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© Dieter Wuschanski

Die unendliche Geschichte

Nach dem Roman von Michael Ende in einer Bühnenfassung von Silke Johanna Fischer

Bastian Balthasar Bux ist ein Außenseiter: In der Schule wird der schüchterne Junge von den anderen schikaniert und wegen seines Aussehens gemobbt, sein Vater hat keine Zeit mehr für ihn und vertieft sich nach dem Tod der Mutter ganz in seine Arbeit. Als Bastian eines Tages in Karl Konrad Koreanders Buchladen steht, fällt ihm Die unendliche Geschichte in die Hände. Er kann nicht widerstehen, stiehlt das Buch und beginnt darin zu lesen …

Gemeinsam mit ihm tauchen wir ein in die Geschichte Phantásiens: Die Kindliche Kaiserin ist krank. Ihr Name ist längst vergessen und alles droht im Nichts zu versinken. Ein Winzling mit seiner Rennschnecke, der Steinbeißer, Irrlichter, Nachtalben und auch der junge und tapfere Abenteurer Atréju folgen ihrem Ruf. Doch niemand kann ihr helfen, denn nur ein Menschenkind vermag ihr einen neuen Namen zu geben. Allein begibt sich Atréju auf die große Suche, reist zur Uralten Morla und ins Land der toten Berge, trifft am Südlichen Orakel auf die Zweisiedler Urgl und Engywuck und schafft es mit Hilfe des Glücksdrachen Fuchur, allerlei Gefahren und Rätsel zu bestehen und Bastian nach Phantásien zu holen. Von ihm erhält die Kaiserin einen neuen Namen. Doch die eigentliche Prüfung steht ihnen allen erst noch bevor, denn nun gilt es, Phantásien wiederaufzubauen.

„Tu, was du willst.“ Dieser Satz auf der Rückseite des Auryns, jenes geheimnisvollen kaiserlichen Wappens, das seinem Träger besondere Kräfte und Fähigkeiten verleiht, wird Bastian Verheißung und Aufgabe zugleich. Er allein hat die Macht, Phantásien aus seinen Wünschen und Gedanken neu zu erschaffen. Doch dabei muss er zu sich selbst finden, ohne sich zu verlieren und das ist gar nicht so leicht. Bastian reist als stolzer Krieger durch Nachtwälder und Wüsten, geisterhafte Städte, zauberhafte Paläste und trifft auf geheimnisvolle Wesen wie den Löwen Graógramán, die Zauberin Xayíde mit ihren Panzerriesen oder den Affen Argax. Doch mit jedem Wunsch opfert er eine seiner Erinnerungen – und nur wer sich selbst erkennt und weiß, was er wirklich will, findet den Weg zurück nach Hause.

Michael Ende (1929–1995) wurde u. a. mit seinen Erzählungen um Jim Knopf oder Momo weltweit bekannt und veröffentlichte 1979 Die unendliche Geschichte. Verschiedene Übersetzungen, Hörspiele, Theater- und Filmadaptionen folgten. Ende arbeitete an der Hörspielfassung zu Die unendliche Geschichte mit, sprach sich aber entschieden gegen Wolfgang Petersens filmische Umsetzung aus, da sich diese nur auf einen Teil des Romans konzentrierte. – „Lesen wir wirklich alle immer das gleiche Buch?“, fragt Michael Ende in seinen Werken und gibt mit Die unendliche Geschichte eine fantasievolle und zauberhafte Antwort.

In Zusammenarbeit mit dem Figurentheater Chemnitz

Mi
11.
Dezember
Schauspiel
10:00 Uhr
© Nasser Hashemi

Mondlicht und Magnolien

Komödie von Ron Hutchinson
Aus dem Englischen von Katharina Abt und Daniel Karasek

Hinter den Kulissen von Hollywood brodelt es. Vom Winde verweht steht auf der Kippe. Scarlett O'Hara und Rhett Butler drohen in der Versenkung zu verschwinden, noch bevor sie das Licht der Leinwand erblickt haben. Was das für Generationen von schmachtenden Filmenthusiasten und die Taschentuchindustrie bedeuten würde – nicht auszudenken. Doch die Lage ist ernst. Die Dreharbeiten haben gerade begonnen, als der Produzent David O. Selznick sie stoppen lässt und Drehbuchautor und Regisseur feuert. Nichts ist so, wie es sein soll – eine Katastrophe. Selznick hat fünf Tage Zeit, die Situation in den Griff zu bekommen, sonst ist sein Studio ruiniert. Er engagiert einen neuen Autor, den besten: Ben Hecht, ein Routinier seines Fachs. Und den Starregisseur Victor Fleming. Dumm ist nur, dass Hecht den Roman nie gelesen hat. Aber dafür ist jetzt auch keine Zeit mehr. Selznick greift zu der einzig möglichen Lösung in dieser Situation: Er schließt den Regisseur, den Autor und sich in seinem Büro ein. Kontakt zur Außenwelt gibt es nur über die Sekretärin Miss Poppenghul und so spielen Fleming und Selznick dem unwissenden Autor die Romanhandlung kurzerhand selbst vor. Die Männer schlüpfen in wechselnde Rollen, steigern sich in den Rausch und die Emotionen des Melodramas, durchleben den Brand Atlantas, dramatische Geburten diverser Babys und die bittersüßen Intrigen und Liebschaften der schönen Südstaatentochter Scarlett O'Hara. Dabei kämpfen die drei Männer mit ihrer eigenen Erschöpfung, wachsender Gereiztheit, Darmproblemen sowie höchst unterschiedlichen Sichtweisen auf den Stoff und stehen bald am Rande des Wahnsinns. Aber nach knapp einer Woche liegt vor ihren rauchenden Köpfen und in ihren schwitzenden Händen ein neues Skript – ein Stoff, aus dem die Träume sind.

Das Epos von Margaret Mitchell (1900–1949) über Stolz und Vorurteil, über Liebe in Zeiten von Krieg und Frieden wurde sofort nach Erscheinen im Jahre 1936 zum Bestseller. Die legendäre Verfilmung drei Jahre später machte Vivien Leigh als Scarlett und Clark Gable als Rhett zu einem der berühmtesten Liebespaare der Filmgeschichte. Ron Hutchinson ist mit Mondlicht und Magnolien eine urkomische und zugleich bitterböse Hommage an die Traumfabrik Hollywood gelungen, die eben beides ist: Traum und Fabrik.

Mi
11.
Dezember
Schauspiel
20:00 Uhr

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