Der fliegende Holländer
Romantische Oper in drei Aufzügen von Richard Wagner
Seit jeher sind Liebe, Treue und Geborgenheit für den Menschen von zentraler Bedeutung. Die verzweifelte Suche danach bildet den Kern der Sage über den Fliegenden Holländer: Weil er einst in seinem Übermut Gott verfluchte, ist er dazu verdammt, auf ewig mit seinem Geisterschiff die Weltmeere zu durchkreuzen. Nur alle sieben Jahre darf er an Land gehen und sich auf die Suche nach einer Frau begeben, die ihm Treue „bis in den Tod“ zu schwören bereit ist, um ihn von seinem Fluch zu erlösen. Die junge Senta sieht in dieser Entscheidung die Möglichkeit, sich ihren eigenen Wunsch nach einer liebevollen, beständigen Bindung zu erfüllen, die ihr bisher durch ihre Familie verwehrt geblieben ist, und widmet sich mit Hingabe der Rolle des rettenden Engels – zu der schrecklichen Bedingung, sich dafür selbst aufgeben zu müssen.
Die romantische Sage berührt in der Inszenierung von Juana Inés Cano Restrepo existenzielle Themen des menschlichen Lebens: Die Hoffnung auf eine Liebe über den Tod hinaus, die Angst davor, allein zu sterben sowie die Frage, ob und wie wir nach dem Tod eines geliebten Menschen weiterleben können.