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Guillermo García Calvo, Robert-Schumann-Philharmonie © Nasser Hashemi
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Fr
07.
Mai
Philharmonie
8. Sinfoniekonzert

Mozart | Genzmer | Hindemith

Mit Fatma Said & Guillermo Carcia Calvo

Stadthalle Chemnitz

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzertarie Ch‘io mi scordi di te? – Non temer, amato bene KV 505

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 12 A-Dur KV 414

I. Allegro
II. Andante
III. Rondeau: Allegretto

Harald Genzmer
Prolog II (1991)

Paul Hindemith
Sinfonische Metamorphosen nach Themen von Carl Maria von Weber
Allegro
Turandot, Scherzo
Andantino
Marsh

Mit diesem Sinfoniekonzert setzt die Robert-Schumann-Philharmonie mit ihrem Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo die erfolgreiche Reihe der Rundfunkübertragungen bei Deutschlandfunk Kultur fort.

Eröffnet wird das Programm mit der Konzertarie Ch‘io mi scordi di te? – Non temer, amato bene KV 505 von Wolfgang Amadeus Mozart. In seinem Werkverzeichnis ist zu lesen: „Komp. 27. Dezember 1786 in Wien. Für Mselle Storace und mich“. Die englische Sopranistin Anna Selina Storace, die sich als Künstlerin Nancy Storace nannte, kam 1783 im Alter von 18 Jahren als Hofsängerin nach Wien. Sie galt damals als Ausnahmetalent, das bereits in ihrer Kindheit in London entdeckt und während ihrer Ausbildung in Neapel vervollkommnet wurde. Das Publikum lag ihr zu Füßen, die Komponisten schrieben ihr seitenweise Rollen auf den Leib. 1786 war sie die erste Susanna in Mozarts Oper Le nozze di Figaro. Ihren bevorstehenden Abschied aus Wien nahm er zum Anlass, ihr die leidenschaftliche Arie Non temer, amato bene mit dem vorangestellten Rezitativ Ch‘io mi scordi di te zu widmen. Und natürlich ließ er es sich nicht nehmen, den Klavierpart bei ihrem Abschiedskonzert am 23. Februar 1787 im Theater am Kärntnertor persönlich zu spielen. Den Solo-Gesangspart der Chemnitzer Aufführung übernimmt die ägyptische Sopranistin Fatma Said, die auf den internationalen Opern- und Konzertbühnen gleichermaßen zuhause ist und 2017 bereits als Solistin in Felix Mendelssohn Bartholdys Lobgesang in Chemnitz beeindruckte.

Für den Klavierpart tauscht Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo seinen Platz am Dirigentenpult mit dem am Flügel. Diesen wird er auch beim folgenden Stück innehaben, denn er interpretiert das Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414 von Wolfgang Amadeus Mozart, eines der schönsten seiner Art, selbst als Solist. Dieses Werk eroberte mit seinem kantablen, leichtfüßigen Stil und einem wunderbar klangvollen Streichersatz die Sympathie der Zuhörer schon zu Mozarts Lebzeiten im Sturm. Offensichtlich hatte ihn sein privates Glück, das ihm 1782 in Form der Heirat mit seiner geliebten Constanze zuteilwurde, dazu inspiriert, seine Freude in Töne zu fassen. Guillermo García Calvo wird in seiner Interpretation des Klavierkonzertes nicht die üblicherweise verwendeten Kadenzen spielen, sondern Ausschnitte aus Musica ricercata von György Ligeti: im ersten Satz das Stück Nr. 1 über den Ton a, im zweiten Satz das Stück Nr. 2, das Stanley Kubrick in seinem letzten Film Eyes Wide Shutverwendete, und im dritten Satz das Stück Nr. 6. Diese drei Stücke Ligetis beinhalten Töne, die in Mozarts Komposition in den jeweils letzten Takten vor den Kadenzen erklingen. Ligeti hat die insgesamt 11 Stücke der Musica ricercata Anfang der 1950er Jahre geschrieben. Mit sparsamsten musikalischen Mitteln wollte er „eine Neue Musik aus dem Nichts heraus“ entwickeln, wollte neue Perspektiven öffnen. So wird im ersten Stück zunächst nur ein Ton verwendet, zu dem am Ende noch ein zweiter dazukommt, das zweite Stück basiert auf drei, das dritte auf vier Tönen usw. bis zu zwölf Tönen im elften Stück. Guillermo García Calvo sagt zur Verwendung der Ligeti-Stücke in Mozarts Klavierkonzert: „Mit dieser Idee möchte ich zwei Komponisten verbinden, die durch Töne neue Welten geschaffen und damit uns allen Hoffnung gegeben haben.“

Den Ratschlag, den Leopold Mozart einst seinem Sohn gab, wonach Musik „angenehm in die Ohren gehen“ solle, könnte sich auch Harald Genzmer zu Herzen genommen haben. Ihm und seinem Lehrer Paul Hindemith ist der zweite Teil des Konzertes gewidmet. Beide gehören zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Harald Genzmer, der Jüngere von beiden und Schüler des Älteren, wurde am 9. Februar 1909 in Bremen geboren. Beinahe ein ganzes Jahrhundert umfasste sein Leben, eine Zeit, die er neben seinem kompositorischen Schaffen mit gleicher Leidenschaft der Lehre widmete: Ab 1946 unterrichtete er Komposition an der neugegründeten Hochschule für Musik in Freiburg, 1957 folgte er dem Ruf als Professor für Komposition nach München. Der Komponist Genzmer stand stets in Verbindung zu anderen Disziplinen, seien es die Literatur, die Bildende Kunst oder auch die Naturwissenschaften. Sein Motto „Musik soll vital, kunstvoll und verständlich sein“ setzte er in seinen Werken mit viel Fantasie sowie Einfühlungsvermögen in die technische und klangliche Ausdrucksvielfalt der einzelnen Instrumente um. Der Prolog II für Orchester entstand 1991. Er beeindruckt durch den Kontrast zwischen fulminanten, von markanten Schlagwerk-Rhythmen getragenen Passagen und kantabel-schwelgerischen Solo-Episoden.

Auch die Sinfonischen Metamorphosen über Themen von Carl Maria von Weber von Paul Hindemith sind von einer lichten Klangwelt geprägt und gehören zu den populärsten Werken des Komponisten. Hindemith schrieb sie im Alter von knapp 50 Jahren 1943 in der Emigration in den USA, die Uraufführung fand 1944 in New York statt. In vier Sätzen hat er Themen aus Webers Schauspielmusik zu Schillers Turandot sowie aus den Stücken für Klavier zu vier Händen verarbeitet. Das Besondere daran ist, wie Hindemith mit dem Weberschen Material umgeht. Ganz anders als beim klassischen Variationenprinzip präsentiert er die Themen vor der Veränderung nicht zunächst in Originalgestalt, sondern nimmt gleich eine Verwandlung in seinem Stil vor, was reizvolle kompositorische Möglichkeiten sowie interessante neue Hörperspektiven für das Publikum ermöglicht.

Das Konzert wird am 7. Mai 2021, 20.03 Uhr live durch Deutschlandfunk Kultur gesendet und steht anschließend für 30 Tage zum Nachhören zur Verfügung.

Fr, 07. Mai | 20:03 Uhr
 
Solistin Fatma Said
Dirigent und Solist Guillermo García Calvo
Robert-Schumann-Philharmonie
Spielort:Stadthalle Chemnitz
Premiere:07.05.2021
Information:Live-Übertragung des Konzertes durch Deutschlandfunk Kultur.
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