© Nasser Hashemi

Spielplan

The Dark Trullala

Sa
27.
April
Figurentheater
Premiere

The Dark Trullala

Alptraum einer Puppenspielerin

 
 

Langsam kreiselt das Licht eines Scheinwerfers durch die Dunkelheit und gibt den Blick auf ein Bett frei. Darin liegt eine junge Frau und schläft. Plötzlich raschelt es unter der Bettdecke und eine altbekannte Figur erscheint in fremder Gestalt: Es ist der Kasper – und der ist gefährlich! Langsam tastet er sich an die Spielerin heran und beginnt sie zu manipulieren, bis sie nach und nach die Kontrolle über sich verliert …

Generationen von Puppenspieler/innen lassen den Kasper für Kinder und Erwachsene lustig nach ihrer Pfeife tanzen. Nun setzt sich die kleine Handpuppe mit Unterstützung ihrer Kumpane zur Wehr und beginnt einen epischen und schonungslosen Kampf um die Bühnenwelt und die eigene Erzählung. – Vorhang auf für ein fantasievolles und rasend komisches Alptraum-Varieté: Der Kasper schlägt, schreit und spielt mit allen Tricks, um die Wirklichkeit aus den Angeln zu heben und die Spielerin unter seine Kontrolle zu bringen. Doch auch sie führt die Auseinandersetzung so gar nicht prinzessinnenhaft bis zum bitteren Ende. Wer gewinnt, wird sich zeigen. Der Kasper immerhin hat einen entscheidenden Vorteil – er ist nicht tot zu kriegen.

The Dark Trullala entstand 2016 als Abschlussarbeit an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Sarah Wissner, ab der Spielzeit 2018/2019 Ensemblemitglied am Figurentheater Chemnitz, baut das morbid-schauerhafte Horrorszenario für eine Puppenspielerin und ihr Publikum in der Regie von Lutz Großmann zu einem abendfüllenden Programm aus. Handpuppen, Großfiguren und Klappmaulpuppen geben sich im rasanten Erzähltempo dieses Alptraum-Varietés die Klinke in die Hand und bereiten den Raum für allerlei skurrile und tragikomische Begegnungen.

Spielort:Schauspielhaus - Kleine Bühne
Dauer:55 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 15 Jahren
Premiere:27.04.2019
Sa, 27. April | 20:00 Uhr
 

Bilder zum Stückes

Bilder
© Nasser Hashemi
Sarah Wissner © Nasser Hashemi
Sarah Wissner © Nasser Hashemi
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Sarah Wissner © Nasser Hashemi
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Sarah Wissner © Nasser Hashemi
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Sarah Wissner © Nasser Hashemi
Sarah Wissner © Nasser Hashemi
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Sarah Wissner © Nasser Hashemi
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Sarah Wissner © Nasser Hashemi

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Lutz Großmann

Ausstattung Sarah Wissner

Dramaturgie Chemnitz Friederike Spindler

Besetzung des Stückes

Besetzung
Es spielt
Sarah Wissner

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 03.05.2019

‚The Dark Trullala‘, ein furioses Ein-Frau-Stück im Chemnitzer Figurentheater, wirft Klischees über den Haufen und zeigt, dass Kasper und Co. auch Erwachsene unterhalten können.
(…)
Die Puppenspielerin Ella gerät in die Fänge eines düsteren Kaspers, der die Verballhornung als Kinderspaß so über hat, dass er Mordgelüste gegenüber seiner Spielerin hegt und sie gnadenlos auslebt. (…) Faszinierend gruselig gerät die Szene, als die kleine Handpuppe versucht, der Puppenspielerin eine Schlinge um den Hals zu legen, um sie zu erhängen. Er scheitert, sie ist zu groß, also greift er zu Kegel und Bratpfanne.
Blutrünstigkeit und Komik liegen in ‚The Dark Trullala‘ nah beieinander, kräftig gewürzt mit postmodernen Anleihen. So hinterfragen die Puppenfiguren ihre ihnen zugeteilte Rollen, fordern mehr Diversität. Sie wollen beteiligt werden. Das geht der Puppenspielerin gegen den Strich. (…) Sarah Wissner spielt sämtliche Figuren selbst, zeigt handwerkliches und schauspielerisches Können. Sie nimmt damit ihre eigene Kunst gehörig aufs Korn und setzt auf tatkräftige Emanzipation. Wissner konzipierte das Stück schon im Studium, sorgte mit Voraufführungen der Rohform für einiges Aufsehen in der Figurentheaterszene und erhielt Preisnominierungen. In Chemnitz erhielt das Stück in Zusammenarbeit mit Lutz Großmann und Jonas Arndt den letzten Schliff. Entstanden ist ein 55-minütiger Albtraum, eine Abrechnung, aber gleichzeitig auch eine Liebeserklärung ans Puppentheater. (…) Gänsehaut - und großes Kino auf kleiner Bühne. Fans von bitterbösem Humor, symbolisch aufgeladenen Metaebenen und anarchischem Genremix kommen (…) ganz auf ihre Kosten.

Sarah Hofmann

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 06/2019

Wie tötet man eine Puppenspielerin? Die Antwort ist simpel. Wie jeden anderen Menschen auch: mit dem Kissen ersticken, in einem Brunnen ertränken, mit einem Strick erhängen, einen Abgrund hinunterstürzen, auffressen, vergiften, erschlagen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch wer könnte auf die Idee kommen, eine Puppenspielerin töten zu wollen? Das sind doch überwiegend nette Menschen, sicher auch diese Ella im vorliegenden Fall. Also, wer hätte ein Motiv?
In ‚The Dark Trullala‘ sind es die Puppen selbst, die das Vergehen planen. Der Kasper macht den Anfang, das versammelte Arsenal der Handpuppen zieht mit: Räuber und Polizist, Großmutter, Prinzessin und Hexe und natürlich auch das Krokodil. Sie sind die Bevormundung leid, die ihnen ihre Puppenführerin Ella aufzwingt: Jeden Tag wird der Prinzessin die Geburtstagstorte gestohlen, jeden Tag muss sie das gleiche Kleid tragen, eine Kutsche hat sie nicht, noch nicht mal ein Pferd. Die Hexe hätte gern mehr Hauptrollen. Räuber und Polizist wollen sich nicht mehr spinnefeind sein. Gern würden sie sich sogar näher kommen, doch das würde wohl die Großmutter nie erlauben. Jede Puppe hat ihr eigenes kleines Trauma, vermutlich sind die Arbeitsbedingungen schuld. Also: Nieder mit der Tyrannin! Doch gleich der erste Anschlag misslingt, der zweite auch, es ist eine Reihe von Fehlschlägen. Ellas Kopf ist offenbar kaum beizukommen, vielleicht hilft ein Anschlag auf die Stimme? Oder lässt sich die Hand bezwingen?
Was als ‚Alptraum einer Puppenspielerin‘ angekündigt ist, erweist sich für den Zuschauer als höchst gewitztes Vergnügen. Die Geschichte, 2016 von Sarah Wissner als ihre Abschlussarbeit an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart entwickelt und nun zur abendfüllenden Show ausgebaut, steckt voll morbidem Humor und kleinen Anspielungen auf Vorurteile übers Puppentheater. Es rollen Kasperköpfe, es wird in Zeitlupe gekämpft. Ständig ist Action auf der Bühne, technisch perfekt in Szene gesetzt von Wissner und Regisseur Lutz Großmann. 55 Minuten bestreitet Wissner allein, sie verlangen ihr viel ab. Fulminant wechselt sie zwischen Hand-, Groß- und Klappmaulpuppen und wird selbst zur Prinzessin in voller Lebensgröße. Jede Figur erhält ihr eigenes Ich und Wissner spielt und spielt und spielt. Eine Freude, ihr zuzuschauen.
(...)

Volker Tzschucke
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