Jahre zu absoluten Prinzen-Klassikern werden. Einen Erfolg, den die Truppe um Sebastian Krumbiegel und Tobias Künzel, die ihre goldenen Stimmen bis Mitte der 80er Jahre im Leipziger Thomanerchor und Dresdner Kreuzchor trainierten, vor allem der Musikproduzentin und NDW-Ikone Annette Humpe zu verdanken haben.

Sie produzieren das gefeierte Debüt und die nicht minder erfolgreichen Nachfolger „Küssen verboten“ (1992), „Alles nur geklaut“ (1993) und „Schweine“ (1995), mit denen die Prinzen zu einer der erfolgreichsten Bands der 90er Jahre aufsteigen.

1992 sahnen sie den Popcorn-Award als erfolgreichste deutsche Band ab, 1993 gibt‘s den Echo in der Kategorie „Gruppe National Rock/Pop“ und die Goldene Stimmgabel.

Über 25 Jahre sind die Prinzen (bestehend aus Sebastian Krumbiegel, Tobias Künzel, Wolfgang Lenk, Jens Sembdner, Henri Schmidt, Mathias Dietrich und Ali Zieme) mittlerweile unterwegs. Eine Probezeit, die die Prinzen mit Bravour absolviert haben, da war bei Weitem nicht „alles nur geklaut“ und keinesfalls „war das Leben immer grausam“. Vielmehr können die Prinzen auf eine erfolgreiche und produktive Musikerkarriere zurückblicken und tun dieses mit neuen Herausforderungen. Mit über 6 Millionen verkauften Tonträgern, 16 Gold- und Platinplatten, zwei Echo-Music-Awards und zahlreichen anderen Preisen sind sie eine der erfolgreichsten deutschen Popbands. Über fünf Millionen Menschen begeisterten sie seit 1991 auf ihren Konzerten. Die Wegbereiter des deutschen A-Cappella-Pop haben nichts von ihrem Witz und ihrer Frische verloren.

Ob mit oder ohne instrumentale/r Unterstützung – ihr Sound ist nach wie vor einmalig und das natürlich in Originalbesetzung! Die Prinzen werden immer ihren festen Platz in der deutschen Musiklandschaft haben. Und als mitreißender Live-Act sowieso.

Fr
10.
September
Oper
20:00 Uhr

Footloose

Musical von Dean Pitchford, Walter Bobbie und Tom Snow
Deutsche Fassung von Hauke Jensen

„Footloose“, also frei und ungebunden wollen junge Menschen sein, um testen, scheitern, Erfahrungen sammeln, neue Wege beschreiten zu können, um Grenzen sprengen und Fehler machen zu dürfen, um Freundschaft, Liebe und Freiheit zu erleben und sie nie wieder loszulassen, um sich fürs Leben zu rüsten und zu erfahren, wer sie selber eigentlich sind.

Doch Ren macht in der Kleinstadt Bomont, wo er erst seit kurzem mit seiner Mutter lebt, eine ganz andere Erfahrung. Auf Initiative von Reverend Shaw Moore, der entschlossen ist, durch Kontrolle die Heranwachsenden der Stadt vor jeglichem Unglück zu schützen, wurden nach dem tragischen Unfalltod mehrerer Jugendlicher mehrere Erlasse ins Leben gerufen. Rockmusik, Alkohol und Tanzen sind verboten und auch sonst zählen die Meinung oder die Bedürfnisse der jungen Menschen nicht viel. Der tanzbegeisterte Ren eckt an mit seinem Lebensstil und seinen eigenen Problemen und findet zunächst keinen Platz in der Gemeinde. Doch dann schließt er Freundschaft mit Gleichgesinnten, die fliehen wollen aus der sie einengenden Umgebung. Ren schöpft Mut, um gegen die angstbesetzten Strukturen des Ortes anzukämpfen, seiner Generation eine Stimme zu verleihen und Lebensfreude nach Bomont zurückzubringen.

Footloose kondensiert in dynamischen Theaterbildern den Lebenshunger junger Menschen, für die der Tanz die absolute Erfüllung ihrer Wünsche nach Freiheit, Anerkennung und Vertrauen ist. Sie sind es, die im Gegensatz zu den Erwachsenen erkennen, dass Angst nicht vor Unglück schützt, sondern ein erfülltes Leben verhindert. Das 1998 am Broadway uraufgeführte und mehrfach preisgekrönte Musical von Dean Pitchford, Walter Bobbie und Tom Snow greift nicht nur den Kultfilm aus dem Jahr 1984 mit den bekannten Chart-Erfolgen auf, sondern geht auch auf eine wahre Begebenheit zurück: In Elmore City im Bundesstaat Oklahoma herrschte seit 1889 ein Verbot öffentlicher Tanzveranstaltungen, gegen das sich 1980 die Abschlussklasse der örtlichen Highschool erfolgreich erhob, sodass nach 91 Jahren erstmals wieder öffentlich getanzt werden durfte.

Die Aufführung erfolgt durch besondere Vereinbarung mit Concord Theatricals GmbH im Auftrag von R&H Theatricals

Do
16.
September
Oper
19:00 Uhr

Was suchen Sie?

Suche schließen
Exit

Cookie Einstellungen

Wir verwenden auf dieser Website mehrere Arten von Cookies, um Ihnen ein optimales Online-Erlebnis zu ermöglichen, die Nutzerfreundlichkeit unseres Portals zu erhöhen und unsere Kommunikation mit Ihnen stetig zu verbessern. Sie können entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten und welche nicht (mehr dazu unter „Individuelle Einstellung“).
Name Verwendung Laufzeit
privacylayerStatusvereinbarung Cookie-Hinweis1 Jahr
Name Verwendung Laufzeit
_gaGoogle Analytics2 Jahre
_gidGoogle Analytics1 Tag
_gatGoogle Analytics1 Minute
_galiGoogle Analytics30 Sekunden