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Marie Schwesinger

Marie Schwesinger studierte in Hildesheim Szenische Künste und in Frankfurt am Main Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Von 2017 bis 2019 war sie Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt, wo sie 2018 mit Gegen alle Widerstände eine Regiearbeit zu den Frankfurter Auschwitzprozessen entwarf. 2021 wurde die Inszenierung zum Körber Studio Junge Regie ans Hamburger Thalia Theater eingeladen, es folgten Gastspiele an den Theatern Bielefeld und Kiel. Seit 2019 ist Marie Schwesinger als freischaffende Regisseurin bundesweit an Stadt- und Staatstheatern aktiv und war u. a. am Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Wiesbaden, Stadttheater Bielefeld und Schauspielhaus Kiel tätig. Ihr Fokus liegt auf dokumentarischen und zeitpolitischen Themen. 
Neben ihren inszenatorischen Arbeiten ist sie seit 2020 Prozessbeobachterin am Frankfurter Oberlandesgericht in mehreren Strafprozessen, die sich gegen rechtsextremistische Angeklagte richten. Im Sommer 2022 entstand daraus in Zusammenarbeit mit dem Kunstfest Weimar, den Landungsbrücken Frankfurt und den Dramaturginnen Julia Just und Fabiola Eidloth das Inszenierungsprojekt Werwolfkommandos, das sich mit rechtem Terror in Deutschland, dem Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke und den Terrorplanungen des Soldaten Franco A. beschäftigt. Nach Gastspieleinladungen ans Schauspiel Frankfurt, Staatstheater Wiesbaden, Landestheater Marburg, Stadttheater Gießen, zur Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler Bensheim und zum MADE-Festival 2024 wurde die Produktion im Juli 2024 mit dem Publikumspreis der Hessischen Theatertage 2024 ausgezeichnet. 
Im Oktober 2023 entwarf Schwesinger für das Theater Kiel das Dokumentartheaterstück LebensWert, das sich mit der Aufarbeitung der NS-Euthanasieverbrechen in Schleswig-Holstein beschäftigte. Auch in den Audiowalks Der Rache nicht (2021) und Ongoing (2021) hatte sie sich bereits intensiv mit der NS-Zeit in Frankfurt und der Vertreibung jüdischer Künstler:innen aus dem Kulturleben auseinandergesetzt. Im Frühjahr 2024 folgte mit Innere Sicherheit (Landungsbrücken Frankfurt / kuenstlerhaus43 Wiesbaden) eine dramatische Bearbeitung des Drohmailkomplexes NSU 2.0, dessen Spuren bis hinein in die Sicherheitsbehörden reichen. Im Mai 2024 erschien bei Deutschlandfunk Kultur ihre viel beachtete Podcast-Reihe Rechtsextreme vor Gericht
In der Spielzeit 2024/2025 ist sie u. a. am Theater Bielefeld und am Theater Kiel tätig. Darüber hinaus beobachtet sie den Strafprozess gegen die Reichsbürger:innen der so genannten Gruppe Reuß am Frankfurter Oberlandesgericht in Vorbereitung einer neuen Feature-Reihe für Deutschlandfunk.

Foto: Birgit Hupfeld

 
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