Sa
13.
November
Schauspiel
Premiere

Die Polonaise von Oginski

Schauspiel von Nikolaj Koljada
Aus dem Russischen von Alexander Kahl

Lenin ist tot, Stalin ist tot, und mir gehts auch nicht gut. (Sergej)

Die Besitzer einer Moskauer Luxuswohnung kommen in den Wirren der 1980er Jahre gewaltsam zu Tode, ihre Tochter Tanja flieht nach New York ins Exil und die ehemaligen Angestellten richten es sich in der Wohnung ein – unter ihnen Tanjas große Liebe Dima.

Die neuen Bewohner verkaufen in den schlimmen Jahren nach der Perestroika alles Mobiliar für das Lebensnotwendige und schlagen sich irgendwie durch. Doch zehn Jahre später kündigt sich urplötzlich Besuch aus Amerika an: Tanja. Mit ihr wird die Angst der Bewohner, aus der Wohnung geworfen zu werden, real. Als Tanja im Schlangenledermantel und in grellen Markenturnschuhen in der Tür steht, prallen zwei Welten aufeinander: Die Daheimgebliebenen auf die Verheißung des strahlenden Westens in Gestalt der Bonzentochter. Doch Tanja ist in New York gestrandet und hofft in der Wohnung der Eltern ihre innerste Heimat wiederzufinden – vor allem aber Dima. In den Kindertagen, als die Gesellschaft noch heil und die Heimat vertraut waren, träumte sie davon, im weißen Ballkleid zu seiner Musik zu tanzen. Jetzt gibt es keinen Tanz mehr, nur noch eine unendliche Sehnsucht im Herzen, denn an eine Heimkehr ist ohne wirklichen Neuanfang nicht zu denken. Was aber, wenn alles irgendwie zu spät ist und die Schwerkraft im Herzen zu stark?

Der russische Dramatiker und Regisseur Nikolaj Koljada – geschult durch den subtilen Humor Tschechows – umspielt die Illusionen und Ängste vor einer notwendigen Veränderung. Jede tiefe Krise – sei sie politischer, gesundheitlicher, beruflicher, persönlicher oder sozialer Natur – fordert Menschen heraus, ihr Leben und Handeln in Frage zu stellen, Vertrautes gegebenenfalls schmerzvoll zurückzulassen und sich für Neues zu öffnen. Andernfalls droht Erstarrung und die Vergangenheit verklärt sich in Illusionen. In diesem Sinne reflektiert der renommierte italienische Regisseur Paolo Magelli persönliche Erfahrungen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, welcher mit dem Niedergang alternativer gesellschaftlicher Ideen zugunsten der alles beherrschenden neoliberalen kapitalistischen Ökonomie verbunden war. Zugleich misst er poetisch die innere Heimat seiner Figuren aus, einer Heimat voll mit brüchigen Hoffnungen aus einer alten Zeit.

Sa, 13. November | 19:30 Uhr
Preis: 15,00 bis 28,00 €
 

Weitere Termine

19.11.2021 Freitag 19:30 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
03.12.2021 Freitag 19:30 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
29.12.2021 Mittwoch 19:30 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
02.04.2022 Samstag 19:30 Uhr    
Spinnbau - Große Bühne
19.05.2022 Donnerstag 19:30 Uhr    
Spinnbau - Große Bühne
Regie Paolo Magelli
Bühne Lorenzo Banci
Kostüme Leo Kulaš
Dramaturgie René Rainer Schmidt
Spielort:Schauspielhaus - Große Bühne
Dauer:noch nicht bekannt
Einführung:30 min vor Beginn jeder Vorstellung
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:13.11.2021
Startseite
Suche Zusatzinformationen
Teilen
nach oben eine Seite zurück

Was suchen Sie?

Suche schließen
Exit
nach oben eine Seite zurück

Cookie Einstellungen

Wir verwenden auf dieser Website mehrere Arten von Cookies, um Ihnen ein optimales Online-Erlebnis zu ermöglichen, die Nutzerfreundlichkeit unseres Portals zu erhöhen und unsere Kommunikation mit Ihnen stetig zu verbessern. Sie können entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten und welche nicht (mehr dazu unter „Individuelle Einstellung“).
Name Verwendung Laufzeit
privacylayerStatusvereinbarung Cookie-Hinweis1 Jahr
Name Verwendung Laufzeit
_gaGoogle Analytics2 Jahre
_gidGoogle Analytics1 Tag
_gatGoogle Analytics1 Minute
_galiGoogle Analytics30 Sekunden