Unterm Leuchtfeuer
Leuchtturm-Tragikomödie von Arne Christophersen
Paul Gebhardt ist seit 14 Jahren Leuchtturmwärter. Seine einzigen sozialen Kontakte sind Postschiffer Herbert und die 45 Assistenten, die er bisher verschlissen hat. Nummer 46 ist Bengt – und der muss bleiben. Denn dies ist seine letzte Chance, nicht wegen Spielschulden und Betrug im Gefängnis zu landen. Doch Paul macht es ihm nicht leicht. Am liebsten würde er auf Assistenten verzichten, mit der Motorsäge Kunstwerke aus Strandgut schnitzen und die Möwen abknallen, die seinen Turm vollkacken. Er stellt klare Regeln für das Zusammenleben auf – und jeder Tag bringt neue Eskalationen. Dann taucht eines Tages Nina auf, Pauls erwachsene Tochter. Sie schafft, was Bengt trotz ständiger Versuche nicht gelungen ist: Die beiden Männer beginnen, sich anzunähern. Gerade zur richtigen Zeit, denn ein Schicksalsschlag ist nicht mehr fern.
Arne Christophersen erschafft eine kleine Leuchtturm-Welt, in der Generationen und Charaktere aufeinanderprallen und schließlich doch ineinandergreifen.
Stimmen
Dann doch weniger harmlos als vermutet: Neue Tragikomödie im Chemnitzer Spinnbau „Unterm Leuchtfeuer“
Maurice Querner | Freie Presse | 2.02.2026
Die Ausgangslage verspricht Reibung, und Regisseur Philipp Otto lässt sich inszenatorisch und atmosphärisch einiges einfallen, um Längen zu vermeiden. Das Bühnenbild von Norman Heinrich, das uns ins spartanische Innere eines Leuchtturms führt, ist absolut stimmig. […] Zwischen Koppermann und Bullack stimmt die Chemie. Sie beweisen genau wie Wolfgang Adam als Postbote Herbert (schön, ihn mal wieder auf der Bühne zu erleben) hohe komödiantische Passion, Vera Cosima Gutmann spielt Pauls Tochter Nina berührend. […] Wenn am Ende das Licht des Turms über die Szenerie streicht, ist die Tonalität eine völlig andere. Die Tragikomödie löst ihr Versprechen ein: Lachen und Tränen liegen nun so eng beieinander, wie es nur das Leben schreiben kann. Der permanente Schlagabtausch weicht einer Stille, die dann doch sehr ans Herz geht.