Spielplan

Ne Me Quitte Pas

Mi
14.
Februar
Schauspiel
Zum letzten Mal

Ne Me Quitte Pas

Ein Abend mit Chansons von Jacques Brel
Uraufführung

 
 

Im August 1988 entdeckte der belgische Astronom Eric Walter Elst einen Asteroiden, den er auf den Namen "(3918) Brel" taufte. Damit ehrte er einen der größten französischsprachigen Chansonniers, den „Orkan namens Brel“.

Geboren 1929 und in behüteten Verhältnissen in der Nähe der belgischen Hauptstadt Brüssel aufgewachsen, arbeitet Jacques Brel zunächst in der Kartonagenfabrik seiner Eltern. Er wird Mitglied der katholischen Jugendbewegung "Franche Cordée", trifft dort ein Mädchen namens Thérèse Michielsen, heiratet sie und bekommt mit ihr drei Töchter. Damit endet die bürgerliche Laufbahn des künftigen Stars und Atlantikseglers. Jacques Brel befreit sich 1953 von einengender Routine, folgt seinem Stern und geht nach Paris. Trotz oder wegen seiner zahlreichen Affären steigt er binnen weniger Jahre in die erste Riege der französischen Chansonniers neben Juliette Greco, Georges Brassens und Gilbert Bécaud auf. Vor allem seine entfesselte und existenzielle Art zu singen fasziniert das Publikum. Brel gibt pro Jahr bis zu dreihundert Konzerte in den großen Häusern seiner Zeit.

Auf dem Höhepunkt des Ruhms wagt Brel einen Neuanfang. Am 16. Mai 1967 gibt er in Roubaix sein letztes öffentliches Konzert und arbeitet fortan als Schauspieler an der Seite so berühmter Kollegen wie Lino Ventura. Eigene Filmprojekte bleiben allerdings ohne großen Erfolg. Enttäuscht und übersättigt vom Showbusiness zieht er sich Mitte der 1970er Jahre aus der Öffentlichkeit zurück. Mit seiner Geliebten Maddly überquert er im Segelboot den Atlantik, lässt sich 1976 – wie vor ihm der Maler Paul Gauguin – auf der Pazifikinsel Hiva Oa nieder und arbeitet als Postflieger. Schwer erkrankt stirbt Jacques Brel am 9. Oktober 1978.

Wir widmen diesen Abend den Chansons des französischen Großmeisters. Seine Lieder umkreisen Themen wie die bedrohte Kindheit, das unbestimmbare Gefühl der Liebe, Altern, Nationalismus und das existentielle Ringen des Individuums mit einer Umwelt, die es vereinnahmen und verformen will. Bei einfacher, aber poetischer Sprache werden Brels Chansons live zu fesselnden Minidramen von berührender Tiefe.

Spielort:Schauspielhaus - Foyer
Dauer:1 h 15 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:23.11.2014
Mi, 14. Februar | 20:00 Uhr
ausverkauft
 

Bilder zum Stückes

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Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam

Besetzungsliste des Stückes

Besetzungsliste

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

"Dresdner Neueste Nachrichten" schreiben am 26.11.2014

(...) Chemnitz hat mit Susanne Stein und Grégoire Gros zwei Leute im Ensemble, die genug Gestaltungskraft und Stimmklarheit mitbringen, um den verschiedenartig verklärten Erinnerungen gerecht zu werden. Gern auch gemischt im deutsch-französischen Kanon. Die Übersetzungen stammen teilweise von Klaus Hoffmann, aber auch direkt von Gros und Claudia Philipp - und funktionieren erstaunlich subtil. Mit Tom Bitterlich an Flügel und Harmonium sowie Steffan Claußner an Akkordeon und Gitarre, Cajon und Psalter, begleiten ausgewiesene Profis das 75-minütige Programm fast ohne Zwischentexte, in dem man in Susanne Stein immer neue, mehr oder minder enttäuschte Geliebte zu sehen vermeint. Ihre Wirkung wird von Grégoire Gros, der schon seit Frühjahr als Kafka-Verkörperung für Furore sorgt und bis auf die markanten Lippen durchaus als junges Double durchgeht, mit seinen weiten Blicken übers Publikum hinweg oder -durch noch übertroffen. So wurde viel offen und verdeckt geweint an diesem Abend. So hat Knödler nach dem Johnny-Cash-Abend 'Ring Of Fire' und dem Beatles-Musical 'Romeo und Julia auf der Abbey Road' (...) nun eine dritte Musikperformance in eigener Regie im Spielplan, die auch an der Kasse überzeugen wird. (...)

Andreas Herrmann

Die „Freie Presse“ schreibt am 26.11.2014

(…) jetzt zeigt das Schauspielhaus Chemnitz mit ‚Ne me quitte pas‘ einen Abend pur mit Chansons von Jacques Brel, der zwei Mimen kräftig in neuem Licht leuchten lässt, wo Emotionen mit glühendem Herzen verhandelt werden. Wobei die große Tragödin Susanne Stein (derzeit in der Titelrolle als Richard III zu sehen) mit dem jüngeren Grégoire Gros ein Traumpaar aufbietet, um Weltschmerz, Lust und Eitelkeit zu zelebrieren. Das Publikum im Foyer war begeistert und öffnete sich der sagenhaften Welt der handgemachten Musik ohne Tricks aus nächster Nähe nur allzu gern und feierte den Ganzkörpereinsatz der beiden mit großer Begeisterung. Wobei Tom Bitterlich am Klavier und Steffan Claußner u. a. an Akkordeon und Gitarreeinmal mehr die Vorzüge live gespielter Musik vor Augen führten. (…) Brel (…) zelebrierte sein Innerstes in einem expressiven, dramatischen Vortrag. (…) Der Figaro nannte ihn einen "Orkan namens Brel". Und Grégoire Gros wurde an diesem Premierenabend zum entfesselten Orkan. Dass er so leidenschaftlich singen kann, wusste bislang nur er. Die Stimme ist nicht durch tausend Gesangsstunden geglättet, sie hat ihre Stärke in ihren Brüchen und Farben, in ihrer Empfindsamkeit. Gros könnte auch auf einem Ton singen, auch das wäre noch spannend. Sein Vortrag ist vor allem stilsicher, er meistert souverän - mit fühlbarem Herzklopfen - den Gestus von heroisch bis salopp. Er hat den aggressiven Charme, die Offenheit, die auch frech und herzlos sein kann. Er attackiert ganz erstaunlich die Gefühle und lotet tief in den Minidramen. (…) Gros, der einen französischen Vater hat, singt naturgemäß ein hervorragendes Französisch. Susanne Stein ist überwiegend auf Deutsch zu erleben, wobei ihr Part sprachvermittelnde Funktion hat. Sie kann alles: Grande Dame, kleines Mädchen, kecker Kumpel, müde Alte, vor allem aber eine Frau mit Herz. Das pralle Leben eben, das sich kaum einer traut. (…) Schummeriges Licht, wenig Story zugunsten der tollen Chansons (rund 20). (…) Viele dürften bekannt sein. Der Rest lohnt die Wiederentdeckung, absolut.

Marianne Schultz

Die „Chemnitzer Morgenpost“ schreibt am 25.11.2014

Chanson-Freunde aufgehorcht: Im Chemnitzer Schauspielhaus wird gerade Jacques Brel (1929-1978) neu entdeckt. Zu erleben ist ein Schwung wunderbarer Chanson-Kostbarkeiten in französischer und deutscher Sprache. Durchweg gefühlsstark – von der ersten bis zur letzten Minute des knapp anderthalbstündigen Programmes (…) unter dem Titel ‚Ne me quitte pas‘ (‚Verlass mich nicht‘) (…). Es singen und spielen Susanne Stein und ihr reichlich jüngerer Kollege Grégoire Gros (diese Stimme wird man im Gedächtnis behalten). Ein großartiges Paar, das sich auf vornehm-erotisch-angehaucht vorgetragene Liebestrauer, Witz und Ironie der feinen französischen Art versteht. Frei von demonstrativer Schwelgerei werden in rund zwanzig Kabinettstückchen (Regie: Carsten Knödler) Leben, Liebe und Leid besungen. (…) An ihrer Seite die beiden bestens aufgelegten Musiker Tom Bitterlich und Steffan Claußner mit etwa zehn Instrumenten, allen voran schon zur Begrüßung des Publikums das Akkordeon. Die an Vierertischen platzierten und bewirteten Zuschauer sparten nicht mit Zwischenapplaus (…). Irgendwann sitzen Madame Stein und Monsieur Gros zusammengesunken auf einem Sofa und singen das ‚Lied der alten Liebenden‘. Ein Bild von einem Paar, dem man liebend gerne zurufen möchte: ‚Ne me quitte pas‘.

hap
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