Auf dem Weg III
Lieder und Gedichte
Das Studiojahr neigt sich dem Ende zu und noch einmal kann man unsere Studierenden fernab von Inszenierungen erleben, in einer Doppel-Nachtschicht mit Poesie und Musik.
Im ersten Teil präsentiert uns Saniia Bludova in Steine ukrainische Gegenwartslyrik und begleitet sich dabei selbst mit einer Loop-Station:
Das Wort Heimweh kann man nur beschreiben, wenn man das Zuhause verloren hat. Jetzt musst du dein Zuhause neu suchen/machen/gestalten. Aber die Gedanken vom gestohlenen Leben lassen dich nicht weiter machen, trotz aller Liebe zur Welt.
Serhij Zhadan wurde 1974 in der Ostukraine geboren und gehört zu den prägendsten Figuren der literarischen Szene in Charkiw. Sein Buch Die Erfindung des Jazz im Donbass wurde 2022 von der BBC zum Buch des Jahrzehnts gekürt.
Die Texte des Charkiwer Schriftstellers werden von einer Charkiwer Schauspielerin vorgetragen. Die Geschichte wiederholt sich, leider, aber unsere Erinnerung und unsere Stimme haben Kraft, darum „Atme, atme, Flüchtling, mach deine Arbeit, lass dich von ihnen nicht an den Kiemen packen.“
Es geht um Nostalgie; um die Sehnsucht nach dem, was man nie erlebt hat und was man auch nie wird erleben können.
Nach einer kurzen Umbaupause präsentieren die Studierenden das Ergebnis des musikalischen Workshops unter dem Titel Das donnernde Leben: Lieder von Wolf Biermann und Hildegard Knef, von Gerhard Gundermann und Bettina Wegner, von Rio Reiser und Ton Steine Scherben.
** Student der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“