Spielzeit 2017/2018

Der dressierte Mann

Sa
08.
September
Schauspiel

Der dressierte Mann

Komödie von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar

 
 

 

Der Mann heißt Bastian und die Frau Helen. Alles ist gut zwischen ihnen, beide streben eine Beziehung auf Augenhöhe an, beide machen Karriere bei derselben Bank, er kocht für sie, der Nachwuchs wird langsam Thema und sie möchte die Seine werden. Aber eines Abends gerät alles aus den Fugen. Sie eröffnet ihm, dass sie neues Vorstandsmitglied beim gemeinsamen Arbeitgeber wird und damit auf der Karriereleiter bei zehnfachem Gehalt an ihm vorbeirauscht. Das hält der stärkste Mann nicht aus – er zieht seinen geplanten Heiratsantrag zurück und der Haussegen hängt schief. Damit kommen die Mütter ins Spiel. Seine ist Hardcore-Feministin und ihre eine mit allen Finessen weiblicher Schattenkriegsführung beschlagene Zahnarztgattin. Beide munitionieren Helen für den Kampf gegen das andere Geschlecht auf. Mit der geballten Weiblichkeit konfrontiert, gerät Bastian außer Rand und Band. Und er tut, was Männer in solchen Fällen immer tun, er betrinkt sich maßlos. Die Frauen helfen ihm dabei, denn sie haben einen Plan. Um das eheliche Glück noch irgendwie zu retten, soll Bastians Festplatte gelöscht und Helen in ein Weibchen von der Art ihrer Mutter verwandelt werden. Dann alles auf Anfang! Doch die Frauen haben die Rechnung ohne Bastian gemacht. Er überrascht sie alle.

Esther Vilars (*1935) Streitschrift Der dressierte Mann erschien 1971 und war für die feministische Bewegung ein Affront. Vilar hielt es für unter ihrer Würde, Frauen allein in der Opferposition zu sehen. Sie deckte Mechanismen weiblicher Machtausübung auf und sabotierte die Mär vom bösen Mann. Da nicht sein kann, was nicht sein darf, wurde die Autorin von Teilen der Presse scharf attackiert, in der Bayerischen Staatsbibliothek von vier jungen Frauen verprügelt und sogar mit dem Tode bedroht. Wer einen Eindruck von den verhärteten Fronten der damaligen Zeit gewinnen will, mag sich das legendäre TV-Duell Alice Schwarzer vs. Esther Vilar aus dem Jahr 1975 anschauen. – Nahezu zwei Generationen später stützt sich John von Düffel auf Vilars Thesen und lotet in seiner Komödie mit großem Vergnügen die alte Frage neuerlich aus: Wer dominiert wen? Die Komödie kommt letztlich zum Schluss, dass die alten Ideologismen nicht mehr so recht greifen, ihnen etwas Anachronistisches anhaftet. Hier setzt das Lachen ein.

 

 

Spielort:Schauspielhaus - Große Bühne
Dauer:2 h / 1 Pause
Altersempfehlung:ab 14 Jahren
Premiere:27.01.2018
Sa, 08. September | 19:30 Uhr
Preis: 12,00 bis 22,00 €
 

Weitere Termine

30.09.2018 Sonntag 18:00 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
20.10.2018 Samstag 19:30 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne
09.11.2018 Freitag 19:30 Uhr    
Schauspielhaus - Große Bühne

Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Regie Herbert Olschok

Bühne und Kostüme Alexander Martynow

Dramaturgie René Schmidt

Besetzung des Stückes

Besetzung
Bastian
Marko Bullack

Helen
Seraina Leuenberger

Konstanze Engelbrecht
Ulrike Euen

Dr. Schröder-Röder
Christine Gabsch

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

Die „Freie Presse“ schreibt am 30.01.2018

(…) Im Mittelpunkt der Debatte stand Vilars Streitschrift ‚Der dressierte Mann‘. In dem provokanten Heftlein von 1971 vertrat sie die These, Männer würden von Frauen unterdrückt, ja versklavt. (…)
Aus dem provokanten Text hat Jahrzehnte später der Dramaturg und Schriftsteller John von Düffel eine boulevardeske Komödie gebastelt, die (…) unter der Regie von Herbert Olschok im ausverkauften Chemnitzer Schauspielhaus Premiere hatte. (…) Ulrike Euen gibt Helens Mutter Konstanze als mit allen Wassern gewaschene Zahnarztgattin, die sich als erste Amtshandlung eine Schürze ums teure Kostüm wickelt und im überkandidelten Wiegeschritt die Wohnung auf Vordermann bringt. Ihr Gegenstück ist Dr. Schröder-Röder, Bastians Mutter, die von Christine Gabsch gespielt wird. Sie setzt mit der grau in grau gekleideten, betont unterspielten Alt-Emanze einen feinen Kontrapunkt zum Rest des Ensembles, das in der temporeichen Inszenierung meist eher übertrieben aufspielt.
Dem komödiantischen Talent der vier Darsteller ist es zu verdanken, dass die Inszenierung trotz der fragwürdigen Story kein Totalausfall ist. Denn davon abgesehen, verliert sich das Stück vor allem im Herumreiten auf Geschlechter-Klischees. Vilars Streitschrift ist (…) so unterhaltsam und pointiert geschrieben, dass man nicht anders kann, als darüber zu lachen (…). Ebenso verhält es sich mit John von Düffels Interpretation des Stoffs. Die entlockt dem Publikum (…) reihenweise Lachsalven(…).

Lea Becker

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 29.01.2018

In Zeiten hitziger #MeToo-Debatten sorgt John von Düffels Komödie ‚Der dressierte Mann‘ für ein befreiendes Lachen. (…)
Gewitzt spielt die Inszenierung (Regie: Herbert Olschok) mit Geschlechterklischees und Rollenvorstellungen. Tolle Darsteller machen das turbulente Vergnügen perfekt. Das Publikum dankte es mit jubelndem Applaus.
(…)

Yvonne Friedrich

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