© Nasser Hashemi

Spielplan

Aufstand der Dinge

So
16.
Februar
Figurentheater

Aufstand der Dinge

Ein Generationenprojekt zur Nachwendezeit
URAUFFÜHRUNG

 
 

Mit der Wende 1989/1990 wurde die DDR radikal überschrieben. Treuhand und Massenentlassungen waren die Geburtshelfer der neuen Bundesländer als „blühende Landschaften“. Die Bevölkerung hat diese Zeit sehr unterschiedlich erlebt – zwischen Auf- und Einbruch. Viele wurden glücklich, weil sie sich endlich frei entfalten konnten, anderen brach durch die großen Fabrikschließungen die Lebensgrundlage weg und ein Gefühl der Entwertung der bisherigen Lebensleistung ging um. All diese Erfahrungen wirken bis hinein in die aktuellen Debatten um Demokratie, Heimat und Integration.

Wissen die Enkel heute noch, was ihre Großeltern einst bewegte? „Sind die aus dem Mittelalter?“ – „Nein, aus der Dino-Zeit!“ – „Nein, aus dem Wilden Westen!“, so beschreiben Kinder das, was von der DDR übrig ist, als sonderbaren Ort in einer schwer definierbaren Vergangenheit. Warum also nicht einen Bogen von damals ins Heute spannen und vom Osten mittels eines raffinierten Märchens für Nachgeborene und Zeitzeug/innen berichten?
Um dieses Märchen zu erzählen, müssen allerdings die Darsteller/innen gefunden werden. Für die Rollen bewerben sich Gegenstände aus der DDR, die bisher in Magazinen von Museen oder auf Dachböden ein stilles Dasein fristeten. Sie stellen sich – aus ganz verschiedenen Berufen und Fabriken kommend – voller Hoffnung der neuen Herausforderung, um wieder dabei sein und tätig werden zu können. Wer es wohl schafft? Darüber entscheiden nicht zuletzt Sie, die Zuschauer/innen. Allerdings nicht immer. Am Ende beginnen die Gegenstände einen eigenen Faden zu spinnen, der von Umdenken, Mut und Selbstbehauptung handelt.

Eine Intensive Vorbereitung aller Beteiligten ging der Inszenierung voraus. Chemnitzer Zeitzeug/innen wurden befragt, im Chemnitzer Industriemuseum und in vielen Bibliotheken recherchiert sowie frühere Produktionsstätten besucht. Während der Probenarbeit wurde dann mit dem entdeckten Material gespielt, bis langsam die Inszenierung entstand.

„Viele Menschen haben den Bruch nach 1989 noch nicht verarbeitet. Das überträgt sich bewusst und unbewusst auch auf das demokratische System.“ Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

In Kooperation mit dem Programm neue unentd_ckte narrative des ASA-FF e.V. und dem Industriemuseum Chemnitz 

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Förderverein der Theater Chemnitz und dem ASA-FF e.V. - Netzwerk für Globales Lernen 

Das Programm „neue unentd_ckte narrative“des ASA-FF e.V.  ist mit dem Sächsischen Preis für Kulturelle Bildung „Kultur.LEBT.Demokratie“ 2019 ausgezeichnet worden.

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Spielort:Schauspielhaus - Kleine Bühne
Dauer:ca. 1h
Altersempfehlung:von 8 bis 108 Jahren
Information:Premiere im Rahmen des Festivals "Aufstand der Geschichten" vom 03. bis 11. November 2018
Premiere:03.11.2018
So, 16. Februar | 16:00 Uhr
Preis: 12,00 €
 

Weitere Termine

17.02.2020 Montag 10:00 Uhr    
Schauspielhaus - Kleine Bühne

Bilder zum Stückes

Bilder
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

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Konzept, Regie und Ausstattung Mirko Winkel

Dramaturgie René Rainer Schmidt

Besetzung des Stückes

Besetzung

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„Industrieverein Sachsen“ schreibt in Ausgabe 07/2019

Ein Stück über Objekte, die keiner mehr möchte
Für Unternehmer empfohlen, denen gleiches Schicksal droht.
Das humorvolle und generationsübergreifende Theaterstück über die Wende fragt: Wie erging es eigentlich den Alltagsgegenständen aus der DDR? (…) Was kann uns eine Geschichte über die Wende für das Heute erzählen? (…) Was tun wir, wenn gesellschaftliche Umbrüche, Wandel und Transformation drohen, wie heute wieder?
(…)
Entdecken Sie die alte Welt, um aktuelle Fragen zu beantworten. Buchen Sie für sich, Ihre Familien und Ihre Belegschaft eine Reise in die Welt der Objekte, die ‚keiner mehr möchte‘. Erleben Sie, wie Erinnerungen ausgelöst werden, die mit der DDR untergegangen sind und seien Sie erstaunt, welche Assoziationen Kinder und junge Menschen entwickeln. (…) In ‚Aufstand der Dinge‘ schlagen die aus der Wendezeit zurückgebliebenen Dinge eine Brücke zu heute. Es ist eine Gelegenheit, Geschichte gemeinsam und aus verschiedenen Blickwinkeln heraus zu betrachten und aufzuarbeiten.
 


„Theater der Zeit“ schreibt in der Ausgabe Dezember 2018

Dies (…) ist Geschichtsunterricht mit spielerischen Mitteln (…). Ein groß angelegter Versuch, den Umbruch von gestern neu zu verstehen. Denn auch unsere Gegenwart befindet sich in einem rasanten Wandlungsprozess. Ein Rückblick kann den Voranstürzenden dabei nur guttun. Was landete fälschlich auf der Müllhalde der Geschichte? Sicher nicht nur der Hometrainer Velomet aus dem VEB Sportgerätewerk mit 2300 Beschäftigten (nach 1990 abgewickelt und nicht mehr existent), der hier als eines unter zahlreichen wiederaufgefundenen Dingen seine Geschichte erzählt. (…)
Claudia Acker und Mona Krueger, zwei Schauspielerinnen vom Figurentheater Chemnitz, bringen die Gegenstände virtuos moderierend ins Spiel mit dem Publikum. Mal sind sie diese selbst, mal wiederum spielen sie sie an. (…)


Der „Museumskurier“ schreibt in Ausgabe 42/2018

(…) Die Schauspielerinnen erzählen die politische Wende 1989 als Märchen. Ein Königreich geht unter. Einige Dinge gehen auf die Reise ins überlebende benachbarte Königreich – als Straßenmusiker. Davor müssen sie sich aber bewerben. So wie nach der Wende die Menschen peinliche Personalgespräche erduldeten: ‚Sind Sie flexibel?‘ Der Klapphocker KH 72, Konsumgüterprodukt der Numerik redet zwar breites Sächsisch, aber gewinnt mit hohem Flirtfaktor (KH wie Karl-Heinz) als Publikumsliebling. Der Robotron PC 1834 fliegt dagegen raus: Monitor defekt.
Mit kindlicher Neugier und großer Spielfreude befragen und testen die Puppenspielerinnen Claudia Acker und Mona Krueger die Objekte. Klamauk eingeschlossen, schließlich sind wir ja alle ein bisschen Kinder geblieben… Yvette, das Manikür-Gerät aka electric aus Dresden, darf auch mit, weil es in einer Tanzeinlage überzeugt. Vibrationskunst bringt auch die Wäscheschleuder der Ermafa an den Start. Fehlt noch die Stasi-Wanze, die sich freiwillig unter einem Zuschauerstuhl zu erkennen gibt. Das Lachen im Publikum klingt hier nicht befreit. Aber nur lustig sein, reicht nicht.
Auf der Reise folgt die schönste Szene: Aufbau als Bremer Stadtmusikanten. Unten steht der Klapphocker, darüber die Schleuder, darüber Yvette und oben die kleine Wanze. Die schämt sich aber und verlässt die Gruppe. (…) Unbedingt vormerken!

Achim Dresler

Die „Freie Presse“ schreibt am 05.11.2018

(…)
Die Dinge erzählen gemeinsam mit den beiden Schauspielerinnen Mona Krueger und Claudia Acker von der Stasi, von der Treuhand, vom schlechten Westfernsehen-Empfang – ein Stück Geschichte, das man wohl in der DANN hat, das man auswendig kann, wenn man vor 1990 geboren wurde, aber nicht, wenn man wesentlich jünger ist. Der ‚Aufstand der Dinge‘ ist deshalb ein Stück für Kinder: Es vermittelt Wissen über die DDR, spielerisch und interaktiv, auf erfrischende Art. Wie jedes gute Kinderbuch auch ist es aber gleichzeitig auch ein Stück für Erwachsene: Ein bisschen lustig, ein bisschen traurig, ein bisschen Ostalgie, dabei aber nie pathetisch.
(…)

Johanna Eisner

Weitere Pressestimmen

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