© Nasser Hashemi

Der RING ist geschmiedet

Der Ring des Nibelungen

Ein Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend von Richard Wagner

Die Theater Chemnitz haben sich 2018 einer der größten Herausforderungen des Musiktheaters gestellt und Richard Wagners gewaltiges Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen innerhalb nur eines Jahres als Neuinszenierung auf die Bühne gebracht – erstmals entwickelt von vier Regisseurinnen und ihren Teams. Mit der Premiere der Götterdämmerung am 1. Dezember 2018, dem „Opern-Wunder von Chemnitz“ (Fränkischer Tag), ist dieses ambitionierte Vorhaben – nicht zuletzt dank herausragender Besetzungen mit zahlreichen umjubelten Rollen- und Hausdebüts – erfolgreich abgeschlossen worden.

Vier verschiedenartigste Inszenierungskonzepte haben mit ihrer ganz eigenen Handschrift überregional für Aufmerksamkeit gesorgt – Verena Stoiber mit Das Rheingold, Monique Wagemakers mit Die Walküre, Sabine Hartmannshenn mit Siegfried und Elisabeth Stöppler mit Götterdämmerung. So individuell in Erzählform und Ästhetik die vier Teile inszeniert sind, so ist doch das verbindende Element stets erkennbar: dass der Mensch durch Machtmissbrauch, Gier, Hass und Gewalt nicht nur die zivilisierte Welt zu zersetzen droht, sondern die Natur als Ursprung und Grundlage allen Lebens durch Ausbeutung zu zerstören vermag. Die (Nächsten)Liebe wird immer wieder als ein Anker der Hoffnung ausgeworfen. Gibt es am Ende einen „typisch weiblichen“ Blick auf den Ring? An vier aufeinander folgenden Januar-Samstagen kann sich davon jeder selbst ein Bild machen, wenn erstmals alle Musikdramen der Neuinszenierung unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo hintereinander zu erleben sind, bevor sich der Vorhang Ostern und Himmelfahrt/Pfingsten für zwei kompakte Ring-Zyklen hebt.

Begleitend zum Januar-Ring dürfen sich sowohl Wagner-Skeptiker als auch Wagner-Fans auf Stückeinführungen der besonderen Art mit Dr. Eske Bockelmann, Experte für klassische Philologie und Germanistik, im Duo mit dem Pianisten Thomas-Michael Gribow im Weltecho freuen. Die Oster- und Pfingst-Zyklen werden jeweils mit erfahrungsgemäß kurzweiligen und zugleich tiefschürfenden Vorträgen von Prof. Christoph Fasbender bereichert, der an der TU Chemnitz Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit lehrt.

Der Eintritt zu den Sonder-Einführungen ist frei, aus Kapazitätsgründen wird jedoch um Anmeldung unter info@theater-chemnitz.de gebeten.  

Gefördert von 

 

DER RING DES NIBELUNGEN (The Ring of the Nibelung)
The Ring Cycle by Richard Wagner performed over 3 days with a prelude on the preliminary evening

In 2018, Die Theater Chemnitz took on one of the biggest challenges in music theatre by staging the four grand operas by Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen. Central to all four interpretations is the key role of the women. Women play a central part in Wagner’s Der Ring des Nibelungen. The world order lays in the hands of Erda. The other female characters, be it the Rhinemaidens, Freia or Brünnhilde, cause men lose their control, which in turn leads to devastating tragedies. A woman is also the sole survivor of the carnage of the Götterdämmerung: Gutrune. The women are the predominant characters who set the tone, with each pursuing widely differing goals. Therefore, it is only appropriate that not just one, but four female directors undertook the staging of the tetralogy. Verena Stoiber, Monique Wagemakers, Sabine Hartmannshenn and Elisabeth Stöppler will analyze the four parts of the Ring for their very individual internal structures and imbue each with a uniquely feminine view. In contrast, the musical direction is in the hands of the newly appointed musical director Guillermo García Calvo and first conductor Felix Bender. Even this artistic tension between the sexes gives occasion for a new examination of Richard Wagner’s multilayered opera.


Termine

Das Rheingold 
03.02. | 22.02 | 03.03. | 31.03. | 15.04. | 28.04.2018 | 05.01. | 27.01. | 18.04. | 30.05.2019

Die Walküre 
24.03. | 02.04. | 22.04. | 01.05. | 27.05.2018 | 12.01. | 19.04. | 01.06.2019 

Siegfried 
29.09. | 20.10. | 10.11.2018 | 19.01. | 20.04. | 08.06.2019

Götterdämmerung 
01.12. | 22.12.2018 | 26.01. | 22.04. | 10.06.2019

"Ring"-Zyklen 2019

RING-ZYKLUS IM JANUAR 2019 
Das Rheingold: 05.01.2019, 18.00 Uhr 
Die Walküre: 12.01.2019, 16.00 Uhr 
Siegfried: 19.01.2019, 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 26.01.2019, 16.00 Uhr 

RING-ZYKLUS ZU OSTERN 2019 
Das Rheingold: 18.04.2019 (Gründonnerstag), 18.00 Uhr 
Die Walküre: 19.04.2019 (Karfreitag), 16.00 Uhr 
Siegfried: 20.04.2019 (Ostersamstag), 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 22.04.2019 (Ostermontag), 16.00 Uhr 

RING-ZYKLUS ZU PFINGSTEN 2019 
Das Rheingold: 30.05.2019 (Himmelfahrt), 18.00 Uhr 
Die Walküre: 01.06.2019 (Samstag), 16.00 Uhr 
Siegfried: 08.06.2019 (Pfingstsamstag), 16.00 Uhr 
Götterdämmerung: 10.06.2019 (Pfingstmontag), 16.00 Uhr


Siegfried

Sa
29.
September
Oper
Premiere

Siegfried

Zweiter Tag aus dem Bühnenfestspiel "Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner

 
 

„Denke dir nun dieses Stück“, schrieb Richard Wagner an Franz Liszt, „zwischen der Walküre und Siegfrieds Tod [der späteren Götterdämmerung, Anm. d. Verf.], welche beide als Dramen eine weit kompliziertere Handlung haben, aufgeführt, so wird – meiner Ansicht nach – dieses Waldstück mit seiner jugendlich-kühnen Einsamkeit gewiss einen eigentümlichen und wohlstimmenden Eindruck machen.“

Als Richard Wagner sein Mammutwerk Der Ring des Nibelungen konzipierte, war sein Ziel, mit Siegfried einen Menschen auf die Bühne zu bringen, der die bestehende Ordnung radikal in Frage stellt. Nach dem Tod seiner Eltern Siegmund und Sieglinde wächst Siegfried bei dem Nibelungen Mime auf. Schon bald zeigt sich eine Besonderheit des Jungen. Er weiß nichts von alldem, was vorher war und er hat vor allem eines: keine Angst vor nichts und niemandem. Mime will das ausnutzen, denn er weiß, dass nur ein Furchtloser das zerbrochene Schwert Siegmunds neu schmieden und damit den Riesen Fafner töten kann, der in Gestalt eines Drachen den zur Macht über die Welt verhelfenden Ring hütet. Siegfried überwältigt den Drachen und beseitigt auch den hinterhältigen Mime. Kein Hindernis scheint für ihn unüberwindlich, bis ihm in Gestalt von Brünnhilde die Liebe begegnet. Menschliche Regungen bemächtigen sich seiner. Zum ersten Mal spürt er Angst – Angst vor dem neuen Gefühl in seinem Herzen. Gemeinsam mit Brünnhilde, die er von dem göttlichen Bann erlöst, den ihr Vater Wotan über sie verhängt hatte, erlebt er den Akt der Menschwerdung als hoffnungsvollen Weg in die Zukunft.

Die Regisseurin Sabine Hartmannshenn feierte internationale Erfolge mit Der Kaiser von Atlantis und Die sieben Todsünden in Brüssel, Antwerpen, Liège, Lissabon, Tel Aviv und beim Festival in Sarajevo, mit Lulu in Göteborg sowie mit Werther in Oslo. Darüber hinaus wird sie regelmäßig von namhaften Opernhäusern im In- und Ausland verpflichtet. Sie drängt in ihren Arbeiten auf Wahrhaftigkeit sowie eine moderne Personenführung und orientiert sich konsequent an der Musik.

Aufführung mit deutschen Übertiteln

Gefördert von 

 

SIEGFRIED
Day two of “Der Ring des Nibelungen” (The Ring of the Nibelung) by Richard Wagner

“Now, imagine this piece “, wrote Richard Wagner to Franz Liszt, „placed between Die Walküre and Siegfrieds Tod (The death of Siegfried) [later called Götterdämmerung], which have far more complex plots. In my opinion, this woodland, in its youthful and daring loneliness, will make a curious but balanced impression.”

When Richard Wagner began composing his monumental piece Der Ring des Nibelungen, it was his goal to show in Siegfried, a human who radically questions the established order.
After the death of his parents, Siegmund and Sieglinde, Siegfried is raised by the Nibelung Mime. It is soon revealed that Siegfried has no knowledge of his history. What he does have is fearlessness: he fears nothing and no one. Mime takes advantage of this. He knows that only someone fearless can forge the sword of Siegfried anew and use it to kill Fafner, the giant who assumed the form of a dragon and now guards the ring that grants the power to rule the world. Siegfried manages to overpower the dragon and then also kills the conniving Mime. No obstacle seems too great until he encounters love when he finds Brünnhilde. Human feelings overcome him and for the first time he feels fear - fear of this new feeling in his heart. Together with Brünnhilde, whom he has released from the divine curse which her father Wotan had put upon her, he experiences the act of incarnation as a promising and hopeful path to the future.

The director Sabine Hartmannshenn has achieved international success with Der Kaiser von Atlantis and Die sieben Todsünden in Brussels, Antwerp, Liège, Lisbon, Tel Aviv and at the festival in Sarajevo, with Lulu in Gothenburg, as well as with Werther in Oslo. Moreover, she is regularly contracted by notable Opera Houses at home and abroad. She values truthfulness in her works, a modern staging of the characters, and she is known to consistently orientate her work to the music’s lead.

Performance with German supertitles.

Spielort:Opernhaus - Saal
Dauer:5 h 15 min / 2 Pausen
Altersempfehlung:ab 16 Jahren
Premiere:29.09.2018
Einführung:30 Minuten vor Beginn jeder Vorstellung
Sa, 29. September | 16:00 Uhr
 

Weitere Termine

19.01.2019 Samstag 16:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
20.04.2019 Samstag 16:00 Uhr    
Opernhaus - Saal
08.06.2019 Samstag 16:00 Uhr    
Opernhaus - Saal

Bilder zum Stückes

Bilder
© Nasser Hashemi
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Videomedien zum Stück

Video

Inszenierungsteam des Stückes

Inszenierungsteam
Musikalische Leitung / Musical Direction Felix Bender 29.09. / 20.10.2018
Guillermo García Calvo 10.11.2018 / 19.01. / 20.04. / 08.06.2019

Inszenierung / Direction Sabine Hartmannshenn

Bühne und Choreografie / Scenic Design and Choreography Lukas Kretschmer

Kostüme / Costume Design Susana Mendoza

Dramaturgie / Dramaturgy Carla Neppl

Besetzung des Stückes

Besetzung
Siegfried
Daniel Kirch

Mime
Arnold Bezuyen
Gerhard Siegel 10.11.2018

Der Wanderer
Ralf Lukas

Alberich
Bjørn Waag 29.09. / 20.10.2018
Jukka Rasilainen 10.11.2018 / 19.01. / 20.04. / 08.06.2019

Fafner
Avtandil Kaspeli 29.09. / 20.10.2018
Magnus Piontek 10.11.2018 / 19.01. / 20.04. / 08.06.2019

Erda
Simone Schröder

Brünnhilde
Christiane Kohl
Rebecca Teem 10.11.2018

Stimme des Waldvogels
Guibee Yang

Damen und Herren der Statisterie

Robert-Schumann-Philharmonie

Pressestimmen zum Stück

Pressestimmen

„Operapoint“ schreibt in Ausgabe 4/2018

(…)
Daniel Kirch ist ein strahlender lyrischer tenor, der unendliche Melancholie, verbunden mit Poesie, ausstrahlt. (…) wer die ‚Schmiedelieder‘ durch alle Höhen und Tiefen im Forte stemmt und am Ende noch Kraft und Volumen hat, den Dialog mit Brünnhilde ‚Leuchtende Liebe, lachender Tod‘ durchzustehen, der zählt zur ersten Garde der Wagnertenöre. Seine Partnerin im Finale ist Christiane Kohl als Brünnhilde. Sie kann als jugendlicherc Sopran die Dialoge auf Augenhöhe gestalten, aber auch der Verzweiflung mit Durchschlagskraft und Lautstärke Raum verleihen.
Ralf Lukas gestaltet den Wanderer mit viel Erfahrung (u.a. als Gunther in Bayreuth): als sicher fundierter Bassbariton verfügt er über ein leuchtendes Timbre, ist auch immer wortverständlich (…). Genauso altgedient ist Arnold Bezuyen: Mit seiner Erfahrung kann er die Rolle des Mime als Charakterfachstudie anlegen (…).
Über ein großes Stimmvolumen verfügt Bjørn Waag. Mit kluger Gestaltung der Gesangslinie und Einsatz seiner Möglichkeiten gelingt es ihm, die kurzen Auftritte des Alberich äußerst wirkungsvoll als bösen Antihelden (…) zu gestalten. Ebensolche Wirkung erzielt Avtandil Kaspeli (Fafner) als ein tiefensicherer Bass mit leicht schwarzer Stimme. Guibee Yang ist mit ihrem verspielten Koloratursopran mit warmer, technisch sauberer Stimme die richtige Besetzung für das hohe Gezwitscher des Waldvogels. Felix Bander arbeitet wunderbar mit den Sängern zusammen, gerade das Zusammenspiel in der Wissenswette zwischen Wotan und Mime und das Finale zwischen Siegfried und Brünnhilde bleibt in Erinnerung.
Auch die Zusammenarbeit mit der Robert-Schumann-Philharmonie kann orchestral überzeugen. Es gelingt zum einen die klare Ausziselierung der Leitmotive, die monumentale Wucht Wagners wird harmonisch abgemildert. Zuerst zurückhaltend, aber dann bringen die Temposteigerungen Aufmerksamkeit und erregende Dynamik ins Spiel, wie z.B. beim ‚Waldweben‘. (…) Ungehemmter Jubel (…) für Orchester, Solisten und Dirigent, die nachweisen, dass auch alte Hasen respektive altgediente Solisten mit Bayreuth-Erfahrung es noch drauf haben. Und ihren Rollen stimmlich Tiefe und Würde verleihen!

O. Hohlbach

„orpheus“ schreibt in der Ausgabe November/Dezember 2018

Sabine Hartmannshenn setzt in ihrer ‚Siegfried‘-Inszenierung auf das Märchenhafte (…).
Die Szenerie des Waldes wird durch Säulen stilisiert und durch ein raffiniertes Lichtdesign immer wieder verändert (Bühne: Lukas Kretschmer). (…) In der Inszenierung gibt es immer wieder szenische Momente von besonderer Bedeutung: Das Zusammenspiel zwischen Mime und Siegfried. Mime, Wotan und Alberich und zwischen Siegfried und dem Waldvöglein, als Begleiter auf dem Weg zur Höhle des Drachen und zum Felsen mit dem Feuerzauber, der Brünnhilde umfängt. Es gibt szenische Momente, die durch die Musik und das Spiel der Robert-Schumann-Philharmonie unter Leitung von Felix Bender inspiriert werden: Die Schmiedelieder von Siegfried, das Frage-Spiel zwischen Wotan und Siegfried beziehungsweise Mime, die Szene zwischen Wotan und Erda und das hinreißende Spiel zwischen Waldvöglein und Siegfried mit der Naturidylle des Waldwebens. (…) Musikalisch spielt die Philharmonie auf höchstem Niveau. Ausgeprägt die Verflechtung der Leitmotive zur Charakterisierung der Figuren mit Klangfarben und der Instrumentation. Das Solistenensemble genügt hohen Ansprüchen. Allen voran Daniel Kirch als temperamentvoll agierender Siegfried mit kraftvoller Stimme, die er moduliert mal kraftvoll und dann wiederum wohl dosiert einsetzt. Das Schlussduett mit Brünnhilde (Christiane Kohl) ist nicht nur musikalisch von besonderer Qualität. Arnold Bezuyen (Mime), Ralf Lukas (Wanderer), Bjørn Waag (Alberich), Avtandil Kaspeli (Fafner), Simone Schröder (Erda) und besonders hervorgehoben als Waldvöglein Guibee Yang sind als Wagnersänger von besonderer Qualität. Ein Abend, der auf besondere Art und Weise die bisherige außergewöhnliche Sicht auf den ‚Ring des Nibelungen‘ fortsetzt. (…)

Herbert Henning

„Das Opernglas“ schreibt in Ausgabe 11/2018

(…) Mit Daniel Kirch in der Titelpartie steht der Oper Chemnitz ein hervorragender Tenor zur Verfügung (…) strahlt (…) jugendlichen Übermut und Vitalität aus. Mit bewunderungswürdiger Behändigkeit tobt er durch den Wald und zeigt auch ansonsten immer wieder, dass er ein Naturbursche und Kraftprotz ist. Sein Tenor ist der mörderischen Partie durchaus gewachsen (…). Seine Stimme ist stets gut fokussiert und ausdrucksstark. (…) Ralf Lukas, der seinen Bassbariton ebenso flexibel wie expressiv einzusetzen vermag, ist ein prachtvoller Wotan/Wanderer. (…) Der Tenor Arnold Bezuyen als Mime zieht alle Register seines grotesken Humors (…). Das hasserfüllte Wortgefecht mit Alberich, der kraftvoll von dem Bassbariton Bjørn Waag dargestellt wird, ist an Skurrilität kaum zu überbieten. Dem Drachen Fafner gibt Avtandil Kaspeli sympathische Züge, und die Altistin Simone Schröder in der Partie der Erda ist eine wundervoll geheimnisvolle ‚Urweltweise‘. Mit großem Charme singt Guibee Yang den Waldvogel. Selten hat man das Vöglein so munter, so liebenswürdig und geradezu schwerelos gesehen.
Felix Bender (…) führt die Robert-Schumann-Philharmonie sicher und mit feinem Gespür für Klangvaleurs durch die Partitur. Die lyrischen Passagen erblühen bei ihm in poetischer Schönheit, und die dramatischen Höhepunkte steuert er mit wachem Sinn für optimale Effekte an. Das Premierenpublikum bedankte sich mit herzlichem (…) Applaus. (…)

J. Gahre

Der „Stadtstreicher“ schreibt in Ausgabe 11/2018

(…) Für das Musikalische gibt es Bravo-Rufe und manche Rolle hören wir in Idealbesetzung. Arnold Bezuyen etwa ist genau die passende Stimme für einen gefährlich-gedemütigten Mime, Ralf Lukas ein wandernder Wotan von hohen Gnaden und Daniel Kirch (…) hat den Siegfried-Ton. (...)

Eske Bockelmann

Die „Mitteldeutsche Zeitung“ schreibt am 04.10.2018

(…) Das Damenquartett, das bei der Tetralogie Regie führt, inszeniert unabhängig voneinander. Jede istv also frei, sich ihre Bezüge selbst zu suchen. In ‚Siegfried‘, dem dritten Teil der Tetralogie, gelingt das dem Team um Sabine Hartmannshenn dezent, aber deutlich. So sieht man etwa, woher Siegfried kommt und erlebt mit, wie seine Mutter Sieglinde auf der Flucht ist und an Mime gerät, der ihr den Knaben gleichsam aus dem Leib schneidet.
(…) Dass alles auf jenes grundsätzliche Ende zuläuft, das Wotan in seiner Begegnung mkit Erda so hellsichtig reflektiert, wird zum Finale klar. (…)
Mit diesen Rück- und Ausblicken werden Wagners Leitmotive aufgegriffen. Sie reichern die konzentriert archaische Ästhetik (Bühne: Lukas Kretschmer), die meist von einem Wald aus Säulen dominiert wird, wohltuend an. So wie die gut platzierten szenischen Effekte (…). Diese szenischen Akzentuierungen stehlen der musikalischen Pracht aber nie die Schau.
Dirigent Felix Bender und die wagner-erfahrene Robert-Schumann-Philharmonie imaginieren Atmosphäre und halten durchweg die erzählerische Spannung. Dazu ein erstklassiges Protagonisten-Ensemble, das Daniel Kirch mit einem sicher und wohldosiert strahlenden, eloquenten Siegfried anführt. Arnold Bezuyen als Mime und Bjørn Waag als Alberich verhaken sich höchst charakteristisch in brüderlichem Streit. Simone Schröder und Guibee Yang sind als Erda und Waldvogel großartig. Christiane Kohl ist hoch anzurechnen, dass sie den Sprung von der Sieglinde zur Brünnhilde jetzt gewagt hat.
Der ‚Siegfried‘ ist in Chemnitz ähnlich überzeugend wie schon das ‚Rheingold‘.

Joachim Lange

Die „Morgenpost Chemnitz“ schreibt am 04.10.2018

Richard Wagners ‚Siegfried‘ feiert umjubelte Premiere
(…)
Sabine Hartmannshenn zeigt ‚Siegfried‘ als gewaltige Monumental-Oper. Dabei verzichtet sie auf eine große Kulisse, nur Säulen und einige Requisiten sind zu sehen. Ansonsten gehört die Bühne den Darstellern. Behutsam eingesetzte Effekte, zum Beispiel durch Licht, sorgen für passende Stimmungen. Das gesamte Ensemble zeigte sich stimmgewaltig und spielfreudig. Daniel Kirch brillierte bei seinem Debüt als Siegfried. Arnold Bezuyen gibt den Zwerg Mime als listenreichen Fuchs. In dem von Männern dominierten Stück bringt Guibee Yang als waldvogel weibliche Leichtigkeit in die Inszenierung.
Felix Bender und die Philharmonie leisten während der mehr als fünfstündigen Oper Großartiges und bekamen zu Recht den größten Applaus. Aber auch das Ensemble konnte sich über viel Zuspruch und Bravos der Zuschauer freuen.

VW

Die „Sächsische Zeitung“ schreibt am 02.10.2018

(…)
Regisseurin Sabine Hartmannshenn, international erprobt, (…) offeriert ihren kritischen, spöttischen und entlarvenden Blick auf das vermeintlich starke Geschlecht. Der erste Akt gerät zur reinsten Komödie. (…)
Im zweiten Akt werden die Männer in ihrer Brutalität, Triebhaftigkeit und Machtlust gezeigt. In schwere, militärische Mäntel von kostümbildnerin Susana Mendoza gehüllt, zeigen sie stolzgeschwellt die kriegsbemalte nackte Brust vor. (…)
Der dritte und intimste Akt (…) wird für den Naturburschen Siegfried zum Akt der Befreiung, der Übergang zum Menschsein. Die Begegnung mit Brünnhilde (…) erschüttert und verwandelt ihn. Wunderbar zeigt der grandiose Heldentenor Daniel Kirch mit seinem Spiel, welche Angst ihn befällt, als er zum ersten Mal in seinem Leben eine Frau erkennt. (…)
Gespielt wird auf der naturhaft ausgestatteten Bühne von Lukas Kretschmer. Hohe, eckige, grün getünchte Säulen täuschen einen dunklen Wald vor, der hin und wieder rötlich eingefärbt wird, Schmiede, Gefahr und Töten assoziierend. (…)
Starke Gesangsleistungen
(…)
Musikalisch lässt der gut fünfstündige und doch sehzr spannungsvolle Abend kaum Wünsche offen. Dirigent Felix Bender bringt mit der auch solistisch überzeugenden Robert-Schumann-Philharmonie Wagners Waldleben zum romantischen Klingen, betont neben den burlesken Tönen die Tragik und Dramatik des Werkes. Durchweg stark die Gesangsleistungen. Fabelhaft in Stimme und Spiel der vielschichtige niederländische Tenor Arnold Bezuyen, sein Mime wurde zu Recht bejubelt. Das gilt in gleichem Maße für Daniel Kirchs Interpretation des naiven Helden Siegfried. Unglaublich, wie er diese Mordspartie stimmlich bis zum Schluss durchsteht. Der Wanderer von Ralf Lukas drehte im dritten Akt noch mal voll auf. (…)

Rainer Kasselt

Die „Freie Presse“ schreibt am 01.10.2018

(…) Das Publikum spendete Tenor Daniel Kirch (…) für seine Titelrolle und den übrigen Solisten minutenlang Beifall, ebenso wie der Robert-Schumann-Philharmonie unter Leitung Felix Benders.
(…) Die Robert-Schumann-Philharmonie unter Felix Bender ist von Timing und Dynamik stets auf dem Punkt, zwischen Dreifach-Fortissimo und kammermusikalischen Akzenten garantiert sie stets die Durchhörbarkeit des Ganzen. Was den Sängern ihre an sich schon schwere Arbeit erleichtert: Speziell die Tenöre Daniel Kirch und Arnold Bezuyen sowie Bassbariton Ralf Likas als meistgeforderte Solisten des Abends begeisterten das Publikum mit erstaunlicher Kondition über vier Stunden hinweg sowie grandioser stimmlicher und darstellerischer Leistung (…). Waag und Kaspeli stehen ihnen stimmlich nicht nach (…) die Leistung von Guibee Yang und Simone Schröder (…) machten ihre Auftritte zu Glanzpunkten der Inszenierung.
Ebenso wie das folgende, vermeintliche Happy End. In dem befreit Siegfried die seit Jahrzehnten in einem Feuerring gefangene Ex-Walküre Brünnhilde (Christiane Kohl) (…)

Torsten Kohlschein

„o-ton.de“ schreibt am 30.09.2018

(…) große Oper gelingt insbesondere bei Wagner erst wirklich durch die Musik und den Gesang. Und dafür sorgen an diesem Abend die erstklassigen Sänger. Allen voran Daniel Kirch, der mit der Partie des Siegfried ein fulminantes Rollendebüt gibt. Er überzeugt durch seinen strahlkräftigen Tenor mit schöner baritonaler Mittellage. Zu großen Taten und gesanglicher Hochform schwingt er sich dann besonders im dritten Aufzug. Zunächst das gesangliche Kräftemessen mit dem Wanderer, um dann mit dem wunderbaren finalen Liebesduett mit Brünnhilde sein emotionales Chaos in einem tenoralen Jubelausbruch zu sortieren.
(…) Ihm steht im dritten Aufzug eine Christiane Kohl als Brünnhilde zur Seite, die durch einen klaren und strahlenden, jugendlich-dramatischen Sopran zu betören weiß. Ihr ‚Heil dir Sonne, heil dir Licht‘ erklingt wie eine Offenbarung. (…)
Arnold Bezuyen gehört zu den Großen seines Faches in der Darstellung des Mime. Sein fokussierter Charaktertenor und sein listiges Spiel geben dem Sänger alles mit, was man für die Darstellung des kleinen Giftzwerges benötigt. Ralf Lukas als Wanderer begeistert mit seinem kräftigen und hohen Bass-Bariton und überzeugt auch durch sein Charakterspiel, insbesondere in der Erda-Szene zu Beginn des dritten Aufzuges. Wunderbares Pendant dazu ist Simone Schröder in der Partie der Erda, die diese Figur ausdrucksstark und mit warmem Mezzosopran gestaltet. Bjørn Waag hinterlässt als Alberich mit seinem kraftvollen, aber wohltönendem Bariton eine interessante Visitenkarte, und Avtandil Kaspeli verleiht dem Riesen Fafner einen markanten und voluminösen schwarzen Bass. Guibee Yang verkörpert den Waldvogel mit glockigem Koloratursopran und engagiertem Spiel.
Felix Bender (…) führt die Robert-Schumann-Philharmonie mit facettenreichem Spiel durch die schwierige Partitur. Präzise werden die vielen Leitmotive herausgearbeitet (…). Besonders im schon fast kammermusikartigen Waldweben erzeugt Bender ein musikalisches Siegfried-Idyll. Er begleitet die Sänger sicher durch die Partie, die gefährlichen Forte-Stellen der Partitur hat er souverän im Griff. Das Tempo ist moderat (…), mit schnellen Anzügen und expressiven Ausbrüchen, aber insgesamt sehr sängerfreundlich.
Am Schluss gibt es großen Jubel und Bravo-Rufe für Daniel Kirch, aber auch für Felix Bender und die Robert-Schumann-Philharmonie. (…)

Andreas H. Hölscher

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