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Premiere Aichi Triennale 2025
THEATER DER WELT
EUROPAPREMIERE

kuste

Mayunkiki⁺

04.
Juli
Samstag
 
 

Ein Fluss teilt die Landschaft. Eine Eisenbahnlinie schneidet durch Berge. Etwas muss hindurch, obwohl großer Widerstand da ist. kuste bedeutet in der Ainu-Sprache der indigenen Bevölkerung Nordjapans so viel wie „etwas durch einen Ort hindurchgehen lassen“.
Genau davon erzählt dieser sensorische Theaterabend. Die Bühne wird erfüllt von einer stillen Bilderwelt. Atmosphären laden ganz einfach zum Staunen und Beobachten ein. Die Zuschauer:innen treffen auf die Geschichte und das Leben der Ainu, deren Schicksal eng verbunden ist mit modernen Infrastrukturprojekten, die Landschaften erschließen und zugleich indigene Lebensweisen verdrängen.
Im Zentrum des Abends steht die Recherche über Kaneto Kawamura, den Großvater der auf der Bühne stehenden Performer:innen Mayunkiki und Rekpo. Ein Anführer der Ainu in Asahikawa und Vermessungsingenieur bei der Japanischen Staatsbahn. Er leitete den Bau eines der schwierigsten Eisenbahnprojekte seiner Zeit: der Sanshin-Eisenbahn, die durch die steilen Schluchten des reißenden Tenryu-Flusses führt, der von Nagano durch die Region Oku-Mikawa in Aichi fließt, bevor er in Shizuoka ins Enshu-Meer mündet. In kuste erscheint dieser Bahnbau als Eingriff in Land, Kultur und Erinnerungen, nicht als Fortschritt.
Der Theaterabend behandelt diesen Bruch nicht erzählerisch, die Bilderwelt reflektiert durch Materialien und Klänge, rudimentäre Projektionsformen erzeugen topografische Linien. Dabei werden Schatten zu Spuren und Musik und Stimmen zu Trägern von Geschichte und Leben. Sprache taucht fragmentarisch auf, in Ainu und Japanisch, bleibt aber stets Teil eines größeren klanglichen und visuellen Gefüges. Nicht nur Menschen treten auf. Auch eine Modelleisenbahn zeichnet großartige, bewegte und bewegende Bilder auf eine Wand. Diese Dynamik, kombiniert mit der reduzierten Ästhetik, ist eine theatrale Spezialität des interdisziplinären Kollektivs Mayunkiki+ und markiert zugleich dessen internationales Debüt unter diesem Namen. Ihre Inszenierung eröffnet neue Wege, Geschichte wahrzunehmen und sich an sie zu erinnern. Sie entstand als Auftragsarbeit der internationalen Aichi Triennale 2025, einem der richtungsweisenden Kunstfestivals in Japan.

 
 
Von und mit
Apetunpe (Rekpo, Mayunkiki)
KANO Utowa
SATO Naoko
SUIKA KEIMAI (HIROSE Tact, Mayunkiki)
hoshifune (KOYANO Tetsuro, WATANABE Naoka)
WHITELIGHT
YAMADA Hiroki (ayamelab)
Schatten, Masken
hoshifune (KOYANO Tetsuro, WATANABE Naoka)
Sounddesign
HIROSE Tact
Sound System
KAI Semmei
Licht
NAGASAKA Arisa (RYU)
Technische Koordination
IWAYA Chinatsu
Kreative Koordination
YAMADA Hiroki (ayamelab)
Creative Assistant
HANADA Yuuki
Produzent
NAKAMURA Akane (precog)
Assistent
MIZUNO Megumi (precog)
Tour Coordinator
OUKI Tamiko (precog)
Produktion
Mayunkiki+
Organisiert von
P
Unterstützt durch
Agency for Cultural Affairs, Government of Japan
Japan Arts Council
Premiere
Aichi Triennale 2025
 
Dauer
1 h 20 min
Einführung
Jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn

Vorstellung am 04.07.2026 im Anschluss mit Nachgespräch
Information
Traditionelle Ainu-Lieder, ohne gesprochenes Wort
 

Digitales Programmheft

Als ich die Einladung zu den Internationalen Kunstfestspielen „Aichi Triennale 2025“ erhielt, musste ich sofort an meinen Großvater Kawamura Kaneto denken. Meine Schwester Rekpo hat ihn noch kennengelernt; ich selbst wurde erst nach seinem Tod geboren und habe daher keine eigenen Erinnerungen an ihn.

Auf seinen Spuren reiste ich mit der Iida-Bahn nach Tenryūkyō, einer Schlucht in der Präfektur Nagano in Zentraljapan. Diese Strecke, die frühere Sanshin-Eisenbahn, zählt zu den schwierigsten Eisenbahnbauprojekten der japanischen Geschichte und war eine der großen Leistungen meines Großvaters als Vermessungsingenieur. Als ich Tenryūkyō besuchte, wie sehr diese Landschaft der Kamuykotan-Schlucht bei meiner Heimatstadt Asahikawa auf Hokkaidō ähnelt, also dem Ort, an dem mein Großvater als Oberhaupt der Kamikawa-Ainu lebte.

Kamuykotan ist ein Ort von besonderer Bedeutung für die Ainu, die indigene Bevölkerung des nördlichen Japans. In diesem Moment dachte ich: Vielleicht hat auch mein Großvater beim Anblick dieser Landschaft an Kamuykotan gedacht. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, eine Erinnerung mit ihm zu teilen.

Zu Hirose Tact, meinem künstlerischen Partner bei SUIKA KEIMAI, sagte ich: „In diesem Stück setze ich mich mit meinem Großvater auseinander, den ich nie kennenlernen konnte, mit meiner Heimat und mit der Modernisierung. Deshalb wünsche ich mir, dass auch du dich mit deiner eigenen Herkunft und deiner Familie beschäftigst.“

Hirose Tacts Familie mütterlicherseits stammt aus einer kleinen Bergsiedlung bei Mino in der Präfektur Gifu in Zentraljapan. Sein Urgroßvater wurde noch in der Zeit der Meiji-Restauration Ende des 19. Jahrhunderts geboren. Nach dem Krieg brachte er die Washi-Papiermacher des Dorfes zusammen und gründete eine Fabrik. Washi ist ein traditionelles japanisches Papier, das in Handarbeit aus Pflanzenfasern hergestellt wird.

So begannen sich unsere Familiengeschichten auf unerwartete Weise zu spiegeln: mein Großvater, der als Vermessungsingenieur zur Modernisierung der japanischen Hauptinsel Honshū beitrug; Hirose Tacts Urgroßvater, der aus der handwerklichen Herstellung von Washi-Papier eine Fabrik gründete; und dessen Sohn, der diese Arbeit weiterführte. Zwischen ihnen allen schienen für mich gewisse Parallelen zu bestehen.

In dieser Inszenierung kommen traditionelle Werkzeuge der Papierherstellung aus Mino zum Einsatz. Die Wannen (auch Bütten genannt), aus denen das Papier geschöpft wird, heißen auf Japanisch fune; dasselbe Wort bedeutet auch „Boot“. Damit verweisen sie zugleich auf jene Boote, die einst mit Holz beladen die Stromschnellen des Flusses Tenryū hinabfuhren und anschließend von kräftigen Männern mit Glyzinienranken wieder flussaufwärts gezogen wurden. Auf der Bühne wird diese Wanne mitunter auch wie ein Instrument gespielt. Das geht auf meinen Wunsch zurück, für die musikalischen Elemente der Inszenierung keine herkömmlichen Instrumente zu verwenden.

Zugleich sollten diese Objekte mit der Familiengeschichte Hirose Tacts verbunden sein: mit einer Familie aus dem japanischen Kernland, deren Geschichte ebenfalls von Handwerk, Landschaft und Modernisierung geprägt ist.

Aus all dem habe ich kleine Geschichten entstehen lassen: aus den Landschaften, die ich während der Recherche gesehen habe, aus den Klängen, die ich hörte, aus den Menschen, denen ich begegnete, aus den Erinnerungen und Eindrücken meines Großvaters, von denen mir meine Schwester und andere erzählten, die ihn noch persönlich kannten, aus seinen Worten und Gedanken, die ich in verschiedenen Dokumenten fand, aus meinen eigenen Erfahrungen, aus der tief verschneiten Luft Asahikawas und aus den vielen Gesprächen mit vertrauten Weggefährten.

Aus diesen Geschichten habe ich einzelne Schlüsselszenen herausgelöst und zu einer Art Collage zusammengefügt. Jede dieser Geschichten hat ihren eigenen Hintergrund und ihre eigenen Umstände, und in kurzen Ausschnitten lässt sich niemals alles erzählen. Dennoch habe ich diese Form gewählt, um sichtbar zu machen, womit ich mich bisher auseinandergesetzt habe, womit ich mich auch weiterhin auseinandersetzen muss und welche kleinen wie großen Geschichten dahinterstehen.

Es gibt kein richtiges oder falsches Verständnis dieser Inszenierung. Der Titel „kuste“ stammt aus der Sprache der Ainu und bedeutet so viel wie „etwas durch einen Ort hindurchgehen lassen“ oder „etwas durch einen Ort tragen“.

Ich hoffe, dass diese Inszenierung die Menschen, die sie erleben, auf ihre eigene Weise berührt, durchdringt und lange in ihnen nachhallt.

Mayunkiki

 

Der Schatten eines alten Mannes, der entspannt in einem Lehnstuhl sitzt, erscheint auf der Leinwand.
Mit würdevoller Stimme sagt er: „Gute Nacht.“ („O-yasumi“)

Mayunkiki erwacht aus einem Dämmerzustand, richtet sich auf und legt sich gelangweilt wieder hin.
Eine Gestalt erscheint und zieht tanzend vorbei.

Eine alte Frau erscheint und geht vorüber. Das Gutenachtlied der alten Frau überlagert sich mit Rekpos eigenem Gutenachtlied. Man hört den Klang eines Schöpfrahmens, der durchs Wasser gezogen wird.

Ein Junge, der zum ersten Mal eine Dampflokomotive sieht, frohlockt ganz ergriffen.

Vor einem Schwarm flussaufwärts ziehender Lachse zieht ein kräftiger Mann eine Papierschöpfwanne hinter sich her.
Die alte Frau nähert sich Mayunkiki, stellt eine Glasschale hin und geht wortlos wieder fort. Mayunkiki steht im wechselnden Licht.

Züge fahren vorbei. Ein Gespräch zwischen einem jungen Mann und einer jungen Frau. Der Mann spricht ganz begeistert darüber, wie schön es ist, in einem Haus zu wohnen, in dem man die Züge ganz in der Nähe hören kann. Doch die Frau sieht das anders, und innerlich hat sie sich bereits von ihm entfernt. Er versteht das aber nicht. Die Frau verabschiedet sich brüsk von dem Mann und verlässt den Raum.

Mayunkikis Gesang ist zu hören. Ein Mann versucht, etwas mitzuteilen; eine Frau weist ihn zurück.
Zurückgelassen zieht der Mann sich zurück.

Ein Kuckuck-Kamuy, ein spirituelles Wesen der Ainu, erscheint und tanzt zu Apetunpes Gesang. Der Kuckuck, der einst Menschengestalt angenommen und sich mit einer Frau verbunden hatte, kehrt in die Welt der Kamuy zurück. Die Frau streckt die Hand nach dem Kuckuck aus, erreicht ihn aber nicht.

Ein Zug fährt vorbei. Ein Mann zieht vorüber. Die vorbeiziehende Landschaft verwandelt sich: aus Wald wird Stadt. Ein Live-Auftritt beginnt.

Nachdem eine der beiden Personen abgegangen ist, spielt die zurückbleibende Person die Mukkuri, eine traditionelle Maultrommel der Ainu aus Bambus.
Ein Schatten erscheint, berührt ihren Kopf mit einer großen Hand und sagt mit sanfter, stolzer Stimme:
„Das ist mein Enkelkind.“

Vor dem tanzenden Mann eilen Menschen vorbei. Niemand nimmt ihn wahr. Ein Schwarm Lachse überlagert die Gestalt des tanzenden Mannes. Die von ihm gezogene Schöpfwanne zieht vorüber. Allmählich löst sich das Gedränge auf und die zurückbleibende Mayunkiki setzt sich hin.

Eine alte Frau erscheint, übergibt ihr etwas und geht wieder fort. Als Mayunkiki Farbe in die Schale tropft, erscheint die alte Frau erneut. Vor einer leuchtenden Eissäule lacht sie auf und verschwindet.

Aus der Ferne ist ein Upopo zu hören, ein traditioneller Gesang der Ainu. Ein Mann mit einem Koffer erscheint. Er blickt noch einmal zurück, als könne er sich nur schwer lösen, und geht davon.

Ein Zug fährt vorbei. In der vorbeiziehenden Landschaft verschwindet die Stadt.

Ein weißer Vorhang schlägt heftig Wellen und wird zu einem reißenden Strom.

Eine Schar dämonischer Vipern windet sich ineinander, während Schatten zu Apetunpes Gesang tanzen. Da erscheint ein Mamushi-Schlangendämon und greift an.

Eine Schöpfwanne wird gezogen. Zwei Frauen eilen herbei und ziehen sie weiter.

Plötzlich tritt Stille ein. Dunkelheit.

Der Schluss beginnt.

(Text: Asahara Hirohisa)

 

Kawamura Kaneto wurde 1893 in Kinkushibetsu bei Asahikawa geboren, im Gebiet des Ishikari-Flusses auf Hokkaidō, der nördlichsten Insel Japans. Das Gebiet gehört heute zur Stadt Asahikawa, genauer zum Stadtteil Nagayama. Als Junge sah er zum ersten Mal eine Dampflokomotive und war tief beeindruckt. Von da an wünschte er sich, bei der Eisenbahn zu arbeiten.

Nach dem Abschluss der Hochschulstufe trat er 1910 in der Eisenbahnbehörde in Sapporo eine Ausbildung an. Als Eisenbahnarbeiter gelangte er in die Urwälder Hokkaidōs und eignete sich technische Kenntnisse an, indem er die Vermessungsarbeiter unterstützte. Schließlich bestand er die Prüfung zum Vermessungstechniker. Danach arbeitete er in verschiedenen Teilen Hokkaidōs an Vermessungen für den Eisenbahnbau.

1914 trat er in Asahikawa in das 28. Infanterieregiment der 7. Division ein.

Nach zwei Jahren Militärdienst kehrte Kaneto zur Vermessungsarbeit zurück. 1928 wurde er von der Sanshin Railway Company angeworben. Aus dieser Sanshin-Eisenbahnstrecke ging später die Iida-Bahn zwischen den zentraljapanischen Präfekturen Aichi und Nagano hervor. Gemeinsam mit seinem Bruder Saito, fünf weiteren Ainu und deren Familien reiste er nach Nagano, um die 67 Kilometer lange Strecke von der gefürchteten Tenryūkyō-Schlucht bis zum Ort Mikawa Kawai zu vermessen. Die Arbeiten begannen 1928 und wurden innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen.

Anschließend leitete er als Vorarbeiter den Bau der 8,3 Kilometer langen Bahnstrecke von Tenryūkyō bis zum Ort Kadoshima. Beim Tenryūkyō-Tunnel, dem schwierigsten Abschnitt des Projekts, kam es zu einem Erdrutsch. Arbeiter, die sich weigerten, unter einem Ainu-Vorgesetzten zu arbeiten, versuchten die Situation auszunutzen und Kaneto lebendig zu begraben. Dennoch brachte er das Projekt mit großem Mut und unbeugsamer Entschlossenheit zu Ende.

1936 ging er nach Karafuto auf Sachalin, das damals unter japanischer Verwaltung stand, und 1938 in das von Japan annektierte Korea, wo er Vermessungsarbeiten für Grubenbahnen ausführte. 1944 kehrte er nach dem Tod seines Vaters Kawamura Itakishirōma in seine Heimat zurück. Er übernahm das Ainu-Museum, das sein Vater 1916 in Asahikawa gegründet hatte und das aus dessen Sammlung von Gegenständen der Ainu-Kultur hervorgegangen war. Kaneto benannte es in „Kawamura Kaneto Ainu Gedenkmuseum“ um und wurde dessen Direktor. Mit den Ersparnissen aus seiner Tätigkeit als Vermessungsingenieur erweiterte er die Sammlung und widmete sich dem Erhalt und der Weitergabe der Ainu-Kultur.

Im April 1960 wurde er als Gastredner zu den Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung der Iida-Bahn eingeladen und in Iida, Komagane und weiteren Orten der Präfektur Nagano herzlich empfangen.

Kawamura Kaneto starb am 6. Januar 1977 im Alter von 83 Jahren.

(Text: Asahara Hirohisa)

 

Mayunkiki⁺ 

2025 in Japan gegründet. Das Ensemble arbeitet ohne festen Standort.

Mayunkiki ist Musikerin und zeitgenössische Künstlerin aus Hokkaidō. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich als Angehörige der indigenen Ainu intensiv mit ihren eigenen Wurzeln auseinander. Ausgehend von „Dingen, die geschehen, weil ich Ainu bin“, beharrt sie auf der Perspektive des Individuums und fragt immer wieder nach der Gegenwart der Ainu im heutigen Japan.

Mayunkiki⁺ ist ein für die Aichi Triennale 2025 gegründetes Sonderensemble. Es vereint Apetunpe, das Duo mit ihrer Schwester Rekpo, das auf traditionellen Gesängen der Ainu basiert; das experimentelle Klangduo SUIKA KEIMAI mit Hirose Tact; die Schattenspiel-Kollaboratoren Koyano Tetsuro und Watanabe Naoka von hoshifune; sowie WHITELIGHT und weitere Beteiligte im Bereich Sounddesign.

 

Apetunpe (Rekpo, Mayunkiki)

Apetunpe ist ein Schwesternduo bestehend aus Rekpo und Mayunkiki. Beide sind auch Mitglieder der weiblichen Gesangsgruppe Marewrew, die „Upopo“ (traditionellen Ainu-Gesängen) neues Leben einhaucht. Als Apetunpe (Ainu für „Motte“) erkunden die beiden Wege, die mit Marewrew („Schmetterling“) nicht möglich sind, und präsentieren einen einzigartigen Upopo-Stil, den nur sie beide erschaffen können.

 

Kano Utowa

Kano Utowa studierte Bildende Kunst an der Fakultät für Kunst der Sapporo Otani University. Seit ihrer Kindheit zeichnet und malt sie mit unterschiedlichsten Techniken und arbeitet heute in einem breiten Spektrum von Malerei bis Illustration. Sie ist außerdem in der Videoproduktion und im Schnitt tätig und gestaltet in den letzten Jahren auch Coverdesigns für Schallplatten und CD-Alben. Seit 2025 ist sie zudem Mitglied von Marewrew.

 

Sato Naoko

Sato Naoko studierte an der Fakultät für Musik der Toho Gakuen School of Music und schloss dort auch das weiterführende Studienprogramm ab. Nach Stationen in unterschiedlichsten Genres wie Klassik, zeitgenössischer japanischer Musik, Jazz, Weltmusik, Pop und Chanson ist sie heute als Multi-Perkussionistin aktiv.

Sie wirkte an zahlreichen Live-Auftritten, Aufnahmen, Bühnenmusiken, Filmsoundtracks, TV-Dramen, Werbespots und Videospielmusiken mit. Als Konzertmusikerin tritt sie unter anderem mit Takagi Masakatsu und der Chansonsängerin Kumiko auf. Zudem ist sie eine versierte Improvisationsmusikerin und arbeitet mit vielen Jazzmusiker*innen und freien Improvisationskünstler*innen zusammen. Sie ist Endorserin für CANOPUS Drums. 2009 veröffentlichte sie unter dem Namen satonaoko das Solo-Perkussionsalbum „108“.

 

SUIKA KEIMAI (Hirose Tact, Mayunkiki)

Inspiriert von multinationalen Jam-Sessions in Großbritannien wurde das Duo SUIKA KEIMAI („Wassermelonen-Geschwister“) mit dem Leitgedanken gegründet, dass „wir auch Klänge jenseits von amerikanischer und europäischer Musik erforschen müssen“. 

SUIKA KEIMAI ist ein Duo aus Mayunkiki, einer Ainu-Frau aus Asahikawa, und Hirose Tact, einem in Tokio lebenden Musiker aus der Mino-Region in der Präfektur Gifu. Gemeinsam versuchen sie, ein frustrierendes und komplexes Paradoxon aufzulösen: Dass man westlich klingt, wenn man einen universellen Sound anstrebt, und als „ethnisch“ oder „orientalisch“ abgestempelt wird, wenn man etwas Lokales verfolgt. Das Duo begegnet diesem Paradoxon auf unterschiedlichste Weise als „Gesangs- und Klangduo des japanischen Archipels”.

 

Hirose Tact

Hirose Tact ist Musiker und Sounddesigner aus der Mino-Region in der Präfektur Gifu. Seine Arbeit kreist um Bass, Perkussion, Komposition und Sounddesign. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit Maracatu Baque Virado, einer Musik- und Performancepraxis aus Recife im Nordosten Brasiliens. Zwischen Japan und verschiedenen Orten der Welt pendelnd, entwickelt er Arbeiten in unterschiedlichen Bereichen, darunter Bühnenkunst, bildende Kunst und Community-Projekte. Seine Praxis verbindet Komposition, Performance, Ensembleleitung und Sounddesign. Dabei lässt er die Beziehungen zwischen Menschen, zwischen Menschen und Orten sowie zwischen Menschen und Zeit als Klang erfahrbar werden.

Gemeinsam mit Mayunkiki ist er auch im Klangduo SUIKA KEIMAI aktiv. Für „kuste“ verantwortet er Sounddesign und Klangkomposition.

 

hoshifune (Koyano Tetsuro, Watanabe Naoka)

hoshifune ist ein Duo aus dem Schauspieler und balinesischen Maskentänzer Koyano Tetsuro und der Geschichtenerzählerin Watanabe Naoka, die den Verlag Yalada leitet.

Aus Natur, Landschaft, traditioneller Kultur und Träumen schöpfen sie Imaginationen, weben daraus Geschichten und bringen sie mit Schattenspiel, Masken und weiteren Mitteln gemeinsam mit Künstler*innen verschiedener Genres auf die Bühne. Ihre Arbeit feiert die alltäglichen Verrichtungen des Lebens, die Freude mit den Wesen der Natur und eine Form von darstellender Kunst, die die sichtbare mit der unsichtbaren Welt verbindet. Vor allem in Bali, Südindien und Japan lernen sie aus Begegnungen jenseits von Grenzen von unterschiedlichen Formen traditioneller darstellender Kunst. Durch das eigene Körperempfinden im Hier und Jetzt erschaffen und verkörpern sie die „Geinō“ von hoshifune, eine Kunst des Spiels, des Rituals und der Darstellung. Ihre Aufführungen und Workshops finden vor allem in Japan und anderen Teilen Asiens statt. Dabei legen sie besonderen Wert auf Arbeiten, die aus der Begegnung mit den Menschen vor Ort entstehen.

 

WHITELIGHT

WHITELIGHT arbeitet mit dem Ziel, „die Seele von den Fesseln der Schwerkraft zu befreien“. Zu den Schwerpunkten gehören Mehrkanal-Sounddesign, Klangproduktion und die Entwicklung eigener Soundsysteme.

WHITELIGHT gestaltet und vertieft Klangumgebungen in unterschiedlichsten Bereichen, von kommerziellen Räumen bis hin zu Konzerten, Live-Performances, Theater und bildender Kunst. Dazu gehören auch Sounddesigns für Arbeiten von Künstlern wie Suzuki Akio, Yoshimasu Gōzō und Tone Yasunao. Seit 2019 ist WHITELIGHT auch unter dem Namen KOMAKUS aktiv.

 

Yamada Hiroki (ayamelab)

Yamada Hiroki ist Technical Director und Geschäftsführer von Ayame Lab for Cultural Technologies & Techniques. Nach seiner Tätigkeit in einem Architekturbüro arbeitete er als technischer Koordinator am Sapporo Tenjinyama Art Studio, einem Artist-in-Residence-Standort, wo er zahlreiche interdisziplinäre Produktionsprozesse begleitete. Anschließend war er am Sapporo Cultural Arts Community Center SCARTS tätig. Dort leitete er das technische Team und übernahm die technische Leitung hauseigener Ausstellungen. Danach machte er sich selbstständig und gründete im Mai 2025 Ayame Lab for Cultural Technologies & Techniques.

Heute verantwortet er an Orten wie Museen, Galerien, Kunstfestivals und alternativen Räumen die Raumplanung und Umsetzung von Ausstellungen und Veranstaltungen, Ton, Licht, Video, technische Leitung und Bühnenmanagement. Mit der technischen Expertise, die er in unterschiedlichsten Produktionskontexten vor Ort aufgebaut hat, unterstützt er künstlerische Arbeiten über Genre- und Spartengrenzen hinweg.

 
 
 
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