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© Nasser Hashemi

Aufstand der Dinge

Ein Generationenprojekt zur Nachwendezeit
URAUFFÜHRUNG

Mit der Wende 1989/1990 wurde die DDR radikal überschrieben. Treuhand und Massenentlassungen waren die Geburtshelfer der neuen Bundesländer als „blühende Landschaften“. Die Bevölkerung hat diese Zeit sehr unterschiedlich erlebt – zwischen Auf- und Einbruch. Viele wurden glücklich, weil sie sich endlich frei entfalten konnten, anderen brach durch die großen Fabrikschließungen die Lebensgrundlage weg und ein Gefühl der Entwertung der bisherigen Lebensleistung ging um. All diese Erfahrungen wirken bis hinein in die aktuellen Debatten um Demokratie, Heimat und Integration. Wissen die Enkel heute noch, was ihre Großeltern einst bewegte? „Sind die aus dem Mittelalter?“ – „Nein, aus der Dino-Zeit!“ – „Nein, aus dem Wilden Westen!“, so beschreiben Kinder das, was von der DDR übrig ist, als sonderbaren Ort in einer schwer definierbaren Vergangenheit. Warum also nicht einen Bogen von damals ins Heute spannen und vom Osten mittels eines raffinierten Märchens für Nachgeborene und Zeitzeug/innen berichten?
Um dieses Märchen zu erzählen, müssen allerdings die Darsteller/innen gefunden werden. Für die Rollen bewerben sich Gegenstände aus der DDR, die bisher in Magazinen von Museen oder auf Dachböden ein stilles Dasein fristeten. Sie stellen sich – aus ganz verschiedenen Berufen und Fabriken kommend – voller Hoffnung der neuen Herausforderung, um wieder dabei sein und tätig werden zu können. Wer es wohl schafft? Darüber entscheiden nicht zuletzt Sie, die Zuschauer/innen. Allerdings nicht immer. Am Ende beginnen die Gegenstände einen eigenen Faden zu spinnen, der von Umdenken, Mut und Selbstbehauptung handelt. Eine Intensive Vorbereitung aller Beteiligten ging der Inszenierung voraus. Chemnitzer Zeitzeug/innen wurden befragt, im Chemnitzer Industriemuseum und in vielen Bibliotheken recherchiert sowie frühere Produktionsstätten besucht. Während der Probenarbeit wurde dann mit dem entdeckten Material gespielt, bis langsam die Inszenierung entstand. „Viele Menschen haben den Bruch nach 1989 noch nicht verarbeitet. Das überträgt sich bewusst und unbewusst auch auf das demokratische System.“ Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und IntegrationIn Kooperation mit dem Programm neue unentd_ckte narrative des ASA-FF e.V. und dem Industriemuseum Chemnitz  Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Förderverein der Theater Chemnitz und dem ASA-FF e.V. - Netzwerk für Globales Lernen 
Do
21.
Februar
Figurentheater
10:00 Uhr
© Dieter Wuschanski

Schöne Bescherungen

Ziemlich weihnachtliche Komödie von Alan Ayckbourn
Deutsch von Max Faber

Die Ehepartner Belinda und Neville haben Verwandte und Freunde sowie deren Kinder zum Weihnachtsfest eingeladen. Die Geschenke sind präpariert, der Baum ist gekauft und in der Küche wird der Braten geschmort, dass es nur so qualmt. Alle sitzen in den Startlöchern und unter dem Deckmantel bürgerlicher Weihnachtsseligkeit entspinnt sich ein atemberaubender Familienkrach. Er gegen sie, sie gegen ihn, Schwester gegen Schwester, der Onkel gegen den Weihnachtsmann und alle auf einen. Dieser eine heißt Bernard und möchte zum Verdruss der anderen wie in jedem Jahr sein Weihnachtspuppentheater aufführen. Im vergangenen Jahr dauerte es mehrere Stunden und die Kinder streikten am Ende. Diesmal möchte Bernard die Geschichte von den drei kleinen Schweinchen erzählen, mit ihrem unterschiedlichen Hausbau und dem bösen Wolf. Was aber, wenn es gar nicht ums Baumaterial geht, sondern um Beziehungsfundamente? Da steckt Bernard mit hochroten Ohren bereits mitten im Streit. Nur Onkel Harvey behält die Ruhe. Er glotzt TV, schwafelt vom Weltuntergang und hält seinen Revolver bereit, um Einbrecher zu jagen. Alan Ayckbourn (*1939) begann seine Theaterkarriere als Schauspieler, bevor er zum wohl populärsten Gegenwartsdramatiker Großbritanniens reüssierte. Seine über achtzig Theaterstücke wurden mehrfach ausgezeichnet und in über fünfunddreißig Sprachen übersetzt. Ayckbourn beobachtet sehr genau und schreibt äußerst pointiert. Nahezu hinter jedem Satz lauert eine Überraschung. Ziehen Sie sich warm an, denn es geht natürlich um Sie!
Do
21.
Februar
Schauspiel
19:30 Uhr
© Nasser Hashemi

Showcase II - Persona

Tanzstück von Peter Svenzon
URAUFFÜHRUNG

Nachdem Anthony Missen in der vergangenen Spielzeit mit dem Ballett Chemnitz in Mavericks And Sheep im Rahmen der Reihe Showcase von Menschen erzählt hat, die innerhalb der Gesellschaft unkonventionelle Wege beschreiten und in Konfrontation mit der blinden Masse für ihre Prinzipien scheitern oder siegen, entwickelt nun der schwedische Choreograf Peter Svenzon eine zeitgenössische Choreografie für das Chemnitzer Ensemble. Unter dem Titel Persona, der sowohl auf Persönlichkeit an sich als auch auf die soziale Rolle im Bereich der Psychologie hinweist, geht er grundlegenden Fragen des gesellschaftlichen Miteinanders nach: Was wissen wir voneinander? Wie weit möchten wir uns annähern? Inwieweit spielen Klischees oder Konventionen bei der Begegnung mit einem anderen Menschen eine Rolle? Ausgehend von der multinationalen Ballettcompany, die in dieser Produktion von neun Tänzerinnen und Tänzern vertreten sein wird, erschafft er eine abstrakte Choreografie, die nicht die Schablonen gesellschaftlicher Klischees bemüht, sondern die verschiedenen Schichten unserer Persönlichkeit vor dem Hintergrund des gemeinsamen Miteinanders löst und unterschiedliche Perspektiven durch Tausch und Kontraste erschafft. All das geschieht getreu dem Motto: Kunst ist eine Möglichkeit, ein Statement zu setzen. Und das soll lauten: Wir begegnen uns – egal, wer wir sind oder woher wir kommen.
Do
21.
Februar
Ballett
19:30 Uhr
© Nasser Hashemi

The Silent

Ein Abend mit Songs von Leonard Cohen
URAUFFÜHRUNG

Vom Vater hatte er das untrügliche Gespür für Anzüge geerbt, von der Mutter neben dem Gefühl unerschütterlicher Liebe eine Neigung zur Depression. Leonard Cohen wurde am 21. September 1934 geboren und wuchs in den geordneten Verhältnissen eines wohlhabenden jüdischen Elternhauses in Montreal auf. Mit vierzehn beschäftigte er sich intensiv mit Hypnose, um zum ersten Mal eine Frau nackt zu sehen. Mit ähnlicher Energie verfolgte er das Ziel, Schriftsteller zu werden. Cohen studierte Englische Literatur an der McGill University Montreal, umgab sich mit Dichtern wie Irving Layton, brachte 1956 seinen ersten Gedichtband Let Us Compare Mythologies heraus und wurde über Montreal hinaus bekannt. Er versuchte dann sein Glück in New York, kehrte zurück, schrieb wie ein Besessener, etablierte die Four Penny Art Gallery und trug seine Gedichte zu Jazzmusik vor. Aber die Unruhe der Wanderjahre blieb, nicht nur auf seinen nächtlichen Streifzügen durch die Straßen Montreals. Es zog ihn nach London, wo ihm seine Wirtin Mrs. Pullman täglich drei Romanseiten abforderte, und weiter auf die griechische Insel Hydra. Dort waren die Tage am Meer bestimmt vom Schreiben und Baden, von spiritueller Suche und der Libertinage sexueller Revolution. Auf der Insel lernte er auch seine wohl bedeutendste Muse, Marianne Ihlen, kennen. Dennoch zog es ihn weiter. Nach Havanna, wo ihn seine Mutter 1961 während der Kuba-Krise rettete, und wieder nach New York. Schließlich legte er 1967 sein erstes Album Songs of Leonard Cohen vor – mit jenem Sound, der bis heute nachhallt. Der 2016 verstorbene Meister sehnsuchtsvoller Melancholie konnte mit seinen Versen und seiner Stimme direkt in die Seele singen. Viel war und ist von ihm zu lernen: an Empathie und Respekt, an Gespür für die Schönheit und die Tragik des Lebens.
Fr
22.
Februar
Schauspiel
20:00 Uhr
© Nasser Hashemi

the future is still unwritten

Eine Stückentwicklung des TJC (UA)

Die Mitglieder des TheaterJugendClubs erarbeiten auch in dieser Spielzeit unter Leitung von Jan Gerrit Brüggemann und Denise von Schön-Angerer eine eigene Inszenierung. Nach der erfolgreichen Produktion Ich bereue nichts, mit der sie in der letzten Spielzeit die Entwicklungen der digitalen Massenüberwachung ins Visier nahmen, widmen sie sich auch mit der neuen Produktion ihrer heutigen Lebenswelt. Mit einem kritischen Blick in die Zukunft fragen sie danach, was noch übrig sein mag vom Hier und Jetzt, wenn alles so bleibt, wie es ist oder so weiter geht wie bisher. Politikmüdigkeit und konstruktives Miteinander, Menschenrechtsverletzungen und Freiheit, Konsumkritik und Globalisierungsfragen oder Klimawandel und Umweltschutz scheinen Probleme zu manifestieren, die an den Grundfesten der Zukunft rütteln – ihrer wie unserer. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Texten, Musik und Gedanken über die Welt, die bald ihnen gehört. Spielerisch, kämpferisch und sportlich erproben sie neue Ausdrucksmöglichkeiten, improvisieren, diskutieren und lassen sich treiben – von ihren Gefühlen und dem, was kommt, von ihrer Fantasie und Neugier.
Fr
22.
Februar
Schauspiel
20:00 Uhr

Premiere im Figurentheater

"Yö - Geheimnisse der Nacht" ab 16. Februar 2019

Szene mit Mona Krueger und Karoline Hoffmann. Foto: Nasser Hashemi
ist das finnische Wort für die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang, wenn unsere Gedanken auf Wanderschaft gehen und zu Träumen werden. In unserer Figurentheater-Geschichte über das Träumen wird ein Mädchen, das nicht einschlafen kann - eine große, lebensechte Puppe - von zwei katzengleichen Wesen der Dämmerung - den Spielerinnen Mona Krueger und Karoline Hoffmann - in den Schlaf geleitet. Sie finden ein Buch mit vielen Fakten: Wie die Drehung der Erde die der Sonne abgewandte Hälfte in Dunkelheit taucht, wie aber viele Wesen gerade in dieser Zeit aktiv sind. Aber auch Legenden stehen im Buch: Die Ameise wünschte sich von ihrem Schöpfer den Tag, weil sie immer etwas tun wollte. Aber der Bär mochte lieber die Nacht, weil sie so schön kühl ist und ihn gut schlafen lässt. Allem, von dem es gelesen hat, begegnet das Mädchen im Traum. Yö - Geheimnisse der Nacht ist eine lehrreiche, aber auch sehr poetische und einfühlsame Geschichte für Kinder ab fünf Jahren..

Wiederaufnahme-Aktion

25 % Große-Oper-Genussvorteil

Foto: Kirsten Nijhof
Drei erfolgreiche Inszenierungen kehren auf die Bühne der Oper Chemnitz zurück. Am 9. Februar hebt sich der Vorhang wieder für Der Rosenkavalier, am 9. März für Turandot, am 5. April für Ein Maskenball. Für die Vorstellungen an diesen drei Terminen bieten wir Ihnen einen Nachlass von 25 % auf Normalpreiskarten. Geben Sie dafür beim Kartenkauf bitte einfach den Code WAP2019 an - in unseren Vorverkaufsstellen oder auf www.theater-chemnitz.de 

„Der Mondmann“ kommt

Premiere am 2.2. im Figurentheater

Szene mit Tobias Eisenkrämer. Foto: Nasser Hashemi

Professor Bunsen van der Dunkel holt den Mondmann auf die Erde. Das ist nur ein unbeabsichtigtes Zwischenergebnis seines eigentlichen Plans, den Trabanten auf unseren Globus stürzen zu lassen. So etwas tut doch nur ein verrückter – nein, das weist er von sich, also: ein teuflisch genialer Wissenschaftler. Aber warum wird man teuflisch genial? Nun, man lädt zum Kaffeekränzchen ein, aber keiner kommt und man muss alle Kekse allein aufessen. Und keiner hört einem zu. Aber als Professor Bunsen van der Dunkel das sagt, antwortet der Mondmann: „Ich höre doch zu.“

Das ist wohl die berührendste Stelle in der Umsetzung des Kinderbuch-Klassikers „Der Mondmann“ von Tomi Ungerer, die am Samstag, 2.2.2019, 16.00 Uhr im Figurentheater Premiere feiert. Tobias Eisenkrämer überzeugt als Puppen- wie als Schauspieler, und stimmungsvolle Schattenspiel-Effekte geben dem turbulenten Stück eine zusätzliche Facette.

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