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GewandhausChor Leipzig

Der GewandhausChor ist in seiner Geschichte eng mit dem Gewandhausorchester verbunden und kann auf eine Tradition von mehr als 150 Jahren zurückblicken. Berühmte Dirigenten haben mit ihm zusammengearbeitet, darunter die jeweils amtierenden Thomaskantoren und Gewandhauskapellmeister – zuletzt Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly und Andris Nelsons. Die Leitung des Chores liegt seit der Saison 2007/2008 in den Händen von Gregor Meyer.

Das Repertoire des Ensembles ist vielseitig, erfordert eine flexible Stimme und die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue programmatische Ansätze einzulassen. Viele Projekte werden mit besonderen Partnern entwickelt und erhalten durch sie eine ganz eigene Prägung. Höhepunkte waren die Zusammenarbeit mit Nils Landgren, Herbert Feuerstein, den Schauspielerinnen Katharina, Anna und Nellie Thalbach oder die barrierefreie szenische Aufführung von Bachs Markuspassion gemeinsam mit gehörlosen Künstlerinnen und Künstlern. Spannende Experimente wagte der Chor auch mit dem Piano-Elektro-Künstler Martin Kohlstedt (Ströme) oder dem Jazzpianisten Jonas Timm. Mit ihm entstand Wege zum Kreuz, ein Programm, das sich mit dem Verhältnis des Menschen zu Tod und Sterben auseinandersetzt. In der Saison 2024/2025 beleuchteten gleich mehrere Konzerte des GewandhausChores verschiedene Aspekte von Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenleben, in herausragender Weise das Projekt Trialog der Religionen, in dem Juden, Muslime und Christen in Text und Musik in einen regen Austausch getreten sind.

Echte Höhepunkte im Chorleben sind Konzertreisen ins Ausland – zuletzt in die Schweiz, den Vatikan, zum Festival Luzern, den BBC Proms, in den Wiener Musikverein, zu den Gustav Mahler Musikwochen in Toblach, nach Indien und Vietnam. Auch in außergewöhnlichen Räumen wie dem Leipziger Bildermuseum, dem Völkerschlachtdenkmal, dem Theater am Rand, dem Krematorium auf dem Leipziger Südfriedhof oder der Kölner Kultkneipe Weißer Holunder sind die Sängerinnen und Sänger schon aufgetreten.

Regelmäßig arbeitet der GewandhausChor mit weiteren renommierten Chören, dem Gewandhausorchester und anderen Instrumentalensembles zusammen. Auf dem Gebiet der historisch orientierten Aufführungspraxis verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit der camerata lipsiensis. Immer wieder bringen beide Ensembles große romantische Oratorien zur Wiederaufführung – so Hillers Zerstörung Jerusalems, Schneiders Weltgericht, Marx’ Mose, Raffs Welt-Ende – Gericht – Neue Welt und zuletzt Reineckes Sommertagsbilder und Belsazar. Die Live-Mitschnitte dieser Werke wurden sämtlich von cpo veröffentlicht. Verschiedene weitere CD-, DVD-, Fernseh- und Radio-Produktionen belegen die vielseitige künstlerische Arbeit des Ensembles, u. a. Mahlers 2. Sinfonie in einer Fassung für zwei Klaviere, Trompete, Soli und Chor, Schuberts Winterreise in Gregor Meyers Fassung für Bariton, Chor und zwei Akkordeons sowie eine gemeinsam mit anderen Gewandhausensembles aufgenommene Weihnachts-CD.

Foto: Nick Putzmann

 

 
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