© Nasser Hashemi

Spielplan

Als mein Vater ein Busch wurde...

So
03.
November
Figurentheater

Als mein Vater ein Busch wurde...

Geschichte einer Reise von Joke van Leeuwen
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
Bühnenfassung von Gundula Hoffmann

 
 

In einem Land irgendwo, jetzt oder auch viel früher, lebte das Mädchen Toda unbeschwert mit ihrem Vater in einem kleinen Städtchen. Todas Vater war der Beste. Von Beruf Bäcker konnte er die leckersten Kuchen backen und mit ihren Gerüchen die Welt verzaubern. – Eines Morgens bleibt der Backofen kalt. Im Süden kämpfen die Einen gegen die Anderen und der Vater muss helfen, die Einen gegen die Anderen zu verteidigen. Zum Glück hat er ein Buch, in dem steht, wie er sich als Busch tarnen kann. Während Toda bei ihrer Oma bleibt, kommt der Krieg immer näher und es wird viel zu gefährlich für ein Kind. Besser ist es, ins friedliche Nachbarland zu fahren, wo die Mutter wohnt. Unterwegs begegnet Toda hilfsbereiten Helfern, gierigen Schleppern, einem einsamen General und schließlich – nachts allein im Wald – einem Busch, der wie sie auf der Flucht ist, weil er nicht befehlen kann. Toda übt es mit ihm und er zeigt ihr dafür den Polarstern am nächtlichen Himmel. Mit dessen Hilfe gelangt Toda schließlich ins Nachbarland, wo alles irgendwie anders ist, auch die Sprache, und dann doch wieder nicht.

Mit Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor ist der Autorin Joke van Leeuwen (*1952) ein Meisterstück gelungen. Sie erzählt – zum Lachen und Weinen, zum Nachdenken und Mitfiebern – aus der Perspektive eines Kindes von Krieg, Flucht und wie sich Menschen in Krisenzeiten verändern. Van Leeuwens kleine Heldin wertet nicht, sie beschreibt, was sie sieht und damit auch, welche Welt Erwachsene für Kinder bereithalten. – Joke van Leeuwen ist eine der bedeutendsten niederländischen Autorinnen der Gegenwart. Sie wurde 1988 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und 2013 mit dem James Krüss Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet.

Spielort:Schauspielhaus - Kleine Bühne
Dauer:1 h / keine Pause
Altersempfehlung:ab 6 Jahren
Premiere:05.10.2019
So, 03. November | 16:00 Uhr
Preis: 10,00 €
 

Weitere Termine

04.11.2019 Montag 09:30 Uhr    
Schauspielhaus - Kleine Bühne

Bilder zum Stückes

Bilder
Karoline Hoffmann, Claudia Acker, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Claudia Acker, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Claudia Acker, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Claudia Acker, Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Claudia Acker, Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Claudia Acker, Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Claudia Acker, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Claudia Acker, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
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Karoline Hoffmann, Claudia Acker © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Claudia Acker © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Claudia Acker © Nasser Hashemi
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Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
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Karoline Hoffmann, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann, Matthias Redekop © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Matthias Redekop, Karoline Hoffmann, Claudia Acker © Nasser Hashemi
Matthias Redekop, Karoline Hoffmann, Claudia Acker © Nasser Hashemi
Matthias Redekop, Karoline Hoffmann, Claudia Acker © Nasser Hashemi
Matthias Redekop, Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Matthias Redekop, Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Matthias Redekop, Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
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© Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi
Karoline Hoffmann © Nasser Hashemi

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam

Besetzung des Stückes

Besetzung

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 09.10.2019

(…) ein Kunststück: Flucht wird in der Puppenwelt zur Parabel auf die Ankunft eines Kindes in seiner Umwelt.
(…) Gundula Hoffmann hat eine sehenswert gekonnte Puppenfassung des Kinderbuches ‚Als mein Vater ein Busch wurde und ich meinen Namen verlor‘ (…) inszeniert. (…)
Das Buch, das die Handlung bewusst nicht an einem konkreten Platz der Welt spielen lässt, skizziert deutlich eine Fluchtroute (…). Für die Bühne ist es Hoffmann dagegen gelungen, das Geschehen noch einen Schritt weiter für Kinder von der ersten bis zur siebten, achten Klasse zu abstrahieren. Es geht vor allem um Angst und Mut, um den Schritt über eine wackelige Brücke: Man muss loslassen, laufen und ankommen, und jeder Schritt birgt dabei Gefahren wie auch wundervolle Chancen. Der Haken: Freundlich wirkende Dinge können gefährlich sein, unfreundlich aussehende dagegen auch eine große Hilfe. Kinder geraten als neue Menschen ja häufig in solche kleinen und großen ‚Neu-Situationen‘ , auch wenn man als Erwachsener das oft nicht wahrnimmt. Und: Geflüchtete sitzen derzeit in vielen Schulklassen oder Kindergartengruppen - nur sind sie dort im Alltag keine ‚Geflüchteten‘, sondern eben Mitschüler und Spielkameraden mit Namen, die nett oder doof, komisch oder still, schlau oder begriffsstutzig sind. Auf dieser Ebene dockt das Stück wunderbar einfühlsam an und weckt den Blick fürs Hakelige - und seien es die mal komischen, mal kritischen Untiefen einer fremden Sprache.
Die Puppen von Barbara Weinhold sind eine Schau, sowohl knuffig als auch tough. Die Spieler Claudia Acker, Karoline Hoffmann und Matthias Redekop bewegen sie von Hand, was ständigen Wechsel zwischen langsam-sensiblem und verblüffend lebendigem Spiel sowie ulkig-eckigen ‚Kaspermomenten‘ gestattet. In dieser Spanne findet die Aufführung sowohl berührende, nachdenkliche Momente, als auch Komik. Beeindruckend ist zudem, wie die Akteure den Gruselfaktor kindgerecht hinbekommen. Hier wird nichts beschönigt, man traut den Kindern etwas zu - an den richtigen Stellen belässt man Schlimmes wie die Jagd auf einen Deserteur aber auch in der kindgerechten Andeutung. Das funktioniert, weil das Puppenspiel immer wieder ergänzt wird: Erwachsene, die keine direkten Bezugspersonen für Toda sind, werden als Pappmaskengesichter dargestellt, die ebenso grotesk komisch wie subtil bedrohlich wirken. Andere Handlungsstränge sind in kleine Polylux-Projektionen verlagert, die mitunter an die kultigen Kurzfilme des Mädchens Shadow aus ‚Der Bär im großen blauen Haus‘ erinnern. Das Ende des Stücks ist dann hell und herzlich, trotzdem aber weit vom Kitsch weg. Große Kunst auf kleiner Bühne!
 

Tim Hofmann
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