Spielplan

Feindliche Übernahme

Fr
08.
November
Schauspiel
Premiere

Feindliche Übernahme

Stückentwicklung zur wackelig gewordenen Grundordnung
URAUFFÜHRUNG

 
 

In beeindruckender geistiger Klarheit bereitete Nikolaus Kopernikus Anfang des 16. Jahrhunderts dem geozentrischen Weltbild in Europa den Anfang vom Ende. Seitdem dreht sich die Erde um die Sonne und nicht mehr umgekehrt. Nahezu fünfhundert Jahre später stellt der Philosoph Peter Sloterdijk fest: „Die Haupttatsache der Neuzeit ist nicht, dass die Erde um die Sonne, sondern das Geld um die Erde läuft.“ Damit weist er das freie Spiel der Märkte, den global und ungebremst agierenden Kapitalismus als die zentrale Struktur aus, welche alle gegenwärtigen Herausforderungen bestimmt, von der Klimaerwärmung bis hin zu den Ursachen weltweiter Migration. – Aus verschiedenen Perspektiven begeben wir uns in unserer Stückentwicklung auf die Suche nach neuen Narrativen, denn es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel.

Wir beginnen unsere Recherche in der Geschichte: Im 17. Jahrhundert gründeten Jesuiten im heutigen Paraguay sogenannte Reduktionen, in denen europäische Missionare und amerikanische Ureinwohner vergleichsweise friedlich zusammenlebten. Wirtschaftlich wie sozial erfolgreich – aus damaliger europäischer Perspektive nahezu eine Utopie des humanistischen Zusammenlebens – wurden sie Mitte des 18. Jahrhunderts aufgelöst. Unter anderem hatten spanische Großgrundbesitzer intensive Lobbyarbeit am spanischen Königshof geleistet, da ihnen unliebsame wirtschaftliche Konkurrenz erwuchs und zu viele Sklaven in die Jesuitenreduktionen entlaufen waren. – Auf das selbstzerstörerische Beharrungsvermögen von Gesellschaften verweist der US-amerikanische Historiker Jared Diamond. In seinem 2005 erschienen Buch Kollaps reflektiert er ökologische und ökonomische Ursachen des Niedergangs früherer Gesellschaften, insbesondere aber deren Unfähigkeit, sich neuen Herausforderungen zu stellen und gesellschaftliche Strukturen zu verändern. Schließlich recherchieren wir nach Chemnitzer Vordenkern, die unkonventionelle Wege beschritten.

Mal schräg, mal nachdenklich, mal laut, mal leise begeben wir uns auf eine Reise mit unbekanntem Ausgang. Regie führt der US-amerikanische Regisseur Brian Bell, der – übrigens – in einer Stadt am Rande des Llano Estacado aufwuchs, dem Handlungsort eines Romans von Karl May.

In Koproduktion mit dem Programm neue unentd_ckte narrative des ASA-FF e.V.

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem ASA-FF e.V. und dem Förderverein der Theater Chemnitz e.V.

 

Spielort:Schauspielhaus - Ostflügel
Dauer:noch nicht bekannt
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:08.11.2019
Fr, 08. November | 20:00 Uhr
Preis: 16,00 €
 

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Brian Bell

Bühne und Kostüme N. N.

Dramaturgie René Schmidt
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