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© Nasser Hashemi

Nur ein Tag

Poetische Lebensreise für kleine und große Menschen von Martin Baltscheit

Der Fuchs und sein Freund das Wildschwein erleben eines Morgens, wie eine kleine Eintagsfliege ihre Flügel entfaltet und in ihren einzigen Tag fliegt. Ganz traurig betrachtet das Schwein die Fliege und möchte schnell fort. Bloß nicht verlieben, wenn man sich am Abend schon wieder trennen muss! Als die putzmuntere Fliege fragt, warum es so traurig schaut, erfindet das Schwein eine klitzekleine Notlüge: „Na wegen des Fuchses! Füchse leben hierzulande nur einen Tag.“ Nun wird die Fliege ganz traurig. Sie hat Mitleid mit dem Fuchs, denn sie ist der Meinung, dass jedes Lebewesen das Glück verdient. Und da hat sie eine riesengroße Idee: Gemeinsam mit dem Wildschwein spielt sie an einem einzigen Tag ein ganzes Leben durch – alles für den Fuchs: Er geht zur Schule, heiratet das Schwein, bekommt mit ihm ein Kind und wird gemeinsam mit ihm alt. Ach nein, alt wird er nicht, zumindest nicht an diesem Tag. Denn der Fuchs verplappert sich, die Geschichte fliegt auf und die Eintagsfliege enttäuscht davon. Am späten Nachmittag sitzt sie traurig bei einer anderen Eintagsfliege, die nichts weiter tut, als die Minuten bis zur Nacht zu zählen. Da erkennt die kleine Fliege, welch schönen Tag sie mit ihren beiden Freunden hatte und macht sich auf zum nächsten großen Abenteuer. Dem preisgekrönten Schriftsteller, Illustrator, Regisseur und Schauspieler Martin Baltscheit (*1965) gelingt es in Nur ein Tag auf herzberührende Weise, vom Leben und Sterben zu erzählen. Seine kleinen Helden stehen füreinander ein und erkennen, dass Lügen verletzen können, aber auch, dass sich hinter mancher Lüge herzensgute Freundschaft verbirgt.
Di
21.
Mai
Figurentheater
09:30 Uhr
© Sandra Buschow / sanstories.com
© Sandra Boschow / sanstories.com
© Sandra Buschow / sanstories.com

Wenzel & Mensching

Adapter für alle - Ein Clownsspiel

In den 80er Jahren versetzten Hans-Eckardt Wenzel und Steffen Mensching die Kulturszene der DDR in Aufregung. Sie wirbelten Ansichten und Unerträglichkeiten mit den Zaubertricks von Kindern durcheinander und verstanden es, Theater, Musik, Kabarett und Poesie auf ungewöhnliche Weise zu verweben. Im Jahre 2000 verabschiedeten sie sich mit einer großen Tournee von ihrem Publikum und jeder der beiden ging seine eigenen Wege: Mensching als Autor und Intendant des Theaters Rudolstadt, Wenzel als Liedermacher, Sänger und Musiker. Im Jahr 2015 spielten sie erstmalig wieder ein paar Szenen aus ihrem Repertoire im Berliner Admiralspalast. Nun melden sie sich erneut mit ihrer Mischung aus bissigem Kabarett, clowneskem Spiel und literarisch-musikalischer Revue. http://wenzel-mensching.de/
Di
21.
Mai
Schauspiel
19:30 Uhr
© Dieter Wuschanski

Stella

Schauspiel für Liebende von Johann Wolfgang von Goethe

Wenn zwei Frauen den gleichen Mann lieben, kann das tragisch enden. Das Objekt der Begierde ist der Offizier Fernando. Er hat seine Frau Cäcilie und die gemeinsame Tochter Lucie verlassen und sich in die Baronesse Stella verliebt. Für die junge Stella ist Fernando die große Liebe. Doch nach fünf Jahren seligen Glücks verlässt Fernando auch sie und zieht in den Krieg. Eines Tages erscheint Cäcilie mit ihrer Tochter Lucie zufällig bei der jungen Baronesse, um gerade in ihrem Haus für Lucie eine Anstellung zu erbitten. Noch wissen beide Frauen nicht, welche Leidens- und Liebesgenossinnen sie sind und freunden sich an. Als dann Fernando aus dem Krieg zurückkehrt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Es wird geliebt und gelitten. Unbändige Liebe, Sehnsüchte, Begehren und Zweifel treiben fortan die Figuren an. Gibt es einen anderen Ausweg als den Tod?

Goethes (1749 – 1832) Stella hält einen modernen und zugleich provokanten Gegenentwurf parat: Eine offene Dreiecksbeziehung – die Ehe zu dritt statt Tod und Verzweiflung! Goethe schrieb Stella 1775. Ein Jahr zuvor hatte ihn die Geschichte einer Frau zwischen zwei Männern berühmt gemacht. Im "Werther" erzählte er noch das Drama eines Mannes, der sich in die Frau seines Freundes verliebt und am Ende keinen anderen Ausweg sieht als den Selbstmord. Nun wählte Goethe die Perspektive der Frau. Stella und Cäcilie lieben Fernando. Das macht sie zu Schicksalsgefährtinnen, die einen ungewöhnlichen Weg gehen: Statt auf den zurückgekehrten Fernando zu verzichten, verzichten sie auf den Wunsch, ihn für sich allein zu besitzen und stellen sich damit gegen die Konventionen. Für Goethes Zeitgenossen war das ein Schock und ein so unvorstellbarer Ausgang, dass Goethe seinem Stück 1806 einen anderen Schluss geben musste: Fernando wählte den Freitod durch die Waffe und Stella durch Gift. So war die bürgerliche Ordnung zumindest für das Publikum wieder hergestellt.Sind wir heute bereit für derartige Modelle? Inwieweit empfinden wir diese – in Zeiten von Patchwork-Familien und polyamoren Lebensentwürfen – überhaupt noch verwerflich? Ganz sicher nicht im gleichen Maße wie Goethes Zeitgenossen. Aber sind wir wirklich bereit, uns von Besitzansprüchen und Verlustängsten zu lösen? Oder gibt es nicht in jedem von uns diesen kleinen Teufel namens Eifersucht, der sich immer dann einschleicht, wenn wir glauben, nicht genug zu bekommen – nicht genug Liebe, Aufmerksamkeit, Begehren …?
Di
21.
Mai
Schauspiel
20:00 Uhr

Komponistenportrait John Cage

Cage - Musik, Film, Texte und Leben

für Klasse 10 - 12  Der amerikanische Komponist John Cage steht im Mittelpunkt dieses Konzerts, damit Schüler erahnen, was diesen Allround-Künstler ausmacht. Sie erleben seine Musik, Texte, spannende philosophische Hintergründe, die Vielfalt seiner Ansätze von Stille bis Lärm, sein Augenzwinkern und die erstaunliche Konventionslosigkeit ... einige solcher Überraschungen können die Schüler entdecken und sich nach Cages Kompositionsvorgaben auch selbst ausprobieren.  Das Projekt „Musikfilm – Filmmusik“ für Schüler gehört zum Porträtkonzert dazu. Cages Komposition „In A Landscape“ lässt viel Spielraum für Assoziationen. Wir suchen wieder eine neue Filmversion von Schülern zu dieser ca. 9-minütigen Musik. Einsendeschluss ist Mittwoch, 3. Mai 2019.  Die besten Filme werden ausgewählt und zum John-Cage-Konzert am 22. Mai 2019 gezeigt.
Mi
22.
Mai
Philharmonie
10:00 Uhr
© Dieter Wuschanski

Und Nietzsche weinte

Nach dem Roman von Irvin D. Yalom in einer Bühnenfassung von Kathrin Brune
Deutsch von Uda Strätling
DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG

Ende des 19. Jahrhunderts führt eine bizarre Dreiecksbeziehung dazu, dass die deutsche Philosophie auf dem Spiel steht. In einer Zeit des kulturellen Wandels, irgendwo zwischen Zukunftseuphorie und Zukunftsangst, Lebensüberdruss und Endzeitstimmung, bittet Lou Salomé den angesehenen Arzt Prof. Josef Breuer, Friedrich Nietzsche zu helfen. Er soll ihn von seiner selbstzerstörerischen Obsession für sie kurieren. Doch kann man jemandem helfen, der Hilfe als Schwäche sieht? Breuer nimmt die Herausforderung an und unterzieht Nietzsche einer ungewöhnlichen „Redekur“. Schnell kehrt sich das Verhältnis zwischen Arzt und Patient um, gewinnt an Augenhöhe und wird zu einer leidenschaftlichen und scharfen Auseinandersetzung über das Menschsein und individuelle Entwicklungsmöglichkeiten im Korsett gesellschaftlicher Zwänge. Hat man sein Leben selbst gewählt? Was bedeutet Freiheit? Warum ist Gott tot und wer hat ihn getötet? Humorvoll und in surrealen Szenarien durchforsten Breuer und Nietzsche das Sumpfgebiet versteckter Leidenschaften und Begierden – und tragen auf dem Pfad ihrer menschlichen, allzu menschlichen Abgründe unglaubliche Blüten zu Tage. Irvin D. Yalom (*1931) verstrickt reale Figuren in eine fiktive Handlung. Die Philosophie Friedrich Nietzsches trifft auf die Anfänge der Psychoanalyse. Der scharfe und reizbare Ton von Nietzsches Schriften spricht so überbordend vom Leben und fürs Leben, dass sie – gleich einer Axt – eine tiefe Kerbe in unsere Komfortzonen schlagen und uns zwangsläufig mit Fragen unserer individuellen und gesellschaftlichen Lebensrealität konfrontieren. In Zusammenarbeit mit dem Ballett Chemnitz Nach dem Buch Und Nietzsche weinte (Orig.: When Nietzsche wept) von Irvin D. Yalom © 1992, in Vereinbarung mit dem Autor.
Mi
22.
Mai
Schauspiel
19:30 Uhr

Gastspiele im Schauspielhaus

Wenzel & Mensching und "Club der toten Dichter"

Wenzel & Mensching. Foto: S.Buschow/sanstories.com
Club der toten Dichter. V.l.: Markus Runzheimer (Bass), Cathrin Pfeifer (Akkordeon), Katharina Franck (Gitarre, Gesang), Reinhardt Repke (Komposition, Gitarre, Gesang). Foto: OBetke

Am Dienstag, 21. Mai 2019 um 19.30 Uhr gastiert das Duo Wenzel & Mensching mit einem aktuellen Clownsspiel im Schauspielhaus. Die beiden Künstler, die in den 80er-Jahren die DDR-Kulturszene in helle Aufregung versetzten und sich im Jahr 2000 als Duo vorerst verabschiedeten, sind seit 2016 erneut mit einem anarchistischen Feuerwerk über die Absurditäten dieser "schönen neuen Welt" auf Tour.

Reinhardt Repkes "Club der toten Dichter" hat sich anlässlich des 200. Geburtsjahres von Theodor Fontane, dem Schöpfer so berühmter Frauenfiguren wie Effi Briest oder Jenny Treibel, seiner Gedichte angenommen und sie neu vertont. Unter dem Titel "So und nicht anders" geht der Club mit Frontfrau Katharina Franck damit auf Tournee und kommt am Sonntag, 26. Mai 2019, um 19.30 Uhr ins Schauspielhaus.   

NONSTOP EUROPA 2019!

Theateerfestival vom 11. bis zum 19. Mai

Deutsches Theater Berlin: Let Them Eat Money. Welche Zukunft?! Foto: Arno Declair
Vom 11. bis zum 19. Mai präsentieren wir das internationale Theaterfestival NONSTOP EUROPA 2019! Wir freuen uns auf ein generations- und grenzübergreifendes Programm mit spannenden Produktionen, Begegnungen und regem Austausch. Den Auftakt gestaltet am 11. Mai ein Gastspiel des Lubuski Teatr Zielona Gora (Polen): Jum'ah. Eine arabische Nacht. An der syrisch-türkischen Grenze begegnen sich drei Menschen, hinter denen Vertreibung und Flucht liegen. Ebenfalls noch am 11. Mai folgt Arne Vogelgesangs Flammende Köpfe. Diese Produktion vom Theater Dortmund ist konzipiert für einen Performer und einen virtuellen Chor von Kopf-Avataren. Vogelgesang zeichnet den Weg vom Wohnzimmer in den Internet-Aufstand nach und zeigt damit die politischen Strategien von Rechtspopulisten auf. Am 12. Mai ist das Deutsche Theater Berlin mit der Produktion Let Them Eat Money. Welche Zukunft?! zu Gast. Der Regisseur Andres Veiel entwickelt darin eine Konfrontation mit widersprüchlichen Entwürfen von Zukunft und untersucht diese in Hinblick auf gesellschaftliche, politische, ökonomische und ökologische Fragen. Ab dem 16. Mai erobern dann Schauspielstudierende aus ganz Europa die Schauspielbühnen. Unter dem Stichwort Junges Europa treten sie an, um sich mit virulenten und pulsierenden Themen ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen, ihre kontroversen Arbeiten zu zeigen und ins Gespräch zu kommen.  

"Der Teufel auf Erden" kommt als CD

Aufnahmen Anfang Juni im Opernhaus

Szene mit Matthias Otte und Alexander Kuchinka. Foto: Nasser Hashemi
Franz von Suppés fantastisch-burleske Operette erlebte Ende April ihre Premiere in Chemnitz. In der textlichen Neufassung von Alexander Kuchinka, die den ursprünglichen aktuell-zeitkritischen Ansatz witzig und pointiert ins Heute überträgt, begeistert die Inszenierung das Chemnitzer Publikum. Auch überregional stößt die Produktion auf Interesse, ist sie doch die erste komplette Bühnenaufführung seit der Entstehungszeit. Dies hat den langjährigen Medienpartner der Theater Chemnitz, Deutschlandfunk Kultur, veranlasst, gemeinsam mit der Rondeau Production GmbH eine CD zu produzieren. Die Aufnahmen dafür finden Anfang Juni im Opernhaus statt. Der Mitschnitt wird außerdem vom MDR, BR und von Deutschlandfunk Kultur übertragen.
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