© Birgit Hupfeld

Zu Gast im Schauspielhaus

Zu Karl-Marx-Städter Zeiten gehörte das Schauspielhaus zu den profiliertesten und fortschrittlichsten Häusern der DDR. Schauspieler wie Ulrich Mühe, Corinna Harfouch und Michael Gwisdek begannen hier ihre Laufbahn. Bedeutende zeitgenössische Regisseure wie Frank Castorf, Hasko Weber, Michael Thalheimer und Armin Petras arbeiteten in Chemnitz. Carsten Knödler leitet das Schauspielhaus als Schauspieldirektor. Als Kultureinrichtung mit überregionaler Ausstrahlung ist das Schauspielhaus Chemnitz auch immer wieder Gastgeber für hochkarätige Künstler und Ensembles, die hier mit eigenen Programmen zu Gast sind. So begeisterten hier schon u. a. das Deutsche Nationaltheater Weimar und die Ausnahmeschauspielerin Fritzi Haberlandt.

Flammende Köpfe

Sa
11.
Mai
Schauspiel
Gastspiel
NONSTOP EUROPA 2019!

Flammende Köpfe

Theater Dortmund

 
 

NONSTOP EUROPA 2019!

Eine Lecture Performance über rechten Online-Aktivismus

Arne Vogelgesangs „Flammende Köpfe“ zeichnet den Weg vom Wohnzimmer in den Internet-Aufstand nach. Mittels Vlogs, Propaganda, Musik, dokumentarischem Material und einem wachsenden Chor von Avataren erzählt die Lecture Performance die noch junge Geschichte rechter Wortergreifung im Netz.

Am 18. Februar 2016 brüllte im sächsischen Clausnitz ein „asylkritischer“ Mob einen Bus mit Geflüchteten vor einer Unterkunft nieder. Eine Woche später veröffentlichte Stern TV ein Interview mit Wolfram Fischer, der als Dolmetscher im Bus mitgefahren war. Fischer sprach darin nicht von einer Menschenmenge, die den Bus attackiert habe, sondern bezeichnete sie als eine „Menge von Köpfen“. Hassende, schreiende Köpfe.
Das sprachliche Bild passte zu einem in dieser Zeit populär gewordenen Phänomen radikaler Internetpropaganda: Videobotschaften politischer Aktivistenköpfe, z.B. auf YouTube. Deutsche Konvertiten drohten deutschen Bürgern die Enthauptung an. Deutsche Bürger träumten von der Guillotinierung der politischen Obrigkeit.
In diesen Mischformen aus Video-Blog und politischer Rede am virtuellen Stammtisch spielten Köpfe und Gesichter die entscheidende Rolle. Sie waren die Träger bürgerlicher Persönlichkeit, die ihr Spiegelbild in der Webcam agitiert. In welchem Kontext entwickelte sich diese neue Form politischer Subjektivierung? Welche Verhaltensweisen und Rollenmuster brachte sie hervor? In welches strategische Kalkül ordnete sie sich ein? Mittels Vlogs, Propaganda, Musik, dokumentarischem Material und einem wachsenden Chor von Avataren erzählt „Flammende Köpfe“ die noch junge Geschichte rechter Wortergreifung im Netz.
"Flammende Köpfe" wurde am Schauspiel Dortmund produziert, die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt die Kurztournee u.a. nach Rostock, Chemnitz und auf die re:publica.

Von und mit: Arne Vogelgesang
Konzept, Text, Bühne und Videoart: Arne Vogelgesang
Co-Regie: Wiebke Rüter

Gespräch im Anschluss an die Aufführung mit
Prof. Dr. habil. Susanne Rippl - leitet den Arbeitsbereich Politische Soziologie an der TU Chemnitz, der zu Rechtspopulismus/ Rechtsextremismus, politischen Einstellungen in Ostdeutschland und zur Sozialstruktur politischer Einstellungen forscht
Christian Römer - Referent Kultur und Neue Medien in der Heinrich-Böll-Stiftung, vielseitiger Kurator und Produzent von Kultur- und Theaterfestivals, betreut die Gastspieltour von Arne Vogelgesangs Flammende Köpfe für den Verbund der Heinrich-Böll-Stiftungen.

 

 

Spielort:Schauspielhaus - Große Bühne
Dauer:1 h 30 min
Sa, 11. Mai | 20:00 Uhr
 

Bilder zum Stückes

Bilder
Arne Vogelgesang © Birgit Hupfeld
Arne Vogelgesang © Birgit Hupfeld
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