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© Kirsten Nijhof

Don Pasquale

Oper von Gaetano Donizetti
Libretto von Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti

Gibt es Liebe auf Rezept? Der alte Junggeselle Don Pasquale in Gaetano Donizettis gleichnamiger Oper scheint davon auszugehen. Warum sonst lässt er sich von seinem Hausarzt eine junge Frau verschreiben? Wenn er doch wenigstens den Beipackzettel ordentlich gelesen hätte! Dort war sicher unter „Risiken und Nebenwirkungen“ so etwas aufgeführt wie „Nervenzusammenbruch, Hörsturz, Vermögensschwund“, denn der gerissene Doktor nutzt seine Position, um Pasquale eins auszuwischen. Die Geschichte: Don Pasquale hat seinem Neffen Ernesto verboten, die junge, aber mittellose Norina zu heiraten. Doch Pasquales Leibarzt Malatesta will den Verliebten zu ihrem Glück verhelfen und ersinnt eine Intrige. Er entfacht in Don Pasquale romantische Gefühle für Norina, die den alten Herrn zum Schein heiraten und ihm dann das Leben zur Hölle machen soll. Schon kurz nach der Hochzeit verwandelt sie sich daher von der liebreizenden Braut in eine kommandierende Furie, die verschwenderisch das Geld aus dem Fenster wirft und sich über Pasquale lustig macht. Don Pasquale will nur noch eines: die unsägliche Plage an den Neffen loswerden. Die Theater Chemnitz hatten 2017 beim Ring Award in Graz, einem international renommierten Musiktheaterwettbewerb für Regie und Bühnengestaltung, einen Sonderpreis ausgelobt. Aus den besten der mehr als 100 Bewerber hatte die Theaterleitung drei junge Regieteams ausgewählt, die dem Chemnitzer Publikum in einer öffentlichen Präsentation im März 2017 ihre Konzeption zu Donizettis Oper Don Pasquale vorstellten. Per Voting entschied sich das Publikum mehrheitlich für die Konzeption des Regisseurs Nils Braun und seines Bühnen- und Kostümbildners Oliver Burkhardt, die nun als komplette Neuproduktion im Opernhaus Chemnitz zu erleben ist. Die beiden jungen Theatermacher wollen zeigen, dass die heute oft per Mausklick praktizierte schnelle Partnerwahl auch zu Donizettis Zeiten schon aktuell war, nur dass der Titelheld Don Pasquale eben nicht das Internet nutzen konnte, sondern seinen mit allen Wassern der Lebenskunst gewaschenen Hausarzt und dessen analoge Heiratsvermittlung bemühen musste. Die Schmetterlinge in den Bäuchen der Verliebten flatterten aber damals genauso wie heute und ebenso zeitlos spielen Klischees und Vorurteile eine Rolle, die manchem den Weg in Amors Welt versperren. Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Sa
15.
Dezember
Oper
19:00 Uhr
© Dieter Wuschanski

Der dressierte Mann

Komödie von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar

Der Mann heißt Bastian und die Frau Helen. Alles ist gut zwischen ihnen, beide streben eine Beziehung auf Augenhöhe an, beide machen Karriere bei derselben Bank, er kocht für sie, der Nachwuchs wird langsam Thema und sie möchte die Seine werden. Aber eines Abends gerät alles aus den Fugen. Sie eröffnet ihm, dass sie neues Vorstandsmitglied beim gemeinsamen Arbeitgeber wird und damit auf der Karriereleiter bei zehnfachem Gehalt an ihm vorbeirauscht. Das hält der stärkste Mann nicht aus – er zieht seinen geplanten Heiratsantrag zurück und der Haussegen hängt schief. Damit kommen die Mütter ins Spiel. Seine ist Hardcore-Feministin und ihre eine mit allen Finessen weiblicher Schattenkriegsführung beschlagene Zahnarztgattin. Beide munitionieren Helen für den Kampf gegen das andere Geschlecht auf. Mit der geballten Weiblichkeit konfrontiert, gerät Bastian außer Rand und Band. Und er tut, was Männer in solchen Fällen immer tun, er betrinkt sich maßlos. Die Frauen helfen ihm dabei, denn sie haben einen Plan. Um das eheliche Glück noch irgendwie zu retten, soll Bastians Festplatte gelöscht und Helen in ein Weibchen von der Art ihrer Mutter verwandelt werden. Dann alles auf Anfang! Doch die Frauen haben die Rechnung ohne Bastian gemacht. Er überrascht sie alle. Esther Vilars (*1935) Streitschrift Der dressierte Mann erschien 1971 und war für die feministische Bewegung ein Affront. Vilar hielt es für unter ihrer Würde, Frauen allein in der Opferposition zu sehen. Sie deckte Mechanismen weiblicher Machtausübung auf und sabotierte die Mär vom bösen Mann. Da nicht sein kann, was nicht sein darf, wurde die Autorin von Teilen der Presse scharf attackiert, in der Bayerischen Staatsbibliothek von vier jungen Frauen verprügelt und sogar mit dem Tode bedroht. Wer einen Eindruck von den verhärteten Fronten der damaligen Zeit gewinnen will, mag sich das legendäre TV-Duell Alice Schwarzer vs. Esther Vilar aus dem Jahr 1975 anschauen. – Nahezu zwei Generationen später stützt sich John von Düffel auf Vilars Thesen und lotet in seiner Komödie mit großem Vergnügen die alte Frage neuerlich aus: Wer dominiert wen? Die Komödie kommt letztlich zum Schluss, dass die alten Ideologismen nicht mehr so recht greifen, ihnen etwas Anachronistisches anhaftet. Hier setzt das Lachen ein.
Sa
15.
Dezember
Schauspiel
19:30 Uhr
© Dieter Wuschanski

Europa! - Ein patriotischer Abend, 1917!

Eine szenische Collage
URAUFFÜHRUNG

Mit den künstlerischen Avantgarden entwickelten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland zahlreiche expressionistische Strömungen, deren Vertreter in regem Austausch mit anderen europäischen Vorbildern eine neue, vielseitige und radikal-subjektive Bild- und Formensprache entwickelten. In bruchstückhaft-expressiven Momentaufnahmen skizzierten die Künstler eine zwischen konservativem Moralismus und industriellem Aufbruch zerrissene Welt, deren Farben, Formen, Sprache und Klänge sich in einem neuen Raum-Zeit-Gefüge auflösen sollten. Doch mit Beginn des I. Weltkrieges implodierte das Verhältnis von Künstler-Ich und Umwelt. Während die einen begeistert in den Krieg zogen, der die ersehnte gesellschaftliche Umwälzung bringen sollte, zogen sich die anderen in ihr Innerstes oder das Exil zurück. Der Krieg beendete den gemeinsamen europäischen Gedanken und führte zu unterschiedlichsten künstlerischen Reaktionen – DADA, Abstraktion oder Neue Sachlichkeit sind nur einige Versuche, mit den traumatischen Erfahrungen umzugehen und die Trümmer jener auseinandergefallenen Welt in einer künstlerischen Verarbeitung zu (be-)greifen. In einem poetischen Zusammenspiel von Text, Theater, Tanz, Musik und Bildender Kunst spürt Carsten Knödler einzelnen Künstlerbiografien und jener zerrissenen Welt um 1917 nach, die zwischen den Zeiten in hoffnungsvollem Aufbruch ihren Anfang nahm und schließlich in einem kollektiven Kollaps mündete, dessen Folgen bis heute spürbar sind. Texte, Gedichte, Lieder, Pamphlete und Tagebucheinträge, u. a. von Paul Klee, Else Lasker-Schüler, Wassily Kandinsky und Franz Marc, verbinden sich mit Schauspiel, Musik und Tanz zu einer sinnlichen und zugleich skizzenhaft-rissigen Collage, die – nicht zuletzt im Zitat der dadaistischen Arbeiten von Hugo Ball, Kurt Schwitters oder Hans Arp – auch heute danach fragen lässt, welche Wege und Ausdrucksformen die Kunst in Zeiten des Aufruhrs findet, um Gegenwart abzubilden und zu reflektieren. Es malt Ronald Münch.
Sa
15.
Dezember
Schauspiel
20:00 Uhr

Adventsflimmern im Schauspielhaus

am 2., 16. und 23.12.

Auch in diesem Jahr wollen wir gemeinsam mit unseren großen und kleinen Gästen in eine besinnliche Weihnachtszeit starten. Parallel zu den Märchenvorstellungen auf der Großen Bühne und im Figurentheater laden wir am 2., 16. und 23. Dezember jeweils von 13.00 bis 18.00 Uhr zum "Adventsflimmern" ins Schauspielhaus ein. Hier können die kleinen Gäste am großen Basteltisch selbst kreativ werden und einen märchenhaften Gruß für Freunde und Familie mit nach Hause nehmen. Mit Musik und Geschichten tauchen wir in fantasievolle Märchenwelten ein und schauen hinter die Kulissen unserer Produktionen. In der behaglichen Atmosphäre des Theaterclubs können Sie die Adventssonntage gemütlich ausklingen lassen.

Finale mit "Götterdämmerung"

Premiere am 1.12.2018

Szenenfoto aus "Götterdämmerung": Kirsten Nijhof
Das 875. Stadtjubiläum war und ist für die Oper Chemnitz Anlass für das besondere Projekt, Richard Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" innerhalb des Jahres 2018 von vier Regisseurinnen neuinszeniert auf die Bühne zu bringen. Mit der Premiere der "Götterdämmerung" am 1. Dezember in der Regie von Elisabeth Stöppler und unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo findet dieses ambitionierte Vorhaben nun sein fulminantes Finale. Für die gesamte Tetralogie wird sich im 1. Halbjahr 2019 gleich dreimal der Vorhang heben: im Januar, zu Ostern und vom Himmelfahrtstag bis Pfingsten.

"Weiße Rose" neu im Spielplan

Premiere am 15.11. in der Musikschule

Anlässlich der Besorgnis erregenden Ereignisse in Chemnitz hat das Musiktheater in Zusammenarbeit mit der Städtischen Musikschule Udo Zimmermanns Kammeroper "Weiße Rose" zusätzlich in den Spielplan aufgenommen. Dieses Opernprojekt (nicht nur) für junge Menschen hat am 15. November 2018, 10.30 Uhr im Konzertsaal der Städtischen Musikschule Premiere und wird anschließend sowohl dort als auch an anderen Orten in der Region gezeigt. Zugleich werden vor- und nachbereitende Gespräche angeboten. Das Werk schildert die letzten Stunden der Geschwister Hans und Sophie Scholl vor ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1943. Als führende Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" kämpften sie bis zu ihrem Tod mutig gegen die nationalsozialistische Herrschaft.
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