© Nasser Hashemi

Spielplan

Freundliche Übernahme

Fr
08.
November
Schauspiel
Premiere
Festival Aufstand der Utopien

Freundliche Übernahme

Stückentwicklung zur wackelig gewordenen Grundordnung
URAUFFÜHRUNG

 
 

Gesetzt den Fall, die Geschichte ist zu keinem Ende gekommen und ihr Rad rollt unablässig weiter. Gesetzt, die Menschen sind im 21. Jahrhundert dabei, die großen Geißeln der Menschheit Krieg, Krankheit, Hunger in den Griff zu bekommen. Gesetzt, die Menschen haben Kraft, Phantasie und Mut, um aus den Schatten ihrer Geschichte(n) zu treten und sich wieder einmal neu zu erfinden, dann stellt sich die Frage: Wie weiter?
Mit unserer Stückentwicklung begeben wir uns auf die Suche nach alternativen Lebensentwürfen und Utopien. Los geht es so: Vier Mitarbeiter einer Chemnitzer Entwicklungsgesellschaft sind zu einem Team-Building-Workshop gebeten. Was als vergleichsweise harmlose Escape-Room-Aufgabe beginnt, entwickelt sich zu einem verwirrenden Spiel, indem nicht nur die Beziehungen der Mitarbeiter permanent neu verhandelt werden, sondern Haltungen, Träume und gar die Räume selbst in Bewegung geraten. Gespielt wird mit immer größerer Lust, denn es liegt ein fantastisches Vergnügen darin, die Schwerkraft des eigenen Denkens zu überwinden. Mal schräg, mal nachdenklich, mal laut, mal leise begeben wir uns auf eine Reise mit unbekanntem Ausgang.

Schauspiel Chemnitz in Kooperation mit dem Programm neue unentd_ckte narrative des ASA-FF e. V.
Das Programm „neue unentd_ckte narrative“des ASA-FF e.V.  ist mit dem Sächsischen Preis für Kulturelle Bildung „Kultur.LEBT.Demokratie“ 2019 ausgezeichnet worden.

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Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Robert Bosch Stiftung, dem ASA-FF e.V. und dem Förderverein der Theater Chemnitz e.V.

 

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Gefördert durch den Kulturraum Stadt Chemnitz

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Spielort:Schauspielhaus - Ostflügel
Dauer:1 h 15 min / keine Pause
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:08.11.2019
Fr, 08. November | 20:00 Uhr
 

Weitere Termine

04.12.2019 Mittwoch 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel
12.12.2019 Donnerstag 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel
28.12.2019 Samstag 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel
11.01.2020 Samstag 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel
24.01.2020 Freitag 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel

Bilder zum Stückes

Bilder
Lisanne Hirzel, Andrea Zwicky, Patrick Wudtke, Martin Esser © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Andrea Zwicky, Patrick Wudtke, Martin Esser © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Andrea Zwicky, Patrick Wudtke, Martin Esser © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky © Nasser Hashemi
Andrea Zwicky © Nasser Hashemi
Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Andrea Zwicky, Patrick Wudtke, Martin Esser © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Andrea Zwicky, Patrick Wudtke, Martin Esser © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Andrea Zwicky, Patrick Wudtke, Martin Esser © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Martin Esser, Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Martin Esser, Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
Lisanne Hirzel, Martin Esser, Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
Martin Esser © Nasser Hashemi
Martin Esser © Nasser Hashemi
Martin Esser © Nasser Hashemi

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Brian Bell

Mitarbeit Regie Sam Hunter

Bühne und Kostüme Daniel Unger

Dramaturgie René Rainer Schmidt

Besetzung des Stückes

Besetzung

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 11.11.2019

Es ist wohl Brecht zu verdanken, dass modernes Theater etwas schafft, was 1000 Buchseiten nicht vermitteln können: Die Bühne macht abstrakte Zusammenhänge aus Politik und Gesellschaft bildhaft erlebbar. In ‚Freundliche Übernahme‘, dem neuen Stück am Chemnitzer Schauspielhaus, stehen gerade einmal vier Schauspieler auf den Brettern, die die Welt bedeuten: Nämlich einem überdimensionalen Monopoly-Spielfeld, auf dem sie gegeneinander antreten. "Wusstet ihr, dass dieses Spiel im Jahr 1904 eigentlich als radikale Kritik am Kapitalismus erdacht wurde?", fragt die Stimme aus dem Off. Legt der Brettspiel-Klassiker doch die hässliche Seite des Systems offen: Am Ende kann es nur einen Gewinner geben - und auf der anderen Seite viele verbitterte Verlierer.
Doch es gibt kein Entrinnen: Die vier Spieler sind in ihrem Monopoly-Escape-Room eingeschlossen. Los geht es also, das schnelle Geldverdienen - aus dem Theater-Ensemble treten an: Martin Esser und Patrick Wudtke als Dominik und Cornelius, Lisanne Hirzel und Andrea Zwicky spielen Trudi und Isabelle. Und es kommt, wie es kommen muss: Mit äußerste Hingabe zerfleischen sich die jungen Schauspieler im Spiel gegenseitig - vor lauter Neid und Missgunst. Und das Publikum? Die gerade einmal 60 Gäste, die in den Ostflügel des Schauspielhauses passen, spielen interaktiv mit. Zunächst als ‚Würfel‘, indem sie den Spielern Zahlen zurufen - und später auch als Ideengeber.
So kommen dem eigentlich fest gerahmten Stück einige Spontan-Elemente hinzu, bei denen die Improvisationsgabe der Künstler gefragt ist. Der US-amerikanische Regisseur Brian Bell kann mit einiger Erfahrung aus der Offtheater-Szene trumpfen. So wählte er die Monopoly-Metapher nicht nur als Sinnbild für den entfesselten Kapitalismus, sondern auch als offenen Spielraum, in dem nicht jede einzelne Zeile gescriptet ist. Das allein macht riesigen Spaß - denn die vier perfekt besetzten, jung-dynamischen Schauspieler sind mit schnellem Kopf und spritziger Verve bei der Sache.
Clever auch, dass die interaktive Sitzordnung rings um das Spiel-Quadrat das klassische Frontal-Theater kurzerhand auflöst (Bühne: Daniel Unger).
Das Publikum wird eins mit dem Spiel, und das macht Sinn, denn schließlich geht es um das Leben von uns allen: Im durchgetakteten Hamsterrad des mühevollen Geldverdienens kann sich jeder wiederfinden, während der reiche Sieger hoch oben auf dem ‚Sekt-Thron‘ seine vermeintliche Überlegenheit feiert, die er doch eigentlich den Fleißigen ‚da unten‘ zu verdanken hat. So weit, so systemkritisch: ‚Gut gemacht!‘, tönt die Off-Stimme, als die Spieler aufgeben und gegen das ausbeuterische Konzept rebellieren. Das ‚Höher, Schneller, Weiter‘ ist gescheitert - doch wie könnte es anders gehen? Was wäre, wenn Geld keine Rolle spielen würde? Wie würde deine Stadt aussehen, wenn du bestimmen könntest? Klare Antwort von Dominik:
‚Chemnitz wäre autofrei, überall gäbe es Wasserkanäle und Open-Air-Konzerte.‘ Isabelle würde sich für ethisches Fleisch und weniger Mobbing an Schulen einsetzen. So wird das Stück zur Projektionsfläche für Zukunftsideen, Systemutopien und allerhand Sozialromantik: Was wünschst du dir? Plötzlich plätschern so viele Fantasien, für die im Alltag schlicht keine Zeit bleibt. Es wird quergedacht, über Religion und Kultur sinniert, brüllend komisch herumgeflachst, heiß diskutiert und in Slow-Motion Krieg geführt. Bis die ‚Tabula Rasa‘ ganz unprätentiös klarstellt, dass es am Ende doch nur gemeinsam geht: Wertvoller kann Theater kaum sein.
Für die Macher ein voller Erfolg (…). Dieses Stück ist ein echter Geheimtipp (…).

 

Sebastian Steger
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