© Nasser Hashemi

Spielplan

Lohengrin

So
05.
April
Oper
Spielplanänderung!

Lohengrin

Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner

 
 

Auf dem Sterbebett hatte der Herzog von Brabant seine beiden Kinder Elsa und Gottfried in die Obhut von Graf Telramund gegeben. Doch nun ist Gottfried tot und Elsa soll seine Mörderin sein. Das jedenfalls behauptet Telramund, der gemeinsam mit Ortrud nach der Macht strebt. Jetzt soll die Schuldfrage geklärt werden. Telramund und ein von Elsa bestimmter Kämpfer müssen gegeneinander antreten. Gewinnt Letzterer, so ist damit Elsas Unschuld bewiesen. Keiner der Anwesenden wagt es, sich Telramund entgegenzustellen. In höchster Not fleht Elsa Gott um Hilfe an und tatsächlich erscheint ein Fremder. Er will für Elsa kämpfen, doch nur unter der Bedingung, dass sie ihn nie nach seinem Namen und seiner Herkunft fragen dürfe. Telramund wird von dem Fremden besiegt. Glücklich nimmt Elsa ihren Retter zum Mann. Doch wird ihr Vertrauen in den Fremden groß genug sein, das Frageverbot zu akzeptieren?

Lohengrin nimmt in Wagners Œuvre eine besondere Stellung ein. Die Geschichte um Macht, Glaube und nicht zuletzt um die Frage, ob und welche Bedingungen die Liebe stellen darf und welche Rolle das Vertrauen dabei spielt, beschäftigte ihn bereits Anfang der 1840er Jahre, als er sich mit dem Tannhäuser auseinandersetzte, und inspirierte ihn nur wenige Jahre später zur wohl emotionalsten Musik, die er je geschrieben hat. Als sie im September 1850 in Weimar zum ersten Mal erklang, konnte Wagner nicht dabei sein. Aufgrund seiner Beteiligung am Dresdner Mai-Aufstand wurde er steckbrieflich gesucht und war deshalb aus Deutschland geflohen. An Franz Liszt, der die Uraufführung in Weimar trotz der politisch schwierigen Personalie ermöglicht hatte, schrieb er danach voller Dankbarkeit: „Liebster Liszt, hatte ich recht, als ich in der Vorrede zum Kunstwerk der Zukunft schrieb, dass nicht der Einzelne, sondern nur die Gemeinsamkeit wahrhafte Kunstwerke schaffen könnte? Sieh, Du hast das Unmögliche geleistet, aber glaube mir, alle müssen das heutzutage Unmögliche leisten, um das in Wahrheit dennoch Mögliche zustande zu bringen.“

Für die neue Chemnitzer Lohengrin-Inszenierung ist der Regisseur Joan Anton Rechi erstmalig zu Gast in Chemnitz. Geboren 1968 in Andorra, arbeitete er bisher u. a. an den Theatern Barcelona, Bilbao, Bogotá, Freiburg, Madrid, Mainz, Oberhausen und an der Deutschen Oper am Rhein. Sein breit gefächertes Repertoire umfasst Werke wie Adriana Lecouvreur, Il barbiere di Siviglia, Die Csárdásfürstin, Król Roger, Der Mann von La Mancha und Salome.

Aufführung mit deutschen Übertiteln

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:4 h 20 min / 2 Pausen
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:25.01.2020
Matinee:Opernfrühstück 12.01.2020
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
So, 05. April | 15:00 Uhr
Preis: 29,00 bis 56,00 €
 

Weitere Termine

10.05.2020 Sonntag 15:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
01.06.2020 Montag 15:00 Uhr    
Opernhaus - Saal

Bilder zum Stückes

Bilder
Cornelia Ptassek, Stéphanie Müther, Martin Bárta © Nasser Hashemi
Cornelia Ptassek, Stéphanie Müther, Martin Bárta © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski © Nasser Hashemi
Szene mit Magnus Piontek, Till von Orlowsky, André Eckert, Tommaso Randazzo, © Nasser Hashemi
Szene mit Magnus Piontek, Till von Orlowsky, André Eckert, Tommaso Randazzo, © Nasser Hashemi
Szene mit Cornelia Ptassek, Andreas Beinhauer © Nasser Hashemi
Szene mit Cornelia Ptassek, Andreas Beinhauer © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Martin Bárta, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Martin Bárta, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Szene mit Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Szene mit Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Szene mit Maraike Schröter, Andreas Beinhauer, Mirko Roschkowski, Magnus Piontek, Martin Bárta, Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Szene mit Maraike Schröter, Andreas Beinhauer, Mirko Roschkowski, Magnus Piontek, Martin Bárta, Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Martin Bárta, Mirko Roschkowski, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Martin Bárta, Mirko Roschkowski, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Szene mit Martin Bárta, Stéphanie Müther, Magnus Piontek, Mirko Roschkowski, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Szene mit Martin Bárta, Stéphanie Müther, Magnus Piontek, Mirko Roschkowski, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
John Olsen, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
John Olsen, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Stéphanie Müther, Martin Bárta © Nasser Hashemi
Stéphanie Müther, Martin Bárta © Nasser Hashemi
Tommaso Randazzo, Florian Sievers, Martin Bárta, André Eckert, Till von Orlowsky © Nasser Hashemi
Tommaso Randazzo, Florian Sievers, Martin Bárta, André Eckert, Till von Orlowsky © Nasser Hashemi
Stéphanie Müther, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Stéphanie Müther, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Szene mit Andreas Beinhauer, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Szene mit Andreas Beinhauer, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Andreas Beinhauer © Nasser Hashemi
Szene mit Stéphanie Müther, Andreas Beinhauer © Nasser Hashemi
Szene mit Andreas Beinhauer, Stéphanie Müther, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Szene mit Andreas Beinhauer, Stéphanie Müther, Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Cornelia Ptassek, Mirko Roschkowski © Nasser Hashemi
Cornelia Ptassek, Mirko Roschkowski © Nasser Hashemi
John Olsen, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
John Olsen, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Maraike Schröter © Nasser Hashemi
Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Tommaso Randazzo, André Eckert, Florian Sievers, Till von Orlowsky, Martin Bárta, Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Tommaso Randazzo, André Eckert, Florian Sievers, Till von Orlowsky, Martin Bárta, Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Stéphanie Müther © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Mirko Roschkowski, Cornelia Ptassek © Nasser Hashemi
Magnus Piontek © Nasser Hashemi
Magnus Piontek © Nasser Hashemi

Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo

Inszenierung Joan Anton Rechi

Bühne Sebastian Ellrich

Kostüme Mercè Paloma

Chor Stefan Bilz

Dramaturgie Carla Neppl

Besetzung des Stückes

Besetzung
Heinrich der Vogler
Magnus Piontek 25.01. / 01.02. / 15.03. / 05.04. / 10.05.2020
David Steffens 22.02.2020

Lohengrin
Mirko Roschkowski 25.01.2020 / 01.02. / 05.04.
Benjamin Bruns 22.02.2020 / 15.03. / 10.05. / 01.06.
John Olsen (Probencover)

Elsa von Brabant
Cornelia Ptassek 25.01. / 01.02. / 15.03. / 10.05.2020
Maraike Schröter 22.02. / 05.04. / 01.06.2020

Friedrich von Telramund
Martin Bárta

Ortrud
Stéphanie Müther 25.01. / 15.03. / 10.05. / 01.06.2020
Monika Bohinec 22.02. / 05.04.2020
Andrea Baker 01.02.2020

Der Heerrufer des Königs
Andreas Beinhauer

Erster brabantischer Edler
Florian Sievers 25.01.2020 / 01.02. / 22.02. / 15.03.
John Olson 05.04.2020 /10.05.

Zweiter brabantischer Edler
Tommaso Randazzo

Dritter brabantischer Edler
Till von Orlowsky

Vierter brabantischer Edler
André Eckert

Edelknaben
Mitglieder des Kinder- und Jugendechores

Opern- und Extrachor der Oper Chemnitz

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Sächsische Zeitung" FEUILLETON schreibt am 26.01.2020

Neue Führer braucht das Land

Der „Lohengrin“ an der Oper Chemnitz überzeugt durch seine aktuelle Inszenierung.
Von Jens Daniel Schubert

Die Welt ist längst kaputtgespielt. So zeigt es das Bühnenbild vom „Lohengrin“. Die Wagner-Oper hatte am Samstag in Chemnitz Premiere. Der Applaus war riesig. Gerade für die musikalische Leistung von Orchester, gewaltigem Chor und Solistenensemble unter Guillermo García Calvo kannte der Jubel kaum Grenzen.

Bühnenbildner Sebastian Ellrich zeigt die Ruinen eines Vergnügungsparkes. Dahindurch marodieren „Volk und Edle von Brabant“ in zusammengewürfelten, heutigen Kostümen. Mercè Paloma gibt vielen Teile zirzensischer Uniformen. Auch König Heinrich, mit Epaulettenfrack, roter Krawatte und goldener Pappkrone, hat sich seine Machtutensilien irgendwo zusammengesucht.

Das Volk will einen Retter. Als Lohengrin im Rummelplatz-Schwan auftaucht, flackern Lichterketten und Leuchtreklamen wieder auf. Doch er passt nicht in diese Welt. Elsa ahnt es wohl als Erste.

Das Bild führt großdeutsche Rhetorik wie schwertblitzende Kraftmeierei ad absurdum. Allerdings scheitert die Konzeption an der Machtfrage. Archaischer Impetus statt anarchischer Vision. Die Inszenierung bleibt, gerade bei der Chorregie, häufig statisch. Die Stärke von Regisseur Joan Anton Rechi ist seine klare Figurenführung. Bei Ortrud ist es unbedingte Selbstbehauptung. Stéphanie Müther kämpft mit allen Mitteln. Sie singt kraftvoll, mitreißend und bewegend. Ihre Ortrud ist hinterlistig, intrigant und schließlich verzweifelt, wahnsinnig und zutiefst, geradezu mitleiderregend getroffen. Martin Bárta gibt den Telramund mit seiner strotzenden, aber hohlen Heldenpose kraftvoll. Nur selten werden die weinerliche Schattenseite dieses Mannes deutlich. Mirko Roschkowski ist ein strahlender Lohengrin. Seine Erscheinung, seine Stimme, seine Ausstrahlung sind nicht von dieser dystopischen Welt.

Der Zuschauer begreift mit Elsa, dass er nicht bleiben wird, nicht bleiben kann. Die Schlafzimmerszene, das Paar auf sich geworfen, gehört zu den ganz spannenden Momenten der Inszenierung. Sie erzählt von Elsa als einer starken, selbstbewussten jungen Frau. Cornelia Ptassek bringt dies scheinbar selbstverständlich und einnehmend mit dem Wagner’schen Text und seiner Musik zusammen, obwohl der ein ganz anderes Frauenbild hatte. So schön es ist, einen Helden an der Seite zu haben: Davon, dass er weiterzieht, geht die Welt nicht unter. So entsteht in Elsa ein Gegenentwurf zur Masse, die nun auf den nächsten Heilsversprecher wartet.

Eine so aktuelle Inszenierung, großartig musiziert und gesungen, lässt manch Irritierendes schnell vergessen.

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