Spielplan

Hänsel und Gretel - Grimmiges Märchen

Mi
14.
Februar
Figurentheater

Hänsel und Gretel - Grimmiges Märchen

in der Bühnenfassung von Andrea Czesienski

 
 

Wer kennt nicht die schaurig-märchenhafte Geschichte über die beiden tapferen Geschwister Hänsel und Gretel, die in großer Not beginnt und dennoch einen glücklichen Ausgang nimmt! Hänsel und Gretel, die Kinder eines armen Holzfällers, leben mit ihrem Vater und der Stiefmutter in der Nähe eines dunklen Waldes. Die Not schaut durch alle Ritzen und der Hunger nagt an den Menschen wie der Holzwurm am Haus. Zweimal werden die Kinder vom Vater und der Stiefmutter im gespenstischen Wald ausgesetzt, der voller Geheimnisse und Gefahren steckt. Einmal können Hänsel und Gretel zurückkehren, weil Kieselsteine ihnen, vom Mond erleuchtet, wie Silbertaler den Weg nach Hause weisen. Beim zweiten Mal bleiben ihnen nur ein paar Brotkrumen als Wegmarkierung. Als diese von den Vögeln des Waldes aufgepickt werden, finden Hänsel und Gretel nicht mehr aus dem Wald heraus. Schließlich kommen sie an ein Häuschen, das ganz aus Brot und Kuchen gebaut ist, mit Ziegelsteinen aus Tortenstücken und Rauch aus feinster Zuckerwatte. Die beiden schlagen sich ihre hungrigen Bäuche mit den schönsten Speisen voll und fühlen sich wie im Himmel. Das Haus aber gehört einer bösen Hexe, die nur darauf wartet, sie fressen zu können!

In ihrer Bühnenfassung hält sich Andrea Czesienski eng an die bedrückend-realistische und zugleich zauberhaft-atmosphärische Vorlage der Brüder Grimm. Frank Alexander Engel nimmt sie als Grundlage für seine Inszenierung und erzählt voller Poesie von den Geheimnissen des Waldes und der abenteuerlichen Reise, die Hänsel und Gretel schließlich mit einem Schatz in den Händen zurück nach Hause führt. Durch Feuer und Wasser, Tag und Traum, Wunsch und Wirklichkeit geht ihr Weg. Und im Dunkel der Nacht werden Träume wach, bedrohlich und verführerisch zugleich: Tiere lauern im Unterholz, ein silberweißer Vogel schaukelt auf einem Ast und singt ein wundersames Lied, ein Stiefmütterchen erblüht um Mitternacht blutrot und Kieselsteine funkeln wie silberne Sterne. Nachts im Wald begegnen wir unseren Ängsten, Willkür und Boshaftigkeit, die übermächtig scheinen und drohen, uns ins Feuer zu stoßen. Können wir diese aber überwinden, indem wir zusammenhalten und Glück wie Unglück teilen, wartet am Ende des Waldes ganz sicher der Anfang von etwas Neuem.

Spielort:Schauspielhaus - Kleine Bühne
Dauer:55 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 5 Jahren
Premiere:19.11.2016
Mi, 14. Februar | 10:00 Uhr
 

Bilder zum Stückes

Bilder

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie und Ausstattung Frank Alexander Engel

Dramaturgie Friederike Spindler

Besetzungsliste des Stückes

Besetzungsliste

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 22.11.2016

Zwischen Hunger und Hoffnung: ‚Hänsel und Gretel‘ behaupten sich im Chemnitzer Figurentheater gegen das Elend. Eine Feder für die Tochter, einen weißen Kieselstein für den Sohn und eine Blume vom Wegesrand für die Ehefrau: Die Mitbringsel des Vaters, der auf dem fernen Markt versucht hat, Holz zu verkaufen, sind bescheiden. Auch der Erlös seines Geschäftes ist so kläglich, dass die Stiefmutter aus dem Barmen nicht mehr herauskommt. Das bisschen Essen soll für vier Personen reichen? Einen ganzen Monat lang?

Grimmiges Märchen‘ heißt die ‚Hänsel und Gretel‘-Inszenierung des Chemnitzer Figurentheaters (…) im Untertitel – und das trifft es gleich in mehrfacher Hinsicht. Nicht allein, dass hier wieder einmal eine der bekanntesten Geschichten der Brüder Grimm auf die Bühne kommt und die Szenerie so einige schauerliche Momente parat hat – vor allem ist es die Lage im Hause des Holzfällers, die von einer grimmigen Atmosphäre geprägt ist, weil die Not regiert und alles liebevolle Miteinander nahezu unmöglich macht. Allein die Puppengesichter der Familie erzählen schon die halbe Geschichte. Frank Alexander Engel, der für Regie und Ausstattung verantwortlich zeichnet, hält sich in der Bühnenfassung von Andrea Czesienski dicht an das Original des Märchens. Da wird nichts verniedlicht oder geglättet. Das Elend ist hier fast physisch spürbar.

Die Puppenspielerinnen Mona Krueger und Franziska Dittrich stecken in dunkler Kleidung, die sie, wenn sie die Figuren führen, beinahe unsichtbar macht. Ausgesprochen feinfühlig und genau verstehen sie es, in kleinen Bewegungen den Puppen Gedanken und Gefühle zu entlocken. Eine winzige Neigung des Kopfes verrät hier zuweilen mehr als eine lange Textpassage. Dann wieder schlüpfen die beiden Akteurinnen selbst in Rollen des Stücks. Nicht zuletzt nutzen sie grazile Stabmarionetten, um die Handlung voranzutreiben. Dieser Mix der Mittel funktioniert bestens. Eindrucksvoll gelingt es in der Inszenierung für Kinder ab fünf Jahren, die verwunschene und auch gefahrvolle Atmosphäre des Waldes zu transportieren, in dem die Eltern aus purer Verzweiflung die Kinder aussetzen. Und natürlich ist die Hexe, die die bald ausgehungerten Geschwister mit ihrem Pfefferkuchenhaus anlockt, ein furchteinflößender Hingucker. Die sehr jungen Zuschauer sind in der Inszenierung hin und wieder wirklich von Grusel ergriffen, folgen aber ansonsten gebannt der Erzählung vom bitteren Alltag und von süßen Essensträumen, vom Zusammenhalt des Bruders und der Schwester, vom Mut Gretels, der bösen Hexe den Garaus zu machen, und nicht zuletzt von der Hoffnung, dass doch noch alles gut werden kann. Es gab viel Beifall für einen wahrhaft märchenhaften Nachmittag.

Uta Trinks
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