© Nasser Hashemi

Spielplan

Weiße Nächte

Fr
15.
März
Schauspiel
Premiere

Weiße Nächte

Eine Liebesgeschichte von Fjodor M. Dostojewski

 
 

Er mag Häuser lieber als Menschen – ganz besonders gern hat er jenes liebreizende hellrosa Häuschen, das ihn im Vorbeigehen immer so freundlich anlächelt und sein Herz in Freude versetzt. Und so hört auch nur er den tiefen Jammerschrei des Hauses, als es eines Tages gelb angestrichen wird. Nur Bösewichte und Barbaren bringen es fertig, aus einem stolzen rosa Häuschen einen Kanarienvogel zu machen – und muss sich denn immer alles verändern? Mit diesen Gedanken beschäftigt, wird die Großstadt um ihn langsam leiser, das pulsierende Treiben ruhiger – alle machen sich mit ihren Familien in die Sommerfrische auf. Nur der junge Mann bleibt zurück und streift träumend durch die weißen Nächte von St. Petersburg, in denen die Sonne nie ganz untergeht und so Zeuge einer wundervollen Begegnung wird: Im Schatten einer Brücke trifft der Mann zufällig auf ein junges Mädchen namens Nastenka. Vier Nächte treffen sie sich zur gleichen Zeit am selben Ort. Sie sprechen über das Leben, die Einsamkeit, ihre Sehnsüchte und die Liebe. Dabei kommen sie sich näher und näher. Er erzählt ihr von seinem Leben als Träumer, sie ihm von einer unerfüllten ersten Liebe zu einem Mann, auf dessen versprochene Rückkehr sie bis heute wartet. Vielleicht wird ihre Begegnung mit dem Träumer ein Neubeginn.

Die Novelle von Fjodor M. Dostojewski (1821-1881) erschien erstmals 1848 mit dem Untertitel: Ein empfindsamer Roman. Aus den Erinnerungen eines Träumers. Wenn man die gefühlvolle und zarte Annäherung dieser zwei Liebenden vor dem Hintergrund unserer schnelllebigen, manchmal rauen Zeit und ihren ach so praktischen Partnersuchportalen denkt, dann wirken sie wie zwei aus der Zeit gefallene Romantiker – gibt es die heute noch?

Spielort:Schauspielhaus - Ostflügel
Dauer:1 h 20 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:15.03.2019
Fr, 15. März | 20:00 Uhr
ausverkauft
 

Bilder zum Stückes

Bilder
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Martin Esser, Andrea Zwicky © Nasser Hashemi
Martin Esser, Andrea Zwicky © Nasser Hashemi
Martin Esser © Nasser Hashemi
Martin Esser © Nasser Hashemi
Martin Esser, Andrea Zwicky © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi
Martin Esser, Andrea Zwicky © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky, Martin Esser © Nasser Hashemi

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Kathrin Brune

Bühne und Kostüme Frank Hänig

Dramaturgie Friederike Spindler

Besetzung des Stückes

Besetzung
Ein Träumer
Martin Esser

Nastenka
Andrea Zwicky

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 18.03.2019

(…) das Stadtbild von St. Petersburg wird mit Fototapete erzählt, die den Ostflügel an den Wänden einkleidet und die Zuschauer, die das Geschehen in der Mitte des Raumes auf weißen Plastikstühlen verfolgen, mit einhüllt. Der Zuschauer wird so zum Zaungast, zum Voyeur dieser Annäherung zweier verletzlicher junger Menschen. (…) Der helle Teppich assoziiert das Newa-Ufer, umflutet von geheimnisvollem Licht.
(…) Martin Esser wandelt als namenloser Träumer im farblos-beigen Sommeranzug durch die Stadt, durch eine Welt, die ihm Angst macht, der er nur als Zuschauer begegnet. Esser macht das Unbehagen seiner Figur greifbar (…). Bis er dann auf Nastenka trifft, ebenso krank vor Einsamkeit, ebenso träumerisch. (…) Andrea Zwicky spielt ihre rot gekleidete Nastenka mit Leidenschaft, mit kindlich-naiver Tragik. (…) An vier Nächten treffen sie sich, erzählen sich ihre Geschichten, klopfen die Ränder ihrer Welten ab - und verlieben sich. Und der Zuschauer sitzt live dabei, sitzt nah dran an ihren Gedankengebilden, am vorsichtigen Annähern, wird mitgenommen von der sphärischen Instrumentalmusik (…)
Regisseurin Kathrin Brune tastet sich sachte an den Stoff heran, setzt auf die stillen Momente, lässt Unbehagen zu. Denn der Akt, der Moment des Verliebens ist doch längst zum öffentlichen Gut geworden, medial auserzählt, Grundstoff sämtlicher Geschichten und Bilder. Was gibt es denn dann Neues zu berichten? Was geht es den Zuschauer überhaupt an, diesen privaten Tanz von Vorsicht und Überschwang zu betrachten, das Aufeinanderprallen von Vorstellungen? (…) Wie werden sich die beiden am Ende entscheiden? Und was ist er denn wert, dieser Moment des Verliebens, dieses kurze Aufleuchten von Glück in vier Nächten?
Antworten auf all diese Fragen bringt das Stück nicht. Muss es auch nicht. Gezeigt wird eine ganz wunderbare Liebesgeschichte und eine angenehm sachte Meditation über das Wesen der Liebe, des Verliebtseins, aber auch über das Glück in all seiner Flüchtigkeit.

Sarah Hofmann
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