Spielplan

War da was?

Sa
01.
Juni
Oper
Gastvortrag

War da was?

Mutmaßungen über Brünhild und Siegfried

 
 

Ein Vortrag von Prof. Christoph Fasbender, der an der TU Chemnitz Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit lehrt

Einen Spalt breit öffnet der Erzähler des Nibelungenliedes eine Tür, durch die wir aber nur blinzelnd in die Vorgeschichte des idealen Paares Siegfried und Brünhild schauen dürfen. Er öffnet ihn in dem Moment, als nicht Siegfried, sondern König Gunther von Worms dazu entschlossen ist, die Amazone Brünhild von Isenstein für sich zu erringen: nicht mit den Möglichkeiten, die ein zivilisierter König mitbringt, denn die verfangen nicht bei der ehemaligen Walküre. Gunther muss sich von Siegfried buchstäblich unter die Arme greifen lassen, um seine künftige Frau zu bezwingen. Was schon um 1200 lächerlich klang, ist die verheerende Selbsttäuschung, der König Gunther erliegt. Sie kann nur durch eine Täuschung der heroischen Frau ausgeglichen werden. Das freilich geht, weil ausgerechnet Siegfried mitspielt, viel leichter, als Gunther glaubt … Wieder einmal lässt der Epiker die Normen und Handlungsmodelle zweier Welten aufeinanderprallen, und wieder sind es die heroischen Traditionen, die sich – zunächst – der Zivilisation beugen müssen.

Spielort:Opernhaus - Foyer
Dauer:1 h 30 min
Sa, 01. Juni | 10:30 Uhr
 
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