Sandra Maria Huimann
Sandra Maria Huimann, in Wien geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung am Konservatorium Wien (heute MUK). Entscheidenden Einfluss auf ihre künstlerische Entwicklung hatte der Unterricht bei Burgtheaterschauspieler Roland Koch. Engagements führten sie u. a. an das Schauspielhaus Wien, das Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg sowie an das Stadttheater Baden. Neben ihrer Affinität zu Bewegungs- und Tanzformen erlernte sie den mittelalterlichen Schwertkampf und absolvierte eine Ausbildung zur Fiakerfahrerin.
Ihr erstes Festengagement führte sie an die Landesbühnen Sachsen bei Dresden, wo sie bis heute Ensemblemitglied ist. Parallel entwickelte sie früh eigene theatrale Formate.
Mit der Performance Durch meinen Spiegel an einen dunklen Ort, die sich mit den Verbrechen Josef Mengeles an Zwillingskindern in Auschwitz auseinandersetzte und 2014 beim Sächsischen Theatertreffen gezeigt wurde, positionierte sie sich erstmals deutlich als eigenständige künstlerische Stimme. Seit 2012 ist sie Teil des musikalischen Künstler*innenkollektivs Machine de Beauvoir. Die intensive Arbeit mit elektronischer Musik, Sound und performativen Konzertformaten prägt ihre Theaterästhetik nachhaltig. In der Konzertperformance Tex’Ass Instruments setzte sie sich mit US-amerikanischem Imperialismus und Konsumkultur auseinander.
Ihr Weg in die Regie begann 2015 mit Oscar Wildes Salome, gefolgt von Jean-Paul Sartres Die Troerinnen – beide Arbeiten in radikaler Aktualisierung und in Kooperation der Landesbühnen Sachsen mit der freien Szene Dresden. Mit der spartenübergreifenden (Schauspiel-Tanz) Stückentwicklung Coppélia – Android Q1 weitete sie ihr Interesse auf Fragen künstlicher Intelligenz und technologischer Zukunftsentwürfe aus. Seitdem inszeniert sie regelmäßig neben ihrer Anstellung als Schauspielerin.
2023 führte sie ihre Erarbeitung der Kammeroper Weiße Rose von Udo Zimmermann ans Theater Regensburg. Am Theater Chemnitz inszenierte sie Prinzessinnendramen I–V von Elfriede Jelinek (2023) sowie Europa flieht nach Europa von Miroslava Svolikova (2024). Mit ihrer Inszenierung Blutgräfin (2025) erweiterte Sandra Maria Huimann ihr künstlerisches Wirken um die Tätigkeit als Autorin.
Foto: holmsohn