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© Nasser Hashemi

Der Frieden

Komödie von Peter Hacks nach Aristophanes
STUDIOINSZENIERUNG

Die vier neuen Mitglieder des Schauspielstudios Chemnitz nehmen sich einer kühnen Frage an: Wie bringt man den Frieden zurück in die Welt? Dieser wurde nämlich geraubt und eingesperrt und zu lange schon tobt nun der Krieg. Doch ein schlauer Bauer schwingt sich auf einem Mistkäfer hinauf zum Olymp, um den Frieden zu befreien. Rätselhaft, dass dies nicht jedem gefällt!? Während ihn die Einen als Segensbringer und Held feiern, machen ihn die Anderen zum Staatsfeind Nummer Eins, denn der Krieg ist ein Riesengeschäft und mit der Rückkehr des Friedens würden manche Kassen leerbleiben.

Aristophanes (444 v. Chr. – 380 v. Chr.) schrieb diese Komödie im Alter von 23 Jahren, und dem Genre entsprechend kann man davon ausgehen, dass am Ende alles gut wird. Doch wie gut ist denn gut? Mitten in Kalten-Kriegs-Zeiten bearbeitete Peter Hacks (1928–2003) den Stoff zu einer scharfen und pointiert bissigen Fassung, die die Zeichen der Zeit brisant widerspiegelte. Ausgehend von Hacks' Fassung, die 1962 in der Regie von Benno Besson am Deutschen Theater (Ost-) Berlin uraufgeführt wurde, untersuchen die jungen Studierenden auf sinnlich-spielerische Weise heutige gesellschaftliche Positionen und stellen sich archaischen Themen wie Krieg und Frieden.

Auch in der Spielzeit 2019/2020 setzen wir die jahrzehntelange Studiotradition am Schauspiel Chemnitz fort. Vier Studierende der mit uns kooperierenden Hochschulen aus Linz und Zürich verbringen ihr letztes Studienjahr am Schauspielhaus, um als Teil des Ensembles zu lernen und sich auf ihr Berufsleben vorzubereiten. Ebenso setzen wir die erfolgreiche Kooperation mit der TU Berlin fort. Unter der Mentorschaft von Frank Hänig entwerfen Studierende des Masterstudiengangs Bühnenbild_Szenischer Raum Bühnen- und Kostümbilder zu dieser Produktion, von denen dann ein Konzept ausgewählt und realisiert wird.

In Kooperation mit der Technischen Universität Berlin  

Mit freundlicher Unterstützung

Mi
29.
Januar
Schauspiel
20:00 Uhr
© Nasser Hashemi

Treffen am Nachmittag

Kammerspiel von Henning Mankell
Deutsch von Hansjörg Betschart

Die Liebe – welches Schlachtfeld könnte leidenschaftlicher, wüster, liebevoller, freundschaftlicher, aber auch gemeiner und voller Tücken sein – egal wie alt man ist. Seit 60 Jahren ist das Paar verheiratet, seit 23 Jahren lebt es getrennt. Oder seit 24? Da fängt der Streit schon an, als die beiden sich wiedertreffen. Der Grund: Die Frau will sich, nach all den Jahren ohne ihn, nun auch offiziell scheiden lassen. Weil sie ihn nicht in der Nähe haben will, wenn sie stirbt. Weil sie nicht sterben will, bevor sie mit ihm fertig ist. Das jedenfalls sagt sie ihm, direkt und schonungslos, aber in aller Freundschaft. Er denkt gar nicht daran, sich scheiden zu lassen. Und so streiten die beiden Alten mit angezogener Handbremse: Man will den anderen verletzen, holt zu durchaus bösen verbalen Attacken aus, aber man will ihn nicht vernichten. Angesichts der Einsamkeit des nahenden Todes fehlt einem dafür vielleicht auch die Kraft. Die Stimmungen wechseln sprunghaft: Nur Augenblicke vergehen zwischen der Beichte eines Ehebruchs und der Erinnerung an den Heiratsantrag. Das Paar redet miteinander, zum ersten Mal seit Jahren – über die Namen ihrer Pillen, über Probleme beim Pinkeln und über die gemeinsamen Töchter. Ihr Dialog steckt voller Verletztheiten, aber auch voller Vertrautheit – und ja, noch immer voller Liebe ...

Treffen am Nachmittag erschien 2008 zunächst als Hörspiel und wurde 2012 am Societätstheater Dresden uraufgeführt. Den Autor Henning Mankell verbindet man zumeist mit dem Krimigenre und seinem kauzigen Kommissar Kurt Wallander. Mit dem Psychogramm Treffen am Nachmittag zeigte Mankell eine leisere Seite seines Könnens. Ein Stück, das großen Vorbildern folgt, wie z. B. August Strindbergs Totentanz oder dem Film Szenen einer Ehe von Ingmar Bergman, mit dessen Tochter Mankell in dritter Ehe verheiratet war.

Do
30.
Januar
Schauspiel
20:00 Uhr

bühne frei

Das offene Format! Den Spielwütigen eine Bühne!

Das offene Format! Lesungen oder Musikabende, Tanz- und Videoperformances, neue Serien- oder Showformate, Werkstattpräsentationen und Experimente – alles ist möglich. Den Spielwütigen eine Bühne!

Nächste Termine:

Mi, 18.12.2019, 20.00 Uhr, Schauspielhaus-Ostflügel
Ein kleiner und feiner Abend für Liebhaber*innen guter Getränke und bissiger Gedanken. Von und mit Philipp von Schön-Angerer. Es wird schön!

Fr, 31.01.2020, 20.00 Uhr, Schauspielhaus-Ostflügel
"Liebe. Sachsen. Sektempfang" - Ein verbissener Soloabend zwischen Poesie und Verzweiflung mit Alexander Ganz

  • In regelmäßigen Abständen 
  • Eintritt frei 
Fr
31.
Januar
Schauspiel
20:00 Uhr

Biografie: Ein Spiel

Tragikomödie von Max Frisch

Was wäre, wenn man sein Leben noch einmal durchspielen und sich in bestimmten Situationen anders entscheiden könnte? – Professor Kürmann, Ende Vierzig und allseits geschätzter Verhaltensforscher, führt eine ziemlich anstrengende Ehe mit Antoinette, seiner zweiten Frau. Er hatte sie nach einer Party vor sieben Jahren kennen gelernt. Was als verklemmtes Gespräch begann, entwickelte sich über schöne Umwege zu einer enttäuschenden und verletzenden Beziehung. Kürmann hat nun die Möglichkeit, sein Leben zu ändern, denn er darf es mit aller Erfahrung noch einmal durchspielen und korrigieren, wann immer er möchte. Und weil Kürmann der Meinung ist, dass sich der Mensch frei entfalten kann und die tatsächlich gelebte Biografie nur eine unter vielen möglichen ist, erscheint ihm diese Herausforderung als eine leichte. Er ruft verschiedene Lebenssituationen auf, deren Verlauf er ändern möchte: die tragische Hochzeit mit seiner ersten Frau, jenen Abend mit Antoinette und ein denkwürdiges Treffen mit Prof. Krolewsky, in dem es um die Mitgliedschaft in einer unpopulären Partei ging. Doch immer mehr gerät Kürmann – unfähig zu einer wirklichen Entscheidung – in Bedrängnis. Verhaftet im alten Leben, kann er weder loslassen noch sich auf etwas Neues einlassen. Am Ende ist es seine Frau Antoinette, die für eine wirkliche Überraschung sorgt.

Der Schweizer Dramatiker und Romancier Max Frisch (1911–1991) entwirft in seinem Stück eine großartige Versuchsanordnung über verpasste Möglichkeiten und die Schwierigkeiten persönlicher Entscheidungen. Die ironischen Brechungen und humorvollen Zuspitzungen des Spiels offenbaren ein Leben zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Freiheit und Schicksal. Damit vertraut Max Frisch einmal mehr der Kraft des Theaters, lachenden Auges kleinen und großen (Lebens-)Lügen auf die Schliche zu kommen.

Sa
01.
Februar
Schauspiel
19:30 Uhr

Die Menschheit hat den Verstand verloren

Eva Mattes liest aus den Tagebüchern von Astrid Lindgren

Eva Mattes liest aus den Tagebüchern 1939–45 von Astrid Lindgren – dazu Lieder, Chansons, Instrumentales aus Schweden, Finnland, Polen, Deutschland u.a.
Eingerichtet von Irmgard Schleier Jahre bevor ihre Kinderbücher entstanden, schrieb Astrid Lindgren ihre Gedanken über das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts in ihren Tagebüchern nieder. Sie schildert ihren Alltag, stellt aber auch Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit das Denken und Handeln der Menschen bestimmt? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen? Gleich nach Erscheinen der Tagebücher 2015 hat Eva Mattes – die am Theater und im Film mit Regisseuren wie Peter Zadek, Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog arbeitete und bis 2016 als Tatortkommissarin Klara Blum ermittelte – Lindgrens Kriegstagebücher als Hörbuch aufgenommen. 2017 hat Eva Mattes gemeinsam mit der Musikerin und Autorin Irmgard Schleier daraus eine musikalisch begleitete Lesung entwickelt, die in Regensburg ihre Premiere feierte. Kapitel aus den Tagebüchern und ausgewählte Passagen aus Pippi Langstrumpf wechseln ab mit literarischen Chansons aus dem Exil, jiddischen Liedern aus dem Widerstand sowie Wiegen- und Kinderliedern aus Nord- und Osteuropa. Es liest und singt Eva Mattes, begleitet von Jakob Neubauer (Akkordeon), Irmgard Schleier (Klavier, Programm, Produktion)
So
02.
Februar
Schauspiel
18:00 Uhr

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