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Ballet au lait

Geheimnisse der Welt des Tanzes

08.12.2019: Wenn Mäuse tanzen
Märchen gehören zur Weihnachtszeit genauso dazu wie Lebkuchen, Schneeflockenwirbel und Kerzenschein. Eine besonders wichtige Rolle spielen darin zumeist Tiere, die den Guten hilfreich zur Seite stehen, dem Glück auf die Sprünge helfen oder auch einfach nur zum Schmunzeln bringen. Auch im Ballett dürfen Tiere natürlich nicht fehlen (man denke nur an Das Dschungelbuch oder Der Nussknacker) und so weiß Ballettdirektorin Sabrina Sadowska ein Lied davon zu singen – oder besser Mäuseschritte zu tanzen, was es heißt, die tierischen Rollen liebevoll mit Leben zu füllen. Was Hund, Katze und Maus sonst noch mit dem Ballett zu tun haben und warum Kinder auf der Bühne genauso eine wichtige Rolle spielen, berichtet sie in Wenn Mäuse tanzen in der Reihe Ballet au lait am 8. Dezember um 10.30 Uhr im Ballettsaal.

Nächster Termin: 23.02.2020
 

So
23.
Februar
Ballett
10:30 Uhr
© Nasser Hashemi

MILI[TANZ!]

Tanzstück von Samuel Mathieu
URAUFFÜHRUNG

Sechs Frauen bewegen sich im wechselnden Rhythmus. Auf einer Skala von sehr langsamen Schritten bis zum schnellen Rennen. Sie entwickeln dabei emotional intensive Körperwelten, die ein breites Spektrum an Assoziationen freigeben. Im Vordergrund steht ein Tanz, in dem intime und soziale Gesten aufeinandertreffen, um Momente eines utopischen Zusammenseins zu bewirken; eine Art Aufstand, den die Frauen initiieren. Diese bewegte Körperlandschaft bringt folgende Fragen auf: Was geschieht, wenn sich Menschen zusammentun und sich daraus eine Gemeinschaft entwickelt? Wie lässt sich diese neue Ordnung formulieren, eine Ordnung, in der es mehr Gleichheit und Solidarität geben könnte? Könnte man sich vorstellen, dass gerade Frauen in dieser Umwälzung eine führende Rolle erlangen?

Auf der Grundlage solcher Überlegungen lässt Samuel Mathieu einen weiblichen Refrain entstehen, der eine zeitgenössische Welt in voller Veränderung nährt und hinterfragt, beansprucht und verursacht. Anhand kontinuierlicher Bewegung, die gleichzeitig Verzögerung und Wiederherstellung von Figuren ist, offenbart sich die Suche nach kollektiven Gesten, welche den Eindruck eines uniformen Körpers provozieren. Wir sind mehrere, dennoch fühlen wir uns als ein Körper, so lässt sich die choreografische Spirale in Worten fassen und als wiederholte tänzerische Phrase versinnlichen. Dennoch, der Gleichschritt und Einklang sind fragil und alles zerbricht mit der Hinwendung zur eigenen, durch individuelle Codes geformte Körpersprache.

Eine ähnliche Auseinandersetzung mit fluiden Geschlechtsidentitäten bestimmte auch Mathieus Soloarbeit „Frau Troffea“ (2019). Während hier der Fokus ein männlicher Körper war, entwickelt „Mili[tanz]“ das Bild eines femininen Ensembles, welches ebenso fluid ist und konservative Darstellungen von Mann und Frau unterwandert. Mathieus choreografisches Modell von geschlechtlicher Differenz eröffnet somit eine Aussicht auf Möglichkeiten der Tanzdarstellung, die über gängige Konzeptionen von Geschlecht hinausgehen. Die Strategien der Verschiebungen brechen grundsätzlich mit dem Konstrukt der binären Auffassung von Mann/Frau und entfalten Räume für nicht-konforme Verhaltungsweisen. Indem jede der Formen – Geschlecht, Zeit, Raum, Bewegung – als festgefügter Typus verweigert und vielmehr in ihrer Prozesshaftigkeit betont werden, veranschaulicht der Tanz flüchtige Identitätskonzepte. Wie in einem Forschungslabor examiniert Samuel Mathieu die Potentialität einer affektiven Bewegungssprache, die zu einer geschärften und veränderten Wahrnehmung von Tanz führen. Auf diese Weise entfaltet die Choreografie einen experimentellen Raum für die Stichprobe einer anders- und neuartigen Körperwerdung.

Do
27.
Februar
Ballett
20:30 Uhr

Lampenfieber - It's Showtime - entfällt leider!

Ballettrevue von Sabrina Sadowska

Die Vorstellung muss leider entfallen. Bereits gekaufte Karten können in den Vorverkaufsstellen in eine andere Vorstellung getauscht oder zurückgegeben werden - der Kaufpreis wird dann selbstverständlich gebührenfrei erstattet.

Fr
28.
Februar
Ballett
19:00 Uhr
© Nasser Hashemi

Winterreise

Ein Tanzstück von Robert Bondara zur Musik von Franz Schuberts Lieder-Zyklus „Winterreise“ op. 89
URAUFFÜHRUNG

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh‘ ich wieder aus.“ – Schon der Eingangsvers des ersten Liedes aus Schuberts Zyklus Winterreise lässt den emotionalen Schwebezustand des Werks erahnen, der sich über 24 Lieder hinweg in unterschiedlichsten Schattierungen zeigt. Denn genau das sind sie: Impressionen von Schatten und Licht, die die Melancholie des rastlos Wandernden in all ihren Nuancen vor dem Zuhörer in musikalischen Reflexionen ausbreiten. Franz Schuberts feinnervige Vertonungen der Gedichte Wilhelm Müllers sind Assoziationen eines Zerrissenen, der auf der Suche nach sich selbst den Nullpunkt nicht überschreitet oder überschreiten kann. Er kreist in unaufhörlichen Bildern um Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Vergebung und Zorn, zehrende Einsamkeit und Reste menschlicher Wärme. Damit lässt Schubert bei genauer Betrachtung den identitätssuchenden Protagonisten über die Romantik hinweg bereits in die Moderne und ihre in der nicht greifbaren Menschenmasse verlorenen Individuen vorausblicken.

Die Winterreise gehört zu den wichtigsten Werken im Bereich des Liedes und der klassischen Musik überhaupt und ist regelmäßig in verschiedenen Konzertformaten zu erleben. So ist es Zeit, den Zyklus 192 Jahre nach seiner Entstehung aus der eigentlichen Aufführungspraxis im Konzertsaal zu holen und in einen ganz neuen Kontext zu bringen. Der polnische Tänzer, Choreograf, Regisseur und Pädagoge Robert Bondara greift Schuberts Winterreise für seinen gleichnamigen Ballettabend der besonderen Art auf und verleiht Dichtung und Komposition somit eine dritte Dimension. Die romantischen Lieder, welche live interpretiert werden, erfahren durch die Begegnung mit dem hochkonzentrierten, heutigen Tanz des Balletts Chemnitz eine bildstarke Übersetzung in dynamische Körperlichkeit. Bühne und Kostüme stammen aus der Feder von Hans Winkler, der bereits das 2017 mit dem Sächsischen Tanzpreis ausgezeichnete Stück Gesichter der Großstadt sowie den Publikums-Hit Das Dschungelbuch ausgestattet hat.

Der Choreograf und Regisseur Robert Bondara wird im Jahrbuch tanz 2019 als ein «Hoffnungsträger» des Jahres 2019 ausgezeichnet - er gehört zu den «Tanzakteuren mit den besten Aussichten».
https://www.der-theaterverlag.de/tanz/aktuelles-heft/artikel/hoffnungstraeger-robert-bondara/

Mi
11.
März
Ballett
19:00 Uhr
© zenna.de

Romeo und Julia

Ballett von Luciano Cannito nach William Shakespeare
Musik von Sergej Prokofjew

Kaum eine Geschichte berührte über die Jahrhunderte hinweg so sehr wie die von Romeo und Julia. Unauslöschlich ist ihr Kampf um die Erfüllung ihrer Sehnsüchte in das kulturelle Gedächtnis eingegangen und bewegt noch immer Menschen jeder Generation.

Romeo Montague und Julia Capulet, Nachkommen zweier verfeindeter Familien, verlieben sich Hals über Kopf ineinander und besiegeln ihre Liebe mit einer heimlichen Hochzeit. Doch nicht nur die geplante Vermählung der jungen Braut mit einem Grafen bedroht ihre Liebe. In einem Kampf kommt Romeos Freund Mercutio ums Lebens – eine Tat, die Romeo blind vor Wut ebenso blutig vergilt. Nur eine Flucht könnte die beiden aus den schicksalhaften Verwicklungen führen. Doch die Geschichte nimmt ihren unbarmherzigen Lauf.

William Shakespeares Tragödie inspirierte unzählige Künstler zu eigenen Werken und Adaptionen – so auch Sergej Prokofjew. Der russische Komponist schuf eine packende Ballettmusik, die einen wichtigen Höhepunkt in seinem Schaffen darstellt. 1938 in Brünn uraufgeführt, wurde die Komposition zu einem der größten Klassiker der Ballettmusik.

Der renommierte italienische Choreograf und Regisseur Luciano Cannito brachte 2018 seine legendäre Fassung des Shakespeareschen Klassikers, welche bereits im Teatro Massimo in Palermo das Publikum mitgerissen hat, auf die Bühne der Oper Chemnitz. Er zeigt dabei ein Ballett, das durch seine Zeitlosigkeit aktueller ist denn je: Die vorurteilsbeladene Begegnung mit dem Anderen prägt unsere Gegenwart und droht Gemeinschaftlichkeit zu zerbrechen. Cannito war Ballettdirektor am Teatro Massimo in Palermo, dem größten Theater Italiens und dem drittgrößten Europas, und leitete Kompanien in Neapel, Bari und Rom. Er hat bereits über 60 Ballette choreografiert und inszeniert, die an renommierten Bühnen und auf einer Vielzahl von Festivals in Europa, Asien und in den USA zu sehen waren.

Die Vorstellung am 2. Februar 2020 beginnt nicht, wie ursprünglich angegeben, um 18.00 Uhr, sondern erst um 19.00 Uhr.

Fr
13.
März
Ballett
19:00 Uhr

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