Der fliegende Holländer
Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
Seit jeher sind Liebe, Treue und Geborgenheit für den Menschen von zentraler Bedeutung. Die verzweifelte Suche danach bildet den Kern der Sage über den Fliegenden Holländer: Weil er einst in seinem Übermut Gott verfluchte, ist er dazu verdammt, auf ewig mit seinem Geisterschiff die Weltmeere zu durchkreuzen. Nur alle sieben Jahre darf er an Land gehen und sich auf die Suche nach einer Frau begeben, die ihm Treue „bis in den Tod“ zu schwören bereit ist, um ihn von seinem Fluch zu erlösen. Die junge Senta sieht in dieser Entscheidung die Möglichkeit, sich ihren eigenen Wunsch nach einer liebevollen, beständigen Bindung zu erfüllen, die ihr bisher durch ihre Familie verwehrt geblieben ist, und widmet sich mit Hingabe der Rolle des rettenden Engels – zu der schrecklichen Bedingung, sich dafür selbst aufgeben zu müssen.
Die romantische Sage berührt in der Inszenierung von Juana Inés Cano Restrepo existenzielle Themen des menschlichen Lebens: Die Hoffnung auf eine Liebe über den Tod hinaus, die Angst davor, allein zu sterben sowie die Frage, ob und wie wir nach dem Tod eines geliebten Menschen weiterleben können.
Stimmen
Holländer auf Heimatsuche
Sarah Hofmann | Freie Presse | 27.04.2026
Benjamin Reiners führt die Robert-Schumann- Philharmonie präzise und mit großer Sensibilität. Immer wieder entstehen Momente schwermütiger Leichtigkeit und auch von schmerzhafter Schönheit. […]. Besonders klug ist die musikalische und inszenatorische Zeichnung Sentas. […] Viktorija Kaminskaite verleiht der Figur mit reifem Sopran große Präsenz. […] den Holländer […] singt Birger Radde mit ernstem, tragfähigem Bariton. […] Beide harmonieren hervorragend. Ihr gemeinsames Duett gehört zu den stärksten Momenten des Abends und bleibt lange im Ohr. […] Juana Inés Cano Restrepo betrachtet den Stoff mit kritischem Blick. […] Das macht den Abend spannend und interpretationsreich. […] Eine Inszenierung, die mit den fragwürdigen Motiven Wagners arbeitet, ohne ihnen zu verfallen.
„Fliegender Holländer“ überzeugt mit Inbrunst und starkem Bühnenbild
Amélie Fromm | Chemnitzer Morgenpost | 27.04.2026
In den Hauptrollen setzt die Oper Chemnitz auf zwei starke Gäste: Es debütieren Birger Radde als Holländer und Viktorija Kaminskaite als Senta. […] Radde bringt mit großer Inbrunst die Entwicklung vom verzweifelten, verfluchten Untoten hin zum liebenden Mann auf die Bühne. Und Kaminskaite sorgt mit ihrer klaren, kraftvollen Stimme für echte Gänsehaut-Momente. Besonders beeindruckend: Ihr Stimmumfang -denn der junge Wagner treibt seine Sopranistin in atemberaubende Höhen. Dazu zieht das düstere Bühnenbild das Publikum in seinen Bann – stürmisch und mit romantischen Elementen versetzt.