Caravaggio oder Die Stille unseres Herzschlages
Ballett von Bruno Bouché
Nicht selten wurde der Maler Michelangelo Merisi da Caravaggio in der Literatur zu einer karikierten romantischen Figur gemacht und damit das Geheimnis und die Kraft seiner Malerei reduziert. Doch während das Enfant terrible des Barock inmitten von Schatten und Leibern arbeitet, offenbart er eine beispiellose menschliche Tiefe, sowohl philosophisch als auch spirituell. Wie lässt sich die lebendige Geste, diese erzählerische, sinnliche, gewalttätige, zarte und grausame Kraft erklären? Insbesondere diese Einsamkeit und Stille, zu der seine Malerei führt?
Bruno Bouché, künstlerischer Leiter des Balletts der Opéra national du Rhin, spürt diesen Fragen in seiner Choreografie für das Ballett Chemnitz nach. „Meine choreografischen Kreationen manipulieren archetypische Bilder, um sie durch das Zeichnen von Körpern im Raum in Bewegung zu versetzen. Caravaggio oder Die Stille unseres Herzschlages soll kein choreografisches Biopic sein, sondern Verbindungen schaffen zwischen seinen Werken und den Körpern der Tänzer und Tänzerinnen – soll die Schwingungen übertragen in ihre Bewegungen.“
Das Ballett Chemnitz auf Gastspielreise
Kurz nach der Premiere wird das Ballett Chemnitz mit Caravaggio oder Die Stille unseres Herzschlages auf Gastspielreise gehen. Die Choreografie von Bruno Buché zu Musik von Claudio Monteverdi und aus der Gegenwart wird Ende März sowohl an zwei Abenden in der Partnerstadt Mulhouse als auch in drei Vorstellungen an der Opéra de Strasbourg zu sehen sein. So stellt sich unsere Company dem französischen Publikum mit einem bewegenden Werk vor, dass mit der Körperlichkeit und der spirituellen Tiefe Caravaggios spielt.