Spielplan

Arche Noa

Fr
08.
Mai
Schauspiel
Premiere
Theaterpreis für Junge Dramatik 2020

Arche Noa

Das Ende vom Schluss - Von Sören Hornung
Uraufführung

 
 

MAN KANN UNS DOCH NICHT UNSERE PLASTIKSTROHHALME VERBIETEN HABE ICH IMMER GESAGT JEDER MENSCH BRAUCHT DOCH EINEN STROHHALM EINEN LETZTEN STROHHALM AN DEM ER SICH FESTHALTEN KANN“

Vorgeschichte: Simone arbeitet als Aushilfe in einem SuperSupermarkt. Sie wird hierhin und dahin geschickt, kaum jemand beachtet sie. Also schreibt sie ein Büchlein über einen grausamen Nebel, der alles und jeden verschlingt. Ihre Fiktion, besser ihr apokalyptischer Albtraum wird wahr und das Drama beginnt. Aus Simone der Aushilfe wird die Herrscherin über den einzig rettenden Supermarkt und überall draußen herrscht ein Nebel des Grauens, der die Menschen angstvoll herumirren lässt. So auch Dietmar. Schließlich findet er die Tür zum rettenden SuperSupermarkt. Doch auch im Markt geschehen seltsame Dinge: Simone verkauft Dietmar Produkte, die er nicht braucht. Eine tote Mutter beschimpft ihn und berichtet von einem Kreuzfahrtschiff, das mittels Geld am Laufen gehalten wird. Und der Bundeswehrsoldat Karl Schmidt, Drohnenpilot, stellt einen Zusammenhang zwischen der Existenz von 3-D-Druckern und Terrorismus her. Doch die Zeit wird knapp. Die Kühlung fällt aus, das Eis schmilzt und eine Sintflut droht. Den Überlebenden bleibt nichts weiter übrig, als sich auf die Regale des Supermarktes zu retten. Während Dietmar mutierte Fische angelt, baut Simone an einer Arche, um dem Grauen zu entkommen. Doch Gott wäre nicht Gott, wenn er sich in diesem Moment nicht der Menschen erbarmte. Dumm nur, dass sich Gott als Geschichte der Menschen entpuppt, also nur durch die Menschen existiert. Dennoch hat er etwas im Gepäck: die Geburt der Macht aus der Angst.

Sören Hornungs neuer Theatertext stellt eine überdrehte Diagnose der Zeit. Mit Haltung aber ohne Zeigefinger. Mit Witz aber bitterem Ernst. Im Fahrwasser kapitalistischen Wirtschaftens – hier dem SuperSupermarkt – wird Sprache die Kraft zugesprochen, Welt bzw. Weltsicht zu prägen. Wenn eine groschenheftgebildete Figur sich eben einen Nebel des Grauens einbildet, dann wird dieser wahr. Was Mensch zur Einwirkung kommen lässt, prägt seine Weltsicht und sein Handeln. Auf anderer Ebene weist der Nebel auf einen Zustand der Unerkennbarkeit von Akteuren, Zusammenhängen und Antagonismen des Kapitalismus, weil dafür keine Sprache mehr zur Verfügung steht, sie wurde von der Ökonomie usurpiert. Hornung spielt denn auch mit Sprache, setzt Worte, Sprachfetzen, Zitate und vertraute Zusammenhänge in neue Kontexte, verfremdet allzu vertraute Sinnsetzungen und generiert absurden Witz. Genau wie Gott erscheint der Kapitalismus als eine Fiktion, ein Masternarrativ, das dem menschlichen Zusammenleben zwar Struktur gibt, aber vielleicht nicht die einzig mögliche Erzählung ist.

Spielort:Schauspielhaus - Ostflügel
Fr, 08. Mai | 20:00 Uhr
Preis: 16,00 €
ausverkauft
 

Weitere Termine

12.05.2020 Dienstag 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel
20.05.2020 Mittwoch 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel
30.05.2020 Samstag 20:00 Uhr    
Schauspielhaus - Ostflügel

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Matthias Huber

Ausstattung Cleo Niemeyer

Dramaturgie René Schmidt

Besetzung des Stückes

Besetzung
Theodore Müller Schulz
Dorothea Röger

Dietmar der Anwalt
Patrick Wudtke

Simone die Aushilfe
Katka Kurze

Eine tote Mutter/ Gott
Christine Gabsch

Bundeswehrsoldat Karl Schmidt
Konstantin Weber
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