© Dieter Wuschanski

Spielplan

Momo

Do
15.
März
Figurentheater

Momo

Spiel zwischen Raum und Zeit nach dem Roman von Michael Ende

 
 

Momo lebt am Rande einer Stadt in den Ruinen eines alten Amphitheaters. Woher sie kommt, weiß niemand, aber sie hat ein besonderes Talent: Momo nimmt sich Zeit für andere und kann herrlich zuhören. Kraft ihrer Offenheit und Herzenswärme schließt sie schnell Freundschaft – mit dem Straßenkehrer Beppo, der sich des kleinen Mädchens annimmt, mit Gigi dem Fremdenführer und natürlich all den anderen Kindern, deren Eltern längst keine Zeit mehr für sie haben. Denn eine gefährliche Gesellschaft grauer Herren ist kurz davor, die Macht über die Zeit zu übernehmen. Mit üblen Tricks und wohlklingenden Versprechen bringen sie beinahe jeden dazu, Zeit einzusparen, die sie insgeheim stehlen. Immer hastiger eilen die Erwachsenen durchs Leben und verlieren nach und nach jede Lebensfreude. Schließlich greift der geheimnisvolle Meister Hora ein, um die Menschen zu retten. Aber dafür braucht er Momos Hilfe! Mit einer Blume in der Hand und der Schildkröte Kassiopeia unter dem Arm stellt sich das Mädchen den grauen Herren entgegen.

Längst sind die Geschichten Michael Endes (1929-1995) aus unseren Bücherschränken nicht mehr wegzudenken. Bis heute gehören seine kleinen Helden zur fantasievollen Traumwelt junger und erwachsener Leser. Für den Märchenroman Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte, der 1973 erschien und mittlerweile in über 40 Sprachen übersetzt wurde, erhielt der Autor 1974 den Deutschen Jugendliteraturpreis.

Die Inszenierung von Kotti Yun bleibt eng bei der Vorlage des Romans: Nach Jahren treffen sich die drei Freunde Franco, Massimo und Maria als Erwachsene wieder. Sie sind auf dem Weg nach Hause, ihre Koffer und Taschen sind vollgepackt mit Figuren, Objekten und Materialien, mit alten und neuen Erfahrungen, und gemeinsam erinnern sie sich an ihre Freundin Momo und die Ereignisse aus längst vergangenen Zeiten, die fantastisch erscheinen, aber nicht unmöglich sind. In der Ausstattung von Marcel Teske erzählen Kotti Yun und die drei Spieler von der kostbaren Unendlichkeit, die im gemeinsamen Augenblick entsteht. Denn nichts ist wertvoller, als Zeit mit anderen zu haben, sie gemeinsam zu vertrödeln und Abenteuer zu erleben! 

Spielort:Schauspielhaus - Kleine Bühne
Dauer:1 h 50 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 10 Jahren
Premiere:18.02.2017
Do, 15. März | 18:00 Uhr
 

Bilder zum Stückes

Bilder
© Dieter Wuschanski
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Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie und Bühnenfassung Kotti Yun

Ausstattung Marcel Teske

Dramaturgie Friederike Spindler

Besetzung des Stückes

Besetzung

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 20.02.2017

Das Chemnitzer Figurentheater hat Michael Endes Klassiker ‚Momo‘ auf die Bühne gebracht. Dabei bedient sich das Inszenierungsteam eines Kniffs. (…)

Wie bringt man den Stoff dieses 300-Seiten-Romans auf die Bühne? - Das Figurentheater des Chemnitzer Schauspielhauses, bei dem die Bühnenfassung von Kotti Yun (…) unter ihrer eigenen Regie Premiere feierte, bedient sich eines Kunstgriffs: Sie lässt drei Erwachsene (Mona Krueger, Tobias Eisenkrämer und Felix Schiller), die zum Freundeskreis Momos gehörten, die Geschichte in Rückschau erzählen - mithilfe alltäglicher Puppen, wie man sie in jedem Kinderzimmer findet. Zumindest für Momo, ihre Altersgenossen und ihre großen Freunde wie Beppo Straßenkehrer und Girolamo Fremdenführer eignet sich diese Form der Veranschaulichung. Derweil verkörpern die sehr wandlungsfähigen Schauspieler die Grauen Herren im Trachten nach ihrem Lebenselixier, der Zeit der anderen, selbst. Das alles geschieht in einer ebenso grauen, gipsplattenverkleideten, zellenartigen Dekoration, die nur eine winzige Luke in Kopfhöhe und ein Fenster mit heruntergelassenem Rollo mit der Außenwelt verbinden. In einer anderen, geheimnisvollen Welt wiederum spielen sich die Szenen beim Schöpfer der Zeit, Secundus Minutius Hora, ab: Hier bedient sich das Ensemble des Schwarzlichttheaters und lässt so ausreichend Platz für die Fantasie der jungen Zuschauer, die bei der ausverkauften Premiere jedoch nicht in der Mehrheit waren.

Aber, als für Kinder ab 10 Jahren geeignet deklariert, bleibt ‚Momo‘, ob nun als Buch, Film oder Theaterstück, bis ins hohe Erwachsenenalter ein aktueller Stoff. Denn letztlich haben die Menschen zwar in Endes Roman über die Zeitdiebe gesiegt. In der Wirklichkeit aber hat sich der Kampf mit ihnen seit Erscheinen des Romans verschärft - und ist längst keine Sache allein der Erwachsenen mehr. Burnout und volle Agendas bei Heranwachsenden, die in den Lücken zwischen ihren Terminen Augen und Finger nicht mehr vom Smartphonedisplay lassen können, sind schließlich keine Schreckensvision Michael Endes, sondern Realität. Und als solche ansatzweise auch in der ruhigen, dem ernsten Thema zu jeder Zeit gerecht werdenden Inszenierung erkennbar. Sie fasst die Geschichte zusammen, so gut das in netto rund 100Minuten - da ist sie wieder, die knappe Zeit! - eben geht. Ohne die Neugier auf das Original zu töten. Wenn das wiederum nur einen Teil des Publikums dazu ermuntert, Endes Roman zur Hand zu nehmen, ist schon viel gewonnen.

Torsten Kohlschein
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