Spielplan

Hochzeit mit Hindernissen

Do
16.
November
Oper

Hochzeit mit Hindernissen

Musik und Gesangstexte von Lisa Lambert und Greg Morrison
Buch von Bob Martin und Don McKellar
Deutsch von Roman Hinze

 
 

„Wenn ich mich trüb fühle, dann lege ich meine Lieblingsplatte auf und versetze mich in eine andere Welt – in die Goldenen Zwanziger Jahre. Mein Lieblingsmusical The Drowsy Chaperone wurde 1928 zum ersten Mal in New York aufgeführt. Ich verfüge übrigens über eine Doppel-LP mit Originalbesetzung. Erlauben Sie mir, die Platte vorzuspielen?“ Der Mann im Sessel lehnt sich zurück und die Geschichte um Janet van de Graaff, dem Star der Feldzieg Follies, beginnt.

Janet van de Graaff will den reichen Charmeur Robert heiraten und sich aus dem Showbusiness zurückziehen. Der geplagte Impresario Victor Feldzieg hat Angst, seinen bekanntesten Star zu verlieren. Doch da Bitten und Betteln zwecklos sind, entwickelt er einen „Plan B“. Der selbsternannte Herzensbrecher Aldolpho soll die Braut verführen und die Hochzeit verhindern. Es kommt zu fatalen Missverständnissen: Aldolpho trifft nur auf die beschwipste Anstandsdame und Robert fällt durch Janets Treuetest, der ihr kurz vor der Trauung noch einmal seine Liebe bestätigen soll … Ob am Ende alles gut ausgeht?

Mit der Hochzeit der kanadischen Schauspielerin Janet van de Graaff und dem Autor und Komiker Bob Martin beginnt 1998 die wohl ungewöhnlichste Entstehungsgeschichte eines Broadway-Musicals. Zu den Feierlichkeiten bekommt das Brautpaar ein ganz besonderes Geschenk überreicht – ein selbstgeschriebenes Musical mit Braut und Bräutigam als Protagonisten. Bob Martin war so begeistert von dem Geschenk, dass er das Musical mit seinen Freunden weiterentwickelte und 1999 unter dem Namen The Drowsy Chaperone zur Aufführung brachte. 2006 kam das ehemalige Hochzeitspräsent sogar zum Broadway in New York – immer mit einem Augenzwinkern dabei: die Erinnerung an die berühmte Broadway-Jahresrevue Ziegfeld Follies.

Übernahme einer Produktion der Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München, Studiengang Musical 

Die Chemnitzer Produktion wird exklusiv unterstützt durch eins – energie in sachsen.

 

 

 

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:2 h / keine Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:16.09.2017
Do, 16. November | 19:00 Uhr
 

Weitere Termine

19.05.2018Samstag19:00 Uhr   Opernhaus - Saal  

Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Jakob Brenner

Inszenierung Stefan Huber

Szenische Einstudierung und Resident Director Denis M. Rudisch

Choreografie Danny Costello

Choreografische Einstudierung und Dance Captain Timo Radünz

Bühne Karel Spanhak

Kostüme Heike Seidler

Dramaturgische Betreuung Lena Normann

Besetzung des Stückes

Besetzung
Mann im Sessel
Ralph Morgenstern
Marko Bullack 10.11. / 16.11.2017 / 18.03. / 19.05.2018
Pierre Sanoussi-Bliss 20.04.2018

Mrs. Tottendale
Nele Neugebauer

Underling
Jan Bastel

Robert Martin
Jannik Harneit
Peter Lewys Preston 14.12.2017

George
Marco Toth

Feldzieg
Tim Hüning

Kitty
Cassandra Schütt

Gangster 1
Timo Radünz

Gangster 2
David Schuler

Aldolpho / Hausmeister
Till Kleine-Möller

Janet van de Graaff
Katrin Merkl

Die beschwipste Anstandsdame
Sampaguita Mönck
Theresa Weber

Trix
Theresa Weber
Henriette Schreiner 14.12.2017 / 07.01. / 28.01. / 20.04. / 19.05.2018

Dienstmädchen / Reporter
Florentine Kühne

The Drowsy Jazz Orchestra

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„blickpunkt musical“ schreibt in Ausgabe 06/17

(…)
Durch die Handlung führt der Mann im Sessel, gespielt von Ralph Morgenstern. Mal überschwänglich begeistert, mal verbittert und zynisch kommentiert er als eine Art Conférencier das Geschehen. Immer wieder friert die Handlung auf der Bühne ein und der Zuschauer erfährt persönliche Ansichten des Erzählers oder Hintergrundinformationen zu den (fiktiven) Darstellern. Dabei gelingt es Morgenstern, den Zuschauer trotzdem zu fesseln. Die Pointen sind zeitlich passend gesetzt und die Interaktion mit dem Publikum wirkt spontan und erfrischend. Der Mann im Sessel ist bis auf eine Ausnahme durchgehend auf der Bühne und muss daher in jeder Sekunde präsent sein – eine Aufgabe, die Morgenstern mit Bravour meistert.
Katrin Merkl ist das Follies-Showgirl Janet van de Graaff. Ihr gelingt der Spagat zwischen glamourösem, leicht überheblichem Star und verliebter Frau, die ein normales Leben führen möchte. Ihre Songs bietet sie mit kraftvoller Stimme dar (…).
Ihr Verlobter Robert Martin wird verkörpert durch Jannik Harneit. Trotz der Rolle des eitlen Ölmagnaten gelingt es ihm, mit Charme, warmer Stimme und überzeugender Darstellung zu begeistern. Besondere Highlights sind ‚Kalte Füße‘ und ‚Wie ein Unglück, das einfach passier’n muss‘, in denen Harneit beim Steppen und Rollschuhfahren seine Tänzerischen Qualitäten unter Beweis stellen kann.
Sampaguita Mönck ist eine wunderbar beschwipste Anstandsdame, die (entsprechend ihrer großen Hymne) mit Zynismus und Alkohol durchs Leben ‚stolpert‘. Vor allem ihr Zusammenspiel mit Aldolpho gestaltet sich sehr dynamisch und witzig. Dieser wird dargestellt von Till Kleine-Möller, der den Latin-Lover mit reichlich schmierigem Charme, Temperament und südländischem Akzent ausstattet. Sein Lied ‚Ich bin Aldolpho‘ ist einer der Höhepunkte der Show. Dass er auch noch andere Akzente beherrscht, beweist Kleine-Möller als Berliner Hausmeister.
Impresario Feldzieg tritt nahezu immer zusammen mit Kitty auf. Tim Hüning und Cassandra Schütt verkörpern glaubhaft das ungleiche, komödiantische Duo und sorgen für zahlreiche Lacher. Timo Radünz und David Schuler bilden das nächste Komödiantenpaar: Sie verfolgen Feldzieg als zwei Gangster im Konditorkostüm und können als typisch ungefährliche Broadway-Gangster überzeugen.
Neben Janet und Robert, Aldolpho und der Anstandsdame sowie Feldzieg und Kitty findet sich ein weiteres Pärchen: Mrs Tottendale und ihr Butler Underling. Nele Neugebauer und Jan Bastel sind ein herrliches Paar, wobei vor allem Bastel durch seinen trockenen Humor gewinnt.
Marco Toth gibt den gestressten Trauzeugen und Roberts besten Freund George. Auch er begeistert in ‚Kalte Füße‘ mit seinen Steppkünsten und mit glaubwürdigem Spiel. Bleiben noch Florentine Kühne als Zimmermädchen und Reporter sowie Theresa Weber als Fliegerin Trix. Beide machen das Beste aus ihren kleinen Rollen.
Die Darsteller sind von Heike Seidler in detailverliebte Kostüme gekleidet, die zum Anlass einer Hochzeit passen. Die Figuren des Musicals heben sich dabei farbenfroh von den gedeckten Grautönen des Mannes im Sessel ab.
Das Bühnenbild von Karel Spanhak zeigt in erster Linie die Wohnung des Erzählers, lässt sich jedoch mit einigen Handgriffen und etwas Fantasie schnell in diverse Zimmer der Hochzeitsgäste oder einen Garten verwandeln. Durch die innovative Idee, Haushaltsgegenstände wie Waschmaschine oder Kühlschrank als Bühnenein- und -ausgänge zu benutzen, verschmelzen die reale Welt des Erzählers und die des Musicals noch mehr miteinander.
Danny Costello bewegt das Ensemble zu dynamischen Choreographien, die vor allem in den großen Szenen gut wirken. Das ‚Drowsy Jazz Orchestra‘ ist oberhalb der Bühne hinter einem halb transparenten Vorhang platziert und bringt unter Leitung von Jakob Brenner die mitreißenden Melodien mit Spaß zum Klingen.
Ein großes Kompliment geht an die Tonmeister Thomas Katt und Hartmut Knechtel sowie an das Ensemble, die zusammen für eine hohe Textverständlichkeit und einen runden Klang sorgen.
Stefan Huber übernahm die Produktion von der Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München (Studiengang Musical). Es gelingt ihm, sein Ensemble sicher durch die verstrickte Handlung zu führen. (…) das Stück bietet auch viele kleinere Witze, die beim Publikum gut ankommen. (…)
‚Es erfüllt, was ein Musical erfüllen soll: Es versetzt dich in eine andere Welt.‘ So die Meinung des Mannes im Sessel über das Musical. Und das schafft ‚Hochzeit mit Hindernissen‘ tatsächlich.

Lisa-Maria Mehrkens

„musicals“ schreibt in Ausgabe 12/2017

Ein rasantes Musical (…)
Der Plot (…) ist simpel und genial: Ein Mann mittleren Alters, Musicalfan, sitzt in seiner Wohnung und entdeckt in seiner Plattensammlung das angebliche Hitmusical von 1928 ‚Die beschwipste Anstandsdame‘ (‚The Drowsy Chaperone‘) und kommentiert Musik, Geschichte und Darsteller. Ein Musical wird dekonstruiert: raffiniert und intelligent. So macht uns der Mann, dessen Namen wir nicht erfahren, zum Komplizen eines überaus amüsanten Theaterabends. Für jeden verständlich. Trotzdem braucht die Truppe ein gewisses Durchhaltevermögen, bis auch das Publikum diese Parodie begreift, aber dann ist in Chemnitz der Theaterteufel los und das Publikum (…) nicht mehr zu halten.
Bei der Chemnitzer Aufführung handelt es sich um die Übernahme einer Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding und der Hochschule für Musik und Theater München (…). Wieder ist Ralph Morgenstern der Mann im Sessel. Liebenswürdig ironisch führt er uns durch den Abend und das Panoptikum irrwitziger Unterhaltung, sein Wohnzimmer verwandelt sich in der Fantasie des Zuschauers zur Showbühne. Karel Spanhak schuf einen Bühnenraum, der eine Slapstickkomödie gut bedienen kann und der viele Türen hat, und wenn diese für Auf- und Abgänge nicht genügen, dann müssen auch schon mal der mannshohe Kühlschrank oder der Gasherd in der Wohnküche herhalten. Die Jazzband ist praktischerweise hinter dem Bühnengeschehen platziert.
(…)
Regisseur Stefan Huber lässt die Truppe diese Musical Comedy ohne Pause spielen. Das erzeugt Tempo für die abgedrehte Geschichte und stellt Typen auf die Bühne. Da ist die Trotteligkeit von Mrs. Tottendale (Nele Neugebauer). Bei ihr denkt man ständig, sie wäre im falschen Stück. Ihr Butler (Jan Bastel), der bei aller Exaltiertheit von Mylady auch mal die Contenance verliert. Jannik Harneit ist der reiche Heiratskandidat, Sampaguita Mönck eine herrlich beschwipste Anstandsdame – immer dem Alkohol ein Stück näher als dem Anstand. Katrin Merkl gibt das schlichte und bescheidene Stargirl der Feldzieg-Truppe, Tim Hüning den Impresario – ein bisschen tumb, ein bisschen eitel.
Danny Costello choreografierte den Abend ziemlich unkonventionell und rasant. Jakob Brenner und sein Drowsy Jazz Orchestra lassen die musikalische Ahnengalerie der Roaring Twenties auferstehen (…)

Lutz Hesse

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 10/2017

Den Broadway der Roaring Twenties, wie kriegt man den auf eine Stadttheaterbühne? Und: Wie kriegt man den ohne Peinlichkeit in unsere Gegenwart? So: Man lässt einen auftreten, der sich in unserer Gegenwart verloren genug fühlt, um verklärt auf jenes Vergangene zurückzublicken, – und zeigt es uns so, wie er es sieht. Eine Idee, die bestens gelingt: Eine Bühne, bis in die kleinste Kleinigkeit hinein genau getroffen, lädt uns ein in das eher piefige Zuhause einer eher mausgrauen Existenz, und trüb gestimmt ist dieser Mann in Hausjoppe und Pantoffeln noch außerdem. Aber dann erklärt er schon einmal derart fein, was das für ihn heißt, dieses ‚trüb‘, dass wir schon ganz auf seiner Seite sind, lange bevor er auspackt, womit er uns über die nächsten zwei Stunden hinweg unterhalten wird. Seine trübe Stimmung nämlich weiß er aufzuhellen durch ein – normalerweise – einsames Rendezvous mit seinen Lieblingsschallplatten. Diesmal aber bittet er freundlich darum, eine davon uns vorspielen zu dürfen. Es ist das Musical ‚The Drowsy Chaperone‘ und wir sind natürlich einverstanden.
Diese ‚beschwipste Anstandsdame‘ hat es nie gegeben, aber das tut ihr keinen Abbruch. Im Gegenteil, so bietet sie Gelegenheit, sich ein Zwanziger-Jahre-Broadway-Musical genau so auszumalen, wie man es sich heute, im Rückblick, eben ausmalen mag: so knallbunt und so harmlos, so ausgelassen und verdreht, so gespickt voll mit Klischees und so komplett frei von schlechtem Gewissen wegen fehlenden Anspruchs, wie es keine Originalproduktion je geschafft hätte. Dieser gelinde Wahn- und völlige Unsinn macht genau deshalb einen solchen Heidenspaß, weil wir ihn sozusagen um die Ecke erleben: weil wir ihn sehen und hören mit den Augen und Ohren dessen, der es genießt, ihn endlich einmal teilen zu können! Und mitzuteilen: Denn er setzt den Tonarm auf die Schallplatte, lauscht bereits verzückt dem ersten Rauschen, und als die Musik einsetzt, zaubern sich ihm alsbald alle Figuren dieses Musicals in ‚Originalbesetzung‘ aufs Parkett. Er, der dieses Stück so in- und auswendig kennt, wie es einem mit seinen Lieblingsplatten nunmal ergeht, folgt hingerissen jeder vorausgeahnten Note, jedem Wort, jedem Tanzschritt. Und wir sollen unbedingt alles genau so genießen wie er selbst, also unterbricht er immer wieder, kommentiert nach und nach die Figuren, bereitet uns einmal auf seine Lieblingsszene vor, rät vor einer anderen Nummer davon ab, auf den läppischen Text zu achten, fällt hier mit ein in den Gesang, kann dort nicht anders, als ein wenig mitzusteppen, hat hier etwas einzuwenden, überspringt dort unnötige Wiederholungen oder aber lässt eine wichtige Stelle immer und wieder spielen. Ja, er verschuldet gar, da sein Telefon klingelt oder der Strom ausfällt, mehrfach eine komplette stimmungstötende Unterbrechung der Revue. Doch so, wie er sogleich selbst darüber klagt, findet das Geschehen gerade darin die Fortsetzung und Ergänzung auf einer anderen Ebene, die das Ganze unbedingt braucht, um heute ein Vaudeville von damals zu sein – eines, wie es damals gewiss nicht war.
Dazu braucht es diesen hinreißenden Ralph Morgenstern – oder Marko Bullack – als den ‚Mann im Sessel‘, aber braucht es außerdem erstklassige Sänger-Tänzer-Akrobaten-Spieler und auch die bekommen wir hier geboten. Da muss sich keiner auf die effektvoll kostümierte Farbigkeit seiner outrierten Figur verlassen: des Revuestars als Backfisch-Braut zum Beispiel, des Jüngelchens aus reichem Hause als Bräutigam mit Blendax-Lächeln, des Chaplin-Doubles, des tumben Sexy-Blondchens von Tanzgirl aus der zweiten Reihe oder des Abziehbilds von Latin Lover, Aldolpho, einer Knallcharge von Hispano-Italiano und Meisters des – wörtlich zu nehmen – Slapstick. Nicht zu vergessen jene Beschwipste selbst, für die kein Name besser passen könnte als der wahre ihrer umwerfenden Darstellerin: Sampaguita Mönck. Dazu eine Band allererster Sahne, die unseren modernen Ohren den Zwanziger-Jahre-Sound nicht trefflicher hinzaubern könnte: Hier stimmt alles.

Eske Bockelmann

Der „Online Merker“ schreibt am 24.09.2017

Mit Hindernissen darstellerischer oder inszenatorischer Art hatte diese Aufführung keineswegs zu kämpfen. Und dank dieser Feststellung dürfte auch der durchschlagende Erfolg (…) des Musicals aus der Feder von Lisa Lambert und Greg Morrison (Musik) und Bob Martin sowie Don McKellar (Buch) zu begründen sein. (…) Zusammengehalten wird das Ganze von der Figur des Mannes im Sessel, dem Erzähler, ein Part, der die einzelnen Nummern mit Zwischeninformationen verbindet (…). In dieser Aufgabe brillierte der Komödiant Ralph Morgenstern auf unnachahmliche Weise, überzeugte mit feinem, niemals aufgesetzten Humor, gelassener Selbstironie und menschlich anrührenden Tönen. (…) Mit der von ihm avisierten, sich in den Kopf setzenden kleinen Melodie hapert es hingegen. (…) Immerhin zehren die jeweiligen Titel von einem umwerfenden Rhythmus, der nicht nur allen Beteiligten in die Beine ging, sondern auch das schon etwas reifere Publikum zu stürmischem Beifall animierte. Eine blendende Vorgabe für das Drowsy Jazz Orchestra unter der furiosen Leitung Jakob Brenners, dessen musikantische Verve den zwanziger und dreißiger Jahren des verflossenen Jahrhunderts zu fröhlicher Urständ verhalf.
Dieses vorrangig dem Rhythmus verpflichtete Klangbild rollte dem im Metier versierten Choreographen Danny Costello quasi den gewünschten roten Teppich aus, auf dem er dem tanzfreudigen Ensemble Überdurchschnittliches abverlangte. Ins ‚Stolpern‘ (so eine der Nummern des Stückes) geriet hier niemand, ob man sich nun beim Steptanz oder Rollschuhlaufen beweisen musste. Als Dritter im Bunde der für den Erfolg der Aufführung Verantwortlichen erwies sich der Regisseur Stefan Huber, dessen Chemnitzer ‚Funny Girl‘-Inszenierung mir noch in dankbarer Erinnerung geblieben ist. Der erfahrene Theatermann orientierte auf ungebremstes Tempo, präsentierte eine Revue aus sich locker aneinander reihenden Nummern, wobei die sich vorrangig aus Absolventen diverser Musicalakademien rekrutierenden Mitwirkenden lustvoll einander die Bälle zuspielten. Hier Einzelleistungen hervorzuheben, hieße den Ungenannten Unrecht zuzufügen.
Karel Spanhak hatte ein Bühnenbild entworfen, dessen Zentrum ein überdimensionales Rundfunkgerät von anno dunnemals dominierte, das den einzelnen Handlungssträngen bestens assistierte. Die den zeitlich vorgegebenen Rahmen gleichfalls hervorragend bedienenden Kostüme entwarf Heike Seidler. Weiteren erfolgreichen Aufführungen dürften sich kaum Hindernisse in den Weg stellen.

Joachim Weise

Die "Freie Presse" schreibt am 18.09.2017

(...) Alle Darsteller agieren mit Spielfreude und schaffen es, auch dank des stil- und timingsicheren Drowsy Jazz Orchestra, die "Goldenen" 20er zu beschwören. Dabei erweisen sie dieser Ära die Reverenz und ziehen sie zugleich - den Kniefall dann doch vermeidend - ein wenig durch den Kakao. Auch die Bühne von Karel Spanhak trägt dazu bei. Als Kontrast zwischen das piefige Mobiliar des Appartements stellt er eine Installation, die überdimensional die Konturen eines alten Röhrenradios zeichnet - mit Sitzgruppe als Frequenzbereichsknöpfe, langem Skalenfenster darüber, abgedeckten runden Beleuchtungskörpern als Regler und textilbespanntem Lautsprecherfeld - hinter dem das Orchester sitzt.
(...) 

Torsten Kohlschein

„tag24.de“ schreibt am 17.09.2017

Rauschender Start in die neue Saison: Im Opernhaus (…) feierte (…) ‚Hochzeit mit Hindernissen‘ eine umjubelte Premiere.
(…)
‚Hochzeit mit Hindernissen‘ besticht durch mitreißende Melodien, kraftvolle Gesangstücke, tolle Tanznummern und Slapstick-Einlagen, die dem Publikum Tränen in die Augen treiben.
Ungewühnlich ist diesmal der Platz der Musiker (musikalische Leitung Jakob Brenner), die nicht im Orchestergraben sitzen, sondern in einem überdimensionalen Radio auf der Bühne (Bühne: Karel Spanhak).
Schauspieler Ralph Morgenstern hält während des turbulenten Stücks als Erzähler die Fäden zusammen und bereichert die (…) Handlung durch kleine Anekdoten und mit feiner Ironie. Beeindruckend die Steppnummer von Robert-Darsteller Jannik Harneit und der heiße Tango der beschwipsten Tante (Sampaguita Mönck) mit Latin-Lover Adolpho (Till Kleine-Möller).
Das Publikum feierte die zweistündige Inszenierung von Stefan Huber am Ende mit stehenden Ovationen. Dafür gab es eine kleine Zugabe vom großartigen Ensemble.

Victoria Winkel

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