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Wozzeck

Oper in drei Akten von Alban Berg
Nach dem Drama „Woyzeck“ von Georg Büchner

22.
Jun
Donnerstag
 
 

Leipzig 1824. Der Perückenmacher Johann Christian Woyzeck wird wegen Mordes an seiner Geliebten hingerichtet. Das Urteil löst Kontroversen aus, zum einen über die Zurechnungsfähigkeit des Mörders, der an Verfolgungswahn und Halluzinationen litt, zum anderen über die Probleme einer methodischen Beweisführung in einem solchen Fall. Nur wenige Jahre später benutzte Georg Büchner diese Geschichte für ein Drama. Büchners früher Tod 1837 verhinderte allerdings die Fertigstellung. Erst 1913 erlebte Woyzeck seine Uraufführung in München und kam ein Jahr später in Wien auf die Bühne. Diese Aufführung sah der damals 29-jährige Alban Berg. Er, der bislang lediglich mit kleineren Kompositionen, Liedern und Kammermusik in Erscheinung getreten war, fühlte mit einem Schlag seine Berufung, diesen Stoff auf die Opernbühne zu bringen, auch wenn mehrere seiner Freunde und insbesondere sein Lehrer Arnold Schönberg Sprache, Inhalt und Form des Schauspiels für nicht in Musik darstellbar hielten.

Unter dem Eindruck seines eigenen Militärdienstes zeichnete Alban Berg das Unglück des einfachen Soldaten Wozzeck nach, der versucht, die ehemalige Prostituierte Marie und das gemeinsame uneheliche Kind durchzubringen, bis er Maries Untreue entdeckt und die ihm zugefügten Demütigungen durch seine Umgebung nicht mehr ertragen kann. Bergs komplexe und hochexpressive Musik ließ dieses Werk zu einem Meilenstein der Operngeschichte des 20. Jahrhunderts werden.

Regisseur Balázs Kovalik, der 2019 bereits mit seinem bildgewaltigen Chemnitzer Mefistofele überregional für Aufsehen sorgte, spürt in seiner Inszenierung der Einsamkeit der Figuren nach, jener Einsamkeit, die Menschenseelen frisst und dadurch unberechenbar werden lässt.

 
22.
Jun
Donnerstag
19.00 Uhr
 
Musikalische Leitung
Guillermo García Calvo
Dan Raţiu (30.06.)
Inszenierung
Bühne und Kostüme
Choreinstudierung
Assistenz Choreinstudierung und Einstudierung Mitglieder des Kinderchores
Dramaturgie
1. Handwerksbursch
2. Handwerksbursch
Maries Knabe
Karl Felix Kramny **
Corvin Kriesel **
Soldat | Narr
Chor der Oper Chemnitz
Robert-Schumann-Philharmonie

* Mitglied des Opernstudios
** Mitglied des Kinder- und Jugendchores
 
Spielort
Dauer
1 h 40 min
Spielpause
ohne Pause
Einführung
30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
Altersempfehlung
ab 16 Jahren
Premiere
16.06.2023
Information
Aufführung mit deutschen Übertiteln
Matinee
Opernfrühstück 04.06.2023
 

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Stimmen

Opern-Premiere in Chemnitz: "Wozzeck" ist großartig!

Matthias Zwarg | Freie Presse online | 18.06.2023

(Balász)Kovalik und sein kongenialer Bühnenbildner Sebastian Ellrich verlagern das Geschehen […] in eine Art zeitlos mittelständisches Kleinbürgerleben, das nicht weniger von Hierarchien, Befehlsempfängern und Befehlsausführenden geprägt ist. Wozzeck, überragend gespielt von Thomas Essl, wird zur grauen Maus inmitten anderer angestellter grauer Mäuse, die darum kämpft dazuzugehören, ein kleines Stück, wenn nicht vom Glück, dann wenigstens vom Leben abzubekommen […] Diese Stille bringt die Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung Guillermo García Calvos eindrucksvoll in der hoch komplexen, vertrackt arrangierten, schwierigen Komposition Alban Bergs zum Klingen. […] Balász Kovalik inszeniert ‚Wozzeck‘ als eine Sammlung von Notizen aus dem beschädigten Leben […] Er verwandelt die materielle Armut des Büchnerschen Woyzeck in die geistige und emotionale Armut der Gegenwart […] Eine großartige Inszenierung mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen und meist sehr guter Textverständlichkeit […] es gab langen und begeisterten Applaus - und die wenigen folgenden Vorstellungen haben unbedingt Aufmerksamkeit verdient.

 

Totale Transparenz: GMD Guillermo García Calvo verabschiedet sich in Chemnitz mit Alban Bergs „Wozzeck“

Roland H. Dippel | www.nmz.de. | 19.06.2023

Man erlebte ein messerscharfes Kammerspiel mit einem hochklassigen Ensemble, ein durchdachtes wie starkes Dirigat und in Balázs Kovaliks Inszenierung eine kalt-weiße Gegenwartsstudie. Begeisterter Applaus. […] Musikalisch ist die Regie insofern, dass Bergs formale Strenge sich in der szenischen Klarheit und Knappheit spiegelt. Ein ästhetisch bestechender Alptraum aus dem begonnenen Zeitalter der totalen Transparenz. Damit versöhnt keine üppige musikalische Durchdringung. Guillermo García Calvo und die Robert-Schumann-Philharmonie nehmen sich in den vielen Spaltungen in Streicher-Einheiten und Bläsersoli derart zurück, dass man ‚Wozzeck‘ für hochkonzentrierte und fast immer in unteren Dynamikbereichen gespielte Kammermusik halten muss. Da kommt – im Gegensatz zu üppigeren Interpretationen – etwas von dem Verstörungspotenzial zurück, das ‚Wozzeck‘ für die 1920-ger Jahre hatte. Wenn am Ende Maries Knabe allein ist, hat man zum Schluss eine auch musikalisch intensive Bestandsaufnahme zur Sozialtopographie.

Erniedrigt, beleidigt und immer im Dienst: Alban Bergs Oper „Wozzeck“ in Chemnitz

Leander Bull | klassik-begeistert.de | 17.06.2023

Nach über 90 Jahren ist endlich eine Neuinszenierung des ‚Wozzeck‘ in Chemnitz zu sehen. Ohne den mittlerweile belanglosen ‚Eat the rich‘-Pathos, den wir überall sehen, zeichnet sie gnadenlos das Bild einer verkommenen Oberschicht, in der sich menschliche Bindungen in Dekadenz und soziale Kälte auflösen. Dabei gelingt es der Regie seitens eines betörenden Dirigats und überzeugender sängerischer Leistungen, Alban Bergs verstörendem Meisterwerk neues Leben einzuhauchen. […] Der Bariton Thomas Essl leistet […] als Wozzeck ein fulminantes Debüt, das diese schwierige Figur in all ihren bemitleidenswerten und wahnhaft verstörenden Winkeln auflodern lässt. Über den Abend hinweg wird er mit der Partie immer wärmer, sodass seine gequälten, schweren Töne eine Eindringlichkeit annehmen, die dank seiner Textverständlichkeit und der intelligenten Regie eine unvergessliche Figurenzeichnung bilden.

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