Spielplan

ZU GAST BEI DEN NEMUKIDS

ZU GAST BEI DEN NEMUKIDS

Tiger, Pinguin, Burggespenst & Co.
Kreatives aus der Stadt der Moderne
mit Kompositionen von jungen
und junggebliebenen Komponisten

 
 

 

Giorgos Kyriakakis (*1967)
Gib mir diesen Fremden (Uraufführung)

Jan Arvid Prée (*1998)
Weg zu mir Meditation für Orchester (Uraufführung)

Henry Berthold (1933–1987)
Punkte aus Elemente für Orchester

Hans Helfritz (1902–1995)
Pjusi-phias für Klavier
Nach einer bolivianischen Volksweise

Bernd Alois Zimmermann (1918–1970)
Pjusi-phias für Orchester (1957)
Nach einer Sammlung von Klavierbearbeitungen bolivianischer Volksweisen von Hans Helfritz

Komponierende Kinder und Jugendliche aus der Komponistenklasse Dresden stellen vor:

Helene Scharfe (*2003)
Am Lagerfeuer für Orchester (2018/2019)

Richard Zeißig (*2007)
Pinguin-Aktion für Flöte, Violine, Kontrabass und Schlagzeug (Uraufführung)
Vier gute Freunde in Limbach für Flöte, Klarinette, Violine und Kontrabass (2017)

Jonas Kerda (*2007)
Der Tiger für Violine und Kontrabass (2017)

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Richard Zeißig
Wenn zwei sich streiten ... für Bassklarinette, Kontrabass und Schlagzeug (2017)

Tom Seidel (*2006)
Zwei gute Freunde für Kontrabass und Oberton-Donnerblech (2016)

Katja Steude (*2007)
Lülü, das Burggespenst für Flöte, Violine, Bassklarinette und Kontrabass (2017)

Karl Anton Zeißig (*2007)
Das Stück mit dem Joker für Flöte, Schlagzeug und Kontrabass (2017)

In Kooperation mit der Komponistenklasse Dresden
www.komponistenklasse.de

Seit mehreren Jahren widmet sich die Robert-Schumann-Philharmonie unter der engagierten Federführung der Geigerin Mechthild Winkler regelmäßig spannenden Musikexperimenten, mit denen die Musikerinnen und Musiker Kinder und Jugendliche in Chemnitz und Umgebung an zeitgenössische Musik heranführen und ihre Begeisterung für das Entdecken musikalischer Expeditionen weitergeben möchten. Mit den NeMuKids-Konzerten (NeueMusikKids-Konzerte) „touren“ die Musiker in Kindergärten und Grundschulen, bei denen die Kinder selbst mit Instrumenten experimentieren und mitspielen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Projekts ist die Zusammenarbeit mit der Komponistenklasse Dresden, die seit 1991 von der Komponistin Silke Fraikin geleitet wird, seit 1998 gemeinsam mit Johannes Korndörfer. Schülerinnen und Schüler im Alter von 8 bis 18 Jahren erhalten hier Kompositionsunterricht und belegen gemeinsam intensive Ferienkurse. Die neuen Werke dieser jungen Komponistinnen und Komponisten erleben ihre Uraufführung alljährlich im Herbst im Festspielhaus Hellerau und im Konzertsaal der Musikschule Chemnitz, interpretiert von den professionellen Ensembles. 2015 wurde der Komponistenklasse Dresden der Sächsische Initiativpreis für Kunst und Kultur verliehen.

Die Funken der Begeisterung für zeitgenössische Musik von jungen und junggebliebenen Komponistinnen und Komponisten aus Chemnitz und der weiten Welt soll nun auch im Rahmen des 3. Familienkonzerts überspringen. Dafür wurden gleich drei Uraufführungen in Auftrag gegeben – kreiert von nahezu drei Komponisten-Generationen.

Der 1967 auf Kreta geborene griechische Komponist Giorgos Kyriakakis lebt und arbeitet in Thessaloniki und Berlin und hat für die Konzert-Reihe NeMuKids in Chemnitz bereits mehrere Uraufführungen geschrieben, darunter poetisches Stücke wie Edelfräulein, Kieselsteine und zuletzt Katze namens drei. Er ist bekannt dafür, mit dem Publikum gemeinsam zu experimentieren. So kann man auch dieses Mal gespannt sein, welche Form der Interaktion es mit den Zuhörern geben wird, die so aktiv in das Musizieren eingebunden werden. Mit dem Titel seiner diesjährigen Uraufführung Gib mir diesen Fremden nach einem Gedicht aus dem 13. Jahrhundert mit Anspielungen an mittelalterliche Klangwelten geht es Kyriakakis darum, das Gefühl des Fremd-Seins, das ein zentrales Thema des gesellschaftlichen Lebens in Europa geworden ist, zu überwinden. Das bedeutet, dass auch die Zuschauer in eine ungewohnte Rolle schlüpfen, indem sie Teil der Musik werden und ihnen hinterher die Komposition und das Instrumentarium vielleicht gar nicht mehr so fremd sein werden, wie es am Anfang vielleicht erscheint.

Jan Arvid Prée, 1998 in Dresden geboren, war Mitglied des Kreuzchores und ab 2011 Schüler der Komponistenklasse Dresden. Schon 2012 war er Preisträger des Schülerkompositionswettbewerbs der Berliner Philharmoniker und 2015 des Bundeswettbewerbs Jugend komponiert. 2015 wurde er mit dem Rudolf-Mauersberger-Stipendum ausgezeichnet und begann an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden ein Dirigierstudium bei Ekkehard Klemm und Hans-Christoph Rademann. Für dieses Familienkonzert hat Jan Arvid Prée mit der Uraufführung Weg zu mir eine Meditation für Orchester komponiert, in der es vor allem um die kindliche Fantasie in uns allen geht. Als zentrales Gestaltungsprinzip lebt das Werk von „Gedankensprüngen“. Dabei entwickeln sich die Gedanken ganz frei und unvoreingenommen immer aus sich selbst heraus und münden immer wieder in Überraschungen, die man selbst nie erwartet hätte. Denn zum Glück sind der kindlichen Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Unter dem Motto Tiger, Pinguin, Burggespenst & Co. haben sich die jungen Nachwuchskomponisten aus Dresden amüsanten sowie zwischenmenschlichen Themen gewidmet, zu denen sie herrliche, mit musikalischen Mitteln erzählte Geschichten für Orchester bzw. Kammerbesetzung entwickelt haben. Mit viel Fantasie haben sie sich mit verschiedenen Themen auseinandergesetzt, die Heranwachsende beschäftigen. Wer erinnert sich nicht an endlose Sommerabende, die auch für die junge Komponistin Helene Scharfe Am Lagerfeuer besonders inspirierend sein können. Mit diesem Stück für Orchester qualifizierte sie sich im vergangenen Jahr für die Teilnahme an der Orchesterwerkstatt für junge Komponisten in Halberstadt. Als Ideengeber für die Uraufführung Pinguin-Aktion des Schülers Richard Zeißig diente die Pinguinkolonie des Chemnitzer Künstlers Peter Kallfels in der Inneren Klosterstraße, die seit 2004 als eines der Wahrzeichen der Stadt der Moderne gilt. Denn der Umriss der Antarktis, der Lebensraum der Kaiserpinguine, entspricht nahezu haargenau dem der Stadt Chemnitz.

Der Chemnitzer Komponist Henry Berthold war bis zu seinem Tod 1987 als Bratscher im damaligen Städtischen Orchesters Chemnitz tätig. Nebenbei beschäftigte er sich intensiv mit der Komposition eigener Werke, hatte aber unter den politischen Verhältnissen in der DDR wenig Möglichkeiten, sie zur Aufführung zu bringen. Seit einiger Zeit gibt es das Bestreben, sein Oeuvre ans Tageslicht zu bringen und unter den Chemnitzern mehr und mehr bekannt zu machen. Und was passt zu unserer Stadt der Moderne besser als der Satz Punkte aus seiner Komposition Elemente
Den gebürtigen Chemnitzer Komponisten, Schriftsteller und Fotografen Hans Helfritz inspirierten andere Länder und Kulturen sowie ausgedehnte Expeditionen nicht nur zu zahlreichen Reiseführern und Bildbänden, sondern auch zu eigenen musikalischen Werken. Sein Stück Pjusi-phias für Klavier entstand während seines Exils, das ihn 1939 nach in Brasilien, Bolivien und schließlich Chile führte, und gründet auf einer bolivianischen Volksweise. Der gefeierte Komponist des 20. Jahrhunderts Bernd Alois Zimmermann orchestrierte dieses Werk zusammen mit zwei weiteren Kompositionen nach bolivianischen Volksweisen von Hans Helfritz 1957 eindrucksvoll für Orchester. Beide Stück-Versionen werden als spannendes Klangerlebnis in diesem Konzert gegenübergestellt.

Als Moderator und Dirigent führt Kapellmeister Jakob Brenner durch diesen Sonntagvormittag, bei dem neben den Komponisten und Werken auch die zahlreichen verschiedenen Orchesterinstrumente besondere Beachtung verdienen.  

 

 

Dauer:1 h 15 min
Information:Abonnenten der Familienkonzerte können für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahren) ein kostenfreies zusätzliches Abonnement abschließen.

Bilder zum Stückes

Bilder
Derv elfjährige Tom komponiert DAS GEWITTER. Sommerkurs der Komponistenklasse Dresden 2018. Foto: Josephine Finckh
Komponistenklasse Dresden im Sommerkurs 2018. Foto: Josephine Finckh
Komponistenklasse Dresden: Winterkurs 2019 im Rittergut Limbach. Foto: Marie Schrödel
Schüler der Komponistenklasse beim Uraufführungskonzert 2018 in der Musikschule Chemnitz
Schüler der Komponistenklasse: Notation Klänge und Geräusche. Winterkurs 2019, Limbach. Foto: Archiv Komponistenklasse

Besetzung des Stückes

Besetzung
Dirigent und Moderation
Jakob Brenner

Robert-Schumann-Philharmonie
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