© Dieter Wuschanski

Wiederaufnahmen

Tod eines Handlungsreisenden

Fr
28.
Dezember
Schauspiel

Tod eines Handlungsreisenden

(Death of a Salesman)
Von Arthur Miller
Deutsch von Volker Schlöndorff und Florian Hopf

 
 

Eines Morgens wachst du auf und stellst fest, dass du tot mehr wert bist als lebendig. Nach über dreißig Jahren als Handelsvertreter bleibt Willy Loman am Ende nur diese Erkenntnis. Dabei fing doch alles so gut an: Mit einer Bilderbuchfamilie im Rücken, einem Lachen im Gesicht und der Bügelfalte in der Hose zog er los, fest entschlossen, den amerikanischen Traum von höchstem Erfolg bei maximaler Gewinnoptimierung in die Tat umzusetzen. Doch wenn das Lachen nicht mehr erwidert wird, dann stürzt eine Welt ein. In der Firma kann er nicht mehr mithalten. Leistung und Erfolg bleiben aus. Erschöpft und gehetzt gerät Loman zunehmend unter Druck, die finanziellen und gesellschaftlichen Ansprüche aufrecht zu erhalten. Und auch die einstige Bilderbuchfamilie ist zerrüttet. Lügen, Sprachlosigkeit und gegenseitig enttäuschte Erwartungen dominieren. Mit einem immer brüchiger werdenden Optimismus versucht Willy, die Augen vor dem eigenen Scheitern zu verschließen und flüchtet sich verzweifelt in Traumwelten. Als er schließlich entlassen wird, steht er vor dem Bankrott seiner gesamten Existenz und sieht nur noch einen Ausweg – immerhin ist er tot noch 20.000 Dollar wert.

Mit Tod eines Handlungsreisenden aus dem Jahre 1949 entlarvt Arthur Miller (1915-2005) den „American Dream“ als Trugbild. Das Scheitern des Einzelnen ist in seinen Augen symptomatisch für das Scheitern einer ganzen Gesellschaftsordnung. In der Regie von Carsten Knödler wird Millers Drama, für das er mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, nun erstmalig am Schauspiel Chemnitz zu sehen sein. An die Konzeption von Miller anknüpfend, untersucht Knödler zugleich die Frage, wie man das Hamsterrad der menschlichen Existenz verlangsamen kann, um über selbstbestimmte Lebensentwürfe nachzudenken.

Spielort:Schauspielhaus - Große Bühne
Dauer:2 h 45 min / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:05.05.2018
Fr, 28. Dezember | 19:30 Uhr
Preis: 12,00 bis 22,00 €
 

Weitere Termine

19.01.2019 Samstag 19:30 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
10.03.2019 Sonntag 15:00 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
07.04.2019 Sonntag 15:00 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne

Bilder zum Stückes

Bilder
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam

Besetzung des Stückes

Besetzung
Willy Loman
Dirk Glodde

Linda, seine Frau / Letta
Katka Kurze

Biff
Martin Esser

Happy
Konstantin Weber

Bernard / Howard Wagner / Stanley
Dominik Puhl

Die Frau / Miss Forsythe
Andrea Zwicky

Charley
Wolfgang Adam

Onkel Ben
Philipp Otto

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 07.05.2018

Dieser korrekt gekleidete Herr mit Bügelfalte in den Hosen, Mantel, Hut und Aktentasche verschwindet in seinem braunen Anzug optisch nahezu vor den ausgeblichenen Tapeten seines Heims. Wie klein dieser Willy Loman bereits auf den ersten Blick erscheint! Auch sein Haus wird förmlich erdrückt von den ringsum aufschießenden Wolkenkratzern. Stefan Morgensterns Bühnenbild und die Kostüme von Ricarda Knödler erzählen beinahe schon die gesamte Geschichte des Stücks "Tod eines Handlungsreisenden", das (…) im Chemnitzer Schauspielhaus seine mit viel Beifall bedachte Premiere erlebte.
(…) Dirk Glodde steht (…) in Chemnitz im Fokus der Kleinbürgertragödie - und er ist eine Klasse für sich. (…)
Wie Glodde den Niedergang eines Mannes vorführt, der wegen Erfolglosigkeit von seiner Firma ausgemustert wird und sich daraufhin in Jugendillusionen und Erinnerungen an eine vermeintlich glückliche Vergangenheit verliert, das ist großartig gespielt. Verschiedene Zeitebenen und Träume werden geschickt mit der Haupthandlung verschnitten. Dieser Loman ignoriert sein Elend und die Tatsache, dass er seine Familie nicht mehr ernähren kann. (…) Er ist verzweifelt, verträumt, stur, fordernd, rechthaberisch, gnadenlos - Glodde zeigt auch das, was seine Figur nur allzu beflissen zu verbergen sucht.
Eigentlich werden ja zwei Geschichten erzählt: die des Turbokapitalismus, in dem der Mensch nur eine Rechengröße in den Effizienztabellen ist, und das Drama eines Mannes, der blind an Träumen festhält, die nichts mit der Realität zu tun haben, dessen Leben ein großer Selbstbetrug ist. Bei Regisseur Carsten Knödler neigt sich das Gewicht mehr zum psychologischen Charakterdrama als zur Sozialkritik. Dabei kommt er ohne allen Schnickschnack aus, weil er auf ein hervorragend agierendes Ensemble bauen kann. Neben Glodde in der Hauptrolle ist Katka Kurze eine Wucht. Wie sie Lomans Frau Linda gibt, die längst hinter die Fassade sieht und doch stoisch liebend zu ihrem Mann steht, das greift ans Herz. Und nicht minder glaubwürdig wird bei den beiden Loman-Söhnen deutlich, wie sich das Scheitern fortsetzen wird: Martin Esser zeigt Biff als Versager und Gelegenheitsdieb, der sich aufgegeben und erkannt hat, dass er wie sein Vater "Dutzendware" ist. Nur noch einmal - wider besseres Wissen - versucht er einen mit Lügen verbrämten Neuanfang, um die Familie durchzubringen. Konstantin Weber ist als Happy der Luftikus in Person, der, wenn er schon nicht aufsteigen kann, die Frauen seiner Chefs verführt. Wolfgang Adam bildet als hilfreicher Nachbar und erfolgreicher Unternehmer einen sympathischen Gegenpol zu den Loman-Männern. Bis in die kleinste Rolle überzeugt das Ensemble. Carsten Knödler hebt mit seiner Inszenierung die Tragödie des Scheiterns auf eine fast zeitlose Ebene - gerade weil er den Bezug zur Gegenwart nicht ausstellt.

Uta Trinks

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 07.05.2018

(…) Carsten Knödlers Inszenierung zeigt nicht nur das Scheitern eines amerikanischen Traums. Sie ist vor allem die beklemmende Studie einer großen Lebenslüge, an die sich besessen geklammert wird und deren Tragik damit umso verheerender ist.
Großer Beifall – besonders für Hauptdarsteller Dirk Glodde.
(…)

Yvonne Friedrich

Der „Stadtsreicher“ schreibt in Ausgabe 06/2018

(…)
Carsten Knödler inszeniert ‚Tod eines Handlungsreisenden‘ nah an Arthur Millers Text, das weggelassene ‚Requiem‘ am Ende des Dramas ist der einzig wirklich große Strich. Rückblenden sind eingebettet in den Handlungsstrang, die Familie verjüngt sich dann regelmäßig. Das gibt dem Ensemble Platz für Wandlungsfähigkeit: Die Familienmitglieder von Dirk Glodde als Willy über Katka Kurze als Linda bis hin zu Martin Esser und Konstantin Weber als die Söhne Biff und Happy Loman agieren dabei deutlich glaubwürdiger in der Rahmenhandlung, wo sich die Konflikte und Lügen der Vergangenheit endlich Bahn brechen dürfen.
Stefan Morgenstern hat eine Bühne geschaffen, die die Derangiertheit der Familie versinnbildlicht: Das Wohnzimmer beispielsweise ist vertikal an die Seitenwand montiert: Wenn Willy sich aufs Sofa legt für einen Moment der Ruhe, dann hängt er buchstäblich in der Luft. Und auch sonst stimmt so einiges in dieser Inszenierung, von der Besetzung der kleineren Rollen über die Musikauswahl bis hin zu einem überzeugenden Hauptdarsteller.
(…)


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