© Nasser Hashemi

TANZ MODERNE TANZ

INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR ZEITGENÖSSISCHEN TANZ

Vom 24. bis 27. September 2020 findet die sechste Ausgabe des internationalen Festivals TANZ | MODERNE | TANZ statt. In diesem Jahr, welches seit März durch die Corona-Pandemie und damit einhergehende Einschränkungen geprägt ist, eine besondere Herausforderung! Alles bleibt ein Prozess und fordert die Kreativität des Augenblicks. Zusammen mit der Fête de la Musique et de la Danse (25. September 2020) und dem Management der C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren freuen wir uns auf internationale Gäste aus Frankreich und Israel.

Die Vertigo Dance Company, eine der führenden zeitgenössischen Kompanien aus Israel unter Leitung von Noa Wertheim, spiegelt in ihren Stücken einen starken Sinn für soziales, ökologisches und gemeinschaftliches Bewusstsein wider. Aus Frankreich kommen die Compagnien Le Grand Jeté, Alexandra N’Possee und Retouramont mit Werken für den öffentlichen Raum. Sie sind kraftvoll und poetisch zugleich. Frédéric
Cellé von der Cie Le Grand Jeté sieht den „Kampf“ als Kern seiner Kunst. Kampf, um sich lebendig zu fühlen, um in der Welt zu leben, um bedeutend zu werden. Fabrice Guillet, künstlerischer Leiter von Retouramont, wiederum lässt seine Tänzerinnen und Tänzer buchstäblich in der Luft hängen und an den Fassaden tanzen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr im urbanen Tanz. Abdennour Belalit und Kader Attou von der Cie Accrorap sind gleichzeitig die Leiter des Nationalen Zentrums für Choreografie in La Rochelle und waren die ersten Hip-Hop-Choreografen, die eine solche Institution managten.

Ein fester Bestandteil des jährlichen Tanzfestivals sind die Eigenproduktionen unseres Ballettensembles unter dem Label MADE IN CHEMNITZ; 2020 erlebt das aktuelle Stück nun als digitale Version seine Premiere. Raphael Hillebrand kreierte mit der Company inmitten der Corona-Pandemie Kurzstücke, welche mit einer 360°-Kamera eine besondere künstlerische Umsetzung fanden. Hillebrand, in Hong Kong geboren und in Berlin aufgewachsen, nutzt seinen polykulturellen Hintergrund und greift gesellschaftspolitische Themen für seine Stücke auf. Auch das Dance Battle wird in diesem Jahr nicht fehlen. Alexander „Kelox“ Miller von den SAXONZ, wie Raphael Hillebrand seit einigen Jahren Jurymitglied des Battles, wird sich hier erstmals auch als Nachwuchschoreograf präsentieren.

Das Programm wird ergänzt mit Workshops, der beliebten Fahrradtour, mit Film und Podiumsdiskussion.

 


PROGRAMM

MILI[TANZ!]

So
27.
September
Ballett
TANZ|Moderne|TANZ
Showcase

MILI[TANZ!]

Tanzstück von Samuel Mathieu
URAUFFÜHRUNG

 
 

Sechs Frauen bewegen sich im wechselnden Rhythmus. Auf einer Skala von sehr langsamen Schritten bis zum schnellen Rennen. Sie entwickeln dabei emotional intensive Körperwelten, die ein breites Spektrum an Assoziationen freigeben. Im Vordergrund steht ein Tanz, in dem intime und soziale Gesten aufeinandertreffen, um Momente eines utopischen Zusammenseins zu bewirken; eine Art Aufstand, den die Frauen initiieren. Diese bewegte Körperlandschaft bringt folgende Fragen auf: Was geschieht, wenn sich Menschen zusammentun und sich daraus eine Gemeinschaft entwickelt? Wie lässt sich diese neue Ordnung formulieren, eine Ordnung, in der es mehr Gleichheit und Solidarität geben könnte? Könnte man sich vorstellen, dass gerade Frauen in dieser Umwälzung eine führende Rolle erlangen?

Auf der Grundlage solcher Überlegungen lässt Samuel Mathieu einen weiblichen Refrain entstehen, der eine zeitgenössische Welt in voller Veränderung nährt und hinterfragt, beansprucht und verursacht. Anhand kontinuierlicher Bewegung, die gleichzeitig Verzögerung und Wiederherstellung von Figuren ist, offenbart sich die Suche nach kollektiven Gesten, welche den Eindruck eines uniformen Körpers provozieren. Wir sind mehrere, dennoch fühlen wir uns als ein Körper, so lässt sich die choreografische Spirale in Worten fassen und als wiederholte tänzerische Phrase versinnlichen. Dennoch, der Gleichschritt und Einklang sind fragil und alles zerbricht mit der Hinwendung zur eigenen, durch individuelle Codes geformte Körpersprache.

Eine ähnliche Auseinandersetzung mit fluiden Geschlechtsidentitäten bestimmte auch Mathieus Soloarbeit „Frau Troffea“ (2019). Während hier der Fokus ein männlicher Körper war, entwickelt „Mili[tanz]“ das Bild eines femininen Ensembles, welches ebenso fluid ist und konservative Darstellungen von Mann und Frau unterwandert. Mathieus choreografisches Modell von geschlechtlicher Differenz eröffnet somit eine Aussicht auf Möglichkeiten der Tanzdarstellung, die über gängige Konzeptionen von Geschlecht hinausgehen. Die Strategien der Verschiebungen brechen grundsätzlich mit dem Konstrukt der binären Auffassung von Mann/Frau und entfalten Räume für nicht-konforme Verhaltungsweisen. Indem jede der Formen – Geschlecht, Zeit, Raum, Bewegung – als festgefügter Typus verweigert und vielmehr in ihrer Prozesshaftigkeit betont werden, veranschaulicht der Tanz flüchtige Identitätskonzepte. Wie in einem Forschungslabor examiniert Samuel Mathieu die Potentialität einer affektiven Bewegungssprache, die zu einer geschärften und veränderten Wahrnehmung von Tanz führen. Auf diese Weise entfaltet die Choreografie einen experimentellen Raum für die Stichprobe einer anders- und neuartigen Körperwerdung.

Spielort:St. Markuskirche Chemnitz
Dauer:50 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:15.02.2020
So, 27. September | 18:00 Uhr
Preis: 18,00 €
 

Bilder zum Stückes

Bilder
© Nasser Hashemi
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© Nasser Hashemi

Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Choreografie, Inszenierung und Ausstattung: Samuel Mathieu

Dramaturgie Andrej Mirčev

Musikalische Assistenz Pawel Kuznetsov

Besetzung des Stückes

Besetzung

WORKSHOPS

MILI[TANZ!]

So
27.
September
Ballett
TANZ|Moderne|TANZ
Showcase

MILI[TANZ!]

Tanzstück von Samuel Mathieu
URAUFFÜHRUNG

 
 

Sechs Frauen bewegen sich im wechselnden Rhythmus. Auf einer Skala von sehr langsamen Schritten bis zum schnellen Rennen. Sie entwickeln dabei emotional intensive Körperwelten, die ein breites Spektrum an Assoziationen freigeben. Im Vordergrund steht ein Tanz, in dem intime und soziale Gesten aufeinandertreffen, um Momente eines utopischen Zusammenseins zu bewirken; eine Art Aufstand, den die Frauen initiieren. Diese bewegte Körperlandschaft bringt folgende Fragen auf: Was geschieht, wenn sich Menschen zusammentun und sich daraus eine Gemeinschaft entwickelt? Wie lässt sich diese neue Ordnung formulieren, eine Ordnung, in der es mehr Gleichheit und Solidarität geben könnte? Könnte man sich vorstellen, dass gerade Frauen in dieser Umwälzung eine führende Rolle erlangen?

Auf der Grundlage solcher Überlegungen lässt Samuel Mathieu einen weiblichen Refrain entstehen, der eine zeitgenössische Welt in voller Veränderung nährt und hinterfragt, beansprucht und verursacht. Anhand kontinuierlicher Bewegung, die gleichzeitig Verzögerung und Wiederherstellung von Figuren ist, offenbart sich die Suche nach kollektiven Gesten, welche den Eindruck eines uniformen Körpers provozieren. Wir sind mehrere, dennoch fühlen wir uns als ein Körper, so lässt sich die choreografische Spirale in Worten fassen und als wiederholte tänzerische Phrase versinnlichen. Dennoch, der Gleichschritt und Einklang sind fragil und alles zerbricht mit der Hinwendung zur eigenen, durch individuelle Codes geformte Körpersprache.

Eine ähnliche Auseinandersetzung mit fluiden Geschlechtsidentitäten bestimmte auch Mathieus Soloarbeit „Frau Troffea“ (2019). Während hier der Fokus ein männlicher Körper war, entwickelt „Mili[tanz]“ das Bild eines femininen Ensembles, welches ebenso fluid ist und konservative Darstellungen von Mann und Frau unterwandert. Mathieus choreografisches Modell von geschlechtlicher Differenz eröffnet somit eine Aussicht auf Möglichkeiten der Tanzdarstellung, die über gängige Konzeptionen von Geschlecht hinausgehen. Die Strategien der Verschiebungen brechen grundsätzlich mit dem Konstrukt der binären Auffassung von Mann/Frau und entfalten Räume für nicht-konforme Verhaltungsweisen. Indem jede der Formen – Geschlecht, Zeit, Raum, Bewegung – als festgefügter Typus verweigert und vielmehr in ihrer Prozesshaftigkeit betont werden, veranschaulicht der Tanz flüchtige Identitätskonzepte. Wie in einem Forschungslabor examiniert Samuel Mathieu die Potentialität einer affektiven Bewegungssprache, die zu einer geschärften und veränderten Wahrnehmung von Tanz führen. Auf diese Weise entfaltet die Choreografie einen experimentellen Raum für die Stichprobe einer anders- und neuartigen Körperwerdung.

Spielort:St. Markuskirche Chemnitz
Dauer:50 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:15.02.2020
So, 27. September | 18:00 Uhr
Preis: 18,00 €
 

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Videomedien zum Stück

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Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Choreografie, Inszenierung und Ausstattung: Samuel Mathieu

Dramaturgie Andrej Mirčev

Musikalische Assistenz Pawel Kuznetsov

Besetzung des Stückes

Besetzung

WWW.TANZMODERNETANZ.EU
TICKET-HOTLINE 0371/4000-430


In Kooperation mit:
TANZ | MODERNE | TANZ e.V. - Förderverein für zeitgenössischen TANZ Chemnitz, Das Ufer e.V., Spinnerei e.V., C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH

Mit freundlicher Unterstützung und gefördert durch:
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Stadt Chemnitz
Institut Français
Ministère de la Culture de la République française
Städtische Theater Chemnitz gGmbH

                       


Das internationale Festival für zeitgenössischen Tanz
TANZ | MODERNE | TANZ ist ein Beitrag im Rahmen der Bewerbung von Chemnitz um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025.


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