Spielplan

Parsifal

Fr
30.
März
Oper

Parsifal

Bühnenweihfestspiel von Richard Wagner

 
 

Verwundet durch den heiligen Speer, kann König Amfortas seiner Aufgabe als Bewahrer des Grals nur noch unter Qualen nachkommen. Die Gralsritter erhoffen sich Erlösung durch einen „durch Mitleid wissenden, reinen Toren“, den sie im unbedarften Eindringling Parsifal zu erkennen glauben. Doch Parsifal enttäuscht sie, wird ausgestoßen und sieht sich alsbald den bösen Verführungsmechanismen des abtrünnigen Ritters Klingsor ausgesetzt, bei denen die schöne Kundry eine zwielichtige Rolle spielt. Das Wunder geschieht, Parsifal entrinnt und findet nach Jahren zurück zur Gralsburg.

Richard Wagner schuf im freien dichterischen Umgang mit Motiven aus verschiedenen Sagen und Legenden, Elementen aus christlicher und buddhistischer Religion sowie Schopenhauers Ideenwelt mit seinem Parsifal eine ganz eigene mythologische Welt. Die Angst vor einer die gesamte Menschheit bedrohenden Katastrophe und der ständige Wunsch nach Erlösung begleiteten Wagner jahrzehntelang; in diesem Zusammenhang kann Parsifal als die positive Version von Tristan und Isolde oder des Rings gelesen werden. Thematische und musikalische Querbezüge finden sich auch zum Lohengrin.

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:5 h / 2 Pausen
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Information:Koproduktion mit dem Staatstheater Darmstadt
Premiere:01.06.2013
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
Fr, 30. März | 16:00 Uhr
 

Weitere Termine

29.04.2018Sonntag15:00 Uhr   Opernhaus - Saal  

Bilder zum Stückes

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Videomedien zum Stück

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Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo

Inszenierung John Dew

Regie Marcelo Buscaino

Bühne Heinz Balthes

Kostüme José Manuel Vázquez

Chor Stefan Bilz

Assistenz Choreinstudierung; Einstudierung Kinder- und Extrachor Pietro Numico

Dramaturgische Betreuung Lena Normann

Besetzung des Stückes

Besetzung
Parsifal
Thomas Mohr

Gurnemanz
Magnus Piontek

Kundry
Katerina Hebelkova

Amfortas
Michael Bachtadze

Klingsor
Martin Bárta

Titurel
André Eckert

1. Knappe
Regine Sturm

2. Knappe
Sophia Maeno

3. Knappe
Ansgar Matthes

4. Knappe
Hubert Walawski

1. Gralsritter
Edward Randall

2. Gralsritter
André Eckert

Klingsors Zaubermädchen
Guibee Yang
Cornelia Ptassek 30.03.2018
Maraike Schröter 29.04.2018
Sophia Maeno
Silvia Micu
Regine Sturm
Sylvia Rena Ziegler

Stimme aus der Höhe
Sophia Maeno

Chor und Extrachor der Oper Chemnitz

Mitglieder des Kinder- und Jugendchores

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Der „Online Merker“ schreibt am 15.04.2017

Geflüchtet aus Wien vor weiteren Reprisen der (trotz der guten Sänger) so lahmen Neuproduktion entdeckte ich im Wagner-kundigen Chemnitzer Opernhaus jenes Musikdrama wieder, das ohne Wenn und Aber zu den größten der Musikgeschichte zählt. Ich erfuhr wieder, dass es ganz aus sich heraus eine ungeheure Wirkungskraft hat, wenn man ihm vertraut.
Der erfahrene Theatermann John Dew hat das getan, mit unglaublichen neuen Ideen im vorgegebenen Rahmen, und ein großartiger junger Dirigent, Felix Bender, hat der Inszenierung (eine Koproduktion mit Darmstadt) die tönende Krone aufgesetzt. Den durchwegs ihre Rollen voll ausfüllenden Sängern war damit der Erfolg gesichert(…).
Felix Bender, in der laufenden Spielzeit kommissarischer Generalmusikdirektor der Chemnitzer Oper, dirigiert den Großteil des ‚Parsifal‘ mit aufwärts gerichteter Zeichengebung. Er animiert die passioniert spielende Robert-Schumann-Philharmonie damit zu leichter Tongebung, suggeriert Zuversicht in die überirdischen Regionen der Wagnerschen Aussage. Nicht allein die zügigen Tempi bestimmen den positiven Gesamteindruck, sondern die Fähigkeit des Maestro, den Tonstrom zu gliedern und neben den souveränen Einsätzen für die jeweiligen Hauptstimmen mit der linken Hand die hörbare Weiterführung der Nebenstimmen zu sichern, sodass die Spannung nie abreißt. Höhepunkte äußern sich nicht durch übermäßige Lautstärke – die gab es überhaupt nie! – sondern durch rhythmische Markanz, wie etwa in den Überleitungen zu den Gralsszenen, oder durch Ausbreiten der Arme samt Rückwärtsneigung des Oberkörpers im Karfreitagszauber: ‚…als König er dich grüße‘ war ebenso überwältigend wie ‚…dieNatur, die ihren Unschuldstag erlebt!' – Das war pure Glückseligkeit – man wusste: jetzt ist nichts mehr, wie es vorher war. Es gelang Bender aber auch, durch das dunkle, unterschwellige Geriesel der Streicher die Klingsor-Szene unheimlich erscheinen, hingegen das Vorspiel zum 3.Akt hoffnungsträchtig klingen zu lassen: ‚Wir werden es schaffen!‘ meinte ich da herauszuhören. Vor allem aber verhalf er der Transzendenz, die ein wesentliches Faszinosum der ‚Parsifal‘-Partitur ist, voll zu ihrem Recht. Das gesamte Finale geriet zu einem einzigen, wohl strukturierten Crescendo in dieser Richtung.
Und diese musikalische Großleistung ging noch dazu konform mit dem Bühnengeschehen. Die von Heinz Balthes gestaltete Bühne ist voller Geheimnisse. Dass es sich bei den Gralsrittern um eine sakrale Gemeinschaft handelt, war von Anfang an klar. Schwarze, bodenlange Gewänder für Gurnemanz und die Chormitglieder, weiß mir rotem Übermantel für den leidenden Gralskönig, Ministrantengewänder für die Knappen. Für alle Bewohner des Gralsbezirks ist ein rituelles Schreiten die natürlichste Sache von der Welt. Sie genießen diese Würde offensichltich. Nichts Krankhaftes haftet ihrem Verhalten an. Parsifal in Jünglingsgestalt, sehr fesch und nobel mit weißen Stiefeln und angedeutetem Brustpanzer, wird sofort zum Sympathieträger. Kundry wechselt zwischen unterschiedlichen Kostümen, wobei das verführerische rote Gewand über den nackten Beinen den Höhepunkt darstellt. Klingsors riesiges aufgeschlagenes Zauberbuch mit einem Text, der wohl darauf hinausgeht, dass Gott tot ist, wird zur Grundkulisse für seine ganze Szene. Die Blumenmädchen tragen Kleider mit ebensolchen Schriftzeichen und Kundry trägt im 3. Akt ebenfalls ein solches Kostüm. (…) werden alle Gralsszenen und die Karfreitagsaue zu einem Erlebnis. Sei es durch die im Bühnenhintergrund auf einem Rondeau, das sich langsam nach vorne schiebt, kreisförmig angeordneten schmalen Säulen mit den blau angeleuchteten Spitzen, die sich später rot färben, oder durch den Leidenssessel des Amfortas, dem dieser aber ohne weiteres entsteigen kann – am effektvollsten, wenn er im 3.Akt seine ‚Erbarmen‘-Rufe mit ausgestreckten Armen frontal ins Pubikum hinein singt. (…) Es findet (…) eine großartige Personenregie statt, die etwaige Leerläufe während längerer orchestraler Übergänge zwischen den gesungenen Passagen auch optisch ausfüllt. So z.B., wenn im 3. Akt Parsifal den kostbaren Speer zunächst in einer Stoffhülle hereinträgt, ihn dann aber langsam enthüllt, das schützende Tuch faltet und auf den Boden legt und dann genau in der Bühnenmitte den Speer in den Boden rammt, wo er, von einem sanften kleinen Lichtkreis umrahmt, bis zum Ende der Oper verbleibt. Purer Bühnenzauber ist die Karfreitagsaue: im Hintergrund rieselndes Quellwasser, wo zu Beginn sich Gurnemanz Gesicht und Hände wäscht; der Boden bedeckt mit weißen Tüchern, bis auf eine zentrale Stelle, wo Kundry unter einer Decke lagernd von Gurnemanz gefunden wird – da ist bereits grüner Boden zu sehen. Während des folgenden Wiedererkennungs-, Versöhnungs- und Reinigungsgeschehens werden die weißen Flächen immer kleiner, bis am Ende der ganze Boden grün ist. Dazu kommt noch, dass Parsifal, Gurnemanz und Kundry einander liebevoll umarmen oder die Hände schütteln, ehe sie dann gemeinsam zum rettenden Finale schreiten. Mehrfach verwandelt sich auch da noch die Szene, immer neue Mysterien enthüllend, bis außer dem von der Decke herabhängenden Christusbild nur noch ein Zwischenvorhang übrig bleibt, auf den sich von selber das berühmte Wagner-Zitat schreibt, dass ‚wo die Religion künstlich wird, der Kunst es vorbehalten sei, den Kern der Religion zu retten…‘
Kurzum, es ist eine Inzenierung, bei der man immer wieder den Atem anhält, weil die eventuell neuen Regieideen doch etwas ganz Selbstverständliches darstellen, im wörtlichsten Sinn: sie verstehen sich von selbst. Wie ja eigentlich fast alle Symbole.
Ein Parsifal aus St. Petersburg, Viktor Antipenko, machte ausgezeichnete Figur, spielte sehr einfühlsam und sang mit hellem, kräftigem, gleichmäßig in allen Lagen und Lautstärken ansprechendem Tenor problemlos die anspruchsvolle Titelrolle (…) eine furiose Rollengestalterin, die alle Emotionen auszuloten wusste, war Morenike Fadayomi. Eine würdige Erscheinung, ein teilnahmsvoller ‚Titurels Genoss‘ und guter Sänger mit souverän geführtem Bass: der Finne Sami Luttinen. Mit intensivem Gesang nahm auch Jacek Strauch als Amfortas für sich ein. Thomas Mäthgers mahnende Stimme als Titurel blieb nicht ungehört und Horst Lamnek behauptete sich gut als Klingsor. Edward Randall und Magnus Piontek liehen den beiden Gralsrittern ihre kräftigen Stimmen. Weitere bewährte Ensemblemitglieder bewährten sich als Knappen und Blumen und Tiina Penttinen mahnte schönstimmig als Stimme aus der Höhe.
Wagners „Parsifal“ lebte auf allen Ebenen und in jeder Phase!
Großes Bedauern: dass mir kein ausreichend großer Koffer zur Verfügung stand, um die ganze Produktion nach Wien mitzunehmen…
Besucher aus dem gesamten deutschen wie auch angelsächsischen und französischen Sprachraum bejubelten die Aufführung. ‚Warum nicht auch anderswo?‘ blieb die wohl unbeantwortbare Frage nach der Wiederholbarkeit derart guter Inszenierungen, die in Chemnitz zur Selbstverständlichkeit geworden sind.

Sieglinde Pfabigan
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