© Kirsten Nijhof

Spielplan

Ein Maskenball

Fr
08.
Dezember
Oper

Ein Maskenball

Melodramma von Giuseppe Verdi
Libretto von Antonio Somma
(Stockholmer Fassung)

 
 

Stockholm und Umgebung 1792. Der schwedische König Gustav III. ist in Amelia, die Frau seines vertrauten Sekretärs Anckarström, verliebt. Die Magierin Ulrica warnt Gustav vor einem Attentat und verspricht Amelia gegen die verbotene Leidenschaft ein Kraut, das diese um Mitternacht auf dem Galgenberg finde. Dort treffen Gustav und Amelia aufeinander, gestehen sich ihre Liebe, versagen sich aber deren Erfüllung. Ein Irrtum führt zur Katastrophe: Anckarström fühlt sich betrogen. Aus Freunden werden Feinde, Eifersucht mündet in blinden Hass. Auch Gustavs Beteuerung der Unschuld Amelias kann daran nichts ändern. Auf einem Maskenball tötet Anckarström seinen Rivalen.

Keine seiner Opern verlangte Giuseppe Verdi so langwierige und zermürbende Auseinandersetzungen mit Zensurbehörden ab wie Ein Maskenball. Zu sehr fürchtete man in Neapel und Rom aufgrund der politischen Brisanz die aufwieglerische Kraft des Musiktheaters, die den Widerstand gegen die Fremdherrschaft der Bourbonen hätte befeuern können. Dabei diente Verdi und Somma das historische Attentat auf den umstrittenen König Gustav III. von Schweden 1792 lediglich als Rahmen für eine fiktive Beziehungstragödie. Aber offensichtlich war Schweden noch nicht weit genug weg: Das Autorenduo wurde gezwungen, die Handlung nach Boston Ende des 17. Jahrhunderts zu verlegen. So durfte das Melodram am 17. Februar 1859 in Rom uraufgeführt werden. Im 20. Jahrhundert avancierte die ursprüngliche „Stockholmer Fassung“, die Verdi nie auf der Bühne sah, zur meistgespielten Version. Verdi verschmolz höfische Lebenslust und Rokoko-Prunk, Mystik und Erotik zu einem packenden Musikdrama.

Die Regisseurin und Choreografin Arila Siegert setzte in Chemnitz bereits Faurés Pénélope, Webers Freischütz, Tschaikowskys Eugen Onegin und Offenbachs Hoffmanns Erzählungen mit überregional beachtetem Erfolg in Szene. Am Dirigentenpult gibt Guillermo García Calvo sein Premieren-Debüt als neuer Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz.

Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

 

 

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:2 h 45 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:02.12.2017
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
Fr, 08. Dezember | 19:00 Uhr
 

Weitere Termine

05.04.2019 Freitag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
14.04.2019 Sonntag 15:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
18.05.2019 Samstag 19:00 Uhr    
Opernhaus - Saal

Bilder zum Stückes

Bilder
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Rodrigo Tomillo
Dan Ratiu

Inszenierung Arila Siegert

Bühne Hans Dieter Schaal

Kostüme Marie-Luise Strandt

Chor Stefan Bilz

Dramaturgie Susanne Holfter

Besetzung des Stückes

Besetzung
Gustavo
Ho-Yoon Chung

Anckarström
Andreas Beinhauer

Amelia
Leah Gordon

Ulrica
Bernadett Fodor

Oscar
Guibee Yang

Cristiano
N.N.

Horn
Magnus Piontek

Ribbing
N.N.

Richter
Edward Randall

Diener
Tommaso Randazzo

Chor, Extrachor und Chorergänzung der Oper Chemnitz

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„Der Neue Merker“ schreibt in Ausgabe 02/2018

Für Arila Siegert und ihr Team ist ‚Un ballo in maschera‘ ein sehr vielschichtiges Stück. Die Dreiecksbeziehung, die zwischen Gustavo, Amelia und Renato ausgetragen wird, zeigt eigentlich das, was für die Gestaltung von Beziehungen sehr wichtig ist: Verantwortung und Vertrauen. Ohne gemeinsame Kommunikation geht nichts. Missverständnisse lösen Affekte aus, und die wiederum sind zerstörerisch. Insofern ist es logisch, dass das Bühnenbild von Hans Dieter Schaal und die von Marie-Luise Strandt entworfenen Kostüme und Requisiten keinen direkten historischen Bezug herstellen, sondern Assoziationen zum Heute zulassen. Schmucklose, leicht verschiebbare Betonwände beherrschen den Bühnenraum. Das Interieur beschränkt sich auf Wesentliches. Traumhafte und reale Vorgänge sowie tragische und komische Momente wechseln hier ab. Die Vielschichtigkeit der Handlung spiegelt sich auch im Gebrauch der Masken wider. (...) Dass Frau Siegert eine besondere Affinität zum Tanztheater hat, ist bekannt. Ihre Inszenierung ist von Bewegung geprägt. Und aufgrund dieser Choreografie entstehen Beziehungen, die auch dazu beitragen, dass Verdis musikalische Intentionen eine zusätzliche Dimension erhalten. Besonders deutlich wird das an der Figur des Pagen. Scheinbar unbekümmert tänzelt er durch das Stück. Mit seinen Späßen lenkt er ab und ermöglicht somit, dass Ernstes und Wichtiges übersehen und ignoriert wird. Und auch an diesem Punkt ist die Inszenierung wieder im Heute. Vergnügungssucht verdrängt Probleme, löst sie aber nicht. Die ernstgemeinten Warnungen einer Ulrica werden als Scherze und Possen abgetan. Die Inszenierung lebt von durchaus beeindruckenden Bildern und Momenten. Der Galgenberg zu Beginn des 2. Aktes mag ein Beispiel dafür sein. Unheilverkündende Wolkengebilde brauen sich im Hintergrund zusammen. Die Toten erwachen, stehen auf und bedrängen Amelia. Besser lässt sich deren Verzweiflung gar nicht beschreiben.
Noch stärker ist jedoch die musikalische Umsetzung. Verdi enthüllt mit seiner Musik Befindlichkeiten der menschlichen Seele. Zugegeben: Die Oper besitzt dramatische Schlagkraft. In seinem Dirigat verzichtet Attilio Tomaselli jedoch auf entsprechende Knalleffekte. Mit den Damen und Herren der Robert-Schumann-Philharmonie zelebriert er ein sehr differenziertes und transparentes Klangbild, das mitunter kammermusikalische Züge annimmt. Und dennoch bleiben Leidenschaftlichkeit und Dynamik nicht auf der Strecke.
Die Amelia von Maraike Schröter besitzt ein hohes Maß an Bühnenpräsenz. Sie verkörpert eine Frau, die Gattin, Mutter und Geliebte ist. In der Inszenierung von Arila Siegert steht sie gleich zu Beginn auf der Bühne. Das ist schlüssig, denn somit erfährt der Zuschauer, was sich im Unterbewusstsein ihrer Partner abspielt. Die Sopranistin ist mit ihrer substanzreichen Stimme den Anforderungen der Partie durchweg gewachsen. Sie weiß Gefühle und Verzweiflung auszudrücken, beeindruckt mit Ausdrucksintensität und makellos geführter Stimme. Ho-Yoon Chung ist ein recht jugendlicher Gustavo III., der klangschön und gelöst singt. Seine Stimme besitzt Schmelz und Kultur. Auch er kann sich in die Gefühlswelten seiner Figur hineinversetzen. Paolo Rumetz als Anckarström hat eine kräftige und ausladende Stimme. (…) Mit Silvia Micu konnte das Haus eine Sängerin aufbieten, die die unterschiedlichen Facetten des Pagen Oscar sehr nachvollziehbar gestalten kann. Quicklebendig wirbelt sie über die Bühne und gefällt zudem mit ihrem vital geführten, perlenden Koloratursopran. Vom Habitus her ist die Ulrica in der Chemnitzer Inszenierung kein dämonisches Wesen. Im Gegenteil. Sie ist eher eine weise Frau, deren Prophezeiungen wie die Kassandrarufe kein Gehör finden. Die noch am Beginn ihrer Laufbahn stehende Sängerin Alexandra Ionis verfügt bereits über beachtliches Material. Ihr Gesang klingt sehr natürlich. Ihre Stimme hat Kraft, Geschmeidigkeit und Glut.
Magnus Piontek konnte als Graf Horn überzeugen. Sein Bass besitzt das nötige Volumen, um einer Figur auch etwas Bedrohliches zu verleihen. (…) In seinem kurzen Auftritt als Richter konnte einmal mehr das langjährige Mitglied der Oper Chemnitz Edward Randall mit ausgesprochen klarer Diktion überzeugen. Andreas Beinhauer war als Cristiano präsent, ebenso Hubert Walawski als Amelias Diener.
Im ‚Maskenball‘ kommt dem Chor eine exponierte Rolle zu. Seine Auftritte sind vielschichtig und vielgestaltig. Sie verlangen Intensität und Ausdrucksvermögen. Stefan Bilz hatte sein Ensemble akribisch auf seine Aufgaben vorbereitet. Es wurde klangschön und homogen gesungen. Die Regisseurin forderte zudem viel Bewegung. Auch diesem Anspruch wurde der Chor bestens gerecht, denn die Auftritte haben klare Strukturen.
Ein kurzweiliger, spannender und vor allem musikalisch stimmiger Opernabend!

Christoph Suhre

„concerti“ schreibt in Ausgabe 01/2018

Arila Siegert sowie ihre Ausstatter Hans Dieter Schaal und Marie-Luise Strandt zeigen die heute fast schon altmodische Tugend der genauen Gedankenführung, die sich den Brüchen und Vielschichtigkeiten der Werke mit geistvoller Fülle stellt. Hier sucht vor hohen Mauern und Gittern eine reglementierte Gesellschaft mit Jux, Tollerei und Verkleidung das gefährdende Amüsement. Dieses Dahintänzeln in düsterer Zeitlosigkeit steigern die glänzend präparierten Chorgruppen zu eisiger Marionettenhaftigkeit. In fast jeder Bewegung steckt Amüsierwut. Dazu liefert der neue musikalische Chef Guillermo García Calvo einen glänzenden Einstand. Er verlebendigt Verdis Sehnsucht nach der Geschmeidigkeit französischer Opern und reißt die Grenzen zwischen Deklamation und Melodien ein.

RD

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 01/2018

(…) Musikalisch ein Ereignis, Solisten, Chöre, Orchester, großartig. (…) eine Hofgesellschaft, die immer wieder ordentlich auf den Putz haut, und zwar, versteht sich, am liebsten auf einem Maskenball. Dem Chor und Extrachor der Oper – ich erwähne lobend Marcel Jähn, aber nur, weil er ein guter Freund von mir ist – bietet das Gelegenheit zu ein paar knackigen Auftritten, wiederum besonders gut einstudiert von ihrem Leiter Stefan Bilz: ein Glanzpunkt des Abends. (…) Verdi findet in diesem mixtum compositum Anlass zu Nummern in einer enormen Spannbreite unterschiedlicher Charakteristiken. Natürlich sind da die Arien vom Typ ‚Belcanto‘, unübertroffen für den, der’s mag. In meinen Ohren klingen aufregender, auch als die zuweilen dröhnend wuchtigen Höhepunkte, die kammermusikalisch intensiven Momente, von denen schon die Ouvertüre einige zu setzen weiß. Am schönsten aber war für mich Maskenball-Neuling die Entdeckung, dass Verdi auch Offenbach kann: Den Pagen Oscar lässt er als Soubrette in den Höhen herumhüpfen, als wäre er Madame Handschuhmacherin aus dem Pariser Leben.
Die Hauptsache an diesem Abend aber ist wieder die große Freude, unserer Philharmonie unter García Calvo zu lauschen! Man erlebt es, als wollten sich Orchester und Dirigent hier gegenseitig die Freude bereiten, dieser Musik alles zu geben. Ihnen gelten deshalb zum Schluss der heftigste Beifall und die enthusiastischsten Bravorufe.

Eske Bockelmann

„Dresdner Neueste Nachrichten“ schreiben am 14.12.2017

Musikalisch grandios, szenisch interessant (...)
Zwischen so massiven Wänden aus Beton, wie sie Hans Dieter Schaal für die sich rasch wandelnden Raumkonstellationen in Arila Siegerts Inszenierung der Oper ‚Ein Maskenball‘ von Giuseppe Verdi auf die Bühne des Chemnitzer Opernhauses gebracht hat, da muss man sich doch amüsieren, Masken tragen, Faxen machen, tänzeln, witzeln oder sich aus dem Kaffeesatz lesen lassen, was die Zukunft bringen wird oder auch nicht.
(…) als zähle nur der Augenblick, tanzt und singt jener junge Mann, den eigentlich nur noch das Programmheft als Gustavo III., König von Schweden benennt, mit den Attitüden eines sich wandelnden Schauspielers schon mal in der Pose eines Hamlet auf einer massiven Grabplatte, umgeben von lüsternen Schlipsträgern, die ganz offensichtlich opernhafte, spitze Dolche am Gürtel tragen.
Es ist ein Verdienst der Inszenierung, dass sie gerade diesem Spaßvogel viel Empathie widmet, wenn sie immer stärker herausarbeitet, dass hinter der Maske des Vergnügens auch die Zweifel, auch die Verunsicherung an diesem jungen Zeitgenossen nagen, der an dem existenziellen Zwiespalt zwischen der Liebe zu Amelia, der jungen Frau seines älteren, hier fast väterlichen Freundes und Sekretärs Renato Anckarström, zu zerbrechen droht und sich letztlich gegen seine Liebe, für ihn entscheidet. Es ist zu spät, den Freund hat die Eifersucht übermannt, die Verschwörer geben dem Mordkomplott politische Rechtfertigung, da hilft keine Maske, der Maskenball wird zum Totentanz, Renato ermordet Gustavo, der stirbt auf jener Grabplatte zwischen den Mauern aus Beton, die längst nicht mehr nur eine Gesellschaft der Maskenträger umgeben, sondern in ihren Köpfen sind.
(…)
Verdi, so witzig, tragikomisch, stark choreografisch von Arila Siegert inszeniert und dennoch in keiner Weise diskreditiert, mit den Kostümen von Marie-Luise Strandt, bei denen nicht nur die Zeiten, auch die Genres sich mischen. Formate der Commedia dell’arte treffen auf tragische Konstellationen der manchmal wie fremdbestimmt wirkenden Menschen. Der Chor übernimmt zuweilen auch optisch kommentierende Funktionen antiker Dramatik, was aber ästhetisch auch schon mal den Broadway nach Chemnitz bringt und dann die ganz große Oper, wie man sie kennt, alle an die Rampe, Pantomime wie im klassischen Ballett.
Und genau solche Momente sind es dann auch, in denen die Musik sich über die Szenen erheben kann, denn in Chemnitz kann man mit Sängern des Hauses und Gästen ein grandioses Ensemble erleben. Im Gesang fällt jede Maske.
Der Tenor Ho-Yoon Chung als Gustavo ist ein besonderes Erlebnis. Wann gehen Spiel und Gesang so stimmig ineinander über? Wann bekommt die Dynamik einer so widersprüchlichen Entwicklung so differenzierte Facetten? Wann sind sogar exponierte Töne völlig frei von bloßen Demonstrationen des Könnens, sondern fügen sich ganz im Sinne Verdis, der hier noch Traditionen des Belcanto verpflichtet ist, in den Gesamtklang der Interpretation? Das kann man in Chemnitz erleben.
Maraike Schröter als Amelia ist ebenfalls mit ihrer Bewährung im großen, italienischen Fach eine Überraschung, das ist kein Ausflug, das ist eine Entwicklung. Mit so reifer wie charaktervoller Baritonstimme gibt Paolo Rumetz in stimmiger Korrespondenz zur Gestaltung der Rolle den Renato und in der besuchten Vorstellung erlebt man Guibee Yang sehr spielfreudig aufgedreht mit hellem Sopran als Pagen Oscar. (…) Trefflich besetzt in den kleineren, ganz und gar nicht nebensächlichen Partien Andreas Beinhauer als junger Matrose Cristiano sowie Magnus Piontek und Eric Ander als Feinde des Königs. Aufhorchen lässt bei seinem kurzen Auftritt Edward Randall als Richter (…).
Zunächst sind es vor allem die Herren des Opernchores, verstärkt durch Gäste und Mitglieder des Extrachores, dann auch gemeinsam mit den Damen, in der Einstudierung von Stefan Bilz, die für wahrhaft große Momente dieses musikalisch außergewöhnlichen Opernabends sorgen, bei dem erstmals Guillermo García Calvo in seiner Funktion als neuer Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz am Pult der Robert-Schumann-Philharmonie zu erleben ist. Es ist ein Erlebnis. Ein Anwalt der Sänger, der ihnen stets ein so sicheres wie situationsgerechtes Klangfundament bereitet und zudem die Vorzüge des Orchesters zu schätzen und herauszuarbeiten weiß. Hier wird nicht gelärmt, hier wird musiziert, hier wird die große Oper zum Kammerspiel der Klänge, was selbst in den opulenten Ensembleszenen nicht verloren geht.

Boris Gruhl

Die „Sächsische Zeitung“ schreibt am 11.12.2017

Mit der Oper ‚Un Ballo in Maschera –Ein Maskenball‘ hat der neue Chefdirigent Guillermo García Calvo seine erste Opernpremiere in Chemnitz dirigiert. Unter seiner Leitung war ein harmonisch-abgestimmter, sehr genau und klangschön musizierter Verdi mit dramatischen Höhepunkten zu erleben. Die Robert-Schumann-Philharmonie bewies einmal mehr ihre Qualität. Sehr präsent war der durch Extrachor und Chorgäste verstärkte Opernchor, ein überzeugendes Solistenensemble ließ die Aufführung zu einem Hörgenuss werden.
(…)
Großartig, überaus wandlungsfähig und immer auf der Höhe ist Ho-Yoon Chung als Gustavo. Er zeigt im Spiel, wie widerspruchsvoll seine Figur sein kann, unberechenbar und lustvoll, schwärmerisch bis zur Melancholie, von Zwängen bedrängt, die er zu ignorieren neigt. (…) Kräftige Präsenz zeigt Paolo Rumetz als Renato (…).

Jens-Daniel Schubert

Die „Freie Presse“ schreibt am 04.12.2017

Verdis Oper ‚Ein Maskenball‘ gerät in der Chemnitzer Inszenierung zum dramatischen Reigen aus Liebe, Politik und Eifersucht und glänzt mit starken Frauenrollen. Zudem hat der Dirigent seine Feuerprobe bestanden.
(…) Calvos Auftakt lässt Großes ahnen.
Im ‚Maskenball‘ präsentierte er schon in den ersten Minuten seine ganz eigene Handschrift. Musikalisch setzte er auf Reduktion, auf ein sachtes Herantasten an den großen Stoff, auf die leisen Töne. Dabei platzierte er Pausen gekonnt und gab einzelnen Instrumenten Raum zur Präsentation. Verdis Melodien versetzte die Robert-Schumann-Philharmonie mit Leichtigkeit und setzte damit sowohl Kontraste als auch stimmige Ergänzungen zum tragischen Bühnengeschehen. (…) Das variable Bühnenbild des Architekten Hans Dieter Schaal fügte sich aus Betonwänden zusammen und schuf eine bedrohliche und gefängnisartige Kulisse. Ein geschickter Zug, denn so ließ sich das Geschehen nicht mehr allein in der Vergangenheit verorten, sondern hätte genauso gut in Nordkorea oder anderen heutigen autoritären Regimen stattfinden können, in denen sich Höflinge um einen Alleinherrscher scharen. Die Wahl, die Hauptrolle des Gustavo III. mit Ho-Yoon Chung, einem gebürtigen Koreaner, zu besetzen, verstärkt die Assoziationen. Ein Gewinn. Denn eine westlich geprägte Rolle an einen asiatischen Sänger zu geben, verleiht dem Stück eine globale Ebene.
Die Glanzlichter, die die Inszenierung zum großen Erlebnis machten, waren aber drei sehr starke Frauen. Allen voran Maraike Schröter, die als Amelia Angelpunkt eines Liebesdreiecks wird und mit glasklarer Stimme ihrer Rolle, die symptomatisch für die Frau an sich, für die Mutter, die Geliebte, aber auch für das Objekt der Sehnsucht steht, Tiefe verleiht, die unter die Haut geht. Auch Alexandra Ionis als teufelsanbetende Wahrsagerin Ulrica sorgt für Gänsehautmomente. Mit rauchig tiefer Stimme zeugt sie von der Macht der Frauen, erzählt vom Schicksal und weiß sich gegen die dekadente lärmende Höflingswelt mit düsterer Würde zu behaupten. Dritte Dame im Bunde ist Silvia Micu, die den Pagen Oscar spielt. Mit tänzelnder Leichtigkeit singt und spielt sie die Narrenfigur, die das Geschehen vorantreibt und dabei Goldstaub aufwirbelt. Die Herren im Ensemble müssen sich mächtig anstrengen, um mit den Damen musikalisch Schritt halten zu können. Zumal der Chor im "Maskenball" geradezu zum Star avanciert. Inhaltlich bietet er den Hauptrollen einen Reflexionsrahmen, musikalisch ziehen die Damen und Herren sämtliche Register und zeigen sich auch in Spiel und Tanz mitreißend. (…) war der Applaus am Ende tosend. Die Inszenierung gefiel. Auch Guillermo García Calvo wurde gebührend honoriert. Denn ihm ist zu verdanken, dass die Chemnitzer Inszenierung von ‚Ein Maskenball‘ zu einem musikalischen Genuss geworden ist. Die Oper weckt die Neugier auf weitere musikalische, von Calvo interpretierte Klassiker.

Sarah Hofmann

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 04.12.2017

(…)
Ho-Yoon Chung spielt Gustavo lebensfroh und unbekümmert. Maraike Schröter ist eine stimmgewaltige, alles überstrahlende Amelia. Silvia Micu sorgt als Oscar für viel Heiterkeit und bringt eine gewisse Leichtigkeit in das Stück. Komplettiert wird die Inszenierung von einer großartigen Leistung des Chors.
(…) Passend zum düsteren Thema der Oper sind Bühne (Hans Dieter Schaal) und Kostüme (Marie-Luise Strandt) überwiegend dunkel gehalten, nur wenige Farbtupfer hellen die Szenerie auf.
Die knapp dreistündige Inszenierung von Arila Siegert ist kurzweilig und hat trotz der Thematik zahlreiche heitere Momente. Das Publikum war begeistert. (…)

vw

„Bild Leipzig“ schreibt am 04.12.2017

(…) Groß: der Chor, herausragend: Paolo Rumetz und Silvia Micu (…).

Kröning

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