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Die goldene Gans

Märchen von Peter Brasch nach den Brüdern Grimm

22.
Dez
Donnerstag
6 weitere Termine
 
 

Auf der Bühne steht ein großer Tisch. Daran sitzen zwei freundliche Leute, zwei virtuose Puppenspieler. Zusammen wollen sie das Märchen von der goldenen Gans erzählen, aber richtig. Und so geraten sie in heftigsten Streit, wer es besser könne. Die beiden überbieten sich an Ideen und zaubern nach Lust und Laune die Grimm‘sche Märchenwelt auf den Tisch. Ihre Geschichte ist so fantastisch, dass sie seither um die ganze Welt reist und nun endlich nach Chemnitz kommt.

Vor Jahren lebte ein Junge, den jedermann für dumm hielt und der deswegen schlecht behandelt wurde. Eines Tages wurde er in den Wald geschickt. Da traf er ein altes Männlein, das um Brot bat. Der Junge teilte sein Weniges mit ihm. Darüber war der Alte, in Wahrheit ein Zauberer, so erfreut, dass er ihm ein wunderbares Geschenk machte: eine goldene Gans mit eingebauter Diebstahlsicherung. Jedermann, der sie berührte, klebte an ihr fest. Der Junge bedankte sich und zog mit seiner Gans in die weite Welt hinaus. Einmal übernachtete er in einem Gasthof, dessen Wirt drei sehr neugierige Töchter hatte. In der Nacht schlichen sie auf leisen Sohlen zur Gans und versuchten, eine goldene Feder zu stehlen. Wie groß aber war ihr Schreck, als sie nacheinander an der Gans festklebten! Fortan mussten sie dem Jungen und seiner Gans überallhin folgen. Und so erging es jedem, der es danach versuchen sollte, ob Pfarrer, Bauer oder Musiker. Mit seiner kunterbunten Schar gelangte der Junge schließlich an einen Königshof, wo eine sehr traurige Prinzessin lebte. In seiner Not hatte der König demjenigen ihre Hand versprochen, der sie zum Lachen brächte. Wie musste die Prinzessin auflachen, als sie den verrückten Haufen sah! Der König hätte jetzt sein Versprechen einlösen müssen, aber er weigerte sich. Stattdessen stellte er dem Jungen drei unglaublich schwierige Aufgaben …

In der Bearbeitung von Peter Brasch nahm sich Regisseurin Ines Heinrich-Frank des Grimm‘schen Märchens an. Mittels Laufband, wundervoller mechanischer Sperrholzfiguren und einem Luftschloss zauberte sie gemeinsam mit den Spielern die Geschichte auf den Tisch. Und da wir und unsere Kinder nicht von gestern sind, wurde unsere heutige Zeit voller Witz gleich mit eingeflochten. Was kann es Schöneres geben?

Die preisgekrönte Inszenierung erlebte 2007 ihre Premiere am Puppentheater Halle/Saale und wurde nun vom Figurentheater Chemnitz übernommen. 

 
22.
Dez
Donnerstag
 

Weitere Termine

Freitag, 23. Dezember 2022
10.00 Uhr
Ausverkauft
Freitag, 13. Januar 2023
09.30 Uhr
Samstag, 14. Januar 2023
16.00 Uhr
Sonntag, 15. Januar 2023
16.00 Uhr
Donnerstag, 02. Februar 2023
09.30 Uhr
Freitag, 03. Februar 2023
09.30 Uhr
 
 
Dauer
50 min
Spielpause
keine Pause
Altersempfehlung
ab 5 Jahren
Premiere
11.09.2016
Wiederaufnahme
17.09.2022
 

Stimmen

Uta Trinks | Freie Presse | 15.09.2016

Besuch bei einer witzigen 'Klebegesellschaft'

‚Die goldene Gans‘ ist ins Chemnitzer Figurentheater eingezogen - in Form von Sperrholzpüppchen. Sperrig ist diese amüsante Geschichte aber überhaupt nicht.

Wunderbare Ideen am laufenden Band - das bietet wieder einmal das Chemnitzer Figurentheater. Und diesmal ist das sogar wörtlich zu nehmen. Denn eine Frau und ein Mann sitzen sich an einem langen schwarzen Tisch gegenüber, in dessen Mitte sich ein Laufband hin- und herbewegen lässt. Darauf wandern, mal mehr, mal weniger geschwind die Figuren des Stücks ‚Die goldene Gans‘ nach links und rechts. Genauso wie die Texte von Tobias Eisenkrämer und Mona Krueger, die als versierte Puppenspieler nicht nur die Püppchen der jüngsten Inszenierung des Chemnitzer Figurentheaters zum Leben erwecken, nein, sie liefern sich auch noch ein sowohl für die Kinder als auch ihre erwachsenen Begleiter amüsantes Wortgefecht über den Fortgang der Geschichte. Denn jeder der beiden glaubt, besser erzählen zu können.

Regisseurin Ines Heinrich-Frank hat die Bearbeitung des Grimmschen Märchens von Peter Brasch schon für das Puppentheater Halle in Szene gesetzt und damit mehrere Preise gewonnen. Dass die Produktion für Zuschauer ab vier Jahren nun auch hier gezeigt wird, ist ein Glück, denn erstens erfreuen Märchenklassiker immer wieder, und zweitens ist es überaus erfrischend, Altbekanntem in neuem Kleid zu begegnen. Und das besteht hier vor allem aus Sperrholz. Ausstatter Robert Voss ist da ganz schlicht geblieben. Er wechselt aber mehrfach die Größenverhältnisse, um das Geschehen perspektivisch ranzuholen oder weiter wegzuschieben. Und auch mit den übrigen Kulissen wie Bäumen oder Palastmauern zaubert er eindrückliche Bilder.

Die sehr jungen Zuschauer finden es witzig, wenn eine Brotdose voller Gummibärchen steckt, verfolgen wie gebannt, wenn die an der goldenen Gans hängende gierige ‚Klebegesellschaft‘ durch die Landschaft zieht, und zeigen sich ganz entzückt von dem traumhaft schönen Sternenhimmel, unter dem sich die einst traurige Prinzessin und der für dumm gehaltene Junge als glückliches Paar finden. Die Liebe ist der Gewinner des Stücks. Und das ist doch die Hauptsache. Oder?

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