© Birgit Hupfeld

Zu Gast im Schauspielhaus

Zu Karl-Marx-Städter Zeiten gehörte das Schauspielhaus zu den profiliertesten und fortschrittlichsten Häusern der DDR. Schauspieler wie Ulrich Mühe, Corinna Harfouch und Michael Gwisdek begannen hier ihre Laufbahn. Bedeutende zeitgenössische Regisseure wie Frank Castorf, Hasko Weber, Michael Thalheimer und Armin Petras arbeiteten in Chemnitz. Carsten Knödler leitet das Schauspielhaus als Schauspieldirektor. Als Kultureinrichtung mit überregionaler Ausstrahlung ist das Schauspielhaus Chemnitz auch immer wieder Gastgeber für hochkarätige Künstler und Ensembles, die hier mit eigenen Programmen zu Gast sind. So begeisterten hier schon u. a. das Deutsche Nationaltheater Weimar und die Ausnahmeschauspielerin Fritzi Haberlandt.

Flammende Köpfe

Sa
11.
Mai
Schauspiel
Gastspiel

Flammende Köpfe

Theater Dortmund

 
 

Eine Lecture Performance über rechten Online-Aktivismus

Arne Vogelgesangs „Flammende Köpfe“ zeichnet den Weg vom Wohnzimmer in den Internet-Aufstand nach. Mittels Vlogs, Propaganda, Musik, dokumentarischem Material und einem wachsenden Chor von Avataren erzählt die Lecture Performance die noch junge Geschichte rechter Wortergreifung im Netz.

Am 18. Februar 2016 brüllte im sächsischen Clausnitz ein „asylkritischer“ Mob einen Bus mit Geflüchteten vor einer Unterkunft nieder. Eine Woche später veröffentlichte Stern TV ein Interview mit Wolfram Fischer, der als Dolmetscher im Bus mitgefahren war. Fischer sprach darin nicht von einer Menschenmenge, die den Bus attackiert habe, sondern bezeichnete sie als eine „Menge von Köpfen“. Hassende, schreiende Köpfe.
Das sprachliche Bild passte zu einem in dieser Zeit populär gewordenen Phänomen radikaler Internetpropaganda: Videobotschaften politischer Aktivistenköpfe, z.B. auf YouTube. Deutsche Konvertiten drohten deutschen Bürgern die Enthauptung an. Deutsche Bürger träumten von der Guillotinierung der politischen Obrigkeit.
In diesen Mischformen aus Video-Blog und politischer Rede am virtuellen Stammtisch spielten Köpfe und Gesichter die entscheidende Rolle. Sie waren die Träger bürgerlicher Persönlichkeit, die ihr Spiegelbild in der Webcam agitiert. In welchem Kontext entwickelte sich diese neue Form politischer Subjektivierung? Welche Verhaltensweisen und Rollenmuster brachte sie hervor? In welches strategische Kalkül ordnete sie sich ein? Mittels Vlogs, Propaganda, Musik, dokumentarischem Material und einem wachsenden Chor von Avataren erzählt „Flammende Köpfe“ die noch junge Geschichte rechter Wortergreifung im Netz.
"Flammende Köpfe" wurde am Schauspiel Dortmund produziert, die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt die Kurztournee u.a. nach Rostock, Chemnitz und auf die re:publica.

 

 

Spielort:Schauspielhaus - Große Bühne
Dauer:noch nicht bekannt
Sa, 11. Mai | 20:00 Uhr
Preis: 5,00 €
 

Bilder zum Stückes

Bilder
Arne Vogelgesang © Birgit Hupfeld
Arne Vogelgesang © Birgit Hupfeld
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