Gedankenkarussell II
Wendepunkte: Ostdeutsche Lebenswelten im Umbruch
Diskussionsrunde mit Jenny Erpenbeck (Autorin, Librettistin von Rummelplatz) und Laura Laabs (Filmregisseurin, Autorin von Adlergestell)
Moderation: Friederike Pank (Dramaturgin)
Woher wir kommen, das gibt es nicht mehr. Wohin wir gehen, das wissen wir nicht.
Rummelplatz, 1. Akt
Der Osten Deutschlands und die Biografien der hier lebenden Menschen sind von mehreren großen historischen Umbrüchen geprägt: Auf Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg folgten Jahrzehnte sowjetisch geprägter SED-Diktatur, bevor die Friedliche Revolution der wirtschaftlich schon stark angeschlagenen DDR ein Ende setzte. Danach wich die Wende-Euphorie vielerorts einer Ernüchterung, als die Wiedervereinigung sich zunächst in der Abwicklung von Industriebetrieben und der Neuordnung sämtlicher Aspekte des Lebens manifestierte. Dreißig Jahre später steht mit dem Ausstieg aus der Kohleindustrie in vielen ostdeutschen Gebieten erneut ein Strukturwandel an. Rummelplatz kann dabei helfen, diesen Umbruchsmomenten auf die Spur zu kommen und die große Aufgabe der gesellschaftlichen Neuordnung besser nachzuvollziehen.
Im zweiten Nachgespräch richteten wir den Blick von der Erzgebirgsregion ausgehend auf drei weitere ostdeutsche Regionen (das ehemalige Ost-Berlin, die sächsisch-brandenburgische Lausitz und die Weiten Mecklenburg-Vorpommerns), um zu diskutieren, welche gesellschaftlichen Entwicklungen auf die historischen Umbrüche folgten und wie sich die Wendepunkte der ostdeutschen Geschichte, auch über Generationen hinweg, auf die Gegenwart auswirken.
Das Publikum ist eingeladen, sich mit persönlichen Erinnerungen, Fragen und Gedanken am Gespräch zu beteiligen.
Die Rummelplatz-Eintrittskarte gilt für den Besuch des Gedankenkarussells im Anschluss an die Vorstellung, aber auch für alle weiteren Nachgespräche dieser Diskussionsreihe.
Einen Überblick über die Reihe finden Sie hier.