© Nasser Hashemi
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So
03.
April
Philharmonie
5. Kammermusikabend

Strawinsky | Sommer | Bozza | Kreutzer

mit Musiker:innen der Robert-Schumann-Philharmonie

Bei insgesamt dreizehn mitwirkenden Musiker:innen lässt der Kammermusikabend im April vielleicht schon ein wenig an orchestrale Fülle denken. Tatsächlich erwarten die Zuhörer:innen aber sehr verschiedene Formationen. Zwei schmetternde Trompeten geben den Startschuss. 1964 für die Eröffnung des New York State Theater entstanden, entfesselt Igor Strawinskys nur vierzig Sekunden lange Fanfare for a New Theatre eine rasante Kaskade aufrüttelnder Klänge. Der Publizist Eric Walter White fand dafür ein treffendes Bild: „Der Effekt der Trompeten ist der von zwei Wimpeln, die im scharfen Wind flattern und knackern.“

Für dieselbe Instrumentalbesetzung entstand auch Eugène Bozzas Dialogue. Der französische Komponist entlockt dem Bläserdoppel hingegen geschmeidige Töne, die sich zur klanglichen Einheit runden oder im Zusammenspiel zur kultivierten Folge von Rede und Erwiderung ergänzen. Bozza, der ab 1951 Direktor der École nationale de musique in Valenciennes war, schuf in dieser Zeit ein bemerkenswertes kammermusikalisches Œuvre, worin den Blechbläsern ein besonderer Platz zukommt.

Der tschechische Komponist Vladimír Sommer zählt zu den markantesten Komponisten-Persönlichkeiten der ČSSR nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein Streben nach intensivem Ausdruck führte ihn zu Ausweitungen der Harmonik und der polyphonen Stimmenbehandlung, ohne dass er sich aber grundsätzlich vom tonalen Denken abwandte. Trotz der eher moderaten Neuerungen sah er sich mit dem Vorwurf formalistischen Komponierens konfrontiert. In der Folge wurde seine Musik zunehmend verschwiegen. Typisch für Sommers Stil, brechen in die lyrischen Ebenen seines Streichquartetts d-Moll Elemente von intensiver Dramatik ein. Es stellt sich ein Pendeln zwischen ruhigem Fluss, innerer Anspannung und fluchtartigen Ausbrüchen ein, das etwa an Schostakowitsch denken lässt.

In den 1830er Jahren war Conradin Kreutzer ein bekannter Schöpfer von Singspielen und Opern, die aber schon bald in Vergessenheit gerieten. Sein wichtigstes kammermusikalisches Werk, das Septett Es-Dur op. 62, zeigt bis heute, wie sehr sich der schwäbische Komponist auf unterhaltsame, wirkungsvolle Musik verstand. Dabei verleugnet das Stück keineswegs sein Vorbild, Beethovens populäres Septett op. 20. Mit diesem teilt es nicht nur die Tonart und die Besetzung, sondern auch die Zahl und Bezeichnungen seiner Sätze, mit Ausnahme des vierten. „Der lebhafte, aufgeweckte Geist, die leichtfaßliche, ziemlich brillante Schreibart in den Allegros, der gute Gesang, der zarte Ausdruck in den Andantes, und der gebildete Geschmack in beyden, wie sie den meisten Compositionen des Hn. Kreutzer innewohnen, ... sind auch hier zu rühmen“, urteilte die Allgemeine Musikalische Zeitung.

 

Igor Strawinsky
Fanfare for a New Theatre für zwei Trompeten

Vladimír Sommer
Streichquartett d-Moll

Eugène Bozza
Dialogue für zwei Trompeten

Conradin Kreutzer
Septett Es-Dur op. 62

So, 03. April | 18:00 Uhr
Preis: 18,00 €
 
Trompete Conrad Wecke
Trompete Philipp Lohse
Violine Annekatrin Foulquier
Violine Friederike Pansa
Viola Albrecht Kunath
Violine Hartmut Schill
Viola Albrecht Kunath
Violoncello Jakob Tylman
Kontrabass Dae-Kyu Park
Klarinette Ralf Pettke
Fagott Steffen Albert
Horn Benedikt Euler
Spielort:Hotel Chemnitzer Hof - Straumer Saal
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