© Frances Marshall
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So
16.
Januar
Philharmonie
Neu im Spielplan

Schwerelos erdverbunden

Eine musikalische Entdeckungsreise mit Elisaveta Blumina

Das Eröffnungswochenende nach achtwöchiger Pause im Opernhaus hat zwei Gesichter. Dem Ballett-Klassiker Der Nussknacker gesellt sich kurzfristig ein Konzert von Elisaveta Blumina hinzu. Die außergewöhnliche Pianistin stellt in Chemnitz faszinierende Werke wenig bekannter Komponisten vor. Das kompakte Programm führt Gegensätzliches geschickt zusammen: zarte Introversion und heftige Bewegung, Sentimentalität und spielerische Leichtigkeit. Mitten hinein treffen schroffe Härten, gleichsam Boten bewegter Zeiten.

Im Mittelpunkt stehen zwei Werke für Streicher und Klavier von dem 2019 verstorbenen Giya Kancheli. Der georgische Komponist ließ in seine Stücke häufig populäre Melodien einfließen. In Valse Boston ist Walzerseligkeit allerdings nicht zu erwarten. Eher ragen die Fragmente eines langsamen Walzers wie Pfeiler aus einer scheinbar schwebenden, doch in sich angespannten Umgebung heraus. Schläge brechen in diese Atmosphäre hinein. Dennis Russell Davies beschrieb das Stück als „Pulverfass“ und „weltliches Gebet“. In Eine kleine Daneliade erweist Kancheli seinem Weggefährten, dem Filmregisseur Giorgi Danelia, eine humorvolle Reverenz. Bei beiden Werken liegt neben dem Solopart auch die musikalische Leitung in den Händen von Elisaveta Blumina.

Zu Beginn des Konzertes wird die Pianistin, ganz ohne Orchesterbegleitung, Klaviermusik präsentieren: Grigori Frids Kinderstücke verzaubern mit stimmungsvoll-pittoresker Gestaltung und überraschen mit ihrem Einfallsreichtum. Yury Povolotskys leicht nostalgisch gefärbte Kompositionen, scheinen die Spur von Jazz-Klassikern aufzunehmen. In Giya Kanchelis Klavierminiaturen klingt auf subtile Weise scheinbar Bekanntes an … Ein raffiniertes Programm, bei dem zeitgenössische Musik sich alles andere als schwer zugänglich, sondern als ausdrucksstark und berührend zeigt. Was könnte besser an den Anfang eines solch kontrastreichen Konzerts passen als Bachs c-Moll-Fantasie mit ihrer dramatischen Eröffnungsgeste?

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Fantasia c-Moll BWV 906

Grigori Frid (1915-2012)
aus den Klavierstücken opp. 25 und 41
Frühlingslied
Maiglöckchen

Im Sommer
Tanz
Liedchen
Toccata

Yury Povolotsky (*1962)
aus Around Jazz
A Sentimental Waltz
Lonely Star in the Night Sky
Etude in Latino Colors

Giya Kancheli (1935-2019)
aus den 33 Miniaturen für Klavier
Lontano, molto rubato
Pastoso
Disinvolto
Con eleganza
Quasi ragtime
Con eleganza

Giya Kancheli
Valse Boston für Klavier und Streicher

Giya Kancheli
Eine kleine Daneliade für Violine, Klavier und Streicher

So, 16. Januar | 15:00 Uhr
 
Solistin und Leitung Elisaveta Blumina
Violine Hartmut Schill
Robert-Schumann-Philharmonie
Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:1 h
Spielpause:keine Pause
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