Der RING ist geschmiedet

Der Ring des Nibelungen

Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend von Richard Wagner

Die Theater Chemnitz haben sich 2018 einer der größten Herausforderungen des Musiktheaters gestellt und Richard Wagners gewaltiges Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen innerhalb nur eines Jahres als Neuinszenierung auf die Bühne gebracht – erstmals entwickelt von vier Regisseurinnen und ihren Teams. Mit der Premiere der Götterdämmerung am 1. Dezember 2018, dem „Opern-Wunder von Chemnitz“ (Fränkischer Tag), ist dieses ambitionierte Vorhaben – nicht zuletzt dank herausragender Besetzungen mit zahlreichen umjubelten Rollen- und Hausdebüts – erfolgreich abgeschlossen worden.

Vier verschiedenartigste Inszenierungskonzepte haben mit ihrer ganz eigenen Handschrift überregional für Aufmerksamkeit gesorgt – Verena Stoiber mit Das Rheingold, Monique Wagemakers mit Die Walküre, Sabine Hartmannshenn mit Siegfried und Elisabeth Stöppler mit Götterdämmerung. So individuell in Erzählform und Ästhetik die vier Teile inszeniert sind, so ist doch das verbindende Element stets erkennbar: dass der Mensch durch Machtmissbrauch, Gier, Hass und Gewalt nicht nur die zivilisierte Welt zu zersetzen droht, sondern die Natur als Ursprung und Grundlage allen Lebens durch Ausbeutung zu zerstören vermag. Die (Nächsten)Liebe wird immer wieder als ein Anker der Hoffnung ausgeworfen. Gibt es am Ende einen „typisch weiblichen“ Blick auf den Ring? An vier aufeinander folgenden Januar-Samstagen kann sich davon jeder selbst ein Bild machen, wenn erstmals alle Musikdramen der Neuinszenierung unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo hintereinander zu erleben sind, bevor sich der Vorhang Ostern und Himmelfahrt/Pfingsten für zwei kompakte Ring-Zyklen hebt.

Begleitend zum Januar-Ring dürfen sich sowohl Wagner-Skeptiker als auch Wagner-Fans auf Stückeinführungen der besonderen Art mit Dr. Eske Bockelmann, Experte für klassische Philologie und Germanistik, im Duo mit dem Pianisten Thomas-Michael Gribow im Weltecho freuen. Die Oster- und Pfingst-Zyklen werden jeweils mit erfahrungsgemäß kurzweiligen und zugleich tiefschürfenden Vorträgen von Prof. Christoph Fasbender bereichert, der an der TU Chemnitz Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit lehrt.

Der Eintritt zu den Sonder-Einführungen ist frei, aus Kapazitätsgründen wird jedoch um Anmeldung unter info@theater-chemnitz.de gebeten.  

Gefördert von 

 

DER RING DES NIBELUNGEN (The Ring of the Nibelung)
The Ring Cycle by Richard Wagner performed over 3 days with a prelude on the preliminary evening

In 2018, Die Theater Chemnitz took on one of the biggest challenges in music theatre by staging the four grand operas by Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen. Central to all four interpretations is the key role of the women. Women play a central part in Wagner’s Der Ring des Nibelungen. The world order lays in the hands of Erda. The other female characters, be it the Rhinemaidens, Freia or Brünnhilde, cause men lose their control, which in turn leads to devastating tragedies. A woman is also the sole survivor of the carnage of the Götterdämmerung: Gutrune. The women are the predominant characters who set the tone, with each pursuing widely differing goals. Therefore, it is only appropriate that not just one, but four female directors undertook the staging of the tetralogy. Verena Stoiber, Monique Wagemakers, Sabine Hartmannshenn and Elisabeth Stöppler will analyze the four parts of the Ring for their very individual internal structures and imbue each with a uniquely feminine view. In contrast, the musical direction is in the hands of the newly appointed musical director Guillermo García Calvo and first conductor Felix Bender. Even this artistic tension between the sexes gives occasion for a new examination of Richard Wagner’s multilayered opera.


Termine

Das Rheingold 
03.02. | 22.02 | 03.03. | 31.03. | 15.04. | 28.04.2018 | 05.01. | 27.01. | 18.04. | 30.05.2019 | 09.04. | 20.05.2020

Die Walküre 
24.03. | 02.04. | 22.04. | 01.05. | 27.05.2018 | 12.01. | 19.04. | 01.06.2019 | 10.04. | 21.05.20120

Siegfried 
29.09. | 20.10. | 10.11.2018 | 19.01. | 20.04. | 08.06.2019 | 11.04. | 22.05.2020

Götterdämmerung 
01.12. | 22.12.2018 | 26.01. | 22.04. | 10.06.2019 | 13.04. | 24.05.2020

"Ring"-Zyklen 2019

RING-ZYKLUS IM JANUAR 2019 
Das Rheingold: 05.01.2019, 18.00 Uhr 
Die Walküre: 12.01.2019, 16.00 Uhr 
Siegfried: 19.01.2019, 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 26.01.2019, 16.00 Uhr 

RING-ZYKLUS ZU OSTERN 2019 
Das Rheingold: 18.04.2019 (Gründonnerstag), 18.00 Uhr 
Die Walküre: 19.04.2019 (Karfreitag), 16.00 Uhr 
Siegfried: 20.04.2019 (Ostersamstag), 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 22.04.2019 (Ostermontag), 16.00 Uhr 

RING-ZYKLUS ZU PFINGSTEN 2019 
Das Rheingold: 30.05.2019 (Himmelfahrt), 16.00 Uhr 
Die Walküre: 01.06.2019 (Samstag), 16.00 Uhr 
Siegfried: 08.06.2019 (Pfingstsamstag), 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 10.06.2019 (Pfingstmontag), 16.00 Uhr

JETZT BUCHBAR: "Ring"-Zyklen 2020

RING-ZYKLUS ZU OSTERN 2020 
Das Rheingold: 09.04.2020, 19.00 Uhr 
Die Walküre: 10.04.2020, 16.00 Uhr 
Siegfried: 11.04.2020, 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 13.04.2020, 16.00 Uhr 

RING-ZYKLUS ZU HIMMELFAHRT 2020 
Das Rheingold: 20.05.2020, 19.00 Uhr 
Die Walküre: 21.05.2020, 16.00 Uhr 
Siegfried: 22.05.2020, 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 24.05.2020, 16.00 Uhr

Zyklen online buchen*

* Angezeigt werden nur feste Sitzplätze, die in ALLEN Vorstellungen eines Zyklus noch buchbar sind (jeweils der gleiche Platz). Weitere freie Plätze finden Sie in den einzelnen Vorstellungen.


Warum stirbt Siegfried im Wald?

Sa
08.
Juni
Oper
Gastvortrag

Warum stirbt Siegfried im Wald?

Sagentraditionen aus dem alten Nibelungenlied (um 1200)

 
 

Ein Vortrag von Prof. Christoph Fasbender, der an der TU Chemnitz Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit lehrt

Warum-Fragen sind nicht immer sinnvoll: im Mythos passiert eben, was passiert, weil es passieren muss. Manchmal aber, und insbesondere dann, wenn sich in den Erzählungen Brüche und Widersprüche auftun, sind wir berechtigt, den Finger in diese Wunden zu legen. Das alte Nibelungenlied (um 1200) ist da ein hervorragendes Beispiel. Kaum ein anderes Epos schleppt vergleichsweise viel Sagentradition mit sich herum: Szenen, Abläufe, Strukturen, die der Sphäre der mündlichen Überlieferung oder den alten Liedern Skandinaviens angehören. Zu den unverrückbaren Traditionsbausteinen des Textes gehört zweifellos die Episode von der Tötung Siegfrieds durch seine Verwandten. Doch wo und wie ging sie vonstatten? Ein Blick in die Traditionen lässt ein beträchtliches Spektrum an Alternativen zum überlieferten Ende zum Vorschein kommen. Dass Siegfried im Wald stirbt, und überhaupt: was das für ein Wald ist, in dem Siegfried stirbt, ist mit einigem Recht Gegenstand dieses Vortrags.

Spielort:Opernhaus - Foyer
Dauer:1 h 30 min
Sa, 08. Juni | 10:30 Uhr
 

Weitere Termine

11.04.2020 Samstag 10:30 Uhr  
Opernhaus - Foyer
22.05.2020 Freitag 10:30 Uhr  
Opernhaus - Foyer
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