© Dieter Wuschanski

Spielplan

LANGE NACHT DER KLASSIK

LANGE NACHT DER KLASSIK

Solisten: Guillermo García Calvo u.a.

 
 

 

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Ouvertüre zur Oper Così fan tutte KV 588

Joseph Haydn (1732–1809)
Violoncellokonzert D-Dur Hob. VIIb: 2
Solist Thomas Bruder, Violoncello

Joseph Haydn
Sinfonie G-Dur Hob. I: 100 Militärsinfonie

– Pause –

Antonio Vivaldi (1678–1741)
Sopraninokonzert C-Dur RV 443
Solistin Gudrun Jahn, Flöte

Antonio Vivaldi
Violinkonzert Nr. 3 G-Dur RV 310 aus L’Estro armonico (Die harmonische Eingebung) op. 3
Solist Maximilian Zaunick, Violine

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Klavierkonzert Nr. 8 C-Dur KV 246 Lützow-Konzert
Solist Guillermo García Calvo, Klavier

– Pause –

Wolfgang Amadeus Mozart
Serenade G-Dur KV 525 Eine kleine Nachtmusik

Franz Schubert (1797–1828)
Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485

Am 3. Mai lädt die Robert-Schumann-Philharmonie um 19 Uhr erstmals zu einer „Langen Nacht der Klassik“ ins Opernhaus ein. Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo steht diesmal nicht nur am Dirigentenpult, sondern ist darüber hinaus auch als Interpret von Mozarts Klavierkonzert Nr. 8 C-Dur, dem Lützow-Konzert, zu erleben. Das erlesene Programm mit drei weiteren Solokonzerten schlägt einen Bogen vom Spätbarock des Venezianers Antonio Vivaldi zur Wiener Klassik mit Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zur Frühromantik Franz Schuberts.

Eröffnet wird der dreiteilige Konzertabend mit Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Ouvertüre zu seiner Oper Così fan tutte (So machen’s alle) KV 588 nicht ohne Selbstironie einen Vorgeschmack auf die von Da Ponte gedichtete Oper gibt, in der zwei Liebespaare in einer ad absurdum geführten Komödie in der Komödie durch den Drahtzieher Don Alfonso an den Rand des Wahnsinns getrieben werden.
Mozart beeindruckte schon als Wunderkind am Cembalo mit eigenen Improvisationen und Kompositionen. Mit 17 Jahren komponierte er sein erstes Klavierkonzert, dem bis 1791 weitere 22 folgen sollten. Die meisten Konzerte schrieb er für sich selbst, sechs hingegen für andere Klaviervirtuosinnen, adlige Geldgeber oder Klavierschülerinnen. Darunter ist auch jenes Konzert für Klavier und Orchester Nr. 8 C-Dur KV 246, das er seiner Klavierschülerin, der Gräfin Antonia Lützow, widmete. Es ist 1773 in Salzburg entstanden und enthält teils überraschende musikalische Wendungen, die schon seine reiferen Werke erahnen lassen.
Mozart komponierte auch gehobene Unterhaltungsmusik für Adel und Bürgertum. Seine Serenaden wurden als gesellschaftliches Amüsement am Abend unter freiem Himmel gespielt. Die durch ihre Vollkommenheit bestechende Serenade G-Dur KV 525 Eine kleine Nachtmusik ist nicht nur bei eingefleischten Klassikfans beliebt. Geradezu paradox erscheint es, dass der Anlass für die Komposition auf rätselhafte Weise im Dunkeln liegt.

Joseph Haydn und Mozart verband eine Freundschaft miteinander. Beispielsweise widmete Mozart dem älteren Haydn sechs Quartette, die dieser in Wien hörte, und Haydn erlebte am Silvestertag 1789 bei den Mozarts eine Probe zu dessen Oper Così fan tutte. Als erster Kapellmeister wirkte Haydn ab 1761 am Fürstenhof Esterházy, für dessen kleine, aber hervorragende Kapelle er bis 1790 vor allem Sinfonien und Konzerte komponierte. Das Violoncellokonzert D-Dur aus dem Jahr 1783 für den Virtuosen Anton Kraft verbindet die Klangflut des als Nachempfindung der menschlichen Stimme agierenden Violoncellos mit anspruchsvollen Ausflügen in teils hohe Lagen und führt das Soloinstrument zu einem anregenden Dialog mit dem Orchester.
Nach dem Tod des Fürsten Nikolaus Esterházy 1790 wurden die Musiker der Kapelle entlassen. Haydn zog nach Wien und unternahm zwei ausgedehnte Reisen nach London. Bei seinem zweiten London-Aufenthalt wurde seine Sinfonie Nr. 100 G-Dur Militärsinfonie am 31. März 1794 uraufgeführt. Ihren Beinamen erhielt sie aufgrund einer effektvollen Janitscharenmusik im zweiten und vierten Satz, erzeugt durch große Trommel, Becken und Triangel und ergänzt durch ein schmetterndes Trompetensignal. Die Sinfonie ist ein zeitloses Plädoyer für poetische und geistvolle Sensibilität und gegen die Brutalität des Krieges.

Der gebürtige Venezianer Antonio Vivaldi hat im Laufe seines 63-jährigen Lebens wohl über 500 Konzerte komponiert. Einen Großteil seiner Konzerte schrieb er für sich sowie für die begabten Mädchen des Waisenhauses Ospedale della Pietà seiner Heimatstadt, an dem er zwischen 1703 und 1740 als Violinlehrer, Konzertmeister und Hauskomponist wirkte. Er entwickelte die Form eines Solokonzerts, wie sie bis heute üblich ist: Zwei schnelle Sätze rahmen einen langsamen Mittelsatz ein, solistische Passagen wechseln sich mit Ritornellen des ganzen Orchesters ab. Neben seinen 16 Konzerten für Traversflöte(n) schrieb er auch 2 für Blockflöte und 3 für Flautino beziehungsweise Sopranino (eine kleine Blockflöte), die vermutlich vor 1726 entstanden. Das Sopraninokonzert C-Dur RV 443 ist ein Beispiel für die virtuose Gestaltung, die er seinem eigenen Violinspiel und seinen Violinkonzerten entlehnte. Unter seinen etwa 300 Konzerten für eine oder mehrere Violinen findet sich auch das frühe Violinkonzert Nr. 3 G-Dur RV 310, das Vivaldi um 1711/1712 in der Sammlung L’Estro armonico (Die harmonische Eingebung) op. 3 in Amsterdam veröffentlichten ließ. Nachdrucke in Paris und London verbreiteten sich rasch auf der ganzen Welt.

Die Sinfonie Nr. 5 B-Dur von Franz Schubert ist die vorletzte seiner sechs Jugendsinfonien, die er mit gerade einmal 19 Jahren erfand. In diesem seelenvollen Werk setzt er sich mit den Vorbildern Gluck, Haydn und Mozart auseinander. Es wirft einerseits als Hommage den Blick zurück auf die großen Schöpfer und Entwickler der Wiener Klassik – Haydn und Mozart. Andererseits findet Schubert durch seine Stärke, Melodik und Harmonik intuitiv auf bisher unbekanntes Terrain zu führen, eine eigene Sprache, die bereits den Weg zur Frühromantik bahnt.

Mit zwei Pausen wird neben dem Ohrenschmaus auch Gelegenheit für Gaumengenuss geboten – bei herrlichem Abendhimmel auf dem Balkon mit Blick auf den Theaterplatz.

 

 

Dauer:4 h 5 min / 2 Pausen

Besetzung des Stückes

Besetzung
Solisten
Guillermo García Calvo
Thomas Bruder
Gudrun Jahn
Maximilian Zaunick

Dirigent
Guillermo García Calvo

Robert-Schumann-Philharmonie
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