Don Giovanni
Dramma giocoso von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo da Ponte
Don Giovanni – ein Name, der für tollkühne Eroberungen und aufregende Liebesabenteuer steht, aber auch für Anarchie und skrupelloses Benehmen. Unaufhaltsam zieht er seine Bahnen, bis er eines Tages im Streit einen Menschen tötet. Dieser Mord setzt dem scheinbar unbeschwerten Dasein des Verführers ein abruptes Ende.
Wolfgang Amadeus Mozarts Don Giovanni ist kein moralisches Lehrstück, sondern ein faszinierender Balanceakt zwischen Komödie und Tragödie, Chaos und Ordnung, Freiheit und Zwang, zwischen der grotesken Komik des Maskenballs und der tödlichen Ernsthaftigkeit des Abgrunds. Das Libretto, verortet im erzkatholischen Sevilla des Hochbarock, schafft die Grundlage für eine universelle Frage: Wie viel Individualität kann eine Gesellschaft ertragen, bevor sie ins Wanken gerät?
Die Chemnitzer Neuproduktion dieses Stückes inszenierte Dennis Krauß, der hier 2024 mit Peter Eötvös' Oper Sleepless bereits ein ebenso leidenschaftliches wie poetisches Statement gegen gesellschaftliche Verurteilung und Ausgrenzung setzte und dafür 2025 mit dem Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie “Regie Musiktheater” ausgezeichnet wurde.
Tea Trifković (14.02. / 24.02. / 19.04.2026)
Marlen Bieber (14.02. / 11.04. / 13.05. / 05.06.2026)
Jonathan Koch (14.02. / 27.03.2026)
Stimmen
Mozart mit Notlandung
Torsten Kohlschein | Freie Presse | 2.02.2026
Dennis Krauß Chemnitzer ´Don Giovanni´ überzeugt durch kluge Reduktion. […] Krauß’ minimalistisches Bühnenbild, zwei gebogene rechtwinklige Dreiecke in der Senkrechten, ein schwebendes, illuminiertes Kreuz, sieben Lichtkugeln, bilden eine klare, abstrahierte Spielfläche. Die Kostüme von Christina Geiger folgen einer ebenso schlichten wie hilfreichen Farbenlehre: […] Gesungen wird auf Italienisch, deutsch und englisch übertitelt, durchweg auf hohem Niveau, sensibel unterstützt von der Robert-Schumann-Philharmonie unter dem 2. Kapellmeister Maximilian Otto. Besonders die Frauen des Ensembles brillieren. […] Die radikale Reduktion auf das Wesentliche, kaum Requisiten oder Möbel, schärft den Blick für diese Emotionen.
Michael Ernst | MDR Kultur | 31.01.2026
[…] das Theater Chemnitz weiß mit dem Meisterwerk zu überzeugen […]. die Regie hat das überzeugend aufgegriffen und umgesetzt. Dennis Krauß hat zudem das Bühnenbild selbst entworfen und dabei passende, sinnfälige Metaphern entwickelt […] optisch macht das ganz schön etwas her.
„Don Giovanni“ im Farbenrausch
Mario Adolphsen | Chemnitzer Morgenpost | 2.02.2026
Die Handschrift [von Dennis Krauß] ist unverkennbar: Fast die ganze Zeit dreht sich das abstrakt gehaltene Bühnenbild - Treppen, Wände und Schrägen in kräftigem Rot -, wodurch alle auf der Bühne in Bewegung bleiben müssen, um nicht gleich wieder zu verschwinden. Sie nehmen Mozarts Rhythmus auf, fast puppenspielerhaft. […] Die formale Strenge dieser Zeit findet sich auch in den Kostümen (Christina Geiger) wieder, jedoch klar und aufgeräumt wie das Bühnenbild. Kein unnötiges Schmuckwerk, dafür knallige Farben - hier wird auf den ersten Blick klar, wer wohin gehört […] Am Ende sind es die Frauen, die zerrissen sind zwischen Liebe und Lust, Verletzungen und Werten. Ihre Partien sind durchweg hinreißend gespielt und gesungen von Akiho Tsujii (Donna Anna), Paula Meisinger (Donna Elvira) und Fernanda Allande (Zervina). Eine spektakuläre Inszenierung!