© Kirsten Nijhof

Spielplan

Die Walküre

Sa
12.
Januar
Oper
Ringzyklus Januar 2019

Die Walküre

Erster Tag aus dem Bühnenfestspiel "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner

 
 

Siegmund ist auf der Flucht und sucht Schutz bei Sieglinde und Hunding. Sieglinde, von Hunding geraubt und zur Frau genommen, erkennt in Siegmund ihren Bruder. Die Geschwister entbrennen in Liebe zueinander. Hunding fordert feindlich gesinnt Siegmund zum Kampf heraus. Wotan jedoch hat Siegmund auserwählt, für ihn den verlorenen Ring wiederzuerlangen. Siegmund erhält Brünnhilde von Wotan für den Kampf unterstützend zur Seite gestellt. Fricka prangert den Ehebruch Sieglindes und die Verbindung der Geschwister an. Sie erringt von ihrem Gatten Wotan das Versprechen, Siegmund zu stürzen. Brünnhilde entsetzt der Sinneswandel Wotans. Sie beschließt, Siegmund gegen Wotans Willen zu schützen, kann ihn aber nicht retten; Siegmund stirbt. Brünnhilde flieht mit der schwangeren Sieglinde vor dem Zorn Wotans in eine ungewisse Zukunft.

Am ersten Tag seiner Tetralogie konzentriert sich Richard Wagner auf das Innerste seiner Figuren. Nachdem im Rheingold Wotans in Kraft gesetzte Weltenordnung Risse bekommen hat, leuchten in der Walküre die Seelenleben der um Durchsetzung ihres Willens Ringenden auf und offenbaren Zwang und Besessenheit. Wotans und Frickas Auseinandersetzung, aufgespannt zwischen Abscheu und Zuneigung, Brutalität und Zärtlichkeit, entfaltet sich zu einem Dualismus der Vernichtung. Brünnhilde trotzt dem Unausweichlichen und macht Rettung von Leben zum Maßstab ihres Handelns.

Die niederländische Regisseurin Monique Wagemakers wurde für ihre Inszenierung von Madama Butterfly an der Staatsoper Stuttgart 2006 vielfach gerühmt und im Magazin Opernwelt als Regisseurin des Jahres nominiert. Weiter inszenierte sie Carmen an der Staatsoper Hannover, Rigoletto und Lucia di Lammermoor an der Nederlandse Opera Amsterdam, Ariadne auf Naxos und Il barbiere di Siviglia am Nationaltheater Mannheim sowie Tristan und Isolde am Staatstheater Nürnberg.

Aufführung mit deutschen Übertiteln 

Gefördert von 

 

 

 

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:5 h / 2 Pausen
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:24.03.2018
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
Sa, 12. Januar | 16:00 Uhr
Preis: 27,00 bis 54,00 €
 

Weitere Termine

19.04.2019 Freitag 16:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
01.06.2019 Samstag 16:00 Uhr    
Opernhaus - Saal

Bilder zum Stückes

Bilder
© Kirsten Nijhof
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo

Inszenierung Monique Wagemakers

Bühne Claudia Weinhart

Kostüme Erika Landertinger

Dramaturgie Susanne Holfter

Besetzung des Stückes

Besetzung
Siegmund
Viktor Antipenko

Hunding
Magnus Piontek

Wotan
Aris Argiris

Sieglinde
Astrid Kessler

Fricka
Bernadett Fodor
Anne Schuldt

Brünnhilde
Stéphanie Müther

Helmwige
Guibee Yang

Gerhilde
Regine Sturm

Ortlinde
Jana Büchner

Waltraute
Anne Schuldt
Sylvia Rena Ziegler

Siegrune
Susanne Müller-Kaden

Roßweiße
Diana Selma Krauss

Grimgerde
Nathalie Senf

Schwertleite
N.N.

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„orpheus“ schreibt in der Ausgabe Mai/Juni 2018

(…) Regisseurin Monique Wagemakers kommt mit ihrem Team (Bühne: Claudia Weinhart, Kostüme: Erika Landertinger) in der ‚Walküre‘ ohne Gewohntes und für den Fortgang der Götter- und Menschensage Wichtiges aus. Es gibt weder Weltesche noch Notung. Die Walküren sind waffenlos und Wotans Abschied von Brünnhilde im Feuerzauber findet trotz Feuergott Loge ohne züngelnde Flammen statt. In der packenden, hochemotionalen Inszenierung von Monique Wagemakers zeigt sich, dass das Schwert Notung für die Zwillinge und Liebenden Siegmund und Sieglinde Hoffnung, Rettung und Vertrauen ist. Der fast zärtliche Abschied Wotans von Brünnhilde im musikalischen Feuerzauber macht die tiefe Verbundenheit des Göttervaters zu seiner Tochter auf wunderbare Weise deutlich. Die Inszenierung ist ganz Familientragödie. Die Geschichte wird ohne Verfremdung als Kammerspiel aus der Sicht von Siegmund und Sieglinde, Brünnhilde und den Walküren als Kinder Wotans erzählt. Immer wieder spielt das traumatische Erleben der durch tragisches Geschick getrennten Zwillinge eine Rolle. Dafür findet die Regisseurin berührende Bilder, wenn ein Kinderpaar zum Spiegel für die gemeinsame Kindheit von Siegmund und Sieglinde wird. Die Robert-Schumann-Philharmonie unter Felix Bender spielt mit Klangschönheit und Facettenreichtum, ganz auf die Kammerspiel-Intimität abgestimmt. Eine Glanzleistung, die die Sänger zu Höchstleistungen animiert. Zu den großen Momenten dieser ‚Walküre‘ gehören die erste Begegnung von Siegmund und Sieglinde und das Erwachen der tiefen zuneigung. Zoltán Nyári (Siegmund) und Christiane Kohl (Sieglinde) sind musikalisch wie darstellerisch von großem Format. Die Szenen zwischen Wotan und Brünnhilde sind von Zuneigung, Gehorsam, Zärtlichkeit und Rebellion getragen. Dara Hobbs als Brünnhilde meistert die Partie als Hochdramatische nahezu mühelos, macht eine Entwicklung vom Mädchen zur Frau nachvollziehbar. Sie und Aris Argiris als kraftvoller Wotan singen, besonders im Feuerzauber, auf höchstem Niveau. In Wotans Auseinandersetzung mit Fricka (Monika Bohinec) dominiert das Manipulative. Die acht makellos singenden Walküren werden von der Regie nicht nur in der großen ‚Hojotoho!‘-Szene subtil und dramatisch-wirkungsvoll geführt. So wie Hunding in seiner Brutalität (überzeugend: Magnus Piontek), zeigen auch Brünnhilde, Wotan und Fricka menschliche Züge. Durch das Spiel an der Rampe werden die Grundtriebe Liebe, Verzweiflung und Machtstreben besonders deutlich. Ein großes Kreuzgewölbe in wechselnden Positionen, effektvoll illuminiert, beherrscht die Bühne, Videoprojektionen illustrieren die Szene. Ein transparenter Vorhang trennt, vereint, verklärt und wird von den Walküren zum finalen Feuerzauber drapiert. Das Ende hat Symbolkraft: Wotan begegnet einem kleinen Jungen, streicht ihm über den Kopf. Es ist Siegfried. (…) Die Saga geht weiter: Standing Ovations und Bravi ohne Ende.

Herbert Henning

„Der Neue Merker“ schreibt in Ausgabe 05/2018

(…) Das musikalische Niveau war auch diesmal wieder frappierend. Felix Bender und die Robert-Schumann-Philharmonie musizierten Wagner so, wie man ihn sich besser eigentlich gar nicht wünschen kann. Die musikalischen Feinheiten des Werkes wurden akribisch herausgearbeitet. (…) Befindlichkeiten wurden hörbar und transparent gemacht. Leidenschaften wurden entfacht. Nichts wurde vordergründiger Effekthascherei geopfert. Vor allem aber bereiteten die Musiker im Graben den Sängern auf der Bühne einen Klangteppich, der begeisternd war. Keiner der Sänger wurde zum Forcieren gezwungen, so dass auch die Textverständlichkeit durchweg gegeben war.
Der 1. Akt wurde von drei Sängern getragen, die durch ihre frischen und unverbrauchten Stimmen gefielen. (…) Siegmund (…) Zoltán Nyári begann recht verhalten, ausgesprochen lyrisch, war aber spätestens bei den ‚Wälse‘-Rufen kraftvoll zur Stelle. Nachvollziehbar (…): Siegmund beruft sich auf das Schwert, das ihm in höchster Not versprochen ist und auf dessen Kraft er vertraut – das wiederum stärkt sein Selbstbewusstsein, so dass er die Waffe eigentlich gar nicht braucht. Aber er trifft auf einen Gegner, der rücksichtslos und brutal zuschlägt. Magnus Piontek gab dem Hunding ein klares Profil. Hier reift wirklich ein schwarzer Bass heran, der im Laufe der Zeit erfreulich an Volumen und Kontur gewonnen hat. Positives lässt sich auch von Christiane Kohl als Sieglinde berichten. Mühelos und mit leuchtenden Spitzentönen bewältigte sie ihren Gesangspart. Dass sie in der kommenden Spielzeit im Chemnitzer ‚Siegfried‘ die Brünnhilde singen wird, überrascht nicht. (…)
Die jubelnden ‚Hojotohos‘ der Brünnhilde, gesungen von Dara Hobbs, ließen nicht nur aufhorchen, sondern versprachen für den weiteren Verlauf des Abends einen gesanglichen Leckerbissen. Und den bescherte uns die Sopranistin tatsächlich. Die Sängerin feuerte nicht nur vokale Leuchtraketen ab, sondern sang ungemein differenziert und mit viel Sinn für das Bühnengeschehen. Mühelos wechselte sie die Register. Außerdem verstand sie es, leise Töne so darzubieten, ohne dass dabei die Stimme an Substanz und Ausdruck verlor.
Als Wotan verfügte Aris Argiris über die notwendige kernige und heldische Stimme. Spannungsgeladen baute er die große Erzählung des Göttervaters auf. Sie glich einem Krimi. Autoritär behauptete er sich im 3. Akt gegenüber den Walküren. Sanftere Züge waren von ihm zu hören, als er hernach allein mit Brünnhilde sinniert. Keinerlei Konditionsprobleme bereitete ihm Wotans Abschied. Das war durchweg beeindruckend. (…) Monika Bohinec gestaltete ihren Auftritt als Fricka als bühnenreife Show. Gleich einer selbstherrlichen Parlamentarierin las sie Wotan gehörig die Leviten. Dass der Göttervater dabei in die Knie ging, ist nachvollziehbar.
(…)

Christoph Suhre

„OPER! Das Magazin“ schreibt in Ausgabe 05/2018

(…) Christiane Kohl (…) schwingt (…) sich (…) zu derart heroischen Ausbrüchen auf, dass einem schlagartig auf beglückende Weise klar wird, sich in Chemnitz mit seiner langen und verdienstvollen Wagner-Tradition tatsächlich in einer Art sächsischem Bayreuth zu befinden.
Eine Brünnhilde, die man sich merken sollte, ist die Amerikanerin Dara Hobbs. Mit der Klarheit einer gut gespielten Bach-Trompete nimmt sie die Hürden dieser Partie, zeigt höchste Ausdauer und Kraft, kann aber auch in den sensiblen Momenten wie in der Todesverkündung im zweiten Aufzug überzeugen. (…) darstellerisch (…) liefert in der Gesamtbetrachtung von sängerischer und szenischer Interaktion unter den Frauen wohl Monika Bohinec als Fricka die überzeugendste Gesamtleistung. Als einzige Veteranin aus der ‚Rheingold‘-Inszenierung, wo man sie bereits als zänkische Göttergattin erleben konnte, zeigt sie fesselnde Bühnenpräsenz, gepaart mit einer stimmlichen Autorität, die allein schon ausreichen würde, um den in seinem Wahngespinnst gefangenen Wotan argumentativ in die Knie zu zwingen.
Hatte diesen in der vorangegangenen ‚Ring‘-Episode mit Krisztián Cser ein erstaunlich junger Sänger übernommen (im Übrigen eine tadellose Leistung), steht mit dem 1974 geborenen Griechen Aris Argiris nun eine erprobte Wotan-Variante auf der Bühne. Stimmstark und tiefgründig, voller Wucht und trotzdem samtig haucht er den geforderten Rollenaspekten von väterlicher Sanftheit bis zum göttlichen Grimm stets den richtigen Atem ein. Dem emotionalen und moralischen Niedergang seines Helden verleiht er dabei mit rein stimmlichen Mitteln eine ergreifende, geradezu erschütternde Dramatik. Als zweiter Vertreter des tiefen Registers empfiehlt sich mit tintenschwarzem Bass auch Magnus Piontek als finsterer Hunding. Klangprächtig und kraftvoll strahlt, last but not least, der Walkürenchor.
(…)

Stephan Schwarz-Peters

„Opernwelt“ schreibt in der Ausgabe Mai 2018

(…) Die ‚Wälse‘-Rufe (…) gelingen eindrucksvoll. Auch in der Wonnemond-Szene sorgt Nyári mit geschmeidig-warmem Tenor für Spannung in der Lieblichkeit. (…) Gleich in der Tempesta zeigt sich die Verbindung zwischen dem Ersten Kapellmeister Felix Bender und seinem Orchester: Wie am Lautstärkeregler einer Stereoanlage kann er den Sturm in Windeseile kommen und gänzlich verschwinden lassen. Wunderbar, wie er im zweiten Aufzug im Vorspiel den Walkürenrhythmus marcato als Schicksalsrhythmus herausarbeitet oder sich zu Beginn der dritten Szene die Klänge zum Liebesmotiv von Violine, Klarinette und Oboe nacheinander sanft ineinanderschmiegen.
Im zweiten Akt (…) mit dem stimmlich wie darstellerisch starken Machtpaar Wotan und Fricka (…). Energisch und selbstbewusst tragen sie ihren Ehestreit aus. Aris Argiris‘ Wotan versucht sich zu entziehen, Monika Bohinecs Fricka (wie schon im ‚Rheingold‘ mit beeindruckend dramatischem Mezzo) lässt das nicht zu. Im Folgenden spielt Argiris Wotans unterschiedliche Verzweiflungszustände wie auf einer Klaviatur seines bisweilen donnernden Baritons durch. Dara Hobbs als Brünnhilde gleitet sicher durch ihre Partie – besonders warm timbriert, mitfühlend-erhaben gelingt ihr die Rolle der Schicksalsverkünderin. Den Walküren zuzuhören, macht schlicht Spaß. (…)

Nora Sophie Kienast

Die „Leipziger Volkszeitung“ schreibt am 07.04.2018

(…) Monique Wagemakers weiß viel von heterosexuellen Konfliktmustern und zeigt das zweimal: Zuerst, wenn das hier keineswegs ganz von Tisch und Bett getrennte Lichtalben-Paar Fricka und Wotan aufeinandertrifft. Die sängerisch und szenisch hochlohende Fricka (Monika Bohinec mit bravourösem Temperamentsfeuerwerk) (…) attackiert, gewisslich gegen ihr besseres Wissen, den Göttergatten Wotan mit irreparablen Konsequenzen. Das knallt wie eine gute Strindberg-Aufführung. Später, im Mittelteil von Wotans Abschied, sitzen ‚Walvater‘ und sein ‚kühnes, herrliches Kind‘ Rücken an Rücken, Arm an Arm. Dieser rührende Moment stimmt (…) versöhnlich, auch weil Dara Hobbs eine intensive Brünnhilde ist. Ihre Walküre schmeichelt sich nicht mit glatten Tönen ein, sondern gewinnt durch Charakter und faszinierende Kraft. Christiane Kohls Sieglinde bleibt dagegen bis zum Schluss im geradlinig lyrischen Madonnenschein.
Magnet und Zentrum dieser Aufführung ist der Grieche Aris Argiris: Szenenkonform darf er erst mit vokalem Testosteron prahlen. Darauf legt er eine Wotanserzählung hin, bei der nicht nur Brünnhilde Hören und Sehen vergeht. Dem Kapital im zweiten Akt folgen auf dem Walkürenfelsen die von Aris Argiris in purem Gold ausgezahlten Zinsen – mit schier unerschöpflichem Atem und absolut rollenkonformer musikdramatischer Textur.
Die Solisten müssten sich nicht nur vor dem Publikum, sondern erst recht vor der Robert-Schumann-Philharmonie verbeugen. (…) Felix Bender hat detailliert geprobt. Da klingt jedes Sforzato, jedes Crescendo genau und pointiert. Das Blech singt immer und schmettert nur in den bei Wagner vorgesehenen Momenten. Bender bleibt dabei im stimmigen Fluss, lässt sich nie vom Sog des Augenblicks in anbiedernde Beschleunigung treiben und widersteht dort allen Versuchungen zum veräußerlichten Fortissimo, wo wagner eh schon bis zum Bersten stark ist. Nur dann attackiert er die Sänger aus dem Graben, wenn man ihn dazu nötigt wie zu den ‚Wälse‘-Rufen. Die Erregungskurve dieser Partitur mit ihren sich verdichtenden Emotionen wird an diesem Abend auf zutiefst beeindruckende Weise realisiert. Die Anwesenden (…) erkannten das und dankten mit einem beseligten Applaus-Crescendo.

Roland H. Dippel

Die „Frankfurter Rundschau“ schreibt am 04.04.2018

(…) hochwertige Solistentruppe (…). Zunächst einmal (…) bezaubert Rollendebütantin Christiane Kohl als Sieglinde, die mit einer lieblichen, sehr jugendlichen Agathe-Stimme meisterhaft besteht und zum (…) Abgang im dritten Aufzug mit reinstem Schönklang gewaltig auffahren kann. Ihr Partner Siegmund, der Ungar Zoltán Nyári, hält gut mit. Dass er etwas haushaltet, lohnt sich. Enorm dann das göttliche Trio: Aris Argiris (…) ist nicht nur ein kraftvoller und bis zum Schluss ohne hörbaren Verschleiß großer Wotan, er ist auch markant und über Stunden modulationsfähig. Und gibt es auch philosophischere Götter, so doch kaum menschlich sympathischere.
Wem stumpfsinnige Wotan-Darsteller ein Graus sind, bekommt hier etwas geboten. Monika Bohinec (schon im ‚Rheingold‘ dabei) ist eine ebenbürtige Fricka mit energischer, nicht schneidender, in den Mittellagen vollendeter Stimme. Titelheldin Dara Hobbs, das hochdramatische Sieglinde-Pendant, lässt fein austarierte Stimmkultur und erst am Ende forcierte Töne hören, wie überhaupt alle Beteiligten – auch der sonore Hunding von Magnus Piontek, auch die fitten Walküren – ohne die in Ringen schwer vermeidbaren Grobheiten und Gewaltakte auskommen. (…)
Felix Bender dirigiert die Robert-Schumann-Philharmonie gepflegt und verhalten (…). Das (…) lässt die (…) Sängerinnen und Sänger gut dastehen (…). Starke, sichere Instrumentalsoli bezeugen, dass es sich hier nicht bloß um ein zusammengekauftes Kunstprodukt handelt.

Judith von Sternburg

„Neues Deutschland“ schreibt am 27.03.2018

(…)
Keine Überraschung ist die Fricka von Monika Bohinec, die schon im ‚Rheingold‘ imponierte. Sehr wohl aber die Brünnhilde von Dara Hobbs. Mühelos bietet sie Großformatiges – auf ihre Götterdämmerungs-Brünnhilde darf man sich jetzt schon freuen. Magnus Piontek und Aris Argiris steuerten einen soliden Hunding und einen überzeugenden Wotan bei. (…) die Walküren (…) zogen (…) vokal fulminant vom (Sattel-)Leder (ihrer Schlachtrösser). Am Ende: Beifall für alle.

Roberto Becker

„o-ton.online“ schreibt am 26.03.2018

(…) Zoltán Nyári (…) ist ein sanfter Siegmund (…) Nyári singt ausdrucksstark und textverständlich (…). Spielerisch gelingt ihm die Umsetzung von Wagemakers‘ Intention. Ein wunderbares Rollendebut als Sieglinde gelingt Christiane Kohl, ihr jugendlich-dramatischer Sopran klingt frisch und unverbraucht, sie hat eine sehr warme Mittellage und gleichzeitig expressive leuchtende Höhen. Auch ihre Textverständlichkeit ist in der heutigen Zeit fast schon eine Ausnahme. Auch sie setzt das gefühlsbetonte Spiel in der Vorgabe von Monique Wagemakers eindrucksvoll um. Aris Argiris gibt den Wotan mit fulminantem Bariton und exzentrischem Spiel, so dass die Kategorisierung der Rolle von Wagemakers als ‚arroganter Narziss‘ von Argiris auch konsequent umgesetzt wird. Sein musikalischer Ausdruck aber ist der eines ganz Großen und sein berührender Abschied von Brünnhilde ‚Leb wohl, du kühnes herrliches Kind‘ vielleicht der emotionalste Moment des Abends. Magnus Piontek, der im Chemnitzer ‚Rheingold‘ einen eher balsamischen Fasolt gegeben hat, darf hier als Hunding eine ganz andere Facette seines Könnens zeigen. Mit seinem markanten Bass und seinem martialischen Auftreten verleiht er der Rolle des Hunding etwas Archaisches (…). Dara Hobbs gefällt als hochdramatische Brünnhilde, mit starkem Ausdruck und intensivem Spiel. (…) Monika Bohinec, die schon als Fricka im ‚Rheingold‘ zu reüssieren wusste, gibt auch mit dieser Partie in der ‚Walküre‘ einen überzeugenden Auftritt und zwingt ihren Göttergatten Wotan mit weiblichem Charme, aber vor allem auch mit kraftvollem Ausdruck, von seinem Schutz für Siegmund abzurücken. Das Oktett der Walküren harmoniert stimmlich gut miteinander, und Guibee Yang singt die Helmwige besonders kultiviert.
(…)
Das Chemnitzer Publikum nimmt die Vorstellung dankbar auf, es gibt großen Jubel für die Protagonisten einschließlich Dirigent und Orchester, und auch das Regieteam um Monique Wagemakers darf sich über einen warmherzigen Applaus (…)freuen. Das Publikum erhebt sich ab dem zweiten Vorhang von den Sitzen. (…)

Andreas H. Hölscher

Die „Sächsische Zeitung“ schreibt am 26.3.2018

(…) Regisseurin Monique Wagemakers stellt menschliche Beziehungsgeschichten in den Mittelpunkt. Es gelingen ihr starke, bewegende und mitreißende Szenen.
(…)
Regisseurin Wagemakers verzichtet auf konzeptionell aufgeladene szenische Überhöhungen. Claudia Weinhart hat einen archaischen Bühnenraum, düstere Gewölbe gebaut. Der Assoziationsraum kann eine leuchtende Rückseite zeigen. Die kostüme bedienen die Fantasie. Lange Mäntel aus Leder und Fell für die Männer, Reithosen und rosa Brustpanzer für die Walküren, Reifröcke für die Göttinnen.
Ein riesiger Gaze-Vorhang trennt Zuschauerraum und Bühne. Er öffnet und schließt sich bedeutungsschwer (…). Auf das Schwert Nothung und den abschließenden Feuerring verzichtet die Inszenierung. Es sind nur Zeichen für Liebe, Beziehung, Schutz. Fallen sie allerdings weg, stehen die Sänger mit leeren Händen da. Vor allem, wenn Siegmund im ersten Aufzug Nothung erfleht und dann anpreist und das Schwert aber szenisch nicht existiert.
Letztendlich werden die Figuren auf sich und ihre Begegnungen geworfen. Und während Siegmund und Sieglinde eher ausdrucksstarke Gesangspositionen wechseln, sind die persönlichen Interaktionen zwischen Fricka und Wotan und noch gesteigert zwischen Wotan und Brünnhilde überaus spannend und auch schlüssig.
Beeindruckender Klangkosmos
Musikalisch und sängerisch war es ein beeindruckender Wagner-Abend. Felix Bender führte die Robert-Schumann-Philharmonie sicher durch den Klangkosmos. (…) der geradezu filmisch gemalte Background für die großen Gefühle insgesamt bewegend. Zoltán Nyári ist als Siegmund fast lyrisch, sehr leicht angelegt. (…) Monika Bohinec ist eine Fricka, die ganz Herrin ihrer Mittel ist und Wotan seine Grenzen aufzeigt. Der bekommt von Aris Argiris sehr menschliche Züge, gefangen in sich, manchmal regelrecht gebrochen, an der Grenze des Leistbaren, sich dann aber wieder zu beeindruckender Größe aufschwingend.
Großartig ist die Entwicklung von Dara Hobbs als Brünnhilde, die tatsächlich vom übermütigen Kind bis zur leidensfähigen Frau, von der großen Kämpferin bis zur Bittenden weite spielerische und stimmliche Ausdrucksmöglichkeiten entfaltet. Das Premierenpublikum zeigte sich von der gut verständlichen, eher konservativen Inszenierung wie den musikalischen Leistungen gleichermaßen begeistert. Hinfahren!

Jens Daniel Schubert

Die „Freie Presse“ schreibt am 26.03.2018

(…) sparsam, puristisch legt Wagemakers die Oper an. Zeitlos in der Kostümierung von Erika Landertinger wie im offenen, wie ausgebrannt wirkenden Kreuzgewölbe von Bühnenbildnerin Claudia Weinhart. Der Fokus liegt ganz auf den Handelnden. Selten befinden sich in den ersten beiden Akten mehr als zwei von ihnen zugleich auf der Bühne, und doch beeindruckt das Zusammenspiel etwa von Siegmund (Zoltán Nyári) und Sieglinde (Christiane Kohl), die sich als in der Kindheit bei einem Überfall auf ihre Behausung auseinandergerissenes Zwillingspaar erkennen und in Liebe entbrennen, durch Intensität, Dichte und Präsenz, die nachhaltig Eindruck hinterlassen. Ebenso die vergleichsweise kurze Szene, die Fricka (wie im ‚Rheingold‘ Monika Bohinec) ihrem Götter-Gatten Wotan (Aris Argiris) macht, ob seiner laxen Haltung zum Ehebruch und Inzest seiner – nicht ihrer – Kinder, auf den hin der gehörnte Hunding (Magnus Piontek) Siegmund zum Duell fordert. Eine Szene, in der Monika Bohinec brillant das Manipulative herausarbeitet, vor dem Wotan nach und nach einknickt, bis er ihr gelobt, Siegmund werde die Verbindung mit Sieglinde mit dem Leben bezahlen: ‚Nimm den Eid!‘ – Man hört seine Zähne vor Jahrzehnten Ehefrust förmlich knirschen.
Ob Walküre Brünnhilde (Dara Hobbs) Siegmund nun die Nachricht überbringt, er werde sterben (…) oder Wotan schließlich Brünnhilde ihre Strafe für ihr Handeln gegen sein Geheiß verkündet – überall merkt man den Widerwillen der Charaktere, die nur handeln wie sie handeln, weil sie nicht anders können. Speziell bei langen Solopartien deckt diese Oper auf, wie der gerade nicht zu hörende Sänger dennoch mimisch gefordert ist, sich zum Spiel seines Gegenübers zu verhalten.
Ganz andere Anforderungen stellen sich da an die acht Walküren-Darstellerinnen im dritten Akt, die im Ensemblespiel durchweg Soloqualitäten aufbringen, die denen der ‚großen‘ Partien in nichts nachstehen. Und die physisch so gefordert sind wie das übrige Ensemble (…). All das auf stimmlich höchstem Niveau – nicht einer zeigt hier ansatzweise Schwächen –, begleitet von der Robert-Schumann-Philharmonie unter Felix Bender, die dieses Kammerspiel auf großer Bühne vier Stunden netto kongenial untersetzt. Mit zehn Minuten begeistertem Applaus dankte das Publikum im ausverkauften Opernhaus. (…)

Torsten Kohlschein

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 26.03.2018

Große Begeisterung für ‚Die Walküre‘
(…) ‚Die Walküre‘ (…) löste Begeisterungsstürme aus.
(…)
Fünf Stunden dauert die Oper! Regisseurin Monique Wagemakers ist eine kurzweilige Inszenierung gelungen. Die Bühne ist als Gewölbe gestaltet, dessen grauer Farbton die bedrückende Stimmung und die Schicksalsschwere unterstützt.
Das Ensemble ist großartig: Aris Argiris als Wotan konnte mit seinem weichen Bariton die Gunst des Publikums gewinnen. Dara Hobbs fegt als Walküre Brünnhilde wie eine Naturgewalt über die Bühne. Als Sieglinde und Siegmund brillieren Christiane Kohl und Zoltán Nyári.
Die musikalische Leitung hatte Felix Bender inne, der mit der Philharmonie schon zur Pause zahlreiche ‚Bravo‘-Rufe erhielt, und die Begeisterung hielt sich bis zum Ende. Vom Publikum gab’s Standing Ovations.
(…)

V. Winkel

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