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Aida

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Antonio Ghislanzoni

 
 

Paris 1870. Nach der katastrophalen Niederlage von Sedan bereitet sich die französische Hauptstadt darauf vor, die heranrückenden preußisch-deutschen Truppen abzuwehren. Statt des erwarteten Sturms auf die Metropole kommt es jedoch zu einer Belagerung. Vier schwere Monate, geprägt von Hunger, Kälte und Zerstörung, brechen an. In der Stadt ist auch Auguste Mariette Bey, einer der bedeutendsten Ägyptologen seiner Zeit. Als der eigentliche Erfinder der Aida-Handlung trug er wenige Monate zuvor entscheidend dazu bei, dass Verdi sich entschloss, seine heute bekannteste Oper zu komponieren. Nun können weder er noch die Bühnendekorationen und Kostüme für die Aida-Uraufführung in Kairo Paris verlassen. Die Weltpremiere muss verschoben werden.

Die Chemnitzer Neuinszenierung greift diesen historischen Kontext auf. In Mariettes Wohnung treffen eine Operntruppe kurz vor der Abreise, Fremde, die Zuflucht suchen, und die eigentlichen Hausbewohner:innen aufeinander. Irgendwo zwischen Vorbereitungen auf Kairo, Flucht in fantastische Opernwelten und Befragung der eigenen Situation spielen sie Aida, ein Stück, das von einer heimlichen Liebe inmitten des Krieges handelt:
Der aufstrebende ägyptische Hauptmann Radamès hofft, als Feldherr die Äthiopier zu bezwingen. Durch den Sieg will er für sich und Aida endlich eine Möglichkeit schaffen, ihre Liebe offen zu leben. Doch als er tatsächlich das Kommando erhält, stürzt dies Aida in ein Dilemma, denn ihr Vater ist Amonasro, der König der Äthiopier. Sie steht zwischen zwei verfeindeten Männern, die sie beide liebt. Bei der triumphalen Heimkehr der ägyptischen Truppen spitzt sich die Lage weiter zu: Aida erkennt unter den Kriegsgefangenen ihren Vater, und Radamès erhält zum Lohn für den Sieg die Hand der Pharaonentochter Amneris … Feindschaft, machtpolitische Interessen und Eifersucht lassen keinen Raum für eine Verbindung zwischen Aida und Radamès, und doch halten die beiden an ihrer Liebe fest. Ihr gemeinsamer Weg führt sie gemeinsam in den Tod. In ihrem Ende fallen tiefste Tragik und höchste Glückseligkeit in Eins. Verdi inspirierte dies zu unsterblicher, berührender Musik.

 
 

Weitere Termine

Samstag, 26. November
18:00 Uhr
Samstag, 17. Dezember
18:00 Uhr
Freitag, 13. Januar
19:00 Uhr
Samstag, 21. Januar
18:00 Uhr
Freitag, 24. Februar
19:00 Uhr
 
Musikalische Leitung
Guillermo García Calvo (23.04. / 30.04. / 06.05.2022)
Diego Martin-Etxebarria (14.05. / 27.05 / 11.06. / 25.06.2022)
Dominik Beykirch (13.01. / 21.01. / 24.02.23)
Konzept / Dramaturgie / Bühne und Kostüme
Inszenierung
Choreografie
Stückbetreuender Dramaturg
Der König
David Steffens (26.11./ 17.12.2022/ 21.01.2023)
Bjørn Waag (29.10.2022/ 13.01./ 24.02.2023)
Amneris, seine Tochter
Nadine Weissmann (17.12.2022/ 21.01.2023)
Aida
Tatiana Larina (26.11.2022/ 13.01./ 24.02.2023)
Maraike Schröter (29.10./ 17.12.2022/ 21.01.2023)
Radamès
Hector Sandoval (29.10./ 26.11.2022/ 24.02.2023)
N.N.
Ramfis, Oberpriester
Amonasro, König von Äthiopien, Aidas Vater
Oberpriesterin
Daria Kalinina
Tea Trifković (17.12.2022/ 21.01.2023)
Ein Bote
N.N. (29.10./ 26.11./ 17.12.2022)
Timo Rößner (13.01./ 21.01./ 24.02.2023)
Auguste Mariette
Kindermädchen und äthiopische Göttin
Ägyptischer Kriegsgott
Chor der Oper Chemnitz
Chorgäste der Oper Chemnitz
Ballett Chemnitz und Praktikantinnen des Dance Planer Trainee Program Korea
Opernballettschule der Theater Chemnitz
Damen und Herren der Statisterie
Robert-Schumann-Philharmonie
 
Spielort
Dauer
3 h 15 min
Spielpause
eine Pause
Einführung
30 min vor Beginn jeder Vorstellung
Altersempfehlung
ab 14 Jahren
Premiere
23.04.2022
Wiederaufnahme
29.10.2022
Information
Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 

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Stimmen

Michael Ernst | Dresdner Neueste Nachrichten | 29.04.2022

Es [war] eine Freude, Tatiana Larina in der Titelpartie zu erleben, die sie erst wenige Stunden vor der Premiere für eine erkrankte Kollegin übernommen hatte. Chapeau, das war eine wirkliche Sternstunde! Klar geführt ihre Stimme, gut nuanciert, ein uneingeschränkt verdienter Applaus. Ebenso ohne Fehl und Tadel der Tenor Hector Sandoval als Radames.

Stephan Burianek | www.opern.news | 25.04.2022

Das Regieteam nimmt in seiner Inszenierung Bezug auf die chaotischen Vorbereitungen zur Uraufführung der ‚Aida‘: Wegen des 1870 von Preußen losgetretenen Angriffskriegs gegen Frankreich saßen in Paris das Bühnenbild und die Kostüme fest, die erstmalige Aufführung in Kairo konnte erst mit einer mehrmonatigen Verspätung stattfinden. […] Dass man diese Idee kaum in Frage stellt und sich von Beginn an darauf einlässt, liegt nicht zuletzt an der ästhetisch hochwertigen Visualisierung durch ein realistisches Bühnenbild und durch die detailverliebten Kostüme von Barbe & Doucet. [Regisseur Ingolf] Huhn beweist handwerkliches Geschick, indem er die Szene während der gesamten Dauer des Werks in Bewegung hält, ohne den Zuschauer zu überfordern.

Von Alex Ross | The New Yorker | 20.06.2022

Das Theater Chemnitz ist für sein mutiges Repertoire bekannt, hat es doch Raritäten wie Meyerbeers ‚Vasco da Gama‘, Pfitzners ‚Die Rose vom Liebesgarten‘ und Kienzls ‚Der Evangelimann‘ ausgegraben. Das Haus trat außerdem mit einem feministischen Ansatz für Wagners ‚Ring‘ hervor; bei dem vier Frauen Regie führten. Die ‚Aida‘, ein geistiges Kind von Renaud Doucet und André Barbe, mischt Neues und Bekanntes. Wir schreiben das Jahr 1870 und wir befinden uns in der Pariser Villa des Ägyptologen Auguste Mariette, der die ursprüngliche Idee zu ‚Aida‘ hatte und Bühnenbild und Kostüme für die Uraufführung der Oper 1871 in Kairo überwachte. Mariette, der aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges in seiner Wohnung festsitzt, leitet eine Probe des Werks, an der Freunde, Bedienstete, Soldaten und zwei schelmische Kinder beteiligt sind. Man hat das Gefühl, dass Mariette […] dem Chaos des Krieges trotzt, indem er sich in eine Welt der Kunst flüchtet. In den späteren Akten tritt der Kniff mit der Rahmenhandlung in den Hintergrund und das Binnendrama dominiert. Das Schlusstableau ist hinreißend und eindringlich: Während Aida und Radamès isoliert sterben, kommen Mariette und der Rest der bunt gemischten Gesellschaft wieder zum Vorschein. Geschichtsvergessen starren sie ins Weite. Auf geniale Weise entfaltet die Inszenierung szenische Pracht, ohne die Schauplätze der Handlung mit minutiös ausgeführten Dekorationen darstellen zu müssen.

Thomas Thielemann | Der Opernfreund online | 25.04.2022

Im Graben gelangen dem Generalmusikdirektor Guillermo Garcia Calvo mit der hochmotivierten Robert-Schumann-Philharmonie gut disponierte impressionistische Klanggemälde mit dem deutlichen Bemühen um jene Tempo- und Klangnuancen, die einer Verdi-Oper ihr Leben einhauchen. Das gesamte Spektrum zwischen einem reduzierten Pianissimo bis hin zum heftig betonten Marschtritt der Aufzugsmusiken, mit deren Trivialität Verdi das pomphafte Machtgehabe seines Auftraggebers artikulierte, wurde geboten.

Wolfgang Schreiber | Opernwelt | 06/2022

[Guillermo García Calvos] federnde Energie belebt das Orchester der Robert-Schumann- Philharmonie und den Opernchor, er vermag straff Hochdruck zu erzeugen und fabelhaft sensibel die Solisten zu begleiten. Unter ihnen ragt das utopische Traumpaar heraus: die junge Georgierin Tatiana Larina, die, spätere Aufführungen erwartend, kurz vor der Premiere für Olga Shurshina einsprang und ihrer Aida fühlbar das lyrische Timbre des Leidens und die Emotionen verzweifelter Ausbrüche mitgibt. Berührend, dabei ‚heldisch‘ schön strahlend, der Radamès des Mexikaners Héctor Sandoval.

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