Katka Kurze © Nasser Hashemi
Katka Kurze © Nasser Hashemi
Susanne Stein, Andreas Manz-Kozár © Nasser Hashemi
Susanne Stein, Andreas Manz-Kozár © Nasser Hashemi
Dirk Glodde, Katka Kurze © Nasser Hashemi
Dirk Glodde, Katka Kurze © Nasser Hashemi
Andreas Manz-Kozár, Katka Kurze, Christian Schmidt, Susanne Stein © Nasser Hashemi
Andreas Manz-Kozár, Katka Kurze, Christian Schmidt, Susanne Stein © Nasser Hashemi
Katka Kurze, Dirk Glodde © Nasser Hashemi
Katka Kurze, Dirk Glodde © Nasser Hashemi
Susanne Stein, Andreas Manz-Kozár © Nasser Hashemi
Susanne Stein, Andreas Manz-Kozár © Nasser Hashemi
Katka Kurze © Nasser Hashemi
Katka Kurze © Nasser Hashemi
Katka Kurze, Dirk Glodde © Nasser Hashemi
Katka Kurze, Dirk Glodde © Nasser Hashemi
Katka Kurze © Nasser Hashemi
Katka Kurze © Nasser Hashemi
Christian Schmidt © Nasser Hashemi
Christian Schmidt © Nasser Hashemi
Christian Schmidt, Katka Kurz, Susanne Stein, Andreas Manz-Kozár, Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
Christian Schmidt, Katka Kurz, Susanne Stein, Andreas Manz-Kozár, Patrick Wudtke © Nasser Hashemi
 
Sa
02.
April
Schauspiel

Die Polonaise von Oginski

Schauspiel von Nikolaj Koljada
Aus dem Russischen von Alexander Kahl

Lenin ist tot, Stalin ist tot, und mir gehts auch nicht gut. (Sergej)

Die Besitzer einer Moskauer Luxuswohnung kommen in den Wirren der 1980er Jahre gewaltsam zu Tode, ihre Tochter Tanja flieht nach New York ins Exil und die ehemaligen Angestellten richten es sich in der Wohnung ein – unter ihnen Tanjas große Liebe Dima.

Die neuen Bewohner verkaufen in den schlimmen Jahren nach der Perestroika alles Mobiliar für das Lebensnotwendige und schlagen sich irgendwie durch. Doch zehn Jahre später kündigt sich urplötzlich Besuch aus Amerika an: Tanja. Mit ihr wird die Angst der Bewohner, aus der Wohnung geworfen zu werden, real. Als Tanja im Schlangenledermantel und in grellen Markenturnschuhen in der Tür steht, prallen zwei Welten aufeinander: Die Daheimgebliebenen auf die Verheißung des strahlenden Westens in Gestalt der Bonzentochter. Doch Tanja ist in New York gestrandet und hofft in der Wohnung der Eltern ihre innerste Heimat wiederzufinden – vor allem aber Dima. In den Kindertagen, als die Gesellschaft noch heil und die Heimat vertraut waren, träumte sie davon, im weißen Ballkleid zu seiner Musik zu tanzen. Jetzt gibt es keinen Tanz mehr, nur noch eine unendliche Sehnsucht im Herzen, denn an eine Heimkehr ist ohne wirklichen Neuanfang nicht zu denken. Was aber, wenn alles irgendwie zu spät ist und die Schwerkraft im Herzen zu stark?

Der russische Dramatiker und Regisseur Nikolaj Koljada – geschult durch den subtilen Humor Tschechows – umspielt die Illusionen und Ängste vor einer notwendigen Veränderung. Jede tiefe Krise – sei sie politischer, gesundheitlicher, beruflicher, persönlicher oder sozialer Natur – fordert Menschen heraus, ihr Leben und Handeln in Frage zu stellen, Vertrautes gegebenenfalls schmerzvoll zurückzulassen und sich für Neues zu öffnen. Andernfalls droht Erstarrung und die Vergangenheit verklärt sich in Illusionen. In diesem Sinne reflektiert der renommierte italienische Regisseur Paolo Magelli persönliche Erfahrungen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, welcher mit dem Niedergang alternativer gesellschaftlicher Ideen zugunsten der alles beherrschenden neoliberalen kapitalistischen Ökonomie verbunden war. Zugleich misst er poetisch die innere Heimat seiner Figuren aus, einer Heimat voll mit brüchigen Hoffnungen aus einer alten Zeit.

Sa, 02. April | 19:30 Uhr
Preis: 13,00 bis 24,00 €
 

Weitere Termine

29.12.2021 Mittwoch 19:30 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
19.05.2022 Donnerstag 19:30 Uhr    
Spinnbau - Große Bühne
Regie Paolo Magelli
Bühne Lorenzo Banci
Kostüme Leo Kulaš
Musik Bernd Sikora
Video Ferdinand Halbert
Dramaturgie René Rainer Schmidt
Iwan Christian Schmidt
Sergej Andreas Manz-Kozár (03.12./29.12.2021/24.01./19.05.2022)
Christian Ruth (13.11./19.11.2021)
Ludmilla Susanne Stein
Tanja Katka Kurze
Dima Dirk Glodde
David Patrick Wudtke
Spielort:Spinnbau - Große Bühne
Dauer:1 h 45 min
Spielpause:keine Pause
Einführung:30 min vor Beginn jeder Vorstellung
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:13.11.2021

Ausgenommen und geschlachtet

[…] Katka Kurze spielt diese Tanja, der es im Westen nicht gut gegangen zu sein scheint und die sich ihr Vermögen mit Prostitution verdient hat, einfach nur umwerfend. Sie zeigt eine Frau, die voller Freude, Hoffnung und Sympathie für die Wohnungsbesetzer in die elterliche Wohnung zurückkommt und sogar bereit ist, im Flur zu nächtigen. Sie zeigt eine Tanja, die zugleich ein paranoides Wrack ist, die sich vom KGB verfolgt wähnt und sich vor den vermeintlichen Agenten mit Schattenboxen verteidigt. […] Und Kurze zeigt beklemmend-eindrücklich eine zunehmend verzweifelte und hysterische Tanja, weil sie sich einer geballten Niedertracht ihrer Mitbewohner ausgesetzt sieht. […] Die Figuren wirken dank der verstörend-unangenehmen Inszenierung Paolo Magellis und der Schauspielkunst von Stein, Ruth, Glodde, Schmidt und Wudtke zudem seltsam real, was einen ein ums andere Mal erschaudern lässt. […] Das Stück ist eine Zumutung, die man sonst eher im Ostflügel des Hauses vermuten würde. Doch ein solch sperriger Stoff macht sich in dieser Qualität auch auf der großen Bühne sehr gut.

Maurice Querner | Freie Presse | 18.11.2021

Rückkehr in eine schwer verständliche Welt

[…] Regisseur Paolo Magelli hat sich dafür entschieden, die reichlich vorhandenen Symbole aus dem Stück des russischen Theatermachers Nikolaj Koljada herauszunehmen und zum Hauptdarsteller zu machen. […] Menschen, die wie Tanja in die Welt ihrer Kindheit zurückkehren, tragen Symbole dafür in sich und suchen diese wieder an dem Ort, wo ihr vermeintliches Glück lag. Groß ist die Gefahr, dass diese sich in der Wirklichkeit als Irrtum erweisen. Tanja muss das schmerzlich erfahren, stößt mit ihrer Fröhlichkeit, die zugleich kindlich als auch amerikanisch-selbstdarstellerisch daherkommt, immer wieder auf kalte Ablehnung. Die Menschen, die auf Tanja nicht gewartet haben, fürchten um das Leben, an das sie sich bisher klammerten. […] ‚Die Polonaise von Oginski‘ ist keine süße russische Sehnsuchtsmelodie. Auch den schwierigen Fragen nach Rückkehr, nach Idealisierung, nach Stillstand und Wandel vermag sie kaum neue Aspekte hinzuzufügen. Zu unausgegoren und sprunghaft führt sie die Figuren herum, die ebenso wie der Zuschauer vor allem damit beschäftigt sind, ihre symbolhafte Welt sinnhaft zu entschlüsseln.

Marcel Pochanski | Sächsische Zeitung | 16.11.2021
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