Das Tagebuch der Anne Frank - konzertant
Mono-Oper in zwei Teilen von Grigori Frid
Deutsche Adaption von Ulrike Patow
„O ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. Ich will den Menschen, die um mich herum leben oder mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod“, schrieb Anne Frank am 5. April 1944 in ihr Tagebuch, das eindrucksvoll ihren Überlebenswillen gegenüber den Schrecken des Holocaust dokumentiert. In ihren Einträgen, in denen sie Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt sowie den Alltag eines zum Untertauchen gezwungenen jüdischen Mädchens gibt, zeigt sich die junge Autorin als lebenskluge und selbstkritische Beobachterin. Mit Humor und Zuversicht bewahrt sie ihren Glauben an eine friedvolle Zukunft und nimmt doch die Abgründe der Zeit mit großer Klarheit wahr. Anne Franks Schriften wurden inzwischen in mehr als 70 Sprachen übersetzt und in über 100 Ländern veröffentlicht, was zeigt, wie sehr ihr Versuch, sich durch das Schreiben in ihrer Lebensrealität zurechtzufinden, die Menschen weltweit bewegt.
Der russisch-jüdische Komponist, Maler und Schriftsteller Grigori Frid erlebte den Zweiten Weltkrieg an der Front sowie die katastrophale Nachkriegszeit in der Sowjetunion. Viele seiner Familienmitglieder waren vom Zwang und Terror der stalinistischen Diktatur unmittelbar betroffen. Tief beeindruckt von Anne Franks Tagebuch entschloss er sich, eine Oper zu schreiben – ungeachtet des damaligen Verbotes, den Holocaust und jüdische Geschichten zu thematisieren.
In den Chemnitzer Aufführungen erklingt die Oper rein konzertant. Die in diesem Werk enthaltene hochkonzentrierte Essenz von Anne Franks scharfsinniger Weltsicht kommt dabei einmal mehr in ihrer Unbedingtheit und Aktualität zum Ausdruck.
Mit freundlicher Unterstützung durch die Jüdische Gemeinde Chemnitz
Stimmen
Nach dem Vorstellungsbesuch schrieben Jugendliche der Klassenstufe 9 Briefe an Anne Frank, aus denen die folgenden Zitate stammen:
„Danke, dass du deine Gedanken und Gefühle aufgeschrieben und somit mit uns geteilt hast“.
„Es hat mich daran erinnert, dass es wichtig ist, sich daran zu erinnern, was im Holocaust passiert ist“.
„Das zeigt ja, dass die Personen damals keinen Funken Menschlichkeit in sich getragen haben“.
„Deine Geschichte wird für immer ein Teil meiner Erinnerung bleiben.“
„Kein Kind sollte jemals solche Sorgen und solche Bedrohung erfahren müssen“.
„Ich wünschte, du hättest erleben dürfen, wie sehr dich die Menschen lieben“.
[…] Durch dein Tagebuch lebst du weiter, und deine Worte werden nie vergessen“.