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Der dressierte Mann

Komödie von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar

Der Mann heißt Bastian und die Frau Helen. Alles ist gut zwischen ihnen, beide streben eine Beziehung auf Augenhöhe an, beide machen Karriere bei derselben Bank, er kocht für sie, der Nachwuchs wird langsam Thema und sie möchte die Seine werden. Aber eines Abends gerät alles aus den Fugen. Sie eröffnet ihm, dass sie neues Vorstandsmitglied beim gemeinsamen Arbeitgeber wird und damit auf der Karriereleiter bei zehnfachem Gehalt an ihm vorbeirauscht. Das hält der stärkste Mann nicht aus – er zieht seinen geplanten Heiratsantrag zurück und der Haussegen hängt schief. Damit kommen die Mütter ins Spiel. Seine ist Hardcore-Feministin und ihre eine mit allen Finessen weiblicher Schattenkriegsführung beschlagene Zahnarztgattin. Beide munitionieren Helen für den Kampf gegen das andere Geschlecht auf. Mit der geballten Weiblichkeit konfrontiert, gerät Bastian außer Rand und Band. Und er tut, was Männer in solchen Fällen immer tun, er betrinkt sich maßlos. Die Frauen helfen ihm dabei, denn sie haben einen Plan. Um das eheliche Glück noch irgendwie zu retten, soll Bastians Festplatte gelöscht und Helen in ein Weibchen von der Art ihrer Mutter verwandelt werden. Dann alles auf Anfang! Doch die Frauen haben die Rechnung ohne Bastian gemacht. Er überrascht sie alle. Esther Vilars (*1935) Streitschrift Der dressierte Mann erschien 1971 und war für die feministische Bewegung ein Affront. Vilar hielt es für unter ihrer Würde, Frauen allein in der Opferposition zu sehen. Sie deckte Mechanismen weiblicher Machtausübung auf und sabotierte die Mär vom bösen Mann. Da nicht sein kann, was nicht sein darf, wurde die Autorin von Teilen der Presse scharf attackiert, in der Bayerischen Staatsbibliothek von vier jungen Frauen verprügelt und sogar mit dem Tode bedroht. Wer einen Eindruck von den verhärteten Fronten der damaligen Zeit gewinnen will, mag sich das legendäre TV-Duell Alice Schwarzer vs. Esther Vilar aus dem Jahr 1975 anschauen. – Nahezu zwei Generationen später stützt sich John von Düffel auf Vilars Thesen und lotet in seiner Komödie mit großem Vergnügen die alte Frage neuerlich aus: Wer dominiert wen? Die Komödie kommt letztlich zum Schluss, dass die alten Ideologismen nicht mehr so recht greifen, ihnen etwas Anachronistisches anhaftet. Hier setzt das Lachen ein.
So
27.
Mai
Schauspiel
18:00 Uhr

Europa! - Ein patriotischer Abend, 1917!

Eine szenische CollageURAUFFÜHRUNG

Mit den künstlerischen Avantgarden entwickelten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland zahlreiche expressionistische Strömungen, deren Vertreter in regem Austausch mit anderen europäischen Vorbildern eine neue, vielseitige und radikal-subjektive Bild- und Formensprache entwickelten. In bruchstückhaft-expressiven Momentaufnahmen skizzierten die Künstler eine zwischen konservativem Moralismus und industriellem Aufbruch zerrissene Welt, deren Farben, Formen, Sprache und Klänge sich in einem neuen Raum-Zeit-Gefüge auflösen sollten. Doch mit Beginn des I. Weltkrieges implodierte das Verhältnis von Künstler-Ich und Umwelt. Während die einen begeistert in den Krieg zogen, der die ersehnte gesellschaftliche Umwälzung bringen sollte, zogen sich die anderen in ihr Innerstes oder das Exil zurück. Der Krieg beendete den gemeinsamen europäischen Gedanken und führte zu unterschiedlichsten künstlerischen Reaktionen – DADA, Abstraktion oder Neue Sachlichkeit sind nur einige Versuche, mit den traumatischen Erfahrungen umzugehen und die Trümmer jener auseinandergefallenen Welt in einer künstlerischen Verarbeitung zu (be-)greifen. In einem poetischen Zusammenspiel von Text, Theater, Tanz, Musik und Bildender Kunst spürt Carsten Knödler einzelnen Künstlerbiografien und jener zerrissenen Welt um 1917 nach, die zwischen den Zeiten in hoffnungsvollem Aufbruch ihren Anfang nahm und schließlich in einem kollektiven Kollaps mündete, dessen Folgen bis heute spürbar sind. Texte, Gedichte, Lieder, Pamphlete und Tagebucheinträge, u. a. von Paul Klee, Else Lasker-Schüler, Wassily Kandinsky und Franz Marc, verbinden sich mit Schauspiel, Musik und Tanz zu einer sinnlichen und zugleich skizzenhaft-rissigen Collage, die – nicht zuletzt im Zitat der dadaistischen Arbeiten von Hugo Ball, Kurt Schwitters oder Hans Arp – auch heute danach fragen lässt, welche Wege und Ausdrucksformen die Kunst in Zeiten des Aufruhrs findet, um Gegenwart abzubilden und zu reflektieren. Es malt Ronald Münch.
So
27.
Mai
Schauspiel
18:00 Uhr

Spielzeitabschluss im Schauspielhaus

am 2./3. Juni

Zum letzten Mal: "Kunst" mit Philipp von Schön-Angerer, Christian Ruth und Marko Bullack (v.l.). Foto: Dieter Wuschanski
Bevor das Schauspiel Chemnitz in den Küchwald zieht, möchten wir die Spielzeit im Schauspielhaus gemeinsam mit Ihnen am Samstag/Sonntag, 2. und 3. Juni ausklingen lassen. Zum letzten Mal in dieser Spielzeit ist "Meister und Margarita" zu sehen (2. Juni), die letzten Vorstellungen überhaupt erleben "Beautyland" (2. Juni), "Und in den Nächten liegen wir stumm" (3. Juni) und "Kunst" (3. Juni). Zwischendurch bringen uns "Gruppa Karl-Marx-Stadt" und DJ Bataclan am Samstagabend tanzend in den Sommer. Zehn Jahre NACHTSCHICHT feiern wir mit den Musikern des B.I.G. e.V., die am 2. Juni, 18.00 Uhr mit ihrem Impro-Musikmarathon auch bei uns vorbeiziehen. Zur NACHTSCHICHT "live-hörspiel" vertonen wir E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann". Schlussendlich legen wir mit dem "Quiz x3" und unseren Bundesfreiwilligen noch eine besondere NACHTSCHICHT "bühne frei" im Theaterclub nach. 

Erlös der Opernball-Tombola gespendet

an den Verein zur Förderung von Integration durch Sport e.V.

In der Schwimmhalle am Südring Chemnitz überreichte Dr. Christoph Dittrich (r.), Generalintendant der Theater Chemnitz, heute einen Scheck über 9.403,87 Euro an Kerstin Stopp (2.v.r.), Vorsitzende des Vereins zur Förderung von Integration durch Sport e.V. Für ihn ist der Erlös der Tombola bestimmt, die beim 16. Chemnitzer Opernball auf dem Programm stand. Am Ballabend, dem 10. Februar 2018, wurden alle 1000 Tombola-Lose à 10 Euro verkauft. Nach Abzug der Kosten ergab sich der Betrag, den der Verein projektbezogen für das heutige 7. Chemnitzer Schwimmmeeting der Geistig- und Mehrfachbehinderten, die Absicherung des nächsten Schwimmmeetings im kommenden Jahr und für den Kauf diverser Trainingsmaterialien nutzt. Die Bewegungsförderung im Training und die Leistungen im Turnier steigern das Selbstwertgefühl der Teilnehmer: Sie können ihre Fähigkeiten zeigen und Anerkennung gewinnen. Dank der Loskäufer auf dem Opernball ist das nun für dieses und nächstes Jahr gesichert.

Neuer Marketingchef der Theater Chemnitz

ab Beginn der Spielzeit 2018/2019

Enrico Merkel. Foto: privat

Mit Beginn der Spielzeit 2018/2019 wird Enrico Merkel die Position des Leiters für Marketing und Kommunikation der Theater Chemnitz sowie des persönlichen Referenten des Generalintendanten übernehmen. Er tritt damit die Nachfolge von Mario Köppe an, der im Sommer 2018 die Theater Chemnitz verlässt, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.

Enrico Merkel wurde 1969 in Karl-Marx-Stadt geboren. Sein bisheriger beruflicher Werdegang umfasst u. a. die Tätigkeit als Marketingreferent der BMW Niederlassung Chemnitz, nachfolgend die Geschäftsführung des TheaterClubCafés am Schauspielhaus Chemnitz sowie zuletzt die vieljährige Mitwirkung im Bereich der Konzernkommunikation und Marketing / Öffentlichkeitsarbeit im Klinikum Chemnitz.

Merkels Verbindung zum Theater seiner Heimatstadt zieht sich als roter Faden durch seine Biografie. „Ich besuche seit über 30 Jahren regelmäßig Vorstellungen im Opern- und Schauspielhaus und freue mich darauf, den Bereich Marketing, Kommunikation und Besucherservice an den Theatern Chemnitz zukünftig mitgestalten und ausbauen zu dürfen“, sagt er zu seinem Wechsel in die größte Kultureinrichtung der Stadt.

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