© Rolf Arnold

Spielplan

PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG

Mi
13.
Mai
Schauspiel
Spielplanänderung!
11. Sächsiches Theatertreffen

PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG

Schauspiel Leipzig

 
 

Heinrich von Kleist

Der preußische Reitergeneral Prinz Friedrich von Homburg soll sich auf die bevorstehende Schlacht gegen das schwedische Heer vorbereiten, wird stattdessen aber vom Kurfürsten und dessen Hofstaat schlafwandelnd aufgefunden. Der Kurfürst möchte den träumerischen Zustand Homburgs ausnutzen und unterzieht ihn einer Prüfung, in deren Verlauf Homburg seine innersten Wünsche preisgibt: Er spricht Natalie, die Nichte des Kurfürsten, als Braut und den Kurfürsten als Vater an. Bevor sich ihm beide entziehen können, streift er Natalie einen Handschuh ab. Nach dem Erwachen findet Homburg keine Erklärung für das Erlebte und überhört, mit den Gedanken einzig bei dem wundersamen Handschuh in seinen Händen, den Angriffsplan der bevorstehenden Schlacht gegen das schwedische Heer: erst auf ausdrücklichen Befehl einzugreifen. Und so schreitet Homburg verfrüht in die Schlacht ein und erreicht zwar einen Teilsieg, wird aber aufgrund der Gehorsamsverweigerung zum Tode verurteilt.

Angesichts des Todesurteils verlassen ihn alle Gewissheiten: Er bittet um sein Leben, bereit, all seine Posten niederzulegen und einer Heirat mit Natalie abzuschwören – nur leben will er dürfen. Der Kurfürst entscheidet sich schließlich, den Prinzen unter einer Voraussetzung zu begnadigen: dass dieser den Urteilsspruch für ungerecht erklärt. Doch das kann Homburg nicht mit seinem Gewissen vereinbaren. So erkennt er das Urteil an und entschließt sich für den Tod.

Heinrich von Kleists Prinz Friedrich von Homburg zeichnet einen von Widersprüchlichkeiten Zerrissenen, der seine inneren Wunschbilder nicht mit der äußeren Wirklichkeit, seine reiche Traumwelt nicht mit der drohenden Hinrichtung zu vereinen vermag. Kleist bezieht sich zwar auf historische Personen und Geschehnisse, nimmt sich aber große Freiheiten, um den Konflikt um den Prinzen von Homburg zuzuspitzen. Auch Kleist selbst war womöglich diese Zerrissenheit, die er in seinem Protagonisten formt, nicht fremd. Vier Monate nachdem er dieses Drama – sein letztes – vollendet hat, nimmt sich der nur 34-Jährige das Leben.

In seiner Inszenierung des Prinz Friedrich von Homburg verdichtet Preuss den kleistschen Text zu einer assoziativen Bilderwelt. Fokussiert auf die beiden zentralen Figuren Homburg und Natalie, scheinen traumwelthaft weitere Figuren auf, kondensiert auf nur zwei weitere Spieler und einen Chor. Bilderstark entdeckt die Inszenierung eine Homburg-Welt, die Preuss auch als die Gedanken-Welt Kleists begreift.

Philipp Preuss ist seit der Spielzeit 2015/16 Hausregisseur am Schauspiel Leipzig, wo er u.a. Stücke von Thomas Köck, Henrik Ibsen und Heiner Müller inszenierte. Der gebürtige Bregenzer studierte Regie und Schauspiel am Mozarteum Salzburg und arbeitet seit 2001 als freier Regisseur und bildender Künstler. Seine Inszenierungen liefen u.a. am Schauspielhaus Bochum, Theater Dortmund, Schauspiel Frankfurt, Deutschen Theater Berlin und am Residenztheater München. Preuss erweitert den Theaterbegriff in den Bereich der bildenden Kunst. Seine Ausstellungen waren u.a. in Bregenz, Wien und Mailand zu sehen.

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:2 h 15 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Information:Information: Einführung 30 min vor Vorstellungsbeginn / Nachgespräch im Anschluss
Mi, 13. Mai | 19:00 Uhr
Preis: 9,00 bis 25,00 €
 

Bilder zum Stückes

Bilder
© Rolf Arnold
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Philipp Preuss

Bühne Ramallah Aubrecht

Kostüme Eva Karobath

Musik/Live-Musik Kornelius Heidebrecht

Live-Musik Philipp Rohmer

Video/Live-Video Konny Keller

Dramaturgie Clara Probst

Besetzung des Stückes

Besetzung
Es spielen:
Anna Keil
Andreas Keller
Markus Lerch
Felix Axel Preißler
Chor
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